aus Fehlern lernen


Leben heißt lernen, und damit meine ich nicht die Theoriebögen für die Fahrschule. Wenn ich nur ein bißchen aufpasse, merke ich auch heute noch jeden Tag, daß sich ständig alles ändert. Daher und fürs eigene Gedächtnis:

die Top3 meiner Fehler beim ersten Kind

3. Ratgeber lesen.
Denn die Erfahrung lehrt: der eine schreibt so und die andere das Gegenteil. Für jede Meinung gibt es ein Buch, man muß es nur finden. Oder eben gleich nach seinem Gefühl und/oder gesundem Menschenverstand gehen. Spart enorm Zeit und Nerven.

2. Sich einschränken lassen.
Essen gehen, Biergarten, Parties, Schwimmbad, Reisen geht nicht mehr? Probier’s erstmal, vielleicht ist es ja halb so wild (dabei hilft natürlich ein emanzipierter, d.h. ebenfalls kümmernder, Partner enorm).
Aus meiner heutigen Sicht denke ich, wir hätten mit der Rakete noch viel mehr machen müssen als all das und anderes. Denn was ich damals gelegentlich als „anstrengend” empfand (Wagenladungen voller Babykram mitschleppen. Ein Kind, das quengelt statt zu schlafen. Beim Stillen: Glotzer und zuviel Reize fürs Kind (und nein, ich will keine Stillburka, danke). Und natürlich alle Mitmenschen, die ungefragt Ratschläge geben.) ist heute pillepalle, denn einzig und allein der Betreuungsschlüssel macht die Musik. Und der schränkt mich heute, wenn mit beiden Kindern allein, durchaus ein. Mit einem Kind kann jedenfalls ich weit mehr entspannt gebacken kriegen.

1. Gegenüber anderen Müttern „Meine schläft durch” sagen.
Die ersten drei Monate wollte Risiko alle eineinhalb Stunden die Brust, heute sind es immerhin auch mal drei Stunden, das sind plus hundert Prozent Schlaflänge, sollte das nicht reichen? NEIN! Probiert es mal aus und stellt Euch stündlich den Wecker, achtmal eine Stunde sind nicht dasselbe wie acht Stunden am Stück. Mich ließ das schon nach wenigen Tagen am Zahnfleisch gehen, Zusatz-Mittagsschlaf hin oder her. Da brauche ich ganz sicher keine Muttis, die mir was von „Durchschlafen” erzählen. Ich glaube es ihnen ja, die Rakete hat das auch mit sechs Wochen gekonnt, aber jedes Kind ist anders, verdammt noch mal, und sowas posaunt man nicht ungefragt raus, wenn dem Gegenüber die Augenringe bis zum Nabel hängen. Ich gelobe Besserung und halte fortan meine Klappe. Außer jemand fragt.


11 Näschen reingesteckt bei “aus Fehlern lernen”

  1. AnJu sagt:

    Mich hat es nie gestört, wenn andere Mütter erzählt haben ihre Kinder schliefen durch. Babys sind doch so verschieden und jedes Baby ist irgendwie anstrengend. Vielleicht schlafen andere Kinder durch, weigern sich aber im Reisebettchen zu schlafen, schreien in der Badewanne, kotzen im Auto, lassen sich von niemandem außer Mama und Papa anfassen,… Und davon mal abgesehen: bei uns folgten auf drei Wochen durchschlafen (durchschlafen heißt ja 6h am Stück) gerade zwei Wochen mit 2 Stunden Stillabständen nachts (tagsüber dann 3 bis 4 Stunden). Deshalb sag ich zu dem Thema immer: „Ja, er hat auch schon mal durchgeschlafen.” Und sowieso, was soll das, ich steh auch hin und wieder für unseren Dreijährigen nachts auf und manchmal werde ich sogar ganz von alleine wach. (Und tauschen würde man sein Baby ja dann doch nicht wollen.)

    • stilhäschen sagt:

      Tja, dann kann ich darauf gar nix antworten. Nie gestört? Respekt. Ich könnte den Mädels den Hals umdrehen, hätte ich genug Kraft dafür, ich würde ja schon auf dem Weg dahin einschlafen. Ich weiß nur: unser erstes Kind war einfach. Und: ich bin besser gelaunt mit mehr Schlaf am Stück.

  2. noribori sagt:

    Die SZ nimmt sich des selben Themas an:
    http://www.sueddeutsche.de/leben/kinder-der-ganz-normale-wahnsinn-mein-kind-konnte-das-schon-frueher-1.1392633

    (Ich hab kurz überlegt, ob die SZ-Autorin nicht vielleicht mit Stilhäschen identisch sein könnte – aber Stilhäschen schreibt einfach viel besser.)

  3. mine sagt:

    Fehler 2. schießt mir seit der Ankunft zu viert daheim fast täglich durch den Kopf… wieso sollte man mit einem Kind nicht alles machen können, also echt mal. Zumal ein Kind unterm Krabbel-/Laufmodus…

    Fehler 1. anderer durschlafgesegneter Mütter unterschreibe ich auch ganz deutlich. Und die etwaigen Zwischenrufe… „naja.. du stillst ja… ” auch! Durchschlafen hat unter Garantie nichts mit dem Stillen zu tun. Das sag ich mir immer wieder. Als der „Große” mit knapp 7 Monaten auf Flasche umgestellt werden musste, waren meine schönen Tage des 8-Stunden-am-Stück-Schlafes gezählt. Da hieß es dann für einige Wochen/Monate alle 2,5-3 Stunden aufstehen und diese verhassten Flaschen machen… pah. Dann lieber im 1,5 Stunden-Takt stillen (und ja, der Zweite macht das bisweilen auch sehr gern in genau dem von dir genannten Stundentakt, vorallem nachts…)

    Augenringe Ahoi. Die sind absolut Mode, es weiß nur noch keiner.

    • Modeste sagt:

      Da bekenne ich mich jetzt mal schuldig – ich schiebe die Augenringe mancher Mitmütter auch bisweilen aufs (Voll-)Stillen. Allerdings nicht, weil ich glaube, dass die Fläschchen mehr sättigen, sondern weil Stillen wirklich nur Mama kann, Fläschchen kann aber auch Papa oder Oma oder Nanny geben. Beim F. hat das in den ersten Wochen sehr gut hingehauen. Der wurde (und wird) teilweise gestillt. Eine der beiden Nachtmahlzeiten hat aber der Papa gegeben, so dass wir beide zeitversetzt schlafen konnten. War super, würde ich wieder machen.

      • stilhäschen sagt:

        Das ist schön, Madame Modeste, daß das bei Ihnen so geklappt hat und darüber freuen Sie sich zurecht.
        Jedoch ist Ihr Weg, hoffentlich ahnen Sie es, nicht für jede der Mütter, deren Augenringe Sie aufs Vollstillen schieben, geeignet. Ich könnte zig Gründe nennen, weswegen das so ist, jedoch fällt mir auf: ich muß mich doch gar nicht rechtfertigen! Das ist hier ja gar keine Anklagebank, auf der ich mir ein fröhliches „selber schuld!” ins nachtzerfurchte Gesicht schmettern lassen muß!
        Das ist ja nur ein Blog und das sind nur Buchstaben und nach nochmaligem Lesen sage ich einfach: das ist ein gutgemeinter Rat, für den ich danke. Jedoch ziehe ich es vor, weiter in meiner Selbstlose-Mutter-Nummer aufzugehen und ab und zu ein bißchen zu jammern. Auf meinem Blog. Omm.

  4. stilhäschen sagt:

    So isses, Mine. Isses so? Mit Freude lese ich, daß unser geradewieder nächtlicher Zweistundentakt gar nicht am Stillen liegen muss, wie auch mir immer und immer wieder „unterstellt” wird. Aber ich merke mit Schrecken: diesmal finde ich das Stillen gar nicht gar so doof, ich könnte es glatt etwas wehmütig aufgeben. Weia!

  5. Zum Thema Augenringe und Durchschlafen kann ich nur sagen: schön für mich/uns wäre es, wenn es wirklich am Vollstillen liegen würde. Meine Tochter ist ein Flaschenkind und kam am Anfang alle 1,5-2 Stunden – Tag und Nacht. Und auch heute trinkt sie nachts noch zwei Flaschen, wenn wieder Zähne kommen sogar mehr. Ich denke, jedes Kind ist da anders. Glücklicherweise habe ich noch nie eine Mama getroffen, die mir die Durchschlafnummer um die Ohren gehauen hat. Die Stillmafia war mir ab und an auf den Versen, aber das ging bei mir zum einen Ohr rein und zum anderen raus. Ich finde Stillen, auch Adoptivstillen klasse, aber als annehmende Mutter ist das mit sehr, sehr viel Aufwand verbunden.

    Ansonsten lebe ich mach dem Mama-Motto: alles mit Baby kann, nichts muss. Immer schön ausprobieren und schauen, ob sich alle wohl fühlen. Bis jetzt bin ich damit immer sehr gut gefahren.

    Was ich auch sehr wichtig finde: auch mal um Hilfe bitten (lernen) und nicht alles alleine machen. Mit Unterstützung geht alles leichter und es macht sogar mehr Spaß.

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