Wortschatz oder Haarnadelkurve, gekriegt


In dieses Internet hineinzuschreiben ist schön und gut, da kann man Dampf ablassen oder Entzücken, aber mal ehrlich: eigentlich ist ein Blog wie ein Bumerang – so richtig Spaß ins Spiel kommt erst, wenn etwas zurückkommt.

Nun kann schon jeder einzelne Kommentar ein Herz erwärmen (merkt Euch das für den Wintertag, an dem keiner mehr die Heizung zahlen kann), aber im Postfach solche Mails zu finden – hach, das kann einem schon mal eine ganze Woche retten. Oder zwei.

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Da schickt mir wer einfach so Fotos von einem Flohmarktfund: „Aber die Aufschriften fand ich, also ich hab an dich gedacht. Meist hat man ja eine Schachtel mit Stoffresterln, der kid37 dann die toten Tiere oder du eben Wörter, Wörter wie Haarpfeile, unverlierbar oder Postichnadeln.”

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Und wirklich, ich freu’ mich. Über die Wörter („Postich – das post’ ich”, klar. Hat aber dann doch gar nichts mit Hinterhaarteilen zu tun oder mit dem Erfindernamen, sondern kommt ganz banal von Postiche , frz. für Perücke, Haarteil. Wieder was gelernt und dann erinnern mich die unverlierbaren Nadeln daran, daß ich schon längst beim Kunststoffkleinteilelieferanten Unverlierbarkeitsscheiben bestellen wollte, zum Dranbinden an Handy, Schlüssel, Herz. Wär’ doch gelacht, wenn man der Entropie kein Schnippchen schlagen könnte). Über die Packungen. Über die alten Buchstaben, die Zeichnungen, die Logos. Über den Drahtwickler „Fiffikus”.

Und über diese kleine Zeitreise, die da elektronisch durch irgendwelche Kabel über hunderte von Kilometern bis in meinen Rechner flog. Eine abgefahrene Welt ist das.

Danke.


Auch kurz das Näschen reingesteckt:

Sollte Dein Kommentar nicht an den beiden Türstehern Akismet und SpamKarma vorbeikommen, obwohl Du nicht für Deinen Viagrashop geworben oder Nacktbilder Deiner Oma angepriesen hast: bitte kurz per Mail (info[ät]stilhaeschen[punkt]de) melden, dann fisch' ich ihn gern von Hand raus. Danke.