Das Schöne am Stadtleben ist ja: wenn man um 19:50 Uhr noch Hunger hat, kann man Pizza bestellen. Oder, weil man auch noch Wein möchte, von dem einem nicht mitten in der Nacht der Schädel aus dem Bett rollt, sondern erst am Morgen: noch schnell zu Aldi rennen.
Dort kann man dann Ewigkeiten vorm Bananenregal stehen (Bio oder konventionell? 1,69/kg zu 1,29, ach, scheiß der Hund drauf, essen wir halt mal die Schale mit. Bio.), während die Lady an der Kasse rhythmisch mit der Geldlade klopft. Aber schließlich steht auch noch wer an der Kühltheke, und das ist weiter weg. Die Bananen sind eingeschweißt und es gibt sie nur im Doppel oder Dutzend. Ich möchte drei. Oder fünf.
Und dann zieht die Gute die Flasche über den Scanner und die Pizza und die Bananen und nochmal die Bananen und nochmal. Schaut dann hoch, grummelt „kababberladran” (Babberla = Etikett; selten genug, daß fränkisch charmant klingt) und man wähnt schon wieder einen Teufel im Spiel und versucht zu erklären, wie schwer es war eine Fünfertüte zu finden und überlegt, ob man den ständigen Griff ins Klo auch noch zum Thema machen soll und die Vermutung, es könnte genetisch sein und da hört man sie „psssst, fünfzig Cent, psssst?” zischen. Und man sieht sie an, und sie lächelt und hat Grübchen und flüstert schelmisch „dann brauch’ ich nicht aufstehen und die müssen ja eh weg” und man antwortet „psssst, gut” und „schönen Abend noch, pssst” und sie lächelt noch mal und zuhause (the spießer in me is the spießer in you) legt man die Dinger auf die Waage und es ist mehr als ein Dreiviertelkilo, aber viel wertvoller war dieser Moment und das erste Lächeln des Tages um 20 Uhr.
Wenn es einen Gott gibt, dann soll er mich lesbisch machen und diese charmante Frau mir verfallen. Oder ist das, verdammt noch mal, schon wieder zuviel verlangt?










