„Das ist doch kein Beinbruch – das ist nur Grundschule.” Gedanken zur Einschulung, Teil 2: unsere Möglichkeiten.

22.3.2015
12:32 Uhr

Rakete kommt also im September in die Grundschule. Sagt der Brief auf dem Küchentisch, und der Schularzt wird sicher dasselbe sagen, wenn er sie denn irgendwann vor September untersucht haben wird. Wir Eltern sagen das sowieso.

Wir Eltern sagen auch: och komm, mach mal normal. Nix Montessori, nix Waldorf, nix Jenaplan, erstens aus Prinzip (wir sind auch mit staatlichen Schulen anständige Menschen geworden), zweitens wegen der dort befürchteten Eltern und drittens ist das alles zum Glück eh viel zu weit weg, um überhaupt in die nähere (!) Auswahl zu kommen. In unserer Welt wollen Kinder nach der Schule einander zum Spielen besuchen kommen und in unserer Welt ist der Schulweg, jedenfalls in der Grundschule, zu Fuß.
Bleiben, in nahezu gleicher Laufnähe: die städtische Sprengelschule, die städtische Sprengelschule für den Sprengel eine Straße weiter und eine kirchliche Gesamtschule mit integrierter Grundschule. Erstere und letztere haben wir uns zum jeweiligen Informationstag angesehen.

Die kirchliche Gesamtschule hat auf mich einen hervorragenden Eindruck gemacht – ein tolles Schulklima (durch verschiedene uns bekannte dort untergebrachte Kinder bestätigt), ein modernes Konzept (erste und zweite Klasse werden gemeinsam unterrichtet), engagierte LehrerInnen und das alles in nicht den modernsten, aber sauberen und großzügigen Räumen, voller pädagogischer Materialien. Eine anregende Lernumgebung. Nicht verwunderlich: die Schule hat einen sehr guten, vielleicht ein wenig elitären Ruf. Die Kindernamen auf der Dienstetafel hatte ich alle schon einmal gehört, gut drei Viertel davon hätte ich auch selbst vergeben. Bei der Anmeldung sollte Rakete ein Bild malen und ihren Namen dazu schreiben. Keine Frage, ob sie das schon kann (kann sie).

Engagiert wirkten die LehrerInnen unserer Sprengelschule ganz sicher auch, vielleicht sind sie es sogar noch mehr. Das weiß man ja immer erst hinterher. Aber im Eingang der – wunderschönen alten (man könnte „Emil und die Detektive” darin drehen) – Schule sitzt ein Sicherheitsmann. Äh?! Die Schule beherbergt auch ein Förderzentrum (früher: „Sonderschule”), der Platz ist beengt (aber hoch! Altbau!) und das Mobiliar weit über seinem Zenit. Man ist stolz auf einen Computerraum, aber die übrigen Materialien wirken armselig.
Die Tränen kamen mir, als der Rektor erzählt, die Schule bekommt von Sternstunden täglich für jede Klasse einen großen Frühstückskorb – „weil viele Kinder zuhause kein Frühstück bekommen”.
Die Lehrerinnen baten uns Eltern, mit den Kindern bis zum Schulanfang zu üben: aufpassen, wenn die Lehrerin redet. Nicht reinreden. Warten, bis man dran ist. „Den Namen schreiben braucht keiner können (s.o.: an der anderen Schule wurde das vorausgesetzt, schon ein halbes Jahr vor der Einschulung!), aber bitte sorgen Sie dafür, daß Ihr Kind seinen Namen kennt. Den, der in den Papieren steht.” Das sei kein Witz – immer wieder gebe es Kinder, die zuhause anders genannt werden und auf den offiziellen Namen nicht hören. „Das macht halt alles ein wenig schwierig…” An der Wand hingen die Namen der Kinder aus diesem Klassenzimmer. Zwei von 24 hätte ich fehlerfrei schreiben können.
Ach, und: „Bitte sorgen Sie dafür, daß Ihr Kind regelmässig in den Kindergarten geht. Und in den Deutsch-Förderkurs.” Sinngemäss kam danach: „Es reicht, wenn pro Klasse fünf Kinder kein Deutsch sprechen”.
Die Lehrerinnen gaben noch Tips zum Schulranzen und zur Schultüte (voll mit Gummibärchen ist zu schwer! Z.B. ein kleines Spiel/Malbuch/Spielzeug füllt und ist leicht… und die Spitze kann man mit Zeitungspapier füllen!) und baten uns Eltern zum Abschluss noch, bitte dringend zu beachten: „Bildschirmzeit pro Tag maximal 30 Minuten!”.
Da begann ein Vater, der mir bis dahin eigentlich noch recht sympathisch war, zu diskutieren: „Äh, Moment, eine halbe Stunde, das ist doch unrealistisch, das wissen Sie doch selbst! Nach einer halben Stunde ist doch gerade mal eine Folge Sponge Bob rum, da kriegt doch niemand sein Kind vom Fernseher weg!” Die Lehrerinnen argumentierten mit Synapsenbildung, Lerntheorien, Motorik und beharrten auf ihrer Forderung. Der Vater blieb bei seiner Meinung, meinte dann aber versöhnlich „Ach, aber in den 30 Minuten ist dann ja bestimmt nicht der Computer mit drin. Da gibt es ja schöne Vorschulprogramme, da mache ich selbst gerne mit.” Die Lehrerinnen setzten wieder an, ich entschuldigte mich und ging. Ich wäre sonst geplatzt.

Ganz unabhängig von den zu erwartenden Eltern (die an der kirchlichen Schule sicher nicht weniger unglaubliche Geschichten hergäben) haben wir auf der Basis aller Eindrücke versucht, zu entscheiden, welcher der beiden Schulen die bessere für unsere Rakete sei.
Die kirchliche wäre quasi die Fortführung von Raketes Kindergarten: Familien, die halbwegs ähnlich ticken wie wir; Förderung individueller Talente; das Konzept mit der 1/2-Klasse käme Rakete sehr entgegen. Ganz davon abgesehen kennt Rakete dort schon einige Kinder bereits aus dem Kindergarten.
In der Sprengelschule dagegen müsste Rakete sich nicht nur an die neue Situation „Schule” gewöhnen, sondern auch einen ganz anderen Wind. Und das allein, denn ihre Kindergartenfreunde gehen entweder an diverse private Schulen oder die andere Sprengelschule, für die wir 50m falsch wohnen.

Unsere Entscheidung ist klar, aber leider liegt sie nicht bei uns. Die kirchliche Schule hat mehr Anmeldungen als Plätze. Die werden angeblich verlost.

Ich mache es kurz: Rakete ist nicht gelost worden. Insgeheim befürchte ich, daß ich es beim Anmeldegespräch versaut habe, aber jetzt ist ohnehin nichts mehr zu machen. Ganz ehrlich: ich komme mir vor wie eine Versagerin, weil ich es nicht geschafft habe, meinem Kind die für es bessere Alternative zu ermöglichen.

Diese Woche war die offizielle Anmeldung in der Sprengelschule. Mehr dazu das nächste Mal. Kein Witz am Ende.


kleiner Rant am Rande: Gedanken zur Einschulung, erster Teil

26.2.2015
10:09 Uhr

Es ist ein Kreuz mit dem Elternsein. Das haben sich bestimmt auch schon unsere Eltern und Großeltern und Urgroßeltern gedacht, aber die hatten ganz andere Probleme. Hey, ich bin natürlich haferstrohmopsfroh, daß wir keinen Hunger und keinen Krieg haben. Aber müssen es wirklich DIE ANDEREN sein?
Es ist nämlich so: im September kommt Rakete in die Schule.

So einfach ist das. Dachte ich. Man ahnt: falsch gedacht. Einfach war das nur in meiner Vorstellung. Und ich will jetzt gar nicht wettern gegen die Schulranzenindustrie (Obwohl mir durchaus danach wäre. Fresst doch Eure zuckrige Einhornscheiße selber!) und die Hortplatzmisere (Krippenplatz kriegen war schwer. Kindergartenplatz kriegen war echt hart. Hortplatzkriegen ist unmöglich.) Ich will ankotzen gegen diesen Scheißdruck, der uns allen gemacht wird: Du musst Deinem Kind gefälligst immer das Bestmögliche geben!

Und was das beste ist, das wissen immer alle anderen. Ständig und überall und das müssen sie dir natürlich permanent unter die Nase reiben. Das fing an mit „Stillen vs. Flaschenmilch”, ging weiter mit „Familienbett vs. Kinderzimmer” und „Tragen vs. Kinderwagen” und hat mit „Bio-vegan-glutenfrei-ohneLactose vs. irgendwas-aus-dem-Supermarkt” noch lange kein Ende.

Wir also haben im vergangenen Jahr gelernt, daß wir Rabeneltern sind, weil wir „nächsten September kommt Rakete in die Schule” einfach so hinnehmen. Die Besser-Eltern nämlich wissen natürlich: das Beste für jedes Kind ist, so spät wie irgend möglich eingeschult zu werden (die Allerbesten-Eltern präferieren natürlich Homeschooling, aber das geht ja hierzulande leiderleider nicht – deswegen gibt es von denen zum Glück eher wenig. Die sind alle schon außer Landes). Und ich naives Ding hatte mir insgeheim gedacht „zum Glück ist Rakete ein Muss-Kind, da kommen wir gar nicht in die Bredouille, selbst über ihren Schulstart entscheiden zu müssen” – da kommen sie von allen Seiten auf uns eingeprasselt, die guten Ratschläge: ja bitte, habt Ihr noch nie von „Zurückstellen” gehört? Das ist derzeit offensichtlich der Standard für denkende Eltern: erspart Eurem zarten Kind gefälligst noch ein wertvolles Jahr lang diese staatlichen Mühlen – ganz egal, ob Euer Kind sich schon scheckig freut auf neue Herausforderungen.

Zu Beginn war ich noch halbwegs cool, ich hatte Argumente (z.B. „Rakete freut sich aber auf die Schule” – ja, ich bin so naiv…), aber die Umstimmen waren rigoros. Das Klima im Kindergarten (wohlgemerkt das allgemeine durch die Leitung verbreitete Klima, keinesfalls aber Raketes Erzieherinnen, direkt darauf angesprochen – die befürworten einen regulärenn Schuleintritt absolut), die Großeltern, befreundete Eltern… alle wussten alles besser. Das Fass zum Überlaufen bzw. mich dann doch zum Zweifeln brachte die 70jährige kinderlose Nachbarin der befreundeten Lehrerfamilie, Fleischereifachverkäuferin in Rente. Ohne Rakete auch nur zu kennen (und ohne daß ich um einen Rat gebeten hätte), riet sie mir dringend zur Rückstellung, unbedingt.

LEUTE! Geht’s noch?! Kümmert Euch bitte um Euren eigenen Scheiß, statt überall reinzuwissen! Solange ich meine Kinder ganz offensichtlich nicht verwahrlosen lasse, haltet gefälligst Eure Klappe! Kehrt vor Eurer eigenen Tür und gesteht anderen Eltern zu, selbst zu wissen, was das Beste für ihr Kind ist (es sei denn, sie fragen Euch ausdrücklich nach Eurer Meinung).
Denn ob Ihr’s glaubt oder nicht: es gibt solche und solche und es gibt immer wen, dem irgendwas (z.B. zu frühe Einschulung – wir reden hier aber von regulär!) geschadet hat. Aber, bitte nehmt das hin: es gibt tatsächlich auch immer Gegenbeispiele. Es ist schwer genug in unserer Zeit der fast unbegrenzten Möglichkeiten, Entscheidungen zu fällen. Und wenn einer eine getroffen hat, dann lasst ihn bitte auch dazu stehen und stellt sie nicht ungebeten in Frage.

Ich weiß nicht, ob man’s merkt: ich ärgere mich sehr. Auch darüber, daß hier mein Standardspruch „sie bekommt Zähne” nicht passt. Zum eigentlich Thema Einschulen demnächst mehr. Wenn mir kein Rauch mehr aus den Ohren qualmt.


statt getwittert:

10.2.2015
08:24 Uhr

Wenn mich jemand fragt, was ich mir wünsche, zu Geburtstag oder Weihnachten oder einfach so, ich sag’ ja immer: „nix”. Weil, Fluch des Erwachsenseins: kauft man sich ja alles selbst, dann wenn man was will.

Just heute morgen fiel mir jedoch ein: doch, ich wünsche mir etwas. Sehr, sehr,sehr. Eine schalldichte, von innen abschließbare Klotür. Sehr arg wünsche ich mir die und sehr dringend. Nicht erst Weihnachten. Morgen.


Siegerehrung

4.2.2015
11:54 Uhr

Hey, ich finde ja nicht mal Zeit zum Bloggen, wie soll ich denn dann hier noch eine schöne Einleitung hererfinden?
Also, getreu dem Motto „besser als gar nix” (ich persönlich präferiere ja „besser als ’ne rostige Gabel im Arsch”, aber das geht leider nicht immer) hier also im Schnelldurchgang:

Leute, danke für die rege Teilnahme (elf Kommentare! Wann hatte ich das letzte Mal soviele? Vermutlich bei irgendeiner Mamadiskussion…)! Wie immer fiel die Entscheidung schwer. Ich alter Wortspieljunkie hab’ mich sehr über Angelina Jolie gefreut und auch Fischers Fritzi hat’s in mein ganz persönliches Finale geschafft. Aber die Idee der Zigarrenlieferung fand ich dann doch knapp am besten. Und so darf ich verkünden: am Freitag geht’s bei bee weiter. Freuen!
Freitagspokal von formschub


Freitagstexter

30.1.2015
09:19 Uhr

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Was für ein Hammer! Es gibt ihn tatsächlich noch, den Freitagstexter. Ich bin bei Frau La-Mamma drübergestolpert. Und der Hammer wird noch größer: ich hab’ den Pokal dann auch glatt noch ergattert! Ich danke der Academy. Herzlich.

Ich mach’s kurz (weil eigentlich sollt’ ich schon längst was anderes tun. So ein Stress, dieses Internet.): hier ist das Bild, bitte kommentieren Sie ab jetzt, was Ihnen so einfällt. Am Mittwoch werf’ ich den Pokal dann weiter. Los geht’s!
Freitagstexter 30-1-15


7 Fakten über mich – ein Blockstöckchen. Hurra.

21.1.2015
13:14 Uhr

Ich bin ja nicht mehr so drin in dieser Blogosphäre – umso erstaunlicher, daß ich
a) überhaupt mitbekommen habe, daß es tatsächlich noch Stöckchen gibt!
und
b) ich sogar eines zugeworfen bekommen habe, nämlich von Herrn shhhhh.

Danke, ich freu’ mich wahnsinnig. Nicht. Wobei, andererseits, das ist vielleicht DIE Möglichkeit, mal die ganzen angefangenen Blogpost-Ideen zu verwursten. Ordnung durch Ausformulieren. Auf geht’s!

Die Spielregeln:
Verlinke die Person, die dich nominiert hat und bedanke Dich (oder verfluche sie dafür)
Liste die Spielregeln auf
Nenne 7 Fakten über dich
Nominiere 7 weitere Blogs

Fakt Nr.1:
Ich glaube, ich hatte tatsächlich ein Leben vor den Kindern. Alte tagebuchartige Textdateien auf meinem Rechner künden davon. Es gibt sogar noch Beweise in diesem Internet. Ein Glück, nicht weil sie gut wären, sondern weil sie da sind, die Beweise.

Fakt Nr.2:
Trotzdem geht es hier ja wirklich fast nur noch um Rotze, Kotze, Pipi, Kacka und Kindermund. Schade eigentlich. Trauriger Fakt.

Fakt Nr.3:
Dürfte ich allen Kinderlosen, aber -willigen dieser Welt den grössten Irrtum übers Kinderhaben mitteilen, ich würde lauthals brüllen: „Alle sagen immer, irgendwie schaffe man das dann schon alles. Klar, es sei anstrengend, aber eben nicht immer. Wenn das Kind einmal lächelt, bekäme man alles zurück. Das ist Bullshit! Es gibt nämlich nichts anstrengenderes, frustrierenderes, nervigeres als die Matratze eines Hochbetts neu zu beziehen. Überlegt Euch das mit den Kindern gut. Oder wenigstens das mit den Möbeln.”

Fakt Nr.4:
Ich kann nicht anders, ich muß noch einen Ratschlag loswerden. Schon alleine, um ihn selbst zu verinnerlichen.
Dieses Good-Cop-Bad-Cop-Ding in der Erziehung (du schimpfst, korrigierst und überkonsequenzt die Kinder immer, während der Papa ihnen Gummibärchen und das Handy zum spielen gibt) macht keinen Spaß. Geh’ auch mal einfach mit ihnen in den Playmobil Funpark statt nachhaltigen Dinkelstrudel mit ihnen zu backen frustriert die verwüstete Küche zu schrubben und Ungenießbares im Biomüll (wenigstens bio!) zu entsorgen. Let’s be good cops altogether!

Fakt Nr.5:
Ab jetzt geht’s wieder mit mir (und zwar nicht als Mutter) weiter: im Oktober noch lebte ich in einer anderen Welt. Dann kaufte ich mir doch ein Smartphone. Es ist unfaßbar und erschreckend: da könnte ich mit Augenbewegung scrollen, durch Wegkucken ein Video anhalten oder einen Kontakt dadurch anrufen, daß ich das Handy ans Ohr halte. Diese Technik macht mir Angst.
Was ich jedoch super finde: die Spracherkennung. Nur die Dialoge… ich weiß nicht. Antwortet da nicht vielleicht doch ein Samsung-Hotline-Mitarbeiter via Datenleitung?
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.6:
Apropos Callcenter: ich werde nicht unbedingt lethargisch, wenn mich etwas ärgert. Meine Fresse nochmal, echt nicht. (Vielleicht, verdammte Axt nochmal, sollte ich doch mal daran arbeiten und die Sprachwahl umtrainieren! Auch wenn die anderen Straßenverkehrsteilnehmer bekloppt sind – es ist mir ja dann doch peinlich, wenn Risiko in der Kita beim Bobbycarfahren „Wixnase, bissi vorfahren!” ruft.) Jedenfalls hing ich letztens wegen irgendwas* in einer Warteschleife, in der schon mal die Kundendaten abgefragt wurden. Nach dem dritten maschinellen „ich habe Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie die Eingabe!” platzte mir der Kragen und ich wurde laut, vielleicht sogar ein wenig unflätig. Woraufhin die Computerstimme antwortete: „So kommen wir nicht weiter. Bitte beruhigen Sie sich. Am besten, wir beginnen noch einmal von vorne.” Ungelogen!

*Jetzt fällt’s mir ein: es ging um die Portierung meiner alten Handynummer aufs neue Smartphone. Womit sich der Kreis schließt: das Telefonat ging vom Smartphone ab. Kein Wunder, daß mir dort jetzt der Gleiche antwortet!
Das mit der Liebe habe ich übrigens noch zurückgenommen, der NSA-Fuzzi soll sich bloss nix einbilden. Er hat getan, als hätt’ er’s nicht verstanden:
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.7:
Man nennt mich auch Paranoiawoman. Ich weiß gar nicht, warum.
(Aber doch, das ist eigentlich schon ein schöner Beweis für mein früheres Leben. Ich bin ein bißchen stolz. Ich habe sogar mal auf Mütter geschimpft! Mit fettem Grinsen ab.)

Und das Stöckchen nimmt sich, wer will. Ich hab’s ja nicht so mit Zwang.


Effektivität ist alles.

12.1.2015
16:41 Uhr

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren meldete Risiko seinen Berufswunsch an: Entwicklungshelfer.

Gerade mal zwei Jahre! Und schon jetzt ist sein Job in spe automatisiert!

Ich mache mir Sorgen um seine Zukunft. Aber ich sage es ihm nicht.
(Alter Verwalter, dauert das, das wieder perfekt aufzuwickeln!)


Frohes Neues!

8.1.2015
09:48 Uhr

Bevor es wieder heisst „ey, auf Deinem Blog passiert ja gar nix mehr!” hier schnell eine Meldung von der Schnupfennasenfront. (Würde das hier noch länger stillstehen, bekäme ich ja irgendwann gar keine Emails mehr von Agenturen, die mir eine „Zusammenarbeit” mit „lukrativen Einnahmemöglichkeiten” anbieten…)

Nämlich: hier ist alles ruhig.

Nichtsdestotrotz nutze ich noch die Gelegenheit, um allen Mitlesenden ein wunderbares, entspanntes, glückliches und gesundes neues Jahr zu wünschen.

Und redet bitte nicht immer nur von den Kindern.

Direktlink zum Link der Väter, die kein Stück besser sind als wir Mütter zur Elternhymne: Christoph und Lollo!

PS: Die Kulturmenschen lernen bitte das hier für die nächste Vernissage auswendig. Und jetzt alle: „Trägt sein Schöpfer einen Hut?”


wo Digital ein Ende hat

4.12.2014
18:10 Uhr

Es ist Winter, aber unser Kind wird selbstständig und wir leben im Altbau.
Erfahrene Eltern erkennen sofort das Problem: das Kind könnte endlich, endlich nach dem Abendessen selbst händewaschen gehen – allein, es kommt nicht an den Lichtschalter ran.
Albern, wenn man nur deswegen jetzt immernoch selbst mitmuss (Rakete ist leider schon selbstständig. Sie weigert sich, derlei Handlangerdienste zu erledigen)…

Der Mann sieht, wie wenig fehlt, sucht kurz und poltert schließlich: „Warum, zefix, haben wir kein Telefonbuch mehr? Und auch keinen Brockhaus? Da hilft die Wikipedia mal null, die kann man nicht drunterlegen!”
- „Wir haben echte Bücher, lieber Möhrchenprinz.” – „Ach ja, stimmt.”

Ich liebe diese neuen, in der ganzen Wohnung verteilten Accessoires. Die machen so einen schlanken gebildeten Fuß.
ende-von-digital

Solange Rakete seine Hände und Bücher rauslässt aus den Stapeln.
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Schnipsel – Risiko und die Sprache

21.11.2014
09:22 Uhr

Hauptsächlich ist das hier ja mein Privatarchiv. Daß das Internet nix vergisst, kann man nämlich auch einfach nutzen statt fürchten! Und bevor mir die Hirnzellen mit Risikos Sprachschätzen des letzten Jahres wegsterben, hier noch schnell niedergetippt:

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Lange her, aber eine Sternstunde: Er muss ungefähr zwei gewesen sein, da erkannte er, daß Menschen neben dem Namen noch anders „heißen”, je nachdem, wer einen anspricht. Und so saß er da und erklärte dem Papa:
„Mama – Dilhässen [bzw. mein Vorname]. Papa – Mörsenbrinds [dessen Vorname]. Rakete – Wester [=Schwester]”. Aber wer ist er selber? Wir waren ein bißchen peinlich berührt, denn soooo oft sagen wir das gar nicht zu ihm: „Igo [=Risiko] – Depperle”.

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Diese Zeiten sind vorbei. Risiko quatscht längst wie ein Wasserfall. Sein Sprachmodul ist erstaunlich ausgereift: grammatikalisch korrekte Kettensätze („Mama, wenn da die Wand morgen immer noch kaputt ist, dann muss der Papa aber endlich mal eine neue draufkleben”) muss man in dem Alter wohl eher noch nicht können. Dafür ist der Inhalt gerne mal ein wenig kryptisch: „Mama, Emma hat mir heute einen Hund geschenkt und dann waren ihre Schuhe ganz breit.” Nachfragen hilft da wenig. Wir grunzen mittlerweile lieber wissend, dann ist der Käse am schnellsten gegessen.

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Und dann haut er immer wieder Sachen raus, daß es mich schier zerreisst:
Risiko sieht, wie Rakete sich nackt mit angezogenen Beinen auf dem Rücken wälzt (falls Sie sich fragen warum: 101 Wege, sich eine Unterhose anziehen, Teil 8). Erstaunt zeigt er auf den Schambereich mit der Spalte in der Mitte: „Schau, Mama, noch ein Popo!”.

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Zufall, daß es hinterteilig weitergeht – er hat auch andere Interessen, ehrlich!
Auf dem Weg zum Kindergarten ist eine Baustelle mit Putzsilo, darauf das Logo eines Farbenherstellers. Wir sind schon ungefähr zweihundertmal daran vorbeigegangen, hatten diskutiert, was da wohl drinnen ist, was die Handwerker dort machen, warum das Gerüst so dreckig ist, warum die Handwerker Radio hören, weshalb eine Thermoskanne auf dem Fensterbrett im ersten Stock steht, ob die Handwerker auch Kinder haben, wie ein Flaschenzug funktioniert, ob die Handwerker zuhause Ärger kriegen wenn sie Flecken auf der Hose haben. Man hätte meinen können, alle Fragen seien geklärt.
Da zeigt mein Sohn auf das Logo am Silo und fragt: „Mama, warum hat der Elefant einen Besen im Popo?”
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„Sohn, der hat keinen Besen im Po. Der hat einen Pinsel an den Schwanz geknotet.”
Rakete schaltet sich ein: „Mama, das ist jetzt aber wirklich quatschig. Wer würde denn sowas machen?”
Aber Hauptsache, der Besen wäre plausibel. Ich mach’ mir darüber jetzt einfach mal keine Sorgen. Ich käm’ ja zu gar nix mehr.