Raketenphilosophie – heute: Nihilismus


Meine Kinder sind das, was Großeltern „gute Esser” nennen. Ich nenne sie verfressen. Und freue mir (leider nur gedanklich) Löcher in den Bauch, wenn die Rakete Olivien mit Gorgonnzo (Betonung auf „gonn”) futtert, während andere Mütter ihre Kinder mit Tricks zu einem Stückchen Marmeladenbrot zu zwingen versuchen.

Trotzdem gibt es auch Dinge, die sie nicht essen mag: Pilze, Lauch, Zwiebeln. Und neuerdings noch etwas, wie dieser Dialog am Abendbrottisch ans Licht gebracht hat:

Rakete (pult etwas aus ihrem Salat): „Das da mag ich nicht. Das Weisse.”
Ich: „Das ist Käse, Rakete. Der heißt Mozzarella. Iss ihn einfach mit.”
Rakete: „Aber der schmeckt mir nicht.”
Ich: „Das kann gar nicht sein, der schmeckt nämlich nach gar nichts.”
Rakete: „Gar nichts schmeckt mir dann halt nicht.”
Ich seufze.
Rakete: „Dann ist das nämlich so. Wenn einem nichts nicht schmeckt, dann mag man nichts halt nicht. Wie ich.”

Philosophie braucht sie schonmal nicht mehr zu studieren. Hoffentlich dankt mir das das Lehrpersonal.


5 Näschen reingesteckt bei “Raketenphilosophie – heute: Nihilismus”

  1. chilldogg sagt:

    Ein sehr schönes Zitat, das sich sicher im weiteren Raketenleben noch sehr häufig anwenden lässt.

    Auf die Essgewohnheiten bin ich schon ein wenig neidisch, da unsere Speckbacke leider zur Kategorie Marmeladenbrot gehört (und auch das wäre schon ein riesiger Fortschritt). Von mir hat sie das nicht …

    • stilhäschen sagt:

      Oh wie schön, daß es Dich noch gibt! Solange Speckbacke aber noch Speckbacken hat, gräme Dich nicht übers übriggebliebene Brot. Ist alles nur ne Phase. Haha.
      (Übrigens ist Risiko auch ein bißchen wählerischer als seine Schwester. Da er es aber nicht artikulieren kann, sind wir hilflos, was genau ihn stört. Gestern noch verschmäht, bekommt er heute z.B. nicht genug Gurke. Nur Brot geht immer. Aber nur mit Gabel.)

  2. ;-)
    „Do legst di nieder!”

    Aber alles im grünen Bereich, denn wir haben auch solche Mini-Gourmands.
    Und besonders gut funktioniert bei uns Mozzarella-Tomate, wenn die Stückchen groß genug sind: die Große fischt dann die Tomaten raus, die Mittlere isst alles und der Herr Junior nimmt das, was die Große übrig lässt (den Mozzarella eben).
    Wobei dann öfters mal das Problem auftaucht, wie man dem Junior den Käs von der Großen unterschieben kann – weil vom jeweils anderen seinem Teller isst freilich niemand …

  3. mq sagt:

    Motzarella ist die Astronautennahrung unter den Käsesorten. Warum sollte man sowas essen, wenn man sich nicht auf einem Ausflug ins benachbarte Sonnensystem befindet? Volles Verständnis für Rakete.

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