Weihnachtswunsch einer Dreijährigen


Wir leben in einem Stadtteil, in dem Leute ihren Müll absichtlich neben den Abfalleimer werfen, „ey, das ist Gostenhof, das macht man hier so” rufend. Leider klar, dass hier kaum ein Hundehalter die Hinterlassenschaften seines Lieblings aufsammelt. Auf den dreihundert Metern zum Kindergarten warne ich die Rakete meist vor mindestens fünf Tretminen und frage mich jedes Mal, warum die daran schuldigen Herrchen und Frauchen eigentlich offensichtlich immun gegen Reintreten sind (oder können die wirklich nicht weiter denken als das Schwänzchen lang ist?).
Rakete hat ausserdem extremen Respekt vor allen Tieren, die sich selbstständig bewegen – wir brauchen nicht in den Streichelzoo und vermutlich nie über ein Pony diskutieren. Sogar Aquarien sind angsteinflössend für sie – obwohl wir ihr das nicht beigebracht haben. Ich muss es wohl gar nicht erwähnen: die Begegnung mit (v.a. nicht angeleinten) Hunden auf der Strasse ist… schwierig.

Heute gehen wir über unseren Spielplatz. Unter der Schaukel liegt ein grosser Hundehaufen. Ich habe noch nichts gesagt, da spricht Rakete: „Wenn ein Hund sowas macht, sollen Leute den Hund nicht haben dürfen.” Ich will gerade sagen, dass ich ihrer Meinung bin (wenn ich auch die Schuld mehr beim tütenlosen Halter sehe), aber sie überlegt weiter: „Eigentlich soll Jesus einfach keine Hunde mehr machen. Das wünsch ich mir zu Weihnachten.”
Ich bin so stolz auf meine Tochter. Ich wünsche den Leuten nur immer Scheisse in den Schuh (oder schlimmeres) und sie hat so eine pazifistische Lösung.
Unsere Schuhsohlen in Deinen Händen. Jetzt bist Du an der Reihe, Jesus!


7 Näschen reingesteckt bei “Weihnachtswunsch einer Dreijährigen”

  1. Bernd Barsch sagt:

    Aber wieso muß Jesus für alles verantwortlich sein, was die Menschen so verbocken ?
    Merry Christmas.

  2. Wobei es solche und solche Hunde (und -Halter) gibt, das sollte man beim Verallgemeinern auch bedenken!
    Von denen, die die (vollkommen biologisch abbaubaren) Haufen brav in (nicht biologisch abbaubare) Plastiktüten sammeln und diese zum (sowieso nicht abbaubaren) Restmüll tun, sieht die Rakete ja nix.
    Und so ein einsamer Haufen abseits des Wegesrands außerhalb der City irgendwo im Grünen dürfte auch herzlich wenig ausmachen; der hat sich in ein paar Stunden verduftet und in ein paar Tagen selbst entsorgt.

    Reintreten ist zugegebenermaßen immer sch€13e, wobei da Hund (je nach Futter) mitunter noch angenehmer ist als Kuh oder Pferd …

    => ich hebe die Hand für „sauberere Hundehalter” – die Viecher können schließlich vermutlich noch am Wenigsten dafür.

    Frohe Weihnachten!

    • stilhaeschen sagt:

      Ich glaube eigentlich nicht zu verallgemeinern, wenn ich mich nur über diejenigen Hundehalter aufrege, die die Scheiße ihrer Hunde nicht wegmachen. Die anderen geben mir keinen Grund zu meckern und daß es andere gibt, ist mir klar. Für die hebe ich auch alle Hände!

      Mir hat übrigens mal ein Hundetrainer erklärt, daß ein „normaler” Hund zum Scheißen ins Gebüsch geht und nur gegen seine Natur auf Stein oder mitten in die Wiese scheißt. Das klang in meinen Ohren plausibel. Trotzdem gebe ich für die Hundescheiße einzig und allein den Haltern die Schuld. Wie asozial muß man sein, um seinen Hund auf einen Kinderspielplatz scheißen zu lassen? Eine Tüte mitzunehmen ist nun wirklich nicht zuviel verlangt. Das mag am Land unnötig sein, in der Stadt geht es nunmal nicht anders.
      Ich weiß, ich klinge wie meine Oma, aber das simpelste Gebot menschlichen Zusammenlebens ist nun mal „was du nicht willst, das man dir tu…” – und das erwarte ich einfach auch von Hundehaltern. Die erzählen mir doch nicht, daß ihnen Scheiße am eigenen Schuh egal ist! (Weiter ginge die Tirade mit Autofahrern, die schnell noch bei Gelb auf die volle Kreuzung müssen oder in zweiter Reihe vor leeren Parkplätzen halten und ich wäre noch lange nicht am Ende. Besser, ich gehe wieder offline und mache mir ein Bier auf…)
      Frohe Weihnachten auch und guten Rutsch – nicht auf Hundescheiße.

      • Moin!
        Mooooment, tief durchatmen!
        Mir ging’s „nur” um Raketes Spruch, dass der Jesus keine Hunde mehr machen soll. Da bin ich (inzwischen) nicht (mehr) mit einverstanden, und das hab ich auch mit dem Verallgemeinern gemeint.

        (Tier-)Haufen auf dem Spielplatz gehen überhauptgarnienicht – da bin ich vollkommen derselben Meinung! Und selbst auf dem Land sind die Tüten bei häufig belaufenen Gassiwegen mehr als notwendig. Grade gestern bin ich mit $Junior eine Runde gelaufen und es lag alle 10 Meter eine Tretmine am Wegrand. Nicht etwa so „süße kleine”, nein, das waren so mindestens handtellergroße Exemplare. Da war ich dann trotz Vergebung und Weihnachten und Feiertage so weit, dass ich die Dinger mit dem zuständigen Herrchen/Frauchen aufputzen wollte. Ja, ich hätte das sogar gemacht, obwohl’s nicht unser Hund war!

        Sorry, wenn ich da in ein Wespennest gestochen habe, das wollte ich nicht. Ich hoffe, dass das Bier trotzdem gemundet hat.

  3. Wolfram sagt:

    Hanni hab ich beigebracht, auf den Gullideckel zu sch*..n. Das fiel dann gleich durch nach unten.
    Aber Hanni ist nun nicht mehr, und das goldlockige Mädchen weint ihr immer noch nach. Also… Jesus wird sich entscheiden müssen, fürchte ich…

  4. Recht hat sie, die Rakete.

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