Tips für werdende Mütter II


Wegen des überwältigenden ErfolgsWeil’s rausmuß (und/oder ich es nicht vergessen will, jede oldschool-Aufzeichnung auf Papier aber gnadenlos verschlampern würde, unter Garantie) hier also die Fortsetzung: was war’s noch gleich, was so irre wichtig war, daß man es unbedingt noch mit der dicksten Kugel erledigen muß?

Teil 2: was sollte im Haus sein, wenn das Baby da ist?

Das Kapitel Kliniktasche spar’ ich mir und Euch; ich hatte ja zwei davon – eine fürn Kreissaal, eine für danach, beide fürn Arsch. Ich habe aus beiden kaum etwas ausgepackt. Gut, ein okayes T-Shirt ist nett und eins zum Wechseln, aber mal ehrlich: wenn das Kind da ist, braucht man erstmal nichts mehr. Und was Du doch brauchst, soll der Mann beim nächsten Besuch mitbringen. Der braucht nämlich eine Aufgabe. Dringend.

Und was sollte im Haus sein, wenn Ihr aus dem Krankenhaus kommt? Es schadet nicht, so einiges vorher auf Vorrat zu besorgen; vielleicht bist Du am Tag vier oder fünf tatsächlich willens und fähig, zum Supermarkt zu laufen – ich würde aber nicht drauf wetten. Und der Mann würde das vielleicht liebend gerne tun, aber es kann gut möglich sein, daß Du ihn nicht gehen lassen willst – weil alleine mit dem Kind nicht an Schlaf zu denken wäre und das Kind mit zum Einkaufen? Niemals! Es könnte instantverhungern ohne Dich! Überhaupt kannst Du Dich schon mal auf diese verflixten Mutterhormone vorbereiten: mit Geburt wirst Du Glucke. Gibt kein Kraut dagegen.

Ein paar Tage nach der Geburt saßen wir mit Gästen im Wohnzimmer, die Rakete stolz im Arm, Friede, Freude, Eierkuchen, alles prima, alles toll. „Und, sie hat Euer Leben schon ganz schön verändert, oder?”, Blick aufs Kind, Blick auf die leeren Teller, dann unsere Antwort: „Äh, ja. Aber ganz ehrlich: viel mehr verändert hat sich ja durch die Anschaffung eines Gefrierschranks.”
Tatsache: ohne einen halben Kubikmeter Tiefkühlkost wären wir ich in den ersten Wochen zu dritt verhungert. Da könnte der Mann Sternekoch sein – so schnell wie es da manchmal gehen muß (von null auf Riesenhunger in fünf Minuten), hätte er auch mit einer ganzen Truppe Schnippler keine Chance. Zumal ja vielleicht auch noch ein Zwerg herumgetragen werden will. Und zu wissen, daß man noch ein paar Tage auskommt ohne das Haus verlassen zu müssen: unbezahlbar für die frische Mutterseele. Noch ein Tip zum Essen: Ihr werdet alles zu schätzen lernen, was man einhändig essen kann. Riesige Fleischlappen, meterlange Spaghetti, Spareribs und Spargel sind lecker, aber leider kein Einhandessen.

Und gleich zum Gegenteil, dem Unappetitlichen. Dann war da noch dieser Tip aus einem Lifestylebüchlein, der mir unverzichtbarer scheint als alles, was in Tausendseitern steht: Du wirst bluten. Kauf’ Dir vorher die größten Binden, die Du finden kannst, denn Dein Mann würde vorm Regal stehen, hilfloser als Euer frisches Baby.

Stimmt, da war noch was. Das Kind. Was braucht das denn eigentlich noch so Käufliches?
1. Ein paar Windeln und einige Handtücher zum Unterlegen beim Wickeln. Feuchttücher oder Waschlappen. Sonst nix, außer Waschmittel. (Das Thema „Wickeltasche” behandle ich mal extra. Soviel Aufregung geht gerade nicht.)
2. Auch wenn Du stillen willst: eine Packung Fertigmilch im Haus beruhigt ungemein. Und eine Flasche mit Sauger (Lochgröße M wie FertigMilch. Und das muß einem auch erst mal jemand sagen: Lochgröße S ist für See. Und Suttermilch, weil die dünner ist als fertige!). Schnuller kriegst Du bei Bedarf im Krankenhaus; meist bekommt man dort auch noch eine Willkommenstasche mit Pröbchen – hier war auch noch ein Schnuller dabei. (Macht mit denen, die ich auf Vorrat besorgt hatte, gut und gerne 10 Stück. Von denen die Rakete keinen nimmt…)
3. Ja, endlich: Klamotten! Die zu kaufen macht am meisten Spaß. Jedenfalls solange, bis man merkt: scheiße, die gibt’s ja nur in häßlich. Oder irre teuer.
Babybasare sind natürlich auch immer eine Möglichkeit – vor allem, wenn man fit in Wrestling- und Judotechniken ist und gerne samstags sehr früh aufsteht, um sich zwei Stunden vor Öffnung entweder reinzuschmuggeln oder brav anzustellen.
Lustigerweise bekommt man übrigens gerne genau dann, wenn man gerade alles nötige zusammengekauft und -geliehen hat, eine Riesenkiste mit allem geschenkt. Plus die Mini-Freizeitanzüge von den Nachbarn, die bis zur Grundschule reichen. Und man merkt schnell, daß sogar die erstbesorgte Garnitur zu viel war. Deshalb: weniger reicht!
Eigentlich sind zwei Komplettsätze (Body, Shirt, Strampler*), eine Jacke, eine Mütze, eine Decke, ein Schlafsack genug. Gut, besonders am Anfang können mal zwei, drei Bodys pro Tag durchfeuchtet werden (zum Thema Fleckentfernung ein andermal mehr), aber die kleinen Teile sind auch schnell gewaschen und wieder trocken. Mehr als fünf Komplettsätze sind aber definitiv zu viel!
* Warum Strampler? Weil Jeanschen, Blüschen, Hemdchen, Kleidchen usw. zwar echt niedlich aussehen, aber die ersten Monate komplett unsinnig sind: das Baby liegt oder wird hochgehoben/getragen. Da rutscht alles, was nicht einteilig ist, dauernd nur hoch, runter, weg.
Ach ja, und es gibt wohl Babys, die sich äußerst ungern anziehen lassen. An Ärmeln führt kein Weg vorbei, aber wenigstens das Kopfdurchziehgeschrei kann man mit Wickelbodys und -shirts umgehen. Sobald die Kleinen aber aktiver werden (so ca. ab dem vierten Monat) und greifen können, tut man sich mit den Zubindebändern und den aufklappenden Shirts aber keinen Gefallen mehr…
Noch ein Wort zu Größen: schön, wenn sie drinstehen. Verlassen kann man sich aber auf die Zahlen nicht, beim einen Hersteller passt ein Kind noch in die 56, beim nächsten muß es schon 68 sein. Man kriegt es raus mit der Zeit. Vor allem: Du brauchst nicht alles in allen Größen! Bodys z.B. passen oft länger als die Hosen gleicher Größe.

So, und jetzt ist erstmal Schluß für heute. Demnächst mehr. Solange ich mich noch dran erinnern kann…


8 Näschen reingesteckt bei “Tips für werdende Mütter II”

  1. … ich mach jetzt ganz frech Werbung für den Fresstempel mit dem goldenen M:

    I’m loving it!

    :-)

  2. kalesco sagt:

    Super Service! Dankeschön!! (bitte unbedingt weitermachen, alternativ auch ein Buch draus machen ;) ) Irgendwann druck ich mir das dann aus…

  3. rokkn sagt:

    eins a! obwohl ich die ganze chose (schwanger/gebären/stillen) hinter mir habe, puh! so schön zu lesen dein blog! zu den bodies: wolle seide. zwei stück. lohnt sich. echt. die sind nicht so schnell nass, d.h. trocknen am babykörper und man muss das bebe nicht so oft komplett umziehen. schöne grüsse

  4. stilhäschen sagt:

    Danke, mechatroniker! Auch die olle wp-Version? :-)

    Bittschön, gern g’scheng, kalesco. Ich fürchte ja immer mehr: die Ratgebertante liegt mir. Weia.

    Auch Dir, rokkn: Danke! Und ja, Wolle/Seide ist ein tolles Zeug! Allerdings ist das schon ziemlich in der Ökokiste, deswegen wollte ich da nicht so drauf rumreiten. Meine Leserinnen sind ja bestimmt mehr so die, die ihre Kinder Kevin und Shakira nennen, die brächte ich da nur durcheinander…

  5. Aber sicher doch, wertes Häschen!
    Content geht vor, glasklarer Fall!

    Liebe Grüße,
    der Mechatroniker

  6. katzenklappe sagt:

    Danke für die Fortsetzung der Tipps. Gerade noch rechtzeitig. Ich sag’ nur „Braxton-Hicks”, aber galore!
    Hab’ unmittelbar nach dem Lesen jedenfalls den Tiefkühler ausgeräumt und Platz geschaffen für neue (nicht ohnehin schon abgelaufene) Kost. Ich hab’ echt ein wenig Sorge, dass ich im Wochenbett zu wenig Futter kriege. Du hast nicht zufällig Erfahrung mit der TCM-Wöchnerinnensuppe? Ich darf das doch fragen, obwohl’s ziemlich in der Alternativkiste ist, aber mein Kind wird weder Kevin noch Shakira heißen…Also isses ok, oder?

  7. stilhäschen sagt:

    Die Sorge, liebe Katzenklappe, um Futtermangel ist berechtigt, absolut. Und bei Tschibo gibt’s Suppe? Ach nee, google hilft. Nee, sagt mir nix, keine Erfahrung. Aber hier kochte der Mann Rinderbrühe, auch lecker. Am Ende geht’s einfach nur um Kalorien, vermutlich. Und Eisen; das gibt’s in der Apotheke als Kräuterblut in Flaschen.
    (Und Dir verrat’ ich’s wegen des Zeitdrucks vorab: Supertip im Wochenbett! Besuch darf nur kommen, wenn er Essen mitbringt. Echt jetzt. Ihr habt nämlich alle Hände mit anderem zu tun.)

    Oh, und natürlich: Guten Rutsch! Ich drück’ die Daumen!

  8. […] Natürlich kommt noch ein Nachschlag zum Thema Klamotten für die ersten Wochen. Ich hatte im letzten Teil von maximal fünf Komplettsätzen (Body, Shirt, Strampler), einer Jacke, einer Mütze, einer Decke […]

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