Tipps für werdende Mütter IV

24.7.2010
22:44 Uhr

Ach du volle Windel! Die letzte Folge ist ja schon wieder ein Vierteljahr her! Nicht daß ich ernsthaft glaubte, da wartete noch wer auf die Fortsetzung (Hallo Linguisten: zweimal Konjunktiv Präsens, haut das überhaupt hin? Hab’ ich das überhaupt erwischt? Und wenn, ist sicher das Komma falsch, oder?), aber ich muß es ja loswerden. Und im Internet finde ich das dann vielleicht auch wieder, sollte ich jemals mein Geburtstrauma überwinden und nachlegen. (Habe ich das gerade selber geschrieben? Oder war’s die Weinflasche?)
Wir waren bei den guten Ratschlägen. Die geb’ ich gerne, hach! Ich hab’ nämlich so viele. Alle geschenkt gekriegt.

Die besten, gefiltert oder selbst dafür befunden:

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Gestern und heute

12.7.2010
21:48 Uhr

Gestern war ich jeden Abend unterwegs und schüttelte meinen (in der Erinnerung nicht ganz schlecht proportionierten) Po zur Musik, wo immer eine lief. Heute rufe ich die Polizei, weil die Nachbarn mit ihrem Polentechno wiedermal den Leiser-Knopf nicht finden und bin froh, wenn auf dem Sofa neben der Wäsche zum Zusammenlegen noch Platz für meinen breiten Hintern ist. Gestern war Halligallidrecksau, heute ist Aramsamsamgulligulligulliarabi. Gestern war Klamottenkaufen, weil die Mode wechselte. Heute ist Klamottenkaufen, weil das alte Zeug spannt. Gestern war ich ewigjung, heute droht die 35, und dann ist Schluß mit dem „Anfang-Dreißig”-in-die-Tasche-Lügen. Gestern war träumen, heute ist rechnen. Gestern war Job und Feiern, heute ist Rakete. Gestern war die Nacht groß, wenn der Sommer mit ordentlich Bier irgendwo im Freien begossen wurde, inclusive Sternenhimmel, Nacktbaden, In-die-Gitarre-Kotzen. Heute sitze ich abends um halb zehn mit einer Flasche Bier im Flur auf dem Boden, um mich herum Brezenbrösel und Reiswaffelreste, ich staple Duplo-Steine in den ollen Schuhkarton, wissend, daß mir das morgen mindestens fünf Minuten Zeit zum Kaffeemachen bringt; draußen tobt das erlösende Sommergewitter, in der ich gestriges Hippiemädchen noch barfuß getanzt hätte, und trotzdem bin ich jetzt glücklich, trockenen Fußes. So war das gestern, so ist das heute. Und um zehn bin ich heute im Bett. Ich uncoole Sau. Wenn ich das nur gestern schon geglaubt hätte.


Ach Du heiliger Rasen.

7.7.2010
23:24 Uhr

Grundgütiger, schon wieder so lang lag hier alles brach.
Zwischendurch war WM und auch schon wieder vorbei, und Volksentscheid in Bayern (beinahe hätte ich dazu sogar etwas geschrieben, mit Recherche und Hintergründen und Argumentation und allem, aber dann war’s ja auch schon wieder rum), und eine Wahl ganz ohne Volk (den Schlachter die Regierung darf man selbst wählen, den Repräsentanten nicht – was soll uns das eigentlich sagen?) und beim Fast-Food-Riesen gibt’s jetzt einen Nürnburger (selber gugeln macht schlau), ohne Scheiß und ersten April, und dann ist auch noch der Sommer da, aber ach, was juckt’s mich? Die Rakete steht und ißt Brezen. So sieht’s nämlich aus. Und jetzt kommt Ihr.


Siegerehrung!

27.5.2010
09:26 Uhr

Jaja, ich weiß, schon recht, ich bin ein paar Stunden im Verzug.
Dafür mach ich’s kurz: danke für 23 schöne Kommentare! Toll, daß diesmal so viele außer den üblichen Verdächtigen ihren Senf dazugaben.
Ich konnte mich nicht recht entscheiden zwischen den Red Hot Chilli Peppers, dem Türschloßenteiser, Josefs Schweißfüssen und…


Ja, ich weiß, korrekterweise hätte er’s gestern schon wissen sollen. Aber immerhin hat Enno ja noch bis morgen Zeit, ein Bild zu suchen. Glückwunsch!


Herzrasen – das etwas andere Fußballshirt

24.5.2010
12:32 Uhr

Es ist ja bald wieder so weit: irgendwo kicken ein paar Knäblein und die Deutschen tragen ein paar Wochen lang noch schlimmere Shirts als ohnehin schon.
Das muß nicht sein! Zwar geht das beste Shirt von allen immernoch nicht in Serie, aber eine  Freundin von mir hat ein ebenso Weltklasse-T-Shirt entworfen, das es Nur jetzt! Nur für kurze Zeit! Genaugenommen: Nur bis Mittwoch (also übermorgen…) zu bestellen gibt. Und ich pushe das hier nicht nur, weil es farblich hervorragend ins Blog passt…

Herzrasen - das T-Shirt

Das (drunter machen wir’s ja nicht mehr: 100% Bio-)Shirt gibt es wie abgebildet in hellgrün mit weißem Flockdruck; eine genaue Größentabelle findet sich hier. Kosten pro Stück: lächerliche 18€ (plus 2,50€ Versand)!

Bestellungen und Anfragen (z.B. Versandkosten bei mehr als einem Shirt) bitte direkt an atelierhirnholz[at]gmx.net. Und bitte fix, denn Bestelleingang für die erste Auflage ist Mittwoch, der 26. Mai!


Alter Arsch WordPress

22.5.2010
10:24 Uhr

Nee, schon gut, WordPress ist toll, echt mal. Eigentlich bin ich zufrieden.
Aber (Eigentlich und aber, das ist ja auch so ein Paar. Unzertrennlich. Unsympathisch. Wären es Menschen, es wären Else und Olaf Kling.) muß das eigentlich sein mit den wöchentlichen Updates?

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Freitagstexter

21.5.2010
07:46 Uhr

Ach, watt schön! Der bekloppte Wanderpokal der Bildbetexter ist mal wieder zu Gast im Häschenhause. Dank nochmal an Herrn giardino!

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Nun also ist es an meiner werten Leserschaft, die passenden (oder unpassenden) Worte für das folgende Bild zu finden. Jeder darf so oft er will und nächsten Mittwoch kürt die unparteiischste aller mir greifbaren Jurys den besten Kommentar, dessen Urheber dann nächsten Freitag undsoweiter undsofort.
Auf daß der Pokal weiter wandere!

Freitagstexter Pfingsten 2010


Kleinkrieg

19.5.2010
08:46 Uhr

Sie wohnen in einer Spielstraße, für die der Begriff „verkehrsberuhigte Zone” nicht passt, weil sich keiner dran hält? Die Nutten im Eckhaus nicht und die Freier schon gar nicht? Deren Schrittgeschwindigkeit ist eine hohe, die Boliden brettern im fünften Gang um die versetzten Baumscheiben, die Formel 1 ist ein Dreck dagegen? Und dann parken die Vollpfosten ihre Karossen auch noch so bekloppt über drei Buchten, daß weder Anwohner einen Parkplatz finden noch Fußgänger am Gehweg vorbei kommen? Sie haben wirklich die Schnauze voll von diesen immergleichen asozialen Schwanzsklaven und ihren blechgewordenen Penisverlängerungen?

Dann stecken Sie Ihnen das nächste Mal doch einfach mal Pralinen hinter den Hummer-Scheibenwischer…
jekleiner


…oder ich fall um.

12.5.2010
09:43 Uhr

Hatte ich mich beschwert, daß die Rakete kein Fläschchen nimmt? Es war die falsche Größe. Fläschchen sind für Babies. Verkleinerungen haben wir nicht mehr nötig!



[Direktlink zum Video]


Ab heute wird zurückgewußt.

11.5.2010
11:09 Uhr

So ein Kind ist ja im Grunde nix besonderes. Das haben ja die meisten, außer denen, die noch keins haben. Aber alle anderen haben ja mindestens eins, und die älteren meist mehr und dann ja auch noch Enkel und spätestens damit: die Babyweisheit gepachtet.

Mit Baby im Bauch bekommt man bereits langsam eine Ahnung davon, daß man ab jetzt dringend auf Ratschläge (vor allem von Wildfremden) angewiesen ist – wenn das Kind erst da ist, gibt man es am besten direkt jeweils der nächsten älteren Dame, die zufällig in der Nähe steht. Denn wie du’s machst, es ist verkehrt. Richtigmachen, das war altes Leben.

Jetzt ist: du hast ein schreiendes Kind im Wagen. „Um Himmels Willen, nehmen Sie doch das Kind hoch!”, kreischt dann garantiert jemand. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommst du noch umsonst (nicht nur im Sinne von gratis) einen Vortrag über die Bösheit von Kinderwägen (incl. Therapievorschlag für dich Rabenmutter, die körperliche Nähe nicht zulassen will) und die Vorteile des Tragetuchs. Nicht schön. Aber die Alternative ist nicht besser: Das Kind schreit im Wagen, du nimmst es raus. Prompt keift jemand „So werden die Blagen von klein auf verwöhnt”.

Oder: ihr seid unterwegs, es ist Mittag, ihr setzt Euch irgendwohin und du füttest Dein Kind aus einem Gläschen. Vielleicht sagt es nicht jede laut, aber das werden ganz sicher Frauen sehen, die die Kleine noch für viel zu jung für Beikost halten („Ich habe zwei Jahre voll gestillt!”). Die nächste versucht dir zu erklären, warum Brei das Kind bevormundet – schließlich könne es ohne weiteres vom Elternteller mitessen (sofern die eben einfach mal ein Jahr aufs Würzen verzichten, eine Woche lang bei den selben Zutaten bleiben und dann nur eine ändern. Prima Idee.). Und eine wird über Gläschen schimpfen, über die Nahrungsmittelindustrie, über Pestizide und Geschmacksverstärker und daß es doch wirklich nicht zuviel verlangt sei, selbst zu kochen. Dieser Frau immerhin antwortest du, nämlich daß du das tatsächlich selbst gekocht hast und im Gläschen eingefroren. Du kannst wetten, daß dann kommt: „Ganz toll. Und dann in der Mikrowelle aufwärmen. Das ist ja noch schlimmer als Kinderwagen, Gitterbett und Supermarktkost zusammen.”

Ab jetzt mußt du also ertragen, daß egal was du tust, ab jetzt immer eine kommt, die es besser weiß. Das ist ganz schön schwer. Auch ganz schön schwer ist, zwischen den Worten „Das Kind hat doch Hunger / Durst / kalte Füße / eine volle Windel!” das „Merken Sie das denn nicht, Sie Rabenmutter?!” zu überhören und die ganzen Ratschläge nicht persönlich zu nehmen.

Wie ich das schaffe? Für’s Füttern habe ich noch keine Allround-Lösung (Dönerbude statt Café hilft schon immens, da fehlt schon mal die vegane Fraktion). Aber wenn mein Kind brüllt und die ersten Diagnosen (s.o.) kommen – da habe ich das Killerargument, das mich freispricht von aller Schuld: „Nein, sie bekommt Zähne.” (Was nicht gelogen ist, irgendwann wird sie sicher welche haben.)
Plötzlich wird dann das Keifen zum Mitleid (bei älteren Kalibern ist vermutlich auch Neid dabei, bei den Zahnersatzkosten), für die Kleine und mich, plötzlich wird dann symbolisch schultergeklopft, plötzlich ist da Solidarität, wo vorher Besserwissen war.
Der Satz funktioniert so gut, den werde ich noch in Raketes Pubertät benutzen.