Blog-technisches Geplapper: es könnte so einfach sein… oder: PHP-Umstellung in effektiv drei Minuten. Damit nicht alle drei Wochen brauchen.

27.10.2014
10:13 Uhr

Ich erhielt ja unlängst eine Nachricht meines Hosters, ich möge doch bitte diese Seite von PHP 5.2 auf 5.5 umstellen, anderenfalls Sodom und Gomorrha und Weltuntergang und Urknall oder irgendsowas.
Nicht daß ich tatsächlich eine Ahnung davon hätte, was das überhaupt ist, aber ich tat brav das Verlangte und die Seite funktionierte nicht mehr. Ich schaltete wieder zurück, alles war gut. Bis auf: war eben immernoch 5.2. und ich will ja nicht am Untergang schuld sein… Nach einem Hilferuf nahte Rettung: der aufopferungsvolle Leser Martin half mir unermüdlich, den Fehler zu suchen. Er erklärte mir geduldig, wie ich Error-Logs erstellen lassen kann, las diese dann auch und konnte – im Gegensatz zu mir – auch noch etwas damit anfangen: in der Datenbank fehlte eine Tabelle. Er schrieb mir das Skript, diese zu erstellen und gab noch viele andere gute Tips, was zu ändern sei. Vielen, vielen herzlichen Dank für Deine Mühe, Zeit, Nerven und Geduld – unbekannterweise, das kommt ja noch dazu! Ich bin begeistert, was dieses Internet manchmal kann.

Leider war beim Umschalten war immernoch alles weg.
Ganz am Anfang hatte ich getestet, ob mit einem anderen Theme (=Wordpress-Design) 5.5 läuft und festgestellt: ja. Also ergab ich mich meinem Schicksal und verabschiedete mich vom Look meiner Seite. Einige Stunden lang strickte ich ein anderes Theme (natürlich vorher auf 5.5 gestestet!) um, bis das Ergebnis wenigstens halbwegs nach meinen Wünschen war. Ich wähnte mich fertig. Ich schaltete final auf PHP 5.5 – und wieder war alles weg. Verdammt!
Dem Weinen nahe überlegte ich herum, was ich noch tun und probieren könnte. Auch wenn sich das hier vielleicht so liest: ich habe von dem ganzen Kram eigentlich keine Ahnung. Ich habe nur irgendwo aus dem Internet zusammengesuchtes Wissen, das ich nach Gutdünken kombiniere.
Meine ureigene Logik ließ mich nachsehen, was eigentlich nach ein paar Tagen in der vorher fehlenden Datenbank-Tabelle stand: nur Einträge des Akismet-Antispam-Plugins. Auf Verdacht deaktivierte ich es einmal. Umschalten auf 5.5 – alles weg, wie immer. Weil ich Gefallen gefunden hatte am Häkchensetzen, deaktivierte ich noch die sechs weiteren aktiven Plugins – und siehe da, alles funktionierte auch auf PHP 5.5 wieder!
Alle Checker da draußen werden sich jetzt vor den Schädel schlagen und rufen „na logisch, das ist doch das erste, was man probiert!”, aber zu meiner Verteidigung frage ich nur schüchtern zurück: und warum hat vor Wochen ein anderes Theme trotz eingeschalteter Plugins auf 5.5 funktioniert?
Für mich komplett schleierhaft ist ja, daß ich jedes einzelne Plugin wieder aktivieren konnte und alles nach wie vor läuft – auf der neueren PHP-Version. Es scheint, daß nur beim Umschalten eines hakte. Auch das muß ich nicht verstehen. Und ich bin froh darüber. Und gelobe, demnächst mal wieder ein bißchen am Layout, v.a. dem für mobile Geräte, zu stricken. Aber jetzt hab’ ich erstmal wieder für Wochen genug.


technischer Rückstand: gefühlt fast schon uneinholbar

23.10.2014
09:52 Uhr

Ich war mal, technisch gesehen, Early Adopter. Ich hab’ schon im letzten Jahrtausend ins Internet geschrieben, dieses Blog gibt es seit über acht Jahren. Noch vor den meisten meiner Bekannten und Freunde hatte ich Walkman, Discman, Handy, Autoradio mit Freisprecheinrichtung, iPod, Tablet, das damals kleinste Smartphone der Welt…
Ich bin da nicht stolz drauf, aber so war das mal.

Tablet- und Telefonkauf sind drei Jahre her, seitdem bin ich technisch stehengeblieben. Die technische Entwicklung seither dauerte gefühlte 20 Jahre – um mich rum steuern alle ihre Rolläden per iPhone, vergleichen Preise im Laden, navigieren ihre Füße per Satellit.

alte  technik1

Mein Handy hat zwar schon Touchscreen und kann ins Internet, aber ich telefoniere nur damit. Ich habe keine mobile Datenflat und vermisse sie kein Stück. Ich habe keine Apps. Dafür habe ich mir sagen lassen, eine Woche Akkulaufzeit sei eigentlich nicht möglich. Für ein Telefon? Ich bitte Euch!
Mein Rechner ist von 2008 und tut alles, was er soll. Das Internet fasziniert mich immer noch, aber ich bin froh, daß es mich nur zuhause zum Stöbern verführt. Auch noch unterwegs diese Möglichkeit zu haben, wäre mir schlicht zu viel.
(Ach, natürlich, ich bin noch für einen weiteren Lacher gut: der Rechner läuft mit, Achtung! Windows98XP.)
Mein Tablet nutze ich fürs Surfen auf dem Sofa und um mal über die Mediathek den Tatort nachzusehen. Apps gibt es dafür nicht, das Betriebssystem gibt es nicht mehr. Ich weiß nicht mal, was ich dadurch verpassen soll.
Ich habe einen iPod der zweiten Generation und bin abgesehen vom Akku damit hochzufrieden. Dass ich nahezu monatlich iTunes aktualisieren soll, nervt mich aber mehr als das wöchentliche Laden.
(Den nehme ich für abendliche Hörspiele. Musik höre ich von CD – oder Kassette/Vinyl. Tatsache. Ich hab’ mir noch nie ein MP3 gekauft.)
Ich kann Kartenlesen und habe im Auto (ohne Klimaanlage, ja.) einen dicken Atlas und einen Stadtplan. Ich hatte noch nie einen Navi unterm Finger.
Auf meinem Nachttisch liegen echte Bücher. Die kann ich verleihen oder liegenlassen, ich kann Eselsohren reinmachen und Seiten rausreissen, wenn ich möchte. (Oder, ehrlich: der Möhrchenprinz kann damit das fehlende Bein vom Bett – nicht fragen! – ersetzen.)
Auf unserem Fernseher kann man zwar kaum mehr Fußball sehen (offensichtlich kann er HD-Signale nicht verarbeiten – kleine Zahlen sind auch mit Fernglas unlesbar) und beim Tatort fehlt meist die halbe Handlung (weil als Mitteilungen auf Telefonen für alle anderen zu lesen), aber in Hefeteigmachen ist er unschlagbar.

Nein, auch wenn das anders klingen mag: ich bin nicht mal stolz auf meinen technischen Anachronismus. Ich fühle mich damit niemandem überlegen, ich will hier nicht ins Manufactum-Horn stoßen.
Es ist tatsächlich so: ich BRAUCHE den ganzen Kram nicht. Und ich will nichts wegwerfen, was noch einwandfrei funktioniert.
Ich will meine Zeit analog verbringen statt dauernd technische Updates zu fahren. Will meine Fingerspitzen lieber über Papier, Haut, Stoff gleiten lassen statt über Gorillaglas. Will die Farben der Welt in echt sehen statt auf einem Display.

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Da ist kein Stolz. Da ist eher ein bißchen Angst: ich fürchte, ich sollte langsam wieder auf den Technik-Zug aufspringen. Oder eigentlich eher schnell. Denn irgendwann ist er abgefahren und ich steh’ da wie der Ochs vorm Berg.
Ich bin jetzt schon überfordert mit der Bedienung der Musikanlage (Smartphone über Bluetooth, natürlich) in des Möhrchenprinzen Auto. Will keinen neuen Herd, weil es keinen mehr mit Drehknöpfen gibt. Habe keine Ahnung, über welche Apps sich die Kindergartenkinder unterhalten. Ich komme mir manchmal so unfaßbar alt vor.
Hab’ ich „bißchen Angst” geschrieben? Wenn ich’s mir so überlege, ist das doch eher Panik. Davor, selbst zu werden wie meine Mutter und eines (gar nicht mehr fernen) Tages auf meine Brut angewiesen zu sein, um zu überleben.

Gleich morgen also kauf’ ich mir ein Smartphone und einen Flachbildfernseher, ein Auto mit Klimaanlage, Navi und Bluetooth, einen neuen Laptop und ein Tablet und einen E-Reader. Daß die Wirtschaft mir nicht schon längst einen Schlägertrupp geschickt hat, so lange wie ich ihr all das schon schulde!

Nur das Tattoo und die Putzfrau, das heb’ ich mir noch ein bißchen auf. Ein bißchen Anachronismus will ich mir doch erhalten.


Eine kurze Anleitung fürs Fensterputzen. Hier, in diesem Blog. Von mir. Ohne Scheiß.

9.10.2014
09:42 Uhr

„Nach sieben Jahren wird’s nicht mehr schlimmer” heißt es im Volksmund (bzw. in den Kommentaren hier), und bislang versuchen der Möhrchenprinz und ich in vielen Ecken der Wohnung, das zu beweisen.
Es gibt auch Dinge im Haushalt, die ich regelmäßig erledige, Wäsche zum Beispiel. Geht ja auch nicht anders. Aber Fensterputzen gehörte bislang zu den Bereichen, die wir beide bewusst und, bei aller Bescheidenheit, durchaus gekonnt komplett außer Acht gelassen haben. Bei mir war es nicht einmal so sehr der Aufwand (Eimer, Lappen, Putzmittel suchen! Wasser holen! Putzen, Wischen, Abziehen…), der mich störte – es war das Ergebnis, das in keinem Verhältnis dazu stand. Da mache ich mir schon mal die Mühe, und dann sehe ich nichts als Streifen, wenn die Sonne scheint. Auch der vermeintlich geniale Trick „innen senkrecht, aussen waagrecht abziehen” half nix. Genausowenig wie andere Reiniger mit noch mehr Werbeversprechen, Zeitungspapier zum Trocknen, Mutterns Super-Zwei-Seiten-Microfaser-Fensterpad-Geburtstagsgeschenk oder Omas gute Ratschläge (Essig! Kaffeesatz! Mit Zitrone abreiben!). Immer Streifen. Trotz all der Mühe. Da ist mir eine gleichmäßige Staubschicht doch viel lieber als jeden Sonnentag den Beweis meiner eigenen Unfähigkeit vor Augen geführt zu bekommen. Wenn ich eh keinen Unterschied sehe, kann ich auch gleich die Füße hochlegen statt zu putzen.

Nun begab es sich aber letztens, daß im Kindergartenmutterkreis irgendwer auf das Thema Putzen kam (ich nicht, ich rede lieber über Dinge, mit denen ich mich auskenne). Erstaunlicherweise sourcen das tatsächlich weit mehr Familien aus, als ich bisher annahm. Was mich natürlich beruhigt („siehste, die schaffen das auch nicht noch selber”), andererseits aber auch gewissermassen entsetzt: heißt das, selbst wir könnten in einem halbwegs sauberen Zuhause leben – es liegt nur mal wieder an mir unfähigem Ding, die ich mich immer noch nicht um eine Putzkraft gekümmert habe (und nebenher noch das Geld dafür mitverdiene)?
Dann aber erzählte eine Mutter von Ihrem tollen Putzequipment, mit dem sie so gern putzt, daß sie dafür keinen anderen zahlen möchte. Ich hörte zum ersten Mal von einer Marke, die ihren Kram nur auf privaten Verkaufsabenden verkauft („Putzparty” kenne ich ja nur im Sinne von „verputzen”), von Multifunktions- und Mikrofasertrockentüchern und ich gebe zu: das klang so gut, daß ich mich abends im Internet ein wenig schlau machte. Tatsächlich, in allen möglichen Foren schwören diverse Leute auf dieses oder jenes Tuch und es dauerte nur ein paar Megabyte, bis ich kurz davor stand, online mal eben den Gegenwert von fünf Kästen Bier für zwei Putzlappen auszugeben. Ich! Ich konnte mich dann doch gerade noch zügeln. Um am nächsten Tag im Discounter zufällig zwei Microfaser-Geschirrtrockentücher für 2,99€ zu finden.

Um es kurz zu machen: das Zeug ist eine Offenbarung!
fenster

Und weil ich so begeistert bin (und tatsächlich glaube, es könnte da draußen noch andere Unwissende geben – bin ich naiv?), will ich dieses Wunder gerne teilen. Hier also die ultimative Anleitung fürs neue Hausmenschenglück – nicht zuletzt für mich selbst, damit ich auch 2019, wenn es wieder soweit ist, noch weiß, wie es geht:

1. Weihnachtsdeko vom alten Jahr abnehmen und entsorgen.

2. Eimer mit heißem Wasser füllen, ein wönzöger Schuß Spiritus schadet nicht.

3. Ich nehme das olle Zwei-Seiten-Fensterpad (eine Seite sehr kratzig, die andere fensterlederartig) – bestimmt geht auch alles andere. Scheibe naßmachen, den groben Schmutz mit der rauen Seite abrubbeln (glaubt mir, die Aussenseiten haben das nötig – nach Jahren…), ich gehe dann alibimäßig (und wahrscheinlich sinnfrei, aber sonst ginge das doch wirklich zu schnell!) noch mal mit der Fensterlederseite drüber, um abschließend mit dem Microfasertrockentuch die Scheibe nahezu trocken zu reiben. Das nämlich ist der Trick!

4. Das gleiche Spiel auf der anderen Seite der Scheibe…

5. … und zusehen, wie sich der verbleibende Schlierennebel lüftet.

6. Booom! Die Scheibe ist streifenfrei blitzeblank!

7. Erst mal Augen schützen. Oder Gardine zuziehen.

8. Hupps, die könnte man wohl auch mal waschen. Trotzdem zu!

9. Zur Sicherheit schnell Sonnenbrille aufsetzen. Sonst sieht man jetzt die ganzen anderen Schmutzecken der Wohnung im Flutlicht noch viel deutlicher!

10. Je nach Tageszeit: Kaffee oder Cocktail machen. Füße hoch. Stolz sein wie Hulle.


mein ganz eigener Superlativ

1.10.2014
20:30 Uhr

Rakete spricht nicht gern über Gefühle und zeigt sie auch selten. Vermutlich hat sie dennoch welche, aber so ganz genau weiß ich es nicht…

Eine befreundete Mutter erzählte mir unlängst, wie oft ihr Sohn ihr sagt, sie sei die beste Mutter der Welt – und was er dann so von ihr möchte. Ich bin neidisch, denn ich habe das noch nie gehört, ein „bitte, lieeeebe Mami” bei dringenden Wünschen ist das höchste meiner Gefühle.

Und dann kam der Moment, in dem es sich ergab, daß ich das Gespräch unauffällig darauf brachte.
Ich: „Rakete, stell dir vor, der Xaver sagt zu seiner Mutter immer, daß sie die beste Mama der Welt ist!”
Rakete, erstaunlich emotional, geradezu empört nämlich: „Aber das stimmt doch gar nicht!”
Mein Herz stolpert. Sollte ich tatsächlich jetzt einfach hören, was ich mir wünsche, fast ganz ohne Manipulation und nahezu freiwillig?
Ich, gespielt erstaunt: „Wieso stimmt das denn nicht?” (innerlich schon jubilierend, was für eine unverpassbare Vorlage!)
Rakete: „Na, weil… doch alle Mamas die besten von der Welt sind.”

Das war nicht ganz, was ich hören wollte. Aber noch sind wir auf einem guten Weg: Ich bin also auch eine dieser Besten? Los, Mädel, sag’s mir einmal ins Gesicht! „Aha. Und könntest Du das bitte, bitte auch einmal ganz direkt zu mir sagen?” Hab’ ich das jetzt laut gesagt? Scheiße, da bin ich ja um nichts besser als so viele Emotions-ErpresserInnen, allen voran meine eigene Verwandtschaft. Die Gene, steckste nicht drin.

Rakete sieht mich an, kommt auf mich zu, nimmt meine Hand und sagt mir ganz zart ins Gesicht:
„Mama, ich sag’s Dir ganz direkt: alle Mamas sind die besten von der Welt.”

Wenn sie in den diplomatischen Dienst geht, wird Weltfrieden möglich.


Alle Jahre wieder: #nichtgemacht_vs_selbstgemacht

24.9.2014
09:50 Uhr

Ein Jahr ist rum und Rakete hatte tatsächlich schon wieder Geburtstag. Und ich Lust und ein bißchen Zeit und vergessen, daß der schönste Kuchen der Welt, den ich kann, einen Ticken besser aussieht als schmeckt.

Also, auf zur fröhlichen Nicht-Supermutti-Angeberparade! Diesmal zuerst was ich (und auch sonst niemand) nicht gemacht habe und dann erst das Stattdessen. Hintergrund und Rant hier.
Achtung, nix für schwache Gemüter. Für die Hartgesottenen geht’s auch noch größer!

Jeden Tag auf dem Präsentierteller: Stilleben, seit April unbewegt.
mitten im bad

Neues Jahr, anderer Dreck: der Abfluß des Grauens.
schmutz1

Schick, aber scheiße zu putzen: Gasherd mit Glasplatte. Nie wieder.
herd

Wird auch täglich übersehen: daß man Türen auch mal abwischen könnte.
schmutztuer

Lifestyle-Fotografie aus dem Häschenhause: Designersessel an schwindender Wand.
wand

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All das blieb also liegen für dies hier:
regenbogentorte_stilhaeschen_2014

Ach, und es darf auch gerne weiter liegenbleiben. Leben ist schöner als Putzen!

[Und weil ich weiß, daß Notizen an mich selbst hier sicherer sind als irgendwo sonst: sollte das jetzt hier Tradition werden, dann nächstes Jahr dieses Bodenrezept mit weit weniger Mehl machen. Dann wieder Marmelade zwischen die Böden (Zitrone war eine Superidee – lieber zwei Gläser als nur eines!). Die Creme aus 250g Puderzucker, 400g Frischkäse und 350g Butter war mehr als ausreichend, hätte jedoch Zitronensaft vertragen. Und vielleicht doch nochmal nach anderen Farben suchen (wobei, nächstes Jahr sollte das Thema Windeln bei Risiko ja durch sein, insofern ist das nicht mehr ganz so wichtig).]


Frage an die technisch Versierten

17.9.2014
19:26 Uhr

Mein Provider möchte, daß ich von PHP 5.2 auf min. 5.4, lieber noch auf 5.5 wechsle. Ich habe keine Ahnung, was das überhaupt ist, und ehrlich: ich hab’ auch keinen Bock, mich da reinzuknien.
Wenn ich das ändere, ist die Seite weg. Woran kann das liegen (WordPress 4.0, aktuellste Version)? Was soll ich tun (außer Providerwechsel, bitte keine Grundsatzdebatten)?


Restaurantkritik für Anfänger

9.9.2014
12:37 Uhr

Meine Kinder sind das, was Großeltern „gute Esser” nennen.
Genau so hatte ich ja schonmal angefangen!

Risiko und Rakete essen gerne und gut. Dank des väterlich ererbten Stoffwechsels sieht man das zwar nicht, aber die Häufigkeit, in der nach Nachschub verlangt wird, ist offensichtlich.
Und wenn man den ganzen Tag über im Stundenrhythmus in sich hineinschlingt, was sich bietet, wundert es mich nicht, daß abends der Hunger nicht mehr sooo groß ist. Abends bleiben die Kinderteller meist mindestens halbvoll. Es würde mich nicht groß stören – behaupteteten sie nicht, es läge an mir!

Ich koche nicht besonders gerne, aber abends stelle ich mich meist an den Herd, um wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit zu machen. Das Abendessen ist mir als Familienritual wichtig. Und so schnipple und brate und koche und rotiere ich dann so vor mich hin, während die Kinder sich gegenseitig mit Kettensägen zerschneiden oder von vierfachen Stuhltürmen in die Badewanne springen. Sie kennen das vielleicht. Ganz entspannt, immer, alles.
Dann kommt der Möhrchenprinz von der Arbeit, der Tisch deckt sich in Windeseile schnell selbst, alle sitzen, die große Schüssel kommt auf den Tisch, Bilderbuchfamilie, es könnte so schön sein – da quäkt es von einer Seite „Mama, das schmeckt mir nicht!” und von der anderen „Iiiihgittibäh, will Nudeln.”
Noch bevor die Quatschbirnen überhaupt probiert haben! Es nervt! Mich! Ungemein! Ich bin sehr oft sehr knapp davor, die ganze Schose einfach sein zu lassen und für mich alleine beim Asiaten zu bestellen. Dann folgen meist ein paar Tage oder gar Wochen, in denen es nur Abendbrot gibt (oder ein langer Urlaub, in dem der Möhrchenprinz kocht. Leckere Sachen für uns und blanke Nudeln für die Kinder. Das ist so ein Good-Cop-Ding, für das ich zuhause zu sehr Bad Cop Nährstoff-Mutti bin). Aber irgendwann habe ich dann selbst wieder Lust auf Warm (oder der Alltag hat uns wieder) und der Mist geht von vorne los.

Das letzte erste Koch-Mahl nach langer Pause kommentierte Risiko mit einem traurigen Blick zu mir und der herzzerreissend dargebrachten Bitte „Mama, bitte nicht mehr kochen”, es folgte eine lange Pause, „das.” Der Möhrchenprinz wies auf das „das” hin: „er meint ja nur diesen Auflauf, nicht alles!”. Ich kann aber nicht viel mehr!

(Und dann waren da die paar Tage, in denen ich allein mit den Kindern war und als Vermeidungstaktik vor dem Horrorabendtisch ohne Papaunterstützung einfach abends mit den Kindern in die umliegenden Wirtschaften und Biergärten stiefelte. Rakete dankte es mir am letzten Abend mit einem Extra-Kuss: „Und der ist für Dich, dafür, daß Du jeden Abend mit uns in die Kneipe bist!” So geht’s also auch. Das Good-Cop-Ding. Warum nochmal bin ich das nicht immer?)

Ein paar Wochen und viele Enttäuschungen am Abendessen-Tisch gingen seither ins Land. Risiko hat seinen Wortschatz erweitert. Und kann jetzt auch Lob!

Gestern musste alles noch viel schneller gehen als sonst. Trotzdem stand abends Warmes auf dem Tisch.
Risiko ruft „Gut kocht hast, Mama. Lecker!” und schaufelt die Fertiglasagne aus der Kühltheke (immerhin selbst in den Ofen gestellt…) in sich hinein.

Ich mag nicht mehr.


Ich habe erstmal Kinder. Und dann erst eine Tochter und einen Sohn.

6.9.2014
11:32 Uhr

Ich war wohl so sechs Jahre alt, als mir ein elementarer Unterschied zwischen Mädchen und Jungen klarwurde. Und ich war sehr froh, ein Mädchen und damit in meinen Augen extrem privilegiert zu sein: Ich kann mir morgens aussuchen, ob ich eine Hose oder einen Rock anziehe! Jungs haben gar keine Wahl!
Jaja, sicher, die Schotten und überhaupt. Aber so generell und allgemein gibt es doch so etwas wie einen gesellschaftlichen Konsens, und an den muß sich keine/r halten, aber er prägt halt extrem das Bild, das wir von der Welt bekommen. Und jaja, sicher, ich wurde älter, und das mit dem privilegiert sehe ich mittlerweile anders.

Ich hatte es hier schon mal mit dem Thema Klamotten für Kinder*, und aktuell beschwert sich das Nuf über die Schwierigkeit, in ihren (und meinen und vieler anderer Mütter) Augen schöne Kinderklamotten zu finden. Zu Recht! Es ist nicht einfach, Klamotten zu kaufen, die Jungs wie Mädchen tragen können ohne schräg angesehen zu werden. Gefühlt war das in meiner Jugend noch nicht so schwer, da die meisten Klamotten (abgesehen von Röcken und Kleidern natürlich) noch nicht so eindeutig für eins der beiden Geschlechter gemacht waren.

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Wenigstens für immer

3.9.2014
10:20 Uhr

Rakete ist nicht so die Gefühlsbezeugerin. Sie würde niemals von sich aus jemandem sagen, daß sie sie/ihn mag oder gar liebhat. Uns Eltern schon gar nicht!
Und dann schmettert sie mir letztens unvermittelt beim Abendessen so einen Satz entgegen:

„Mama, wenn ich mal sterbe, dann will ich in das selbe Grab fallen wie du.”

Das muß mich jetzt hinüberretten über ihre nächsten tausend Tobsuchtsanfälle. Ich erwäge aus Gedächtnisstärkungsgründen eine Tätowierung am Handrücken.


Ganz dünnes Eis – die Fortsetzung

26.8.2014
09:56 Uhr

Achtung, jetzt kommt’s dicke. Ein ganz persönlicher Langzeit-Erfahrungsbericht über meinen eigenen Weg, bewusster zu essen. Ohne Anklage an irgendwen, der anders lebt und isst. Das ist FÜR MICH der ideale Weg, das fühlt sich FÜR MICH gut und richtig und gesund an. Das ist es sicher nicht für jede/n. Ich will niemandem an die Wampe legen, mir auf diesem Weg zu folgen. Ich will nur zeigen, daß es eine Menge mehr gibt als Frauenzeitschriften-Diäten, Wunderpillen, Kalorienzählen oder gar Operationen. Und daß Gewohnheiten tatsächlich überwunden werden können.

guertel

So, ich habe also abgenommen. In eineinhalb Jahren ungefähr zehn, zwölf Kilo, vielleicht ein bißchen mehr, die Zahlen interessieren mich nicht. Ich passe wieder in Klamotten von vor zehn Jahren (allein, die Mode hat sich geändert… so ein Mist).
Das ganze in zwei Etappen. In der ersten mit viel Disziplin und Verzicht, in der zweiten mit Infragestellen meiner Eßgewohnheiten: will ich das essen aus Gewohnheit oder habe ich da Appetit drauf?

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