Mittwoch! Nächster!

3.2.2010
17:58 Uhr

So eine Woche geht ja nur unmerklich langsamer rum als ein einzelner Tag mit Kind: schlafen, füttern, wickeln, füttern, wickeln, baden, schlafen, füttern usw. – und ruckzuck ist der Freitagstexter auch schon wieder vorbei.
Siegerehrung!
Freitagspokal von formschub


Und wie immer auch diesmal: meine Fresse, nicht einfach, aus diesen 34 Beiträgen den besten zu küren. Und auch diesmal: deswegen Sonderpreise! Und Dank an alle Teilnehmer für die vielen stillen Grinser, auch wenn es diesmal nicht aufs Treppchen gereicht hat.

Der Sonderpreis Heimwerkersorgen geht an g² für „Es ist ein Kreuz mit dem Klick-fix-Laminat.” textorama bekommt für „Der kleine Kurator.” den Sonderpreis Spielzeugklassiker. Und MoniqueChantalHuber den Sonderpreis Christliches Nischenprodukt für „Estrich Esau” und „Wischmopp Betlehem”.
Und damit komme ich endlich, endlich zum Ende: am allermeisten gelacht habe ich über „Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, Beläge für die Kreuzigung Jesu Christi vorzulegen.” Danke dafür! Am Freitag geht es also bei Punoptikum weiter. Hossa!


Freitag! Stexter!

29.1.2010
06:36 Uhr

Schon schön, so Traditionen. Jetzt nicht nur Weihnachten und Gänsebraten, sondern auch dieser Wanderpokal der guten Laune jetzt, dieser Freitagstexter.

freitagsbanner_02

Ich danke herzlich Frau lamamma für die Ehre und freue mich arg, den dieswöchigen Wettbewerb um die schönstarrangierten Buchstaben zum Bild ausrichten zu dürfen.

Natürlich könnte ich jetzt noch ein paar Seiten füllen mit Schwadronaden und Erklärungen, aber weil’s auf die Länge ja gar nicht ankommt: zur Sache!

freitagstexter5k

[Wer unbedingt Spielregeln braucht: aus den eingehenden Kommentaren zum Foto wählt die unbestechliche Jury* nächsten Mittwoch den Gewinner, der dann nächsten Freitag den nächsten Texter beherbergen darf. Und ja, dafür sollte man ein eigenes Blog haben oder jemanden mit Blog finden, der die Party dann ausrichtet.
Weitere Erklärungen sowie das Wettbewerbsarchiv gibt es hier.
* Ich mag ja ganz gerne Schokolade. Und ja schon lange mal einen Wurstbrief.]


Liebes Tagebuch,

22.1.2010
18:25 Uhr

gestern wollte ich endlich mal die russischen Zuckerkekse ausprobieren, deren Rezept bei Sabbeljan so einfach aussieht.

Ich habe also in der Küche Platz geschaffen und losgelegt.

Gut, ich wollte nicht gleich „3-4 Bleche” machen, zumal unser Ofen auch so klein ausfällt, daß daraus eher 6-8 geworden wären, also habe ich eben nur die Hälfte aller Zutaten genommen.

Gut, statt Frischkäse habe ich Quark verwendet. Erstens mußte der weg und zweitens war nichts ähnlicheres da. Die Alternative war Mettwurst.

Gut, und statt Margarine hab’ ich natürlich Butter genommen. Margarine ist für Hungerhaken.

Gut, die Hälfte von 500 Gramm Quark ist 250 Gramm. Und die Hälfte von 500 Gramm Butter? Richtig, 250 Gramm Butter. Kein halbes Päckchen, aber das fiel mir erst ein paar Stunden später ein. Man soll ja aber auch gar nicht so fett essen.

Gut, vielleicht war deswegen der Teig ein bißchen klebrig. Also hab’ ich doch mehr Mehl genommen. Immer mehr. Bis der Teig so richtig klebrig war.

Gut, dann hab’ ich halt noch Milch reingeschüttet. Bis der Teig wieder nur mehr ein bißchen klebrig war, dafür aber plötzlich ganz schön viel, mengenmäßig jetzt.

Gut, und aus der halben Stunde im Kühlschrank wurden dann zwei oder drei. Aber meine Güte, man muß sich ja nicht immer gar so penibel an Anweisungen halten. Keine Macht den Rezeptfaschisten!

Gut, der Teig war dann immer noch klebrig wie Sau, keine Chance für „eine oder mehrere lange Rollen mit 3-4 cm Durchmesser”, geschweige denn „diese in 1-1,5 cm dicke Scheiben schneiden”. Aber „tischtennisballgroße Kugeln”, ha!, die gingen. Schlecht wieder ab von den Händen zwar, aber immerhin.

Gut, das mit dem Zucker war dafür eine Spitzenidee: wo Zucker klebt, klebt sonst nix mehr. Also habe ich von dem nobelpreisverdächtigklebrigen Teigbatzen grob tischtennisballvolumig geschätzte Klümpchen abgenommen, diese direkt in die Zuckerschüssel geworfen und dort zu flachen Scheiben geformt. Jetzt war halt nach dem Falten überall Zucker (also auf genau einer Viertelkreisfläche mehr als im Rezept, der unteren nämlich), aber dafür mußte ich nicht mit in den Ofen, bloß weil meine Hände nicht abnehmbar sind.

Gut, daß am Ende trotz größtmöglicher Keksflächennutzung immer noch Zucker übrigblieb, das muß dann wohl am Rezept liegen. Ich hab’ ihn halt mit den Teigresten verbröckelt und noch großzügig über die Kekse gestreut auf die Kekse gehäuft, bevor ich die Bleche in den Ofen schob.

Gut, daß der Teig dann doch nur für zwei (kleinere als normale!) Bleche gereicht hat, mag schon auch von der ausgeklügelten Belegungstechnik kommen. Viel Platz war da nicht zwischen den Teigbatzen – aber nicht umsonst hatte ich ja das Backpulver vergessen! Da würde schon nicht soviel aufgehen, daß die Kekse zusammenbacken würden…

Aber sonst habe ich mich wirklich exakt ans Rezept gehalten, ehrlich!

Gut, ich habe die beiden Bleche auf einmal gebacken, wozu schließlich hat man Umluft? Und gut, vielleicht waren es ein paar Minütchen mehr als zwanzig, wenige nur, solange man halt braucht zum Wäscheaufhängen, Staubsaugen, Blumengießen, Badputzen und Treppenhauswienern. Jedenfalls: irgendwann roch es dann komisch und aus dem Ofen hob ich zwei große, ein bißchen löchrige Kuchen. Oben waren sie klebrig-schwarz (der Aggregatszustand von Zucker, der nach Karamell und vor gasförmig kommt) und darunter und unten waren sie verbrannt.

Aber wenn man wie beim Nüsseknacken ein bißchen hämmerte und pulte, dann fand man dazwischen durchaus ein paar Kubikmillimeter eßbares Gebäck. Und das war… echt gut. Vielleicht hätte ich mich aber auch da streng ans Rezept halten sollen und alles mit Schokolade verzieren. Naja.

Und morgen mache ich dann mal Schweinebraten mit Kartoffelklößen, aus Hammelkeule und Sellerie. Ein bißchen Improvisation sollte ja wohl drin sein!


Bitte gehen Sie weiter…

22.1.2010
14:07 Uhr

…zu Herrn Krause, muahahaha. Und den Link unterm Foto nicht vergessen!


Nicht meine Art (aber es hilft ja nix)

12.1.2010
21:40 Uhr

Hach, fast ist das neue Jahr auch schon wieder alt, die Zeit, sie fliegt, die Rakete spricht bereits fließend Mandarin und ich hab’ noch nicht einen Satz ins Internet geschrieben, es ist ein, ach.

Und dann schreibt die olle Kuh doch endlich und dann will sie nur, daß alle Leser hierhin gehen und dort den Entwurf Nr.8 wählen!

Aber ehrlich: es ist für einen guten Zweck (eine saunette Künstlerin, echt) und eine gute Sache, sowieso. Was gibt es denn auch besseres als dem Bier ein Zuhause zu geben? Eben.
In diesem Sinne: bittebittebitte bis 15.1. noch abstimmen. Bald gibt’s dann auch wieder richtige Beiträge. Versprochen.

[Und übrigens nervt das Getue um die „Schneekatastrophe” immens. Meine Fresse, vor dreißig Jahren war jeder Winter so!]
schnee


Ein Jahr in Fragen

31.12.2009
06:23 Uhr

Der obligatorische Blick zurück nach vorn.
(Die Liste kursiert ja überall in diesem Internet, ich bin durch Texas-Jim draufgekommen, dieses Jahr endlich einmal Revue passieren zu lassen.)

Zugenommen oder abgenommen?
Erst zugenommen, dann auf einen Schlag wieder abgenommen. Derzeit auf dem Weg in die Breite. Öfter mal was neues.

Haare länger oder kürzer?
Länger. Immer länger. Der eine Friseurbesuch 2009 konnte nicht viel dran ändern. Muß die Schwerkraft sein.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Keine neue Brille, aber immer mehr Leben im Moment. Kurzsichtiger also, so global gesehen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Absolut: weniger. Relativ: viel mehr. Gar nicht mehr: Runden. Schade.

Der hirnrissigste Plan?
Mal eben renovieren. Das hirnrissige daran war nicht das Renovieren.

Die gefährlichste Unternehmung?
Der Glaube an den Klassenerhalt Hochschwanger im Stadion, in Dresden, als Gast. -Freundschaft geht anders, Ihr bekloppten Hooligans.

Die teuerste Anschaffung?
Da könnte man jetzt natürlich sofort „Das Kind!” krähen, aber das wurde nicht angeschafft. Zählt auch die teuerste Nicht-Abschaffung? Das Auto, definitiv.

Das leckerste Essen?
Schokopudding, Grießpudding, Gummibärchen, saure Gurken, Rote Grütze, Leberwurst. Zusammen. Und später dann endlich wieder Tiramisu.

Das beeindruckenste Buch?
Der bekloppte Stillratgeber, in dem ausnahmslos Scheiße stand. Er hat mich von der Ratgeberitis geheilt, ab jetzt wird mit dem Kind nur noch gemacht, was man ganz ohne Lektüre so für richtig hält: zu essen geben, wenn es Hunger hat. Schlafen legen, wenn es müde ist. Den Kinderwagen schuckeln, wenn es sich dadurch beruhigt. Ganz einfach eigentlich. (Wenn ich das mal aufschriebe, würde das jemand kaufen?)

Der ergreifendste Film?
Dank dieser unfaßbaren Hormone hab’ ich ja sogar bei der Sendung mit der Maus geweint, was soll also die Frage?

Die beste CD?
Schande über mich, aber dieses Jahr gab’s nur eine einzige Neuanschaffung: die neue Element of Crime. Nix neues, aber im Alter gibt einem das Bekannte eben noch am verlässlichsten das Wohlbehagen.

Das schönste Konzert?
Niels Frevert, natürlich. Auch wenn das Publikum noch verlorener wirkte als der Mann auf der Bühne.
Selten war ich froher um Bestuhlung und getanzt hat ja die Rakete für mich.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
…Bauch, Mann, Kind.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
…Bauch, Mann, Kind.

Vorherrschendes Gefühl 2009?
Hoffnung, Zuversicht, Vorfreude.

2009 zum ersten Mal getan?
Jaja, jetzt wird’s doch langsam langweilig: ein Kind gekriegt. Wuuhuuuu!

2009 nach langer Zeit wieder getan?
Keinen Alkohol getrunken. Bringt auch nix, ehrlich.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die Baustellenwohnung, die Wehenschmerzen, die 40°C Fieber im Wochenbett. Da relativieren sich Erkältungen gaaanz schnell.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Der Raketenvorname. Der Favorit des Möhrchenprinzen war noch viel weniger frankenzungenkompatibel.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Jaja, man ahnt es doch.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Jetzt wird’s langweiligredundant.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Wir kriegen dich wieder hin.”

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Schau mal. Ein Strich.”

2009 war mit 1 Wort…?
Allesneu.


latentfrei

30.12.2009
16:08 Uhr

Dieter Bohlen hat das Wort wohl als erster komplett sinnverdreht; jetzt schlägt der Möbelschwede zu und macht es endgültig zum Schimpfwort:
talent
Und unten dran der „Made in China”-Aufkleber. Man sieht den Talentschuppen deutlich vor sich, eng, heiß, dreckig, die Arbeiter unterbezahlt und überarbeitet.

Möge den Guten nie mehr einer sagen, sie hätten Talent. Die anderen: einfach weiter tanzensingenschreibenmalen! Ihr seid eh nicht davon abzubringen.


Ach ja, und…

23.12.2009
23:59 Uhr

weihnachtsbaum
… noch ist der Wahnsinn ja lange nicht vorbei. Ich wünsche allen, die immer wieder hiervorbeischauen, von Herzen für die nächsten 72 Stunden gute Nerven und einen noch besseren Magenbitter.
Bringt Euch gut durch die Feiertage! Ihr werdet danach noch gebraucht. Ohne Euch ist das doch alles nix hier. Kann mal jemand diese verdammte Jahresendsentimentalität abfackeln, verdammtnochmal?


Vernetzt!

23.12.2009
21:28 Uhr

Da läuft ja gerade dieser Spot für irgendsoein Telefon oder vielleicht ist er auch für irgendeinen Handytarif, was weiß denn ich. Nicht erst seit der Rakete fühle ich mich manchmal unglaublich alt, neulich stand ich im Plattenladen in der CD-Abteilung eines Elektroriesen vor dem Top-100-Regal und kannte gerade mal zwei, drei Interpreten, der Rest sah für mich komplett aus wie Castingkinder. Und daß man Sting erkennt ohne den Schriftzug zu lesen (schließlich hatte man wie jeder ordentliche 90er-Twen das bekloppte Plakat in der Küche hängen), darauf braucht man wirklich nicht stolz sein.
Jedenfalls hat diese Firma mit dem Blutstropfenlogo das schon schlau gemacht, daß der Spot im Fernsehen läuft, sonst würde den ja niemand sehen, der dieses Websiebenpunktdrei oder wo wir da mittlerweile sind, noch nicht hat, sondern eben noch dringend braucht. Wahnsinnig dringend, weil heute ist Weihnachten und die Tochter muß einen Weihnachtsmann haben und man kann bei diesem Telefon so schön seine Kontakte (so heißt das nämlich heute, man hat keine Freunde und Bekannten mehr, alles wird elektrisch, also gefälligst auch die Sprache) mit Fotos durchblättern, und siehe da, der Autoschrauber! Hat einen Bart und, wichtiger: „Laut facebook hat er Zeit”, das ist ja ein Ding, angerufen wird er und sein fettes Hundchen und sie kommen und bescheren und die Tochter glaubt weiter alles was man ihr vorsetzt und alles ist wieder gut.

Liebe Kommunikationsbranche, ich danke Dir für diesen Einblick in die Zukunft, die Du so für uns vorsiehst und die Dir auch schon genug Leute abgekauft haben. Aber danke auch, die will ich gar nicht. Weil ich nicht möchte, daß die Telefone meiner Kontakte wissen, wann ich Zeit habe oder was ich gerade mache. Ich will nämlich, daß meine Freunde auch weiterhin einfach anrufen und mich das fragen. Geht das, bitte? Auch noch in zehn, zwanzig Jahren? Du würdest eine alte Frau sehr glücklich machen. Schon jetzt.


Der Hohlbirnen Sternstunden

22.12.2009
09:23 Uhr

Hab’ ich mich schon mal ausgelassen über die Bekloppten in öffentlichen Verkehrsmitteln? Die, die Ferngespräche nur pro forma übers Handy führen und eigentlich direkt bis Griechenland brüllen. Die Mütterchen, die meinen mir erklären zu müssen, daß ich den Kinderwagen zu stark schuckele („Dem Kind wird doch schlecht!” – „Was soll es denn kotzen, ich geb’ ihm doch nie was zu essen!”). Motorisch vollkommen intakte Menschen nehmen den Aufzug und weigern sich, ein bißchen zusammenzurutschen, damit der Wagen noch mit kann – unten am Gleis können sie dann rekordverdächtig schnell rennen und sich „Aufrutschen!”-brüllend noch in die U-Bahn quetschen. Die jugendlichen Schwerhörigen, die das Geschepper aus dem Handy für Musik halten. Und all ihre Kollegen. Schlimm sind die.

Aber die gibt es ja eigentlich das ganze Jahr über, das ist meist zu ertragen. Nur wird’s eben vor Weihnachten besonders heftig, da nimmt das wirklich überhand, da kriechen sie aus ihren Löchern (ich weiß jetzt nicht, ob das historisch belegt ist, aber angeblich soll ja seinerzeit der Strauß auf einer Rede in Wackersdorf vor lauter AKW-Demonstranten vom „Stein, den da jemand umgedreht habe” geredet haben. Falscher Mann, richtige Worte. Aber in der Oberpfalz ist das ja permanent zutreffend.) und stürmen geballt die Innenstadt, da gibt es kein Entrinnen mehr, da sollte man seine Einkäufe am besten vor September bereits fürs Restjahr erledigt haben und gemütlich zuhause bleiben bei Dörrfleisch und Bundeswehrkeksen.

Hab’ ich irgendwie vergessen dieses Jahr. Und dann darf ich ja heuer leider nicht genug Glühwein trinken, daß mir diese Synapsenwracks nichts mehr ausmachen. Aber ich summe derweil eisern weiter mein allerliebstes Weihnachtslied vor mich hin, komme was wolle.

Und wenn das dann diesmal endlich hinhaut, dann aber, Ihr Volltrottel, dann beißt Euch nächstes Jahr nicht nur die Rakete ins Knie! (Welchen Fahrschein braucht ein Nilpferd eigentlich?)