Kleine Katastrophen


Kinder, der Quell ewiger Freude. Haha, ich muß mich kitzeln zum Lachen.

Der eine bekommt seinen dritten Zahn und leidet wie ein Großer, die Nacht ist noch zerhackter als sonst und als ich dann endlich mal wieder zehn Minuten schlafen kann, werde ich wach vom Weinen der Dreijährigen: „Mamaaaaa! Der Bauch schaut raus!” Schlaftrunken wanke ich ins Kinderzimmer, beschäftigt mit der Frage, wie sie das schafft in einem einteiligen Schlafanzug, da werden die Worte klarer: es ist der Baum, der herausschaut, das geht natürlich gar nicht, ich bin eine Rabenmutter. Habe ich doch tatsächlich meiner Tochter die Bettdecke mit dem Bild (ein Baum) nach oben zugedeckt! Für das Verständnis des Dämchens also falschherum. Ich drehe die Decke um, das Geschrei hört sofort auf, die Augen der Kleinen fallen zu, ich tapse zurück in mein Bett, da quäkst ein kleiner Fieberzwerg, dem ich noch stundenlang hellwach beim Jammern zuhöre. Fünf Minuten vorm Weckerklingeln endlich döse ich weg.

Immerhin kann die Rakete derlei Fehltritte mittlerweile astrein in Worte fassen und damit zu einer schnelleren Lösung des Problems beitragen. Trotzdem frage ich mich nach solchen Nächten schon, warum einem sowas keiner vorher sagt. Vermutlich weil man sich nach Monaten unterbrochenen Schlafes nichts mehr merken kann, geschweige denn drüber reden.

War was? Was wollte ich sagen? Ich hab’s vergessen. Gute Nacht, die nächste. Haha.


11 Näschen reingesteckt bei “Kleine Katastrophen”

  1. jpr sagt:

    Die wunderbare Frau G. hat in diesem Zusammenhang erste Publikationen ueber die Schlafmangeldelirische Stilldemenz vorgenommen (https://gminggmangg.wordpress.com/2012/05/11/smdsd-neueste-erkenntnisse/) die ich durchaus dafuer verantwortlich halten koennte, dass eben jene Informationen immer vergessen werden (Langzeitfolgen sind noch nicht erforscht, aber vielleicht faellt diese Unterlassung ja genau darunter).
    Die einzige andere Moeglichkeit die ich sehe ist Schadenfreude der klassischen ‚ich hatte es auch nicht besser’ Sorte – und das wuerde ja niemand fuer Millionen von Eltern annehmen wollen, oder?

  2. Julia sagt:

    Ich hatte es aber auch nicht besser!!!!!;-)
    Aber es wird besser, ganz sicher!!

    http://kinderjubel.blogspot.com/2012/09/kleinkinderzeit-ich-weine-ihr-keine.html

    Und dann kann man sich freuen und sich fragen, wie man es eigentlich geschafft hat und sich wieder freuen und es trotzdem nicht vergessen, wie schlimm es manchmal war!

    • stilhaeschen sagt:

      Danke für den tollen Link. Ja, es ist immer alles nur eine Phase… vielleicht sollte ich doch mal ins Tattoostudio und diesen Satz auf den Unterarm – phosphoreszierend, damit ich’s auch im Dunkeln immer sehe…

  3. AnJu sagt:

    Hachja, so eine Nacht habe ich auch gerade wieder hinter mir. Quengelndes Baby neben mir, hustender Dreijähriger im Zimmer nebenan. Um halb drei habe ich überlegt, ob es vielleicht besser wäre gleich wieder aufzustehen und zur Arbeit zu fahren.

  4. Ich bin also nicht allein…

  5. Rob sagt:

    Wahrscheinlich nicht ganz das Thema, von dem ich sowieso nichts verstehe. Meine Schwester hatte einen Sohn, den ich laienhaft als „Schreikind” bezeichnen würde. Der hat sein erstes Lebensjahr ganz einfach brüllend verbracht.

    Eines Tages erklärte ich mich bereit, am Abend Baybsitter zu spielen, damit Schwester und ihr Mann mal wieder um die Häuser ziehen können. Zu der Zeit hatte ich einen großen schwarzen Hund, der außer zu Wildtieren, Radfahrern, großen männlichen Hunden, Rentnern und Joggern weitgehend friedlich war. In Bezug auf schreiende Kinder gab es keine Erfahrungen. Mit anderen Worten: Schwager bestand darauf, dass der Hund im Auto bleiben muss.

    Wie ging das aus? Baby brüllt, als ich ankomme, Baby brüllt, als seine Mutter weg geht, Baby brüllt immer weiter. Irgendwann gehe ich zum Rauchen raus, hole den Hund doch rein, im Flur kann ja nichts passieren. Dann lege ich mich neben das Kind, das immer noch schreit, auf den Teppich, halte seine Hand und schlafe, wie auch immer, bald ein. Das Ende der Geschichte: als die Eltern nachhause kommen, liegen Hund, Kind und ich (ich hatte die Flurtür wohl nicht richtig geschlossen) friedlich schlafend eng beieinander auf dem Boden, das Kind hat eine Hand in meiner, die andere im Fell des Hundes. Den Schwager traf fast der Schlag, jetzt war er es, der brüllte, wovon wir alle drei erschreckt wach wurden.

  6. stilhaeschen sagt:

    Ach, Thema immerhin gestreift, kein Verweis. Nette Geschichte (finde sogar ich, die keine Hunde mag). Darf das Baby mittlerweile drauf reiten?

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