3 | 2007

hoch die Tassen!

31.3.2007

Was für ein hervorragender Kaffeepott fürs Büro – vor allem, wenn der Kollege gegenüber keine Ahnung hat (bis auf den Boden ist alles schlicht und weiß). Da übernimmt man gerne das Abräumen, damit es noch länger so bleibt.
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Zu haben bei Thorsten van Elten. Ich hätte dann gerne das Häschen, bitte.


Frühjahrs-Asyndeton

31.3.2007

Wie unfaßbar unverschämt pervers wunderschön sind eigentlich Magnolien?magnolien11.jpgmagnolien3.jpg
Und in ein paar Tagen dann so:
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[aus der Reihe woran man merkt, daß man alt wird: man fotografiert Pflanzen. Es ist hoffnungslos.]


Arbeitstitel bimbamnuamol

30.3.2007

Enttäuschung und das ganze überschätzte Zeug liegen ja nah beieinander.

Aber eins nach dem anderen.

Große Freude beispielsweise hat Frau wort-wahl bei mir entfacht, denn zum allerersten Mal wird mir zuteil, was andere Blogger sich schon lange gegenseitig um die Mäuler schmieren: gelesen werden, im allerbesten Sinne, nämlich öffentlich vor-. Wow. Dankeschön. Eine Freude eben. (Und daß die gute Frau das nicht ganz freiwillig getan hat, daß ich diese Ehre nämlich nicht etwa verdient, sondern gewonnen habe, noch dazu mit einer Fachkenntnis, die ein ganz schlimmes Licht auf mich wirft, das lasse ich einfach mal unter den Tisch fallen, nech.)

Gar nicht so schön dagegen ist die Aussicht auf Liftfahrten ohne Schokoladenspender, und deshalb muß ich wohl größere Geschütze auffahren. Nichts gegen dich, Karlheinz aus Ülze, der du mir rechtschreibkreativ und wohlmeinend die Ferienwohnung deiner Mutter in der Wildschönau anbotst, die Mutter und dich eingeschlossen. Den Schlüssel lassen wir mal bitte umgedreht.
Aber das kann doch nicht alles gewesen sein, Leute!
Jetzt also mit Belohnung: wer mir jemanden ans Messer die Skikanten liefert, dem lese ich einen Text nach Wunsch vor. Aus Technikblödheit am besten am Telefon. Ist das nicht irrsinnig persönlich? Wahlweise gäb’s eine Buddel Schnaps. Aber den kriegen die Mitfahrer. Irgendwie muss das Eis ja gebrochen werden.
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Nachtrag: Freundlicherweise unterstützt Don Alphonso meine Suche, weswegen der ein oder andere hier gelandet sein mag statt auf der eigentlichen Suchanfrage, was aber auch nichts macht, denn mittlerweile gibt’s eh schon Neues, und zwar Termin und Ort. Am Montag, 2.April, in aller Herrgottsfrühe geht’s los an den Arlberg, also hopphopp, fix überwunden und drangehängt, bittschön.


Die nackte Wahrheit (Umkleide, die Zweite)

28.3.2007

„Ich werde diese Platte nicht kaufen, denn sie ist zerkratzt“

Zum Glück bin ich weder eine Schallplatte, noch bin ich käuflich.
Nur, dass Lars sich immer noch so sehr für mein nicht vorhandenes, oder doch vorhandenes oder wie auch immer Sexleben interessiert, wird langsam zur Gewohnheit.
Lars ist ein herzensguter Mensch, wirklich einer der Besten, aber man kann es ihm nur schwer Recht machen.
Wahrscheinlich kann er es sich selbst nur schwer Recht machen und meint es doch nur gut.
Wenn ich eine Beziehung führe sagt er „ey Wagner, ich sehe es dir doch an, dir fehlt das Abenteuer.“
Habe ich eine Affaire bemängelt er „Junge, das bist doch nicht du, du brauchst mal wieder was Ernsthaftes, etwas mit Substanz.“
Trinke ich Wein meint er, ich solle mal wieder ein ordentliches Bier trinken.

Wir sind wieder in der Umkleide nach dem Schwimmtraining, ich suche mein T-Shirt und drehe ihm den Rücken zu.
„Wagner“, erschallt es hinter mir, „was hast du denn gemacht, da am Rücken?“
Er meint die feinen, langen, frisch verkrusteten Schürfwunden links und rechts meiner Wirbelsäule auf der unteren Hälfte bis zum Ansatz vom Po.
„Frag nicht“, brummele ich mehr als ich Antworte.
„Uhh, eine erotische Begegnung…?“
Zeit für einen Themawechsel.
„Verdammt, das Gummi ist gerissen“, empöre ich mich.
Lars stockt der Atem hörbar, „was das auch noch?“
„Ja, hier bei meiner Schwimmbrille“, sage ich und halte die Überreste des Gummizuges resignierend in die Luft.
„Achso, das ist ärgerlich.“
In der Tat, das ist es, komisch, denn sogar an solchen kleinen Dingen hängen Erinnerungen.
„Kein Problem, bei Sport-Schmidt am Bahnhof gibt es gerade welche von Aquasphere für 15€, echt deLuxe die Teile und quasi unzerstörbar.“
Themawechsel geglückt, man muß es nur geschickt anstellen, mittlerweile habe ich auch mein T-Shirt gefunden.

Wie immer gehen wir nach dem Training noch was Trinken, planen die nächsten Einheiten oder plaudern von den vergangenen und kommenden Tagen.
Lars war am Wochenende zu Hause bei seiner Familie und alte Freunde treffen, „ganz übel sag ich dir, ich war so voll, dass ich meiner Ma noch einen Blumenstrauß gepflückt habe, am nächsten Morgen entpuppte sich das Gebinde dann als Strauch trockener Gräser….Hölle! Und was hast du am Wochenende gemacht?“
„Hast du doch gesehen.“

Ihm kommt der Schluck Kaffe, zum Glück mittlerweile nur noch lauwarm, wieder aus der Nase.
„Was? Ich habe doch nur einen Scherz gemacht vorhin. Das war nicht wirklich eine Frau auf deinem Rücken? Alter, was hatte die denn für Fingernägel und was habt ihr gemacht, so was habe ich ja noch nie gesehen…“
„Doch“, sage ich und da ist es mir auch schon wieder irgendwie peinlich.
Ich will abwiegeln und mache es eigentlich wohl nur noch schlimmer, „die hatte ganz normale Fingernägel, weiß auch nicht.“
Lars ist beeindruckt oder verwirrt oder was auch immer, auf jeden Fall schweigt er, und ich hoffe er hat nicht zu viele Bilder in seinem Kopf.
Der Themawechsel kommt dieses Mal in Gestalt eines Freundes von Lars, den ich nicht kenne.
Die Beiden schmieden Pläne für den kommenden Abend, ich trinke meinen Kaffe aus und schleiche mich davon, „machs gut, wir sehen uns Freitag“, sage ich und versuche mir nicht anmerken zu lassen, dass der Rucksack auf meinen Wunden scheuert als ich ihn versuche aufzusetzen.
Auf dem Heimweg denke ich noch über die großen Themen nach, über Wahrheit und über Erinnerungen und so.
Vielleicht bin ich auch ein einfach nur ein geltungssüchtiger Prolet, vielleicht hätte ich einfach erzählen sollen, ich sei besoffen rückwärts vom Fahrrad gefallen oder so. Aber hätte man mir das geglaubt, und wie wäre es dann mit der Wahrheit und den Erinnerungen gewesen?
Vielleicht hat Lars auch einfach Recht, und ich brauche nur mal wieder eine richtige Freundin.
Ich glaube, ich brauche erst Mal ein Bier.


Om Freidog auf d’Nochd

28.3.2007

Eine coolere Sau hätte es ganz anders aufgezogen (Preisausschreiben! Schreibwettbewerb! Wadlcasting! Hauptpreis: meet and greet the one and only stilhäschen!), aber ich gebe zu: ich bin halbwegs verzweifelt. Und ich habe keine Zeit.
Was ich habe, ist bewilligter Urlaub ab übermorgen, die Kanten geschliffen und noch Winterreifen auf dem Häschenmobil. Leute, ich bin heiß! Und wurde gerade im vorletzten Moment versetzt. Klar ist eine Steuerprüfung schlimm, aber muß ich deswegen wirklich alleine da raus? Am Schluß lande ich noch an einem dieser unsäglichen Aprés-Ski-Pilze in den Armen irgendeines Sepps, und deswegen sind jetzt hier Helden gefragt.
Helden (oder Heldinnen!), die kurzfristig mit mir Skifahren gehen wollen. Eine Woche oder nur ein paar Tage, am liebsten in irgendeine schlimme 80er-Jahre-Betonburg in Frankreich, aber zur Not nähme ich sogar mit Österreich vorlieb. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Snowboarder, sind ja auch nur Menschen, aber in Skifahren steckt Fahrtwind. Ob der einem auf einem oder zwei Brettern den Atem nimmt, wäre mir für die Begleitung sogar in dem Fall egal; bloß bei Leuten, die wie die Robben auf der Piste herumsitzen, werde ich ein gerüttelt Maß intolerant. Nicht mal Blogger müssen es sein (vielleicht sogar besser, wenn nicht…).
Dann wäre das schonmal geklärt. Sollte also jemand unter meinen Lesern oder deren Freunden (ein, zwei, viele, egal) sich meiner (auf der Piste!) annehmen wollen: bitte bewerbenmelden unter info[at]skistilhaeschen[punkt]de.

Sonst eben demnächst hier: warum ich nie mehr nach Frankreich fahre, Vier Häschen gegen Willi oder Zu alt für die Alm – die schlimmsten Skistiefelverletzungen.

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[Die neue Rubrik suchen hatte ich eh schon länger im Kopf, aber die anderen Gesuche haben Zeit. Schauen Sie also auch demnächst wieder vorbei, wenn das Häschen ruft: „Raus damit, ich brauch’ es ärger!”]


Ach, fleck mich doch…(Teil II)

25.3.2007

„Haben Sie ein Feuerzeug oder etwas anderes zum Aufmachen?” Die 17jährigen Mädels waren schwer beeindruckt, als ich ihnen ihre Bierflaschen an der Kante der Stadtmauer öffnete. Und das, obwohl sie mich gesiezt hatten! Ich war gelinde stolz auf mein Gutmenschentum (und darauf, daß es noch klappt), die beiden kriegten sich kaum mehr ein ob meiner Coolness und schlenderten davon („So sah die gar nicht aus!”).

So einfach wird man zum Helden. Und so schnell zum Krüppel.
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Ich bin einfach zu alt für den Scheiß.


[aus der Reihe Flecken, bei denen keine Kotztierchen helfen]


Ach, fleck mich doch…

23.3.2007

- „Soso, Sie waren also eben bei IKEA.”

- ”?!?”

- „Preiselbeeren. Zu Kjöttbullar. Mir erzählen Sie nichts.”

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[aus der Reihe ein Fall für viele Kotztierchen]


Kulturkritik

23.3.2007

Das Publikum ist bunt, aber auf eine besondere Art homogen: alternativ, tolerant, kulturell interessiert. Wenn man’s positiv sehen will.
Ich sehe nur durch die Bank diese offensiv zur Schau getragenen Individualität, die abschätzigen Blicke für Leute, die mit weniger als fünf Farben auskommen. Gefühlte Dreadlockquote über 30%, Doc Marten’s hat die absolute Fußmehrheit, Kerle tragen Batiktücher umme Hüfte. T-Shirts mit wilden Parolen zu schlimm zusammengezuppelten Protestfrisuren, und in der Hand ne Apfelschorle, weil doch mit Papas Benz da und so.

Überhaupt scheint Scheiße aussehen – absichtlich! – und dazu Wasser trinken die neue Coolness zu sein. Meine liebe Jugend, so werden wir keine Freunde mehr, ab jetzt stimme ich ein in das früher-war-alles-besser-Geseier. Verbieten sollte man das, zum Spaß geprügelt gehört ihr alle miteinander.

Hören tut man dafür Sätze wie „Soll ich mal kucken gehen, wie teuer die Getränke sind?”, denn bei vier Euro Eintritt geht der Wucher natürlich bestimmt weiter, alles Kapitalisten, überall der Feind. „Bub, so wird das nie was, du hättest sie fragen müssen, was du ihr mitbringen kannst”, denke ich noch, da nimmt die Lady mir den Wind aus den Segeln: „Nee, brauchste nicht, die haben bestimmt keine Sojamilch.”

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[Foto ebendort in den sanitären Anlagen]

Als der Saal noch halbleer war, lagen bereits auf jedem Stuhl ein Schal oder eine Jacke. Man mag sich einig sein darüber, wie scheiße man die Malle-Touris findet, aber daß man selbst die Handtuch-auf-Liegen-Mentalität verströmt wie tofusauren Schweißgeruch, darauf kommt man nicht. Stattdessen klatscht das Publikum frenetisch, als der Moderator Rauchen nur draußen und in der Pause verkündet.

Da hab’ ich doch auch gar nichts gegen, aber das eifrige Genicke der lichterwerdenden Lehrerschädel vor mir, die beinahe stolzen „siehst-du-endlich-ändert-sich-was”-Seitenblicke zur glasperlenbehängten Kinderladenhüterinnenfreundin und der besiegelnde Kuß dazu – ich nehme einen tiefen Schluck und überlege ernsthaft, gleich zu gehen, noch bevor dieser Poetry Slam beginnt.
Denn hinter mir sitzt natürlich der gesamte Anti-Rassismus-AK vom Vorortgymnasium und diskutiert lautstark die Weltpolitik und diesen voll fiesen Verweis für Holger. Ich weiß noch nicht, daß sie später die Texte mitsprechen werden und ich ahne nichts davon, daß neben mir die Frau mit dem Salven-Syndrom (bewußte Humorfreiheit soll vertuscht werden durch ausreichend Lachen; vorsichtshalber also ein spitzer Lacher nach jedem Wort, irgendwann wird schon ein Treffer dabei sein) sitzt. Ich sitze auf heißen Kohlen und verstehe bereits, warum „to slam” zuschlagen heißt.

Die eigentliche Veranstaltung war okay, solides Handwerk meets verkrampfte Sozialkritik, immerhin gewinnt der Biertrinker dabei. Ich kann trotzdem gar nicht genug trinken, um den Abend nicht unter „ernüchternd” abzulegen.
Was ein Publikum alles kaputtmachen kann.

Ich bin einfach zu alt für den Scheiß, denke ich und wanke nachhause.
Zeit wird’s für einen Rollator, wenn das so weitergeht.


Poesie-Alarm

17.3.2007

„Achtung, Objektkunst – kein Spielzeug!” stand dran.
Sei’s drum, dann bin ich jetzt eben Kunstkäufer.
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Heißt „Luftschlösser”, ist von Katja Then und hier zu kriegen. Hach.


Endlich entdeckt:

16.3.2007

der Sinn von Karottenjeans.

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