2 | 2016

Wie man seinen Kindern zum Basteln politisch korrekte ausgeblasene Ostereier macht – DIY !!11!

19.2.2016

Ostern naht! Nachdem ich jetzt im fünften Jahr Eier auspuste, aufdaß die Kinder sie in der Kita verhunzenzieren mögen, kann ich mich durchaus mittlerweile als Profi in diesem Metier bezeichnen.

Und da ich das noch mindestens die nächsten zwei Jahre auch machen müssen werde, und ich um mein schlechtes Gedächtnis weiß, hier also mein persönliches DIY-Tutorial:

1. Weiße Eier kaufen. Stempel mit Schleifpapier abschleifen (80/100/120 Körnung reicht. 180 dauert zu lange!).
2. Mit dicker Nadel unten ein Loch (zum Pusten), oben 4-5 in kleinem Kreis (Durchmesser max. 3-4mm) stechen, dann das Mittelstück des Kreises rausbrechen. Dieses Loch darf groß sein, da kommt ja später auch die Schnur mit dem Zahnstocherstückchen durch.
3. Mit Schaschlikspießchen durch das große Loch das Eigelb zerstochern – das erleichtert das Pusten.
4. Alles durchs große Loch rauspusten. Mund und Ei waschen.
5. Riesenrührei mit ordentlich Bacon und einem Hauch Gemüse machen. Ganz alleine aufessen.
6. Eier im Kindergarten abgeben und nicht vergessen, die Geschichte laaaaaaut zu erzählen: „Sie, ich merk des fei, wenn Sie dem Risiko des Jahr wieder die Eier vom Jasper-Claude zum Bemalen geben – da waren nämlich die Stempel noch durchzusehen! Unsere Eier sind ja von meiner Großtante Agathe, mütterlicherseits. Da fahren wir am Wochenende immer die 300 Kilometer hin zum Eierholen. Weil die Hennen sind in der zwölften Generation vegan und denen ihr Stall ist aus freiwillig von der Natur abgegebenem Bruchholz. Und zum Schlafengehen spielt Agathe ihnen auf der Leier vor. Ich finde, das schmeckt man einfach.”

Ebook demnächst bei dawanda. Muahahahaa.


Kindermund

17.2.2016

Ich weiss, es ist still geworden hier. Dafür tobt das echte Leben umso radauiger, und das mag auch der Grund für ersteres sein. Der Tag wird wieder kommen, an dem hier wieder längeres zu lesen ist (gedanklich schleiche ich schon lange um einen Artikel zu „Integration” herum, ein großes Wort, das so schwer zu verwirklichen ist… wie wir in unserem lustigen Multikultiviertel hier gerade am eigenen Leib lernen).
Solange müssen es die Stilblüten von Risiko tun, der frische vier Jahre ist und nahezu täglich Klopper raushaut:

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„Risiko, was ist die grösste Zahl, die du kennst?” – „Hundertelfunddreissigtausendhundertelfunddreissig. Und noch eins drauf.”
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„Gut dass wir die Schuhe jetzt haben, weil die sind mir so kuschelig”
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„Ich mag das T-Shirt nicht mehr anziehen, das schwitzt mich so.”
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Und dann war da noch der Tag, an dem ich im Bad stand und Zähne putzte. Risiko marschierte an mir vorbei zum Klo, Hose runter, auf die Brille setzen, pinkeln. Runterrutschen, Hose hoch – „Risiko! Abputzen vielleicht?!” – da dreht er sich zur Klorolle, reisst zwei Blatt ab, liest imaginär davon ab wie von einem Glückskeksinlay „Verschenke deine Träume, doch träume nicht alleine”, wischt ab, wirft ins Klo, spülen, Hose hoch, an mir vorbei, raus.

Sein Unterhaltungswert ist enorm.
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Letzte Woche standen wir sehr früh auf, sassen schon um sechs im Auto und waren gute 5km gefahren, da tönt es von hinten: „Das ist aber ein seeehr langer Tunnel.”
Ich musste kurz überlegen. Es war noch dunkel.
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(Bonus von Rakete: sie spielt gern „rätseln”, umschreibt einen Begriff und wir raten.
„Also, das ist ganz oben. Das ist weiß und blau. Und da kommen die Teile von den Toten hin, die man noch brauchen kann.”
So kann man den Himmel also auch sehen.)


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