Bestandsaufnahme


Man kann um Meilen schöner geweckt werden als von einem Dachdecker, der um sieben Uhr morgens vom Gerüst ans Schlafzimmerfenster klopft und sagt „Entschuldigen Sie, aber irgendwie war die Plane nicht dicht. Sie haben jetzt Wasser in der Küche.” Kaffee wäre mir lieber.

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In drei Tagen fünfmal mit der Supporthotline des neuen Telefonanbieters gesprochen, fünf verschiedene Antworten erhalten, warum die alte Nummer angeblich unrettbar verloren ist. Drei Mails geschickt, gespickt mit Drohungen. Anzahl der Nervenzusammenbrüche: mindestens acht. Immerhin klingelt das Telefon nicht dauernd rein. Wie auch, geht ja sofort die freundliche Frau Diese-Nummer-ist-nicht-vergeben ran. Himmlische Ruhe, immerhin. Bis die Dachdecker ihre Mittagspause beenden.

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Schranktüren werden überschätzt.

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zwetschgenkuchen

Lecker, aber leider: fruchtfleischgewordenes Sommerende. Verdammt.

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Ja, doch, soweit ist hier alles in Ordnung. Drei Wochen sind es offiziell noch, aber ob sich die Rakete (Der Neue im Kreis der Favoritennamen: Prima. Ist schließlich die Erste, und Latein’s not dead und so. Und so ein „das war jetzt aber Scheiße, Prima!” klingt einfach super, über den Spielplatz gebrüllt) daran hält? Man weiß ja so wenig.
Gut, ein paar Dinge nerven schon langsam. Ich hätte z.B. gerne wieder Knöchel statt Wasserreservoirs mit der Kapazität des Bodensees. Seit Wochen passt nur noch ein einziges Paar Schuhe: die schlimmen Flipflops aus dem Badeurlaub mit dem Steinchenstrand. Und auch die schneiden ein wie Rollbraten. Tut mir ja auch leid, die ästhetische Umweltverschmutzung, aber Barfußfee wäre noch schlimmer.
Blöd bloß, daß sich jetzt schon wieder langsam der Herbst ankündigt. Ich kauf’ mir doch nicht extra noch Altdamenschlupfschuhe in drei Nummern größer und dann kommt die Madame zwei Tage später und ich sitz’ da mit den Tretern!
Dann ab jetzt eben Flipflops mit Socken. Da müsst Ihr durch und ich muß mich eh schnellstens dran gewöhnen, so schnell nicht wieder ordentlich auszusehen. Ich sag nur: Geschäftsidee Kleidung in TarnSpeifleckenmuster. Ich werd’ schon noch reich. Gratiszugabe: Flipflopsocken.


13 Näschen reingesteckt bei “Bestandsaufnahme”

  1. Rufus sagt:

    Jetzt hast eh bald einen neuen Wecker … da werden Dir die anderen gar nicht mehr auffallen ;)

  2. Heute neu im Angebot: der Down-Top-Kommentar!
    Speiflecken lassen sich durchaus auch kultivieren. Hat man aber je nach Kind mehr oder weniger Erfolg mit. Meine Mädels waren da recht brav; Junior aber hat von uns den inoffiziellen Beinamen „La Fontaine” (ich gebe zudem zu Protokoll: sein Vorname ist auch noch Oskar…) bekommen.

    Zwecks den Wasserreservoirs möchte ich dir ans Herz legen, dass du deine Füße hochlegst. Kalte Fußbäder sind auch nicht schlecht, genau wie Baden und Schwimmen überhaupt.
    Tu es.
    Jetzt.
    Diese letzten Wochen sind deine letzte Chance, nochmal richtig einen auf Faul zu machen. Danach gibt es nur noch den Fulltimejob.
    Aber wozu schreib ich das eigentlich; das hat mir noch keine einzige werdende Mutter geglaubt, und alle kamen hinterher an und sagten mir „JETZT verstehe ich, was du gemeint hast…”

    Prima finde ich auch prima!

    Zwetschgenblooz mit Streusel. Hmmm!

    Schranktüren sind aber nicht schlecht als Bügelbrettersatz. Und ich habe sogar schonmal eine UNTERschätzt – das Licht nicht angemacht, weil ich dachte, den Weg finde ich auch im Dunkeln. Nach dem Schlag hat halt jemand anderes das Licht angemacht…

    Undichte Planen sind meines Erachtens fast noch besser, als Dachersatzplanen, die von den Katzen als Sprungbrett entdeckt werden. Das kostet nämlich _ordentlich_ Schlaf.

    Wasser gibt’s nicht als FairTrade oder Bio. Kaffee schon. Stimmt.

  3. Bei uns heißt eine Tertia. Kann man also durchaus machen. Ich als heimlicher Altphilologe wär jedenfalls beglückt.

    Ach ja: Wann kann ich a Stückla Streuselkuchen abholen? Würde dir im Gegenzug auch den Schlüssel wieder zurückgeben.

  4. stilhäschen sagt:

    Sehr wahrscheinlich, Rufus… da wache ich dann vom leisesten Schnaufer auf, aber das Gehämmere direkt überm Bett, das lässt mich dann kalt. Wunderbare Aussichten!

    Haha, mechatroniker, Oskar La Fontaine ist natürlich klasse. Geradezu: prima! Und das mit den Schranktüren: geht nämlich auch ohne. Lange. Sehr lange. Womöglich sehr, sehr lange. Und man sieht gleich, was wo ist.

    Tja, Ratze, am Ende aber werden wir uns eh wieder nicht trauen und dann heißt die Kleine Madeleine-Sophie oder Adelheid. Ach, das ist ein Kreuz mit den Namen. Und: ein Stück ist noch da. Mach schnell.

  5. Ich habe gehört, dass es nicht unmöglich ist, dass sich die Schuhgröße nach ner Geburt um eine vergrößert- Was solls, kauf Dir die Muddischlappen!

  6. stilhäschen sagt:

    Waaaah, Frau Seefahrt, malen Sie mal den Teufel nicht an die Wand! Die ganze Sammlung soll jetzt fürn Popo sein? Die in größer wiederzubeschaffen ist schon rein finanziell unmöglich. Das geht nicht. Eher binde ich mir die Füße klein!
    Aber ich hege ja die Hoffnung, daß alles wieder wird. Irgendwann.
    Und: schön, daß Sie noch/wieder da sind!


  7. :-)

    Alles wird gut! Ruggediguuuuuuh! ;-)

    Nehmen Sie`s mit Humor, bidde!
    Diese Schuhgrößensache da, da redet natürlich keiner drüber!
    Stellen Sie sich vor, das macht die Runde, wo kämen wir denn dahin?
    Deswegen vielleicht so wenig Nachwuchs überall?
    Da sollte man vielleicht mal drüber reden- oder etwas dafür erfinden. Variabler Schuh oder so…bei diesen Gleitschuhen fürs Eis, da konnte man doch auch immer die Größe verstellen, oder?

  8. stilhäschen sagt:

    Ich sag’ nur: Peeptoe. Do it yourself.

  9. zoee sagt:

    ach, das wird ein schöner tag, wenn du deine füsse wieder sehen kannst! und die füsse schrumpfen auch wieder auf das normale maß. hoffe ich. für dich.

  10. stilhäschen sagt:

    Wegen akuten Temperaturfalls gestern den Härtetest gemacht: ich passe noch in die Turnschuhe! Sogar Zumachen geht noch. Wenn es jemand anderes macht.
    Jippie!

  11. chicaree sagt:

    Dohoch! Schranktüren sind was Feines! Sagt jemand fast ganz ohne, dafür mit kleinem Krabbler, Hochzieher, ganz-minimal-kurz-alleine-Steher. Was war das für ein idiotisches Eigentor, Einbauküchen immer für Spießerkram zu halten – ich WILL eine! Schnell! Und einen riesengroßen Kleiderschrank wie alle anderen noch dazu! Abschließbar, verriegelbar, praktisch, quadratisch, herrlich! Der Vati hat schlicht seinen Stereoschapp samt Rollen hochgehängt und damit das Gefühl einer total kindersicheren Wohnung im Null,nix bekommen. Aber es sieht doch anders aus in Echtigkeit! Lang Zeit ist ja nicht mehr bei euch, aber macht einfach überall Schranktüren dran! Jetzt schon!
    Drücke alle Däumchen und bin gespannt!
    Ach, und die Knöchel: das wird ein Fest, die 2-3 ersten Tage nach der Geburt rauscht das ganze Wasser in nur 3 Mal müssen müssen durchs Klo- großartig! Knöchel!!!! Und Zeit zum 20x WC-besuchen ist eh nicht mehr, ganz geschickt gemacht, das Ganze.

  12. katha rakete sagt:

    oooooh prima find ich auch raketengut!

  13. stilhäschen sagt:

    Ein Glück, chicaree, daß die Küche bereits komplett betürt ist. Blöd bloß, daß das gegen den Staub gar nichts half, aber so sieht man ihn wenigstens nicht mehr gleich.
    Wann fangen die Würmer eigentlich an zu krabbeln? Nicht vor sechs Monaten vermutlich, hab’ ich also noch Zeit, die Strampler mit den üppigen Volants aus Staubtüchern zu nähen. Hoffentlich passt die Kleine dann überhaupt noch unters Sofa…

    Gut, katha, dann machen wir das so. Oder anders. Oder vertrauen darauf, daß bei mehreren Vornamen der Rufname täglich neu ausgewählt werden kann…

Auch kurz das Näschen reingesteckt:

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