Arbeitstitel Abschied


So, das war’s dann also jetzt mit uns beiden. Komm schon, keine Tränen, und bitte bloß nicht noch einen Neuanfang, den hatten wir schon oft genug. Jedes Mal wieder voller Hoffnung, jedes Mal wieder sich selbst beteuert, daß es diesmal klappen würde, alles prima, Himmel voller Geigen und all das und irgendwann dann doch wieder nur Ärger – immerhin immer wieder neuer, das wenigstens können wir uns nicht vorwerfen, wir sind immer wieder an anderen Geschichten gescheitert.

Immer wieder gleich aber war, daß irgendwann die Frustration einzog, das mußt auch du zugeben, so verstellen konnte ich mich nie, du hast meine mitgekriegt und zurückgestänkert, ein Teufelskreis, und auch wenn immer ich ging, du kamst hinterher, in neuen Klamotten, mit mehr Versprechen und jetzt ist einfach gut, weißt Du.

Sicher ist der Neue eben eines nicht: sicher. Aber wie sicher warst Du denn je? Du kippeltest auch mehrmals, bei allerhand Luftzügen, schon vergessen? Hey, die Zeiten sind vorbei, in denen man beim Allerersten blieb bis daß die Rente scheidet. Heute ist heute hier, morgen dort und warum nicht einfach mal selber strampeln statt irgendwo aufzuspringen?lichtamendeundsoweiter.jpg
Niemand behauptet, daß es leicht werden würde. Aber wenn ich nicht jetzt gehe, dann gehe ich nie. Mach’s gut ohne mich, Festanstellung.


10 Näschen reingesteckt bei “Arbeitstitel Abschied

  1. creezy sagt:

    Wow! Viel viel Glück, ein immer gefülltes Auftragsbuch, Kunden mit Zahlkraft und Freude am Kundendasein, Gesundheit und möge die Freiheit die sein, die Du Dir wünschst.

    Hut ab vor Deinem Mut in dieser Zeit!

  2. schneck06 sagt:

    es ist meine liebe – ohne macht – seit dunnemals. irgendwie geht die zeit rum, so oder so. aber lieber: so! also glückauf!

  3. Opa sagt:

    Creezy sagt es. Ich bin zwar als Nichtschwimmer immer wieder ins kalte Wasser, doch so mutig war ich nie.

    Aber wenn nicht du, wer dann?

    Heil und Sieg und fette Beute – alles Glück der Welt!

  4. Genau. Hut ab und Mut auf.

    Und welcher Idiot hört schon auf so Müll wie „The light at the end of the tunnel are the headlights of an oncoming train”?! Außerdem macht der Sprung ins kalte Wasser herrlich wach.

    Sollten wir eigentlich mal wieder mit einem Bierchen begießen.

  5. Ohgott, Bierchen! Ich mutier auch langsam zur begrifflichen Peinlichkeit. A Seidla wollt ich natürlich sagen. Tschuldigung.

  6. stilhäschen sagt:

    Ach was, Hut ab, creezy. Man muß eben gehen, wenn man gehen muß. Ob das Mut ist oder Blödheit, wird sich irgendwann zeigen. Oder nie.

    Lieber selber strampeln als festhalten an fauligem Treibholz, schneck. (Und untergehen, wenn überhaupt, dann mit Pauken und Trompeten. Eh klar.)

    Ach Opa. Ich werd’ das Schiff schon schaukeln. Gefälligst!

    Ich dank’ Euch allen herzlich für die guten Wünsche, bin weit entfernt von Zwangsoptimismus, im Gegenteil, mein ältester Kumpel ist der Zweifel, aber trotzdem glaube ich fest: das wird. Ein Bekannter meinte nach Darlegung meines Plans „Dann wirst Du ja vielleicht berühmt! Und reich!”. Ich blieb ruhig und sagte leise „Nein. Nur glücklich.”

    Auf den Scheißkitsch müssen wir tatsächlich was trinken, Ratze.

  7. Mensch, ein Batzen Glück und über die Schulter gespuckt. Aber dass’d ma ja ned deswegen weniger schreibst!

  8. Pest Krause sagt:

    Ja Herrschaftszeiten, Respekt. Sie machen das schon, Holdeste. Und zwar richtig.

    Im Ãœbrigen schließe ich mich der Frau Klugscheisser an: Ned weniger schreiben.

  9. Ad sagt:

    alles gute dafür! selbstständigkeit ist nichts so schlimmes, wie es immer von menschen behauptet wird, die selbst damit überfordert waren. ;-)

  10. stilhäschen sagt:

    Dankschön auch Euch! Ich fürchte, es gibt gar keinen Blogeinbruch zu fürchten. Ich sag’ nämlich nur Prokrastination.

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