Meine Familie und ich (so kleine Anekdoten am Rande)


Um unnötige Diskussionen zu vermeiden („warum darf ich XY nicht?” – „Weil ich das nicht will und ich bin Deine Mama und damit der Bestimmer.” – „Und was sagt der liebe Gott dazu?”), sollte die Rakete manche Dinge nicht unbedingt hören. Wenn es nicht anders geht, buchstabiere ich solche Worte (z.B. G-E-S-C-H-E-N-K oder N-A-C-H-T-I-S-C-H, wobei sie E-I-S schon kennt…) für den Möhrchenprinzen. Der lauscht jedesmal hochkonzentriert, um anschließend das Wort zu wiederholen. Mit Fragezeichen. Ohne Buchstabieren. Manchmal könnte ich wirklich die Wände hochgehen möchte ich mir „laß mich auch noch Deine Mama sein” aufs T-Shirt sticken.

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Risiko ist dreizehneinhalb Monate alt. Seine motorische Fähigkeiten sind weit genug für ein paar Schritte. Ohne Lenken, Notbremse mit Po, ständig springt irgendeine Wand in den Weg. Riesendrama, jedes Mal.
Geistig fehlt noch das Verständnis, daß kein Essen in den Mund passt, solange der Schnuller drinsteckt. Riesendrama, jedes verdammte Mal.
Unvorstellbar, daß er eines Tages vermutlich mit den Augen rollt, wenn ich anrufe herbeame, weil das Internet kaputt ist der Pflegeroboter Widerworte gibt. (Womit indirekt auch meine Mutter hier auftaucht.)

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Rakete ist dreieinhalb und eine große Kaufladen-Verkäuferin. Sie weiß, daß die Ware vor dem Zahlen „gehüpt” (= gescannt) werden muß und wieviel Pfand es auf Bierflaschen gibt („zwölfzehn”). Wenn man mit ihrem kleinen Bruder einkaufen kommt, fragt sie beflissen: „darf er schon Gelbwurst – der Kleine?!”. Sie hat den Servicegedanken inhaliert. Ich habe keine Angst vor der Zukunft. (Sie kann mir den Roboter schließlich auch neuprogrammieren.)


6 Näschen reingesteckt bei “Meine Familie und ich (so kleine Anekdoten am Rande)”

  1. Christine sagt:

    Meine Eltern haben damals miteinander auf englisch gesproche. Das fand ich voll gemein….

    • Ronnie sagt:

      Ich glaube Ice dürfte da auf Englisch noch auffällig sein. Wir sind jetzt beim umschreiben der Begriffe: z.B. Zeug aus dem Gefrierschrank etc.

      • stilhaeschen sagt:

        Englisch wird hier hin und wieder auch versucht – oder Aufschreiben. Beides funktioniert kaum besser als Buchstabieren. Zwischendurch denke ich dann immer, daß es sicher auch irgendein totaaal wichtiges pädagogisches Konzept ist, keine Geheimnisse vor den Kindern zu haben, sonst mit 18 Instant-Therapiebedarf (wie diese „Plastikgeschirr ist respektlos gegenüber den Kleinen”-Nummer) und spreche alles an, was mir unter den Nägeln brennt (außer Nachtisch).
        Dann wieder erinnere ich mich an den Spruch „Ihr macht Euch Sorgen über Datenschutz und denkt, Google und Facebook seien gefährlich? Die größten Sicherheitslücken essen an Eurem Tisch und platzen im Kindergarten!” und habe ein bißchen Angst vor den Blicken der Erzieherinnen beim Abholen.

        • Ronnie sagt:

          Uns haben die Erzieherinnen schon vorgewarnt: „Wenn Die Eltern wüssten, was wir wissen dann würden sie ihre Kinder mit Schamröte im Gesicht abholen.”

          z.B. (aber nicht in unseren Fall :-) ): „Papa pupst auch immer am Tisch!”

  2. Christine sagt:

    Ich fürchte mich sehr vor dem Tag, an dem die Lütte versteht und verteilt, über was wir so reden. Mein Mann und ich haben einen sehr schwarzen und manchmal politisch nicht wirklich korrekten Humor. Wenn Baby sich da verplappert, dann könnte es durchaus peinlich werden…

  3. cheap viagra sagt:

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Auch kurz das Näschen reingesteckt:

Sollte Dein Kommentar nicht an den Spamschutz-Türstehern vorbeikommen, obwohl Du nicht für Deinen Viagrashop geworben oder Nacktbilder Deiner Oma angepriesen hast: bitte kurz per Mail (info[ät]stilhaeschen[punkt]de) melden, dann fisch' ich ihn gern von Hand raus. Danke.
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