7 Fakten über mich – ein Blockstöckchen. Hurra.

21.1.2015
13:14 Uhr

Ich bin ja nicht mehr so drin in dieser Blogosphäre – umso erstaunlicher, daß ich
a) überhaupt mitbekommen habe, daß es tatsächlich noch Stöckchen gibt!
und
b) ich sogar eines zugeworfen bekommen habe, nämlich von Herrn shhhhh.

Danke, ich freu’ mich wahnsinnig. Nicht. Wobei, andererseits, das ist vielleicht DIE Möglichkeit, mal die ganzen angefangenen Blogpost-Ideen zu verwursten. Ordnung durch Ausformulieren. Auf geht’s!

Die Spielregeln:
Verlinke die Person, die dich nominiert hat und bedanke Dich (oder verfluche sie dafür)
Liste die Spielregeln auf
Nenne 7 Fakten über dich
Nominiere 7 weitere Blogs

Fakt Nr.1:
Ich glaube, ich hatte tatsächlich ein Leben vor den Kindern. Alte tagebuchartige Textdateien auf meinem Rechner künden davon. Es gibt sogar noch Beweise in diesem Internet. Ein Glück, nicht weil sie gut wären, sondern weil sie da sind, die Beweise.

Fakt Nr.2:
Trotzdem geht es hier ja wirklich fast nur noch um Rotze, Kotze, Pipi, Kacka und Kindermund. Schade eigentlich. Trauriger Fakt.

Fakt Nr.3:
Dürfte ich allen Kinderlosen, aber -willigen dieser Welt den grössten Irrtum übers Kinderhaben mitteilen, ich würde lauthals brüllen: „Alle sagen immer, irgendwie schaffe man das dann schon alles. Klar, es sei anstrengend, aber eben nicht immer. Wenn das Kind einmal lächelt, bekäme man alles zurück. Das ist Bullshit! Es gibt nämlich nichts anstrengenderes, frustrierenderes, nervigeres als die Matratze eines Hochbetts neu zu beziehen. Überlegt Euch das mit den Kindern gut. Oder wenigstens das mit den Möbeln.”

Fakt Nr.4:
Ich kann nicht anders, ich muß noch einen Ratschlag loswerden. Schon alleine, um ihn selbst zu verinnerlichen.
Dieses Good-Cop-Bad-Cop-Ding in der Erziehung (du schimpfst, korrigierst und überkonsequenzt die Kinder immer, während der Papa ihnen Gummibärchen und das Handy zum spielen gibt) macht keinen Spaß. Geh’ auch mal einfach mit ihnen in den Playmobil Funpark statt nachhaltigen Dinkelstrudel mit ihnen zu backen frustriert die verwüstete Küche zu schrubben und Ungenießbares im Biomüll (wenigstens bio!) zu entsorgen. Let’s be good cops altogether!

Fakt Nr.5:
Ab jetzt geht’s wieder mit mir (und zwar nicht als Mutter) weiter: im Oktober noch lebte ich in einer anderen Welt. Dann kaufte ich mir doch ein Smartphone. Es ist unfaßbar und erschreckend: da könnte ich mit Augenbewegung scrollen, durch Wegkucken ein Video anhalten oder einen Kontakt dadurch anrufen, daß ich das Handy ans Ohr halte. Diese Technik macht mir Angst.
Was ich jedoch super finde: die Spracherkennung. Nur die Dialoge… ich weiß nicht. Antwortet da nicht vielleicht doch ein Samsung-Hotline-Mitarbeiter via Datenleitung?
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.6:
Apropos Callcenter: ich werde nicht unbedingt lethargisch, wenn mich etwas ärgert. Meine Fresse nochmal, echt nicht. (Vielleicht, verdammte Axt nochmal, sollte ich doch mal daran arbeiten und die Sprachwahl umtrainieren! Auch wenn die anderen Straßenverkehrsteilnehmer bekloppt sind – es ist mir ja dann doch peinlich, wenn Risiko in der Kita beim Bobbycarfahren „Wixnase, bissi vorfahren!” ruft.) Jedenfalls hing ich letztens wegen irgendwas* in einer Warteschleife, in der schon mal die Kundendaten abgefragt wurden. Nach dem dritten maschinellen „ich habe Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie die Eingabe!” platzte mir der Kragen und ich wurde laut, vielleicht sogar ein wenig unflätig. Woraufhin die Computerstimme antwortete: „So kommen wir nicht weiter. Bitte beruhigen Sie sich. Am besten, wir beginnen noch einmal von vorne.” Ungelogen!

*Jetzt fällt’s mir ein: es ging um die Portierung meiner alten Handynummer aufs neue Smartphone. Womit sich der Kreis schließt: das Telefonat ging vom Smartphone ab. Kein Wunder, daß mir dort jetzt der Gleiche antwortet!
Das mit der Liebe habe ich übrigens noch zurückgenommen, der NSA-Fuzzi soll sich bloss nix einbilden. Er hat getan, als hätt’ er’s nicht verstanden:
Screenshot Galaxy

Fakt Nr.7:
Man nennt mich auch Paranoiawoman. Ich weiß gar nicht, warum.
(Aber doch, das ist eigentlich schon ein schöner Beweis für mein früheres Leben. Ich bin ein bißchen stolz. Ich habe sogar mal auf Mütter geschimpft! Mit fettem Grinsen ab.)

Und das Stöckchen nimmt sich, wer will. Ich hab’s ja nicht so mit Zwang.


Effektivität ist alles.

12.1.2015
16:41 Uhr

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren meldete Risiko seinen Berufswunsch an: Entwicklungshelfer.

Gerade mal zwei Jahre! Und schon jetzt ist sein Job in spe automatisiert!

Ich mache mir Sorgen um seine Zukunft. Aber ich sage es ihm nicht.
(Alter Verwalter, dauert das, das wieder perfekt aufzuwickeln!)


Frohes Neues!

8.1.2015
09:48 Uhr

Bevor es wieder heisst „ey, auf Deinem Blog passiert ja gar nix mehr!” hier schnell eine Meldung von der Schnupfennasenfront. (Würde das hier noch länger stillstehen, bekäme ich ja irgendwann gar keine Emails mehr von Agenturen, die mir eine „Zusammenarbeit” mit „lukrativen Einnahmemöglichkeiten” anbieten…)

Nämlich: hier ist alles ruhig.

Nichtsdestotrotz nutze ich noch die Gelegenheit, um allen Mitlesenden ein wunderbares, entspanntes, glückliches und gesundes neues Jahr zu wünschen.

Und redet bitte nicht immer nur von den Kindern.

Direktlink zum Link der Väter, die kein Stück besser sind als wir Mütter zur Elternhymne: Christoph und Lollo!

PS: Die Kulturmenschen lernen bitte das hier für die nächste Vernissage auswendig. Und jetzt alle: „Trägt sein Schöpfer einen Hut?”


wo Digital ein Ende hat

4.12.2014
18:10 Uhr

Es ist Winter, aber unser Kind wird selbstständig und wir leben im Altbau.
Erfahrene Eltern erkennen sofort das Problem: das Kind könnte endlich, endlich nach dem Abendessen selbst händewaschen gehen – allein, es kommt nicht an den Lichtschalter ran.
Albern, wenn man nur deswegen jetzt immernoch selbst mitmuss (Rakete ist leider schon selbstständig. Sie weigert sich, derlei Handlangerdienste zu erledigen)…

Der Mann sieht, wie wenig fehlt, sucht kurz und poltert schließlich: „Warum, zefix, haben wir kein Telefonbuch mehr? Und auch keinen Brockhaus? Da hilft die Wikipedia mal null, die kann man nicht drunterlegen!”
- „Wir haben echte Bücher, lieber Möhrchenprinz.” – „Ach ja, stimmt.”

Ich liebe diese neuen, in der ganzen Wohnung verteilten Accessoires. Die machen so einen schlanken gebildeten Fuß.
ende-von-digital

Solange Rakete seine Hände und Bücher rauslässt aus den Stapeln.
ende-von-digital-2


Schnipsel – Risiko und die Sprache

21.11.2014
09:22 Uhr

Hauptsächlich ist das hier ja mein Privatarchiv. Daß das Internet nix vergisst, kann man nämlich auch einfach nutzen statt fürchten! Und bevor mir die Hirnzellen mit Risikos Sprachschätzen des letzten Jahres wegsterben, hier noch schnell niedergetippt:

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Lange her, aber eine Sternstunde: Er muss ungefähr zwei gewesen sein, da erkannte er, daß Menschen neben dem Namen noch anders „heißen”, je nachdem, wer einen anspricht. Und so saß er da und erklärte dem Papa:
„Mama – Dilhässen [bzw. mein Vorname]. Papa – Mörsenbrinds [dessen Vorname]. Rakete – Wester [=Schwester]”. Aber wer ist er selber? Wir waren ein bißchen peinlich berührt, denn soooo oft sagen wir das gar nicht zu ihm: „Igo [=Risiko] – Depperle”.

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Diese Zeiten sind vorbei. Risiko quatscht längst wie ein Wasserfall. Sein Sprachmodul ist erstaunlich ausgereift: grammatikalisch korrekte Kettensätze („Mama, wenn da die Wand morgen immer noch kaputt ist, dann muss der Papa aber endlich mal eine neue draufkleben”) muss man in dem Alter wohl eher noch nicht können. Dafür ist der Inhalt gerne mal ein wenig kryptisch: „Mama, Emma hat mir heute einen Hund geschenkt und dann waren ihre Schuhe ganz breit.” Nachfragen hilft da wenig. Wir grunzen mittlerweile lieber wissend, dann ist der Käse am schnellsten gegessen.

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Und dann haut er immer wieder Sachen raus, daß es mich schier zerreisst:
Risiko sieht, wie Rakete sich nackt mit angezogenen Beinen auf dem Rücken wälzt (falls Sie sich fragen warum: 101 Wege, sich eine Unterhose anziehen, Teil 8). Erstaunt zeigt er auf den Schambereich mit der Spalte in der Mitte: „Schau, Mama, noch ein Popo!”.

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Zufall, daß es hinterteilig weitergeht – er hat auch andere Interessen, ehrlich!
Auf dem Weg zum Kindergarten ist eine Baustelle mit Putzsilo, darauf das Logo eines Farbenherstellers. Wir sind schon ungefähr zweihundertmal daran vorbeigegangen, hatten diskutiert, was da wohl drinnen ist, was die Handwerker dort machen, warum das Gerüst so dreckig ist, warum die Handwerker Radio hören, weshalb eine Thermoskanne auf dem Fensterbrett im ersten Stock steht, ob die Handwerker auch Kinder haben, wie ein Flaschenzug funktioniert, ob die Handwerker zuhause Ärger kriegen wenn sie Flecken auf der Hose haben. Man hätte meinen können, alle Fragen seien geklärt.
Da zeigt mein Sohn auf das Logo am Silo und fragt: „Mama, warum hat der Elefant einen Besen im Popo?”
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„Sohn, der hat keinen Besen im Po. Der hat einen Pinsel an den Schwanz geknotet.”
Rakete schaltet sich ein: „Mama, das ist jetzt aber wirklich quatschig. Wer würde denn sowas machen?”
Aber Hauptsache, der Besen wäre plausibel. Ich mach’ mir darüber jetzt einfach mal keine Sorgen. Ich käm’ ja zu gar nix mehr.


aus aktuellem Anlass: alternative Liedtexte für den Martinsumzug

6.11.2014
10:42 Uhr

Nein, ich will da nix boykottieren und schon gar nicht Traditionen durch den Kakao ziehen. Es ist vielmehr so, daß ich seit den Kindern so dermaßen nah am Wasser gebaut bin, daß mir bei sowas wie Festtagsumzügen (Trachtengruppen/Sportvereine/Ehrenämter mit schlafenden Trachten-/Sport-/Kindern im Bollerwagen! Hach!) instant Pipi in den Augen steht (oder leider auch manche Filme nicht mehr aushalte – z.B. der letzte Polizeiruf war sicher toll – ich konnte nicht weitersehen als Minute 20. Aber jetzt schweife ich wirklich ab.)

Deswegen ist das reiner Selbstschutz, wenn ich nächste Woche auf dem Kindergarten-St-Martinszug andere Texte schmettere als der Rest.
Wer kennt noch mehr?


Melodie: Sankt Martin

„Sankt Martin, Sa-hankt Martin, Sankt Martin ritt durch Pommes und Salat
sein Roß steht still beim Colaautomat
Sankt Martin wirft ne Münze ein
trinkt Cola und rülpst – wie – ein – Schwein”

Melodie: Ich geh’ mit meiner Laterne

„Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da vorne bei der Taverne
da tausch’ ich das Ding gegen Bier.”


Blog-technisches Geplapper: es könnte so einfach sein… oder: PHP-Umstellung in effektiv drei Minuten. Damit nicht alle drei Wochen brauchen.

27.10.2014
10:13 Uhr

Ich erhielt ja unlängst eine Nachricht meines Hosters, ich möge doch bitte diese Seite von PHP 5.2 auf 5.5 umstellen, anderenfalls Sodom und Gomorrha und Weltuntergang und Urknall oder irgendsowas.
Nicht daß ich tatsächlich eine Ahnung davon hätte, was das überhaupt ist, aber ich tat brav das Verlangte und die Seite funktionierte nicht mehr. Ich schaltete wieder zurück, alles war gut. Bis auf: war eben immernoch 5.2. und ich will ja nicht am Untergang schuld sein… Nach einem Hilferuf nahte Rettung: der aufopferungsvolle Leser Martin half mir unermüdlich, den Fehler zu suchen. Er erklärte mir geduldig, wie ich Error-Logs erstellen lassen kann, las diese dann auch und konnte – im Gegensatz zu mir – auch noch etwas damit anfangen: in der Datenbank fehlte eine Tabelle. Er schrieb mir das Skript, diese zu erstellen und gab noch viele andere gute Tips, was zu ändern sei. Vielen, vielen herzlichen Dank für Deine Mühe, Zeit, Nerven und Geduld – unbekannterweise, das kommt ja noch dazu! Ich bin begeistert, was dieses Internet manchmal kann.

Leider war beim Umschalten war immernoch alles weg.
Ganz am Anfang hatte ich getestet, ob mit einem anderen Theme (=Wordpress-Design) 5.5 läuft und festgestellt: ja. Also ergab ich mich meinem Schicksal und verabschiedete mich vom Look meiner Seite. Einige Stunden lang strickte ich ein anderes Theme (natürlich vorher auf 5.5 gestestet!) um, bis das Ergebnis wenigstens halbwegs nach meinen Wünschen war. Ich wähnte mich fertig. Ich schaltete final auf PHP 5.5 – und wieder war alles weg. Verdammt!
Dem Weinen nahe überlegte ich herum, was ich noch tun und probieren könnte. Auch wenn sich das hier vielleicht so liest: ich habe von dem ganzen Kram eigentlich keine Ahnung. Ich habe nur irgendwo aus dem Internet zusammengesuchtes Wissen, das ich nach Gutdünken kombiniere.
Meine ureigene Logik ließ mich nachsehen, was eigentlich nach ein paar Tagen in der vorher fehlenden Datenbank-Tabelle stand: nur Einträge des Akismet-Antispam-Plugins. Auf Verdacht deaktivierte ich es einmal. Umschalten auf 5.5 – alles weg, wie immer. Weil ich Gefallen gefunden hatte am Häkchensetzen, deaktivierte ich noch die sechs weiteren aktiven Plugins – und siehe da, alles funktionierte auch auf PHP 5.5 wieder!
Alle Checker da draußen werden sich jetzt vor den Schädel schlagen und rufen „na logisch, das ist doch das erste, was man probiert!”, aber zu meiner Verteidigung frage ich nur schüchtern zurück: und warum hat vor Wochen ein anderes Theme trotz eingeschalteter Plugins auf 5.5 funktioniert?
Für mich komplett schleierhaft ist ja, daß ich jedes einzelne Plugin wieder aktivieren konnte und alles nach wie vor läuft – auf der neueren PHP-Version. Es scheint, daß nur beim Umschalten eines hakte. Auch das muß ich nicht verstehen. Und ich bin froh darüber. Und gelobe, demnächst mal wieder ein bißchen am Layout, v.a. dem für mobile Geräte, zu stricken. Aber jetzt hab’ ich erstmal wieder für Wochen genug.


technischer Rückstand: gefühlt fast schon uneinholbar

23.10.2014
09:52 Uhr

Ich war mal, technisch gesehen, Early Adopter. Ich hab’ schon im letzten Jahrtausend ins Internet geschrieben, dieses Blog gibt es seit über acht Jahren. Noch vor den meisten meiner Bekannten und Freunde hatte ich Walkman, Discman, Handy, Autoradio mit Freisprecheinrichtung, iPod, Tablet, das damals kleinste Smartphone der Welt…
Ich bin da nicht stolz drauf, aber so war das mal.

Tablet- und Telefonkauf sind drei Jahre her, seitdem bin ich technisch stehengeblieben. Die technische Entwicklung seither dauerte gefühlte 20 Jahre – um mich rum steuern alle ihre Rolläden per iPhone, vergleichen Preise im Laden, navigieren ihre Füße per Satellit.

alte  technik1

Mein Handy hat zwar schon Touchscreen und kann ins Internet, aber ich telefoniere nur damit. Ich habe keine mobile Datenflat und vermisse sie kein Stück. Ich habe keine Apps. Dafür habe ich mir sagen lassen, eine Woche Akkulaufzeit sei eigentlich nicht möglich. Für ein Telefon? Ich bitte Euch!
Mein Rechner ist von 2008 und tut alles, was er soll. Das Internet fasziniert mich immer noch, aber ich bin froh, daß es mich nur zuhause zum Stöbern verführt. Auch noch unterwegs diese Möglichkeit zu haben, wäre mir schlicht zu viel.
(Ach, natürlich, ich bin noch für einen weiteren Lacher gut: der Rechner läuft mit, Achtung! Windows98XP.)
Mein Tablet nutze ich fürs Surfen auf dem Sofa und um mal über die Mediathek den Tatort nachzusehen. Apps gibt es dafür nicht, das Betriebssystem gibt es nicht mehr. Ich weiß nicht mal, was ich dadurch verpassen soll.
Ich habe einen iPod der zweiten Generation und bin abgesehen vom Akku damit hochzufrieden. Dass ich nahezu monatlich iTunes aktualisieren soll, nervt mich aber mehr als das wöchentliche Laden.
(Den nehme ich für abendliche Hörspiele. Musik höre ich von CD – oder Kassette/Vinyl. Tatsache. Ich hab’ mir noch nie ein MP3 gekauft.)
Ich kann Kartenlesen und habe im Auto (ohne Klimaanlage, ja.) einen dicken Atlas und einen Stadtplan. Ich hatte noch nie einen Navi unterm Finger.
Auf meinem Nachttisch liegen echte Bücher. Die kann ich verleihen oder liegenlassen, ich kann Eselsohren reinmachen und Seiten rausreissen, wenn ich möchte. (Oder, ehrlich: der Möhrchenprinz kann damit das fehlende Bein vom Bett – nicht fragen! – ersetzen.)
Auf unserem Fernseher kann man zwar kaum mehr Fußball sehen (offensichtlich kann er HD-Signale nicht verarbeiten – kleine Zahlen sind auch mit Fernglas unlesbar) und beim Tatort fehlt meist die halbe Handlung (weil als Mitteilungen auf Telefonen für alle anderen zu lesen), aber in Hefeteigmachen ist er unschlagbar.

Nein, auch wenn das anders klingen mag: ich bin nicht mal stolz auf meinen technischen Anachronismus. Ich fühle mich damit niemandem überlegen, ich will hier nicht ins Manufactum-Horn stoßen.
Es ist tatsächlich so: ich BRAUCHE den ganzen Kram nicht. Und ich will nichts wegwerfen, was noch einwandfrei funktioniert.
Ich will meine Zeit analog verbringen statt dauernd technische Updates zu fahren. Will meine Fingerspitzen lieber über Papier, Haut, Stoff gleiten lassen statt über Gorillaglas. Will die Farben der Welt in echt sehen statt auf einem Display.

alte  technik2

Da ist kein Stolz. Da ist eher ein bißchen Angst: ich fürchte, ich sollte langsam wieder auf den Technik-Zug aufspringen. Oder eigentlich eher schnell. Denn irgendwann ist er abgefahren und ich steh’ da wie der Ochs vorm Berg.
Ich bin jetzt schon überfordert mit der Bedienung der Musikanlage (Smartphone über Bluetooth, natürlich) in des Möhrchenprinzen Auto. Will keinen neuen Herd, weil es keinen mehr mit Drehknöpfen gibt. Habe keine Ahnung, über welche Apps sich die Kindergartenkinder unterhalten. Ich komme mir manchmal so unfaßbar alt vor.
Hab’ ich „bißchen Angst” geschrieben? Wenn ich’s mir so überlege, ist das doch eher Panik. Davor, selbst zu werden wie meine Mutter und eines (gar nicht mehr fernen) Tages auf meine Brut angewiesen zu sein, um zu überleben.

Gleich morgen also kauf’ ich mir ein Smartphone und einen Flachbildfernseher, ein Auto mit Klimaanlage, Navi und Bluetooth, einen neuen Laptop und ein Tablet und einen E-Reader. Daß die Wirtschaft mir nicht schon längst einen Schlägertrupp geschickt hat, so lange wie ich ihr all das schon schulde!

Nur das Tattoo und die Putzfrau, das heb’ ich mir noch ein bißchen auf. Ein bißchen Anachronismus will ich mir doch erhalten.


Eine kurze Anleitung fürs Fensterputzen. Hier, in diesem Blog. Von mir. Ohne Scheiß.

9.10.2014
09:42 Uhr

„Nach sieben Jahren wird’s nicht mehr schlimmer” heißt es im Volksmund (bzw. in den Kommentaren hier), und bislang versuchen der Möhrchenprinz und ich in vielen Ecken der Wohnung, das zu beweisen.
Es gibt auch Dinge im Haushalt, die ich regelmäßig erledige, Wäsche zum Beispiel. Geht ja auch nicht anders. Aber Fensterputzen gehörte bislang zu den Bereichen, die wir beide bewusst und, bei aller Bescheidenheit, durchaus gekonnt komplett außer Acht gelassen haben. Bei mir war es nicht einmal so sehr der Aufwand (Eimer, Lappen, Putzmittel suchen! Wasser holen! Putzen, Wischen, Abziehen…), der mich störte – es war das Ergebnis, das in keinem Verhältnis dazu stand. Da mache ich mir schon mal die Mühe, und dann sehe ich nichts als Streifen, wenn die Sonne scheint. Auch der vermeintlich geniale Trick „innen senkrecht, aussen waagrecht abziehen” half nix. Genausowenig wie andere Reiniger mit noch mehr Werbeversprechen, Zeitungspapier zum Trocknen, Mutterns Super-Zwei-Seiten-Microfaser-Fensterpad-Geburtstagsgeschenk oder Omas gute Ratschläge (Essig! Kaffeesatz! Mit Zitrone abreiben!). Immer Streifen. Trotz all der Mühe. Da ist mir eine gleichmäßige Staubschicht doch viel lieber als jeden Sonnentag den Beweis meiner eigenen Unfähigkeit vor Augen geführt zu bekommen. Wenn ich eh keinen Unterschied sehe, kann ich auch gleich die Füße hochlegen statt zu putzen.

Nun begab es sich aber letztens, daß im Kindergartenmutterkreis irgendwer auf das Thema Putzen kam (ich nicht, ich rede lieber über Dinge, mit denen ich mich auskenne). Erstaunlicherweise sourcen das tatsächlich weit mehr Familien aus, als ich bisher annahm. Was mich natürlich beruhigt („siehste, die schaffen das auch nicht noch selber”), andererseits aber auch gewissermassen entsetzt: heißt das, selbst wir könnten in einem halbwegs sauberen Zuhause leben – es liegt nur mal wieder an mir unfähigem Ding, die ich mich immer noch nicht um eine Putzkraft gekümmert habe (und nebenher noch das Geld dafür mitverdiene)?
Dann aber erzählte eine Mutter von Ihrem tollen Putzequipment, mit dem sie so gern putzt, daß sie dafür keinen anderen zahlen möchte. Ich hörte zum ersten Mal von einer Marke, die ihren Kram nur auf privaten Verkaufsabenden verkauft („Putzparty” kenne ich ja nur im Sinne von „verputzen”), von Multifunktions- und Mikrofasertrockentüchern und ich gebe zu: das klang so gut, daß ich mich abends im Internet ein wenig schlau machte. Tatsächlich, in allen möglichen Foren schwören diverse Leute auf dieses oder jenes Tuch und es dauerte nur ein paar Megabyte, bis ich kurz davor stand, online mal eben den Gegenwert von fünf Kästen Bier für zwei Putzlappen auszugeben. Ich! Ich konnte mich dann doch gerade noch zügeln. Um am nächsten Tag im Discounter zufällig zwei Microfaser-Geschirrtrockentücher für 2,99€ zu finden.

Um es kurz zu machen: das Zeug ist eine Offenbarung!
fenster

Und weil ich so begeistert bin (und tatsächlich glaube, es könnte da draußen noch andere Unwissende geben – bin ich naiv?), will ich dieses Wunder gerne teilen. Hier also die ultimative Anleitung fürs neue Hausmenschenglück – nicht zuletzt für mich selbst, damit ich auch 2019, wenn es wieder soweit ist, noch weiß, wie es geht:

1. Weihnachtsdeko vom alten Jahr abnehmen und entsorgen.

2. Eimer mit heißem Wasser füllen, ein wönzöger Schuß Spiritus schadet nicht.

3. Ich nehme das olle Zwei-Seiten-Fensterpad (eine Seite sehr kratzig, die andere fensterlederartig) – bestimmt geht auch alles andere. Scheibe naßmachen, den groben Schmutz mit der rauen Seite abrubbeln (glaubt mir, die Aussenseiten haben das nötig – nach Jahren…), ich gehe dann alibimäßig (und wahrscheinlich sinnfrei, aber sonst ginge das doch wirklich zu schnell!) noch mal mit der Fensterlederseite drüber, um abschließend mit dem Microfasertrockentuch die Scheibe nahezu trocken zu reiben. Das nämlich ist der Trick!

4. Das gleiche Spiel auf der anderen Seite der Scheibe…

5. … und zusehen, wie sich der verbleibende Schlierennebel lüftet.

6. Booom! Die Scheibe ist streifenfrei blitzeblank!

7. Erst mal Augen schützen. Oder Gardine zuziehen.

8. Hupps, die könnte man wohl auch mal waschen. Trotzdem zu!

9. Zur Sicherheit schnell Sonnenbrille aufsetzen. Sonst sieht man jetzt die ganzen anderen Schmutzecken der Wohnung im Flutlicht noch viel deutlicher!

10. Je nach Tageszeit: Kaffee oder Cocktail machen. Füße hoch. Stolz sein wie Hulle.


mein ganz eigener Superlativ

1.10.2014
20:30 Uhr

Rakete spricht nicht gern über Gefühle und zeigt sie auch selten. Vermutlich hat sie dennoch welche, aber so ganz genau weiß ich es nicht…

Eine befreundete Mutter erzählte mir unlängst, wie oft ihr Sohn ihr sagt, sie sei die beste Mutter der Welt – und was er dann so von ihr möchte. Ich bin neidisch, denn ich habe das noch nie gehört, ein „bitte, lieeeebe Mami” bei dringenden Wünschen ist das höchste meiner Gefühle.

Und dann kam der Moment, in dem es sich ergab, daß ich das Gespräch unauffällig darauf brachte.
Ich: „Rakete, stell dir vor, der Xaver sagt zu seiner Mutter immer, daß sie die beste Mama der Welt ist!”
Rakete, erstaunlich emotional, geradezu empört nämlich: „Aber das stimmt doch gar nicht!”
Mein Herz stolpert. Sollte ich tatsächlich jetzt einfach hören, was ich mir wünsche, fast ganz ohne Manipulation und nahezu freiwillig?
Ich, gespielt erstaunt: „Wieso stimmt das denn nicht?” (innerlich schon jubilierend, was für eine unverpassbare Vorlage!)
Rakete: „Na, weil… doch alle Mamas die besten von der Welt sind.”

Das war nicht ganz, was ich hören wollte. Aber noch sind wir auf einem guten Weg: Ich bin also auch eine dieser Besten? Los, Mädel, sag’s mir einmal ins Gesicht! „Aha. Und könntest Du das bitte, bitte auch einmal ganz direkt zu mir sagen?” Hab’ ich das jetzt laut gesagt? Scheiße, da bin ich ja um nichts besser als so viele Emotions-ErpresserInnen, allen voran meine eigene Verwandtschaft. Die Gene, steckste nicht drin.

Rakete sieht mich an, kommt auf mich zu, nimmt meine Hand und sagt mir ganz zart ins Gesicht:
„Mama, ich sag’s Dir ganz direkt: alle Mamas sind die besten von der Welt.”

Wenn sie in den diplomatischen Dienst geht, wird Weltfrieden möglich.