„daher kommt das nämlich” – Teil trölfzig: die Mimose


Habenwollen ist ein schlimmes Ding. So stell’ ich mir Kinder vor, eigene.
Quengelt so lange in mir rum, bis ich schließlich zur örtlichen Gärtnerei fahre, um meine eigene zu kaufen. Kann schließlich nicht stundenlang in des bekloppten Nachbarsâ„¢ Küche sitzen, vor dem Blumentopf mit dem Grün und der Tasse mit dem kalten Kaffee, der immer kälter wird, weil: das Grün!

Und dann gibt’s beim Gärtner grad’ noch eine einzige, und als ich die endlich gefunden habe, geborgen, gehoben, und stolz und komplett weltverloren und wahrscheinlich mit einem selten dämlichen Grinsen im Gesicht zur Kasse schleiche, in der einen Hand den Topf und mit der anderen immer wieder an die Blätter, immer wieder, immer noch einmal… da ruft der Chefgärtner sehr, sehr laut quer durchs Gewächshaus: „He! Sie! Ärgern S’ amol des arme Mimösla nedd asuu!”, und ich schrecke auf und schau rüber und wir lächeln beide.

Ich glaub’ er hat dann sowas gemurmelt wie „des is doch mei Dschobb”.




[Direktlink; Song: Niels Frevert – lieber Blumen]


11 Näschen reingesteckt bei “„daher kommt das nämlich” – Teil trölfzig: die Mimose”

  1. sabbeljan sagt:

    puh, zum glück. ich hatte im ersten moment ind er überschrift „fimose” gelesen und mich auf schmerzhafte textstellen eingestellt. aber dann kamen nur scherzhafte, ach was sag ich, herzhafte textstellen.

  2. Aber nachtragend isse nicht. Macht ziemlich schnell wieder auf.

  3. stilhäschen sagt:

    Jahaa, Sabbeljan, wie einzelne Buchstaben schon beim Lesen wehtun können! (Und danke, daß das auf der Hand liegende Wortspiel ausbleibt. Lesen ja vielleicht doch Kinder mit.)

    Auch das stimmt, Frau Klugscheisser. Nur abends, bzw. spätnachmittags schon, macht sie früh zu. Schönheitsschlaf, vermutlich.

  4. wort-wahl sagt:

    da haben sie aber ein prächtiges exemplar erwischt! meist sind die ärmsten frisch vom gärtner recht klein und mickrig. glückwunsch zur mimose.

    und danke für den musikalischen reiz. ich muss frevert in die anlage schieben, unbedingt mal wieder.

  5. Frau Echse sagt:

    wow, so eine muss ich auch haben.
    pflanzen haben ja von natur aus schon angst vor mir. meine mimose würde sich wahrscheinlich bei berührung in die wurzel zurück verkrümeln.
    ich WILL auch eine!!

  6. stilhäschen sagt:

    Aber hallo, Frau wort-wahl, hab’ ich da ein Prachtexemplar. Mit schon wieder mindestens fünf neuen Blättern. Da geht noch was. (Angeblich soll es im südamerikanischen Urwald ja 2-Meter-Mimosen geben. Das ist mal was für Treehugger!)

    Genau die beiden Sätze, die die Klammer um Deine Angst bilden, Du, Frau Echse – genau die hab’ ich auch sofort ausgerufen. Muß Seelenverwandtschaft sein, Du. (Ganz niedlich fällt das Ding ja zusammen, wenn man den Topf mal mit ein wenig Nachdruck auf den Tisch stellt. Oder anniest. Will sagen: Berührung ist nicht der einzige Weg, Reaktionen zu erzwingen.)

  7. Eckart sagt:

    Hmmm, Du meinst die Pflanze ist auch beeindruckt, wenn man sie mal tüchtig zusammenscheisst? Aber kurz danach wieder frisch und freundlich als wäre nichts gewesen? Das wäre was fürs Büro …

  8. Pest Krause sagt:

    Boah. Das ist ja wie ein Autounfall – ich kann einfach nicht wegschauen. Und dann DREHEN Sie auch noch das Töpfchen, Sie unbarmherziges Häschen!

  9. Opa sagt:

    Verbotene Liebe, soso …

  10. stilhäschen sagt:

    Also Eckart, so geht das nicht. Zum Anbrüllen muß auch weiterhin die Praktikantin herhalten. Hierarchie ist Hierarchie. (Zumal man schon ordentlich laut und windig brüllen muß, bis das Pflänzchen reagiert. Und dann bringt sie auch keinen Kaffee zur Besänftigung.)

    Jaha, Herr Krause, Töpfchen drehen ist das neue Nachtreten.

    Tja, Opa, da kann ich ausnahmsweise mal nix für. Aber youtube mag mich nicht mehr hochladen lassen und eine andere Alternative fand ich so schnell nicht. War doch eilig. Mußte doch raus.

  11. […] stilhaeschen habe ich dieses schnurrpurzelige Zimmerpflanzenvideo gefunden – super Symbolfilm zu des Trainers […]

Auch kurz das Näschen reingesteckt:

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