8 | 2009

Bestandsaufnahme

31.8.2009

Man kann um Meilen schöner geweckt werden als von einem Dachdecker, der um sieben Uhr morgens vom Gerüst ans Schlafzimmerfenster klopft und sagt „Entschuldigen Sie, aber irgendwie war die Plane nicht dicht. Sie haben jetzt Wasser in der Küche.” Kaffee wäre mir lieber.

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In drei Tagen fünfmal mit der Supporthotline des neuen Telefonanbieters gesprochen, fünf verschiedene Antworten erhalten, warum die alte Nummer angeblich unrettbar verloren ist. Drei Mails geschickt, gespickt mit Drohungen. Anzahl der Nervenzusammenbrüche: mindestens acht. Immerhin klingelt das Telefon nicht dauernd rein. Wie auch, geht ja sofort die freundliche Frau Diese-Nummer-ist-nicht-vergeben ran. Himmlische Ruhe, immerhin. Bis die Dachdecker ihre Mittagspause beenden.

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Schranktüren werden überschätzt.

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zwetschgenkuchen

Lecker, aber leider: fruchtfleischgewordenes Sommerende. Verdammt.

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Ja, doch, soweit ist hier alles in Ordnung. Drei Wochen sind es offiziell noch, aber ob sich die Rakete (Der Neue im Kreis der Favoritennamen: Prima. Ist schließlich die Erste, und Latein’s not dead und so. Und so ein „das war jetzt aber Scheiße, Prima!” klingt einfach super, über den Spielplatz gebrüllt) daran hält? Man weiß ja so wenig.
Gut, ein paar Dinge nerven schon langsam. Ich hätte z.B. gerne wieder Knöchel statt Wasserreservoirs mit der Kapazität des Bodensees. Seit Wochen passt nur noch ein einziges Paar Schuhe: die schlimmen Flipflops aus dem Badeurlaub mit dem Steinchenstrand. Und auch die schneiden ein wie Rollbraten. Tut mir ja auch leid, die ästhetische Umweltverschmutzung, aber Barfußfee wäre noch schlimmer.
Blöd bloß, daß sich jetzt schon wieder langsam der Herbst ankündigt. Ich kauf’ mir doch nicht extra noch Altdamenschlupfschuhe in drei Nummern größer und dann kommt die Madame zwei Tage später und ich sitz’ da mit den Tretern!
Dann ab jetzt eben Flipflops mit Socken. Da müsst Ihr durch und ich muß mich eh schnellstens dran gewöhnen, so schnell nicht wieder ordentlich auszusehen. Ich sag nur: Geschäftsidee Kleidung in TarnSpeifleckenmuster. Ich werd’ schon noch reich. Gratiszugabe: Flipflopsocken.


Umstandsfetzen

17.8.2009

Wieso heißt es eigentlich hochschwanger? Die einzige Dimension, in der sich hier immer noch ein Stückchen mehr tut, ist die Tiefe!

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Schlimm genug, daß wir tatsächlich ein „Eltern”-Abo haben (Kosten pro Jahr: 33€ – Werbeprämie fürs Jahresabo: 30€-Gutschein für ungefähr überall). Aber dann kommt der Kindsvater mitten in der Nacht aus der Kneipe, und statt ins Bett zu gehen setzt er sich aufs Sofa und liest das Dingens! Ich mache mir Sorgen.

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Vor ein paar Wochen hatte ich noch getönt, ich hielte das alles auch locker noch 3,4,5 Monate aus, die Kleine solle sich ruhig Zeit lassen.

Haha, ich nehm’ das mal eben zurück, ja?

Also, ich hab’ nicht Medizin studiert, meine anatomischen Kenntnisse mögen nicht den wissenschaftlichen entsprechen, aber die der Kleinen mit Sicherheit erst recht nicht. Woher also soll sie wissen, wie das eigentlich gehört dadrin?

Sie stellt sich täglich ihre Wohnung um, schiebt die Leber mal hier und mal dorthin, und der Magen stört auch, weg damit, vielleicht heute mal nach oben? Und was ist das hier, Milz steht drauf, weg damit, dahinten in die kleine Lücke zwischen Blase und Niere, ach, Blase! Da war doch was, da kann man so schön reinboxen, und wo wir schon mal da sind: nochmal von innen an den Leisten kratzen, da zuckt das Elternhaus immer so schön zusammen. Dann fünf Minuten Spontanschlaf und sofort wieder die Füßchen in die Rippen stemmen und all das treffsicher und zielgenau und ganz ohne Licht. Ich bekomme ein verdammtes Anatomiegenie.

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Seit Wochen wartet ganz hinten auf dem Schreibtisch eine Unser-Baby-ist-da-Karte auf Antwort. Ich würde ja gerne gratulieren, das macht man so und mit den Eltern war ich einst auch dicke, aber ich schaff’ es einfach nicht. Glückwunsch ja, aber zum Kind und keinesfalls zum Namen. Mir fällt immer nur „mein Beileid, kleiner Mann” ein. Warum müssen manche Zwerge auf Teufel komm raus von Anfang an gebrandmarkt sein?

(Und wenn dereinst auf unser Kärtchen keine Antwort kommt, kann ich sie mir dann denken? Aber wer kann schon ernsthaft etwas gegen „Rakete Regenauer” haben?)


Club auf Tabellenplatz 7!

14.8.2009

Grade mal ein Spieltag vorbei und schon heißt es überall der Club im Abstiegskampf, meine Fresse, Ihr seid tolle Fans wirklich schnell.

Apropos Fresse: was habt Ihr denn, immerhin liegen wir auf Platz 7!

Schnullerliga


[Quelle]

Und die Bayern auf Platz eins, ach, ich gönn’s ihnen. Deutscher Schnullermeister, was für ein Titel.


Schrott für die Welt

5.8.2009

abwrackpraemie.jpg

[Symbolbild, mein Heck ist fetter sieht anders aus.]

Der Automechaniker meines momentanen Vertrauens sah auf mein Auto, dann auf meinen Bauch, und dann kam sie auch schon, die dritthäufigste Frage nach „Wißt ihr schon, was es wird?” und „War’s geplant?”: „Willst du dein Auto wirklich behalten?”

Ja, verdammt noch mal. Weil ich (naiverweise?) glaube, daß so ein Kind nicht alles auf den Kopf stellen sollte. Weil dieses Auto so lange mein Traum war, weil sein Kauf einen Lebensabschnitt besiegelt hat. Weil es so herrlich unvernünftig (Zweisitzer! Undicht! Kaum Stauraum! 130PS!) vernünftig (So viel Spaß für 8 Liter!) ist. Und weil ich nicht auf jeden Quatsch wie die beknackte „Umweltprämie” reinfallen muß. Zumal ich ohnehin so wenig fahre, daß sich eigentlich eh gar kein Auto „lohnt”, egal wie reparaturunanfällig es sein mag.
Wir kriegen das alles irgendwie anders hin, mit Fahrrad und Kinderwagen und U-Bahn, wozu wohnt man mitten in der Stadt?

Und überhaupt: Abwrackprämie! Hör mir auf! Warum soll ich etwas noch Funktionierendes wegwerfen? Und mir stattdessen überteuerten Schwachsinn, den ich eh kaum nutze, andrehen zu lassen? Damit Wirtschaftsbosse  und Aktionäre sich doch noch ein paar Milliönchen mehr in die Taschen stecken können? Schlimm genug, daß moderne Technik schon eine minimale Halbwertszeit eingebaut hat – da brauche ich nicht noch die ohnehin schon kurze Lebensdauer noch zusätzlich verkürzen!

Aber Hauptsache da wird gleich „Betrug!” gebrüllt, wenn unser Wohlstandsmüll woanders nochmal genutzt werden kann.

Aufregen könnt’ ich mich! Aus der Haut fahren! Weil: Auto- geht ja eh nicht mehr, zu eng, zu tief, zu hoppelig. Okay, fragt mich einfach in einem halben Jahr nochmal, ob ich’s verkaufe. Afrika ist’s ja wohl auch wurscht, wenn’s reinregnet.


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