8 | 2006

Featuremania

31.8.2006

„Waaaah, komm schnell, mein Computer ist kaputt!”
Normalerweise klingelt vorher das Telefon und es ist meine Mutter. Heute ist es eine Kollegin und ihr Ruf hallt durchs ganze Haus. Als ich ihr Büro betrete, flackert in ihren Augen schon Panik, sie hat offensichtlich Angst, Firmeneigentum unwiederbringlich zerstört zu haben. Sie rattert etwas von Programmabstürzen und Fehlermeldungen herunter, und daß sie daraufhin einen Neustart versucht habe und jetzt geht gar nichts mehr!

Ich habe keine Ahnung, warum ich diejenige bin, die bei sowas als erstes gerufen wird. Es gibt Leute, die mir „so eine geduldige Gelassenheit”, ja „Unaufgeregtheit” unterstellen – in solchen Momenten weiß ich dann nicht, ob ich deren Beobachtungsgabe oder mein verschwendetes Talent betrauern soll, von dem ich nicht einmal weiß und ohne das Hollywood jetzt sehen muß, wie es zurecht kommt. In Wirklichkeit – also für mich – fühlt sich alles anders an als gelassen, aber da steckt man ja nicht drin und das ist ja auch gut so. (Die „Unaufgeregtheit” traf mich übrigens so unvermutet, daß ich danach gleich hysterisch Mobilfunkmeldung erstatten mußte: „waaah, stell Dir vor, der meinte, ich sei so herrlich unaufgeregt! Ich!!!”. Besser wäre gewesen, ich hätte auch auf Unaufmerksamkeit verzichtet und der Kerl hätte das nicht mitgehört…)

Vielleicht hält man mich aber auch für besonders patent, das ließe ich mir auch gerne gefallen. Dann wird es das wohl sein. Und das, obwohl ich nicht einmal solchen Schmuck

Mädchenwerkzeug

trage.

Was genau übrigens nicht mehr funktionierte, war die Tastatur. Die Maus ließ sich noch bewegen, aber das Paßwort war nicht mehr einzugeben. Und nach mehreren Minuten Kabelstecken unterm Schreibtisch hielt ich dann einfach einen Vortrag über unsinnige Features – inspiriert vom wunderbaren Nilzenburger, schöner hätte ich nicht sagen können, wie unnütz Funktastaturen sind und wechselte die Batterien.

Und morgen kauf ich mir für solche Fälle doch ein Werkzeug.
Taschenmesser mit 85 Funktionen

[Zangen hier, Magnetarmband hier, Messer hier, Links z.T. via Ehrensenf]


übrigens…

31.8.2006

„Prost” liegt bei meiner T9-Worterkennung leider hinter „Sport”. So kommen SMS zustande wie „Ich gieße mir jetzt noch ein Bier in den Farn. Sport!”, aber der Inhalt ist ja trotzdem klar, auch wenn der Hals gemeint war.
Und das hier ist übrigens tatsächlich großer Sport; ich denke ernsthaft nochmal über eine Mitgliedschaft im Fitnessclub nach:

[via Bombastic B. und fugufish]


Abschied

28.8.2006

Tja, das war’s dann wohl mit uns beiden. Ganz schön plötzlich ging das vorbei, ich jedenfalls hätte nicht damit gerechnet, aber vielleicht hattest Du das ja schon lange geplant. Das ist jetzt alles nicht mehr rauszukriegen, Du bist weg und alles, was Du hinterlassen hast, sind die Pflanzen auf dem Balkon und ein paar Erinnerungen an Tage in Röcken ohne Strümpfe.
Jetzt regnet es draußen Stahlseile und ich spiele mit dem Gedanken, die Heizung wieder einzuschalten. Die zweite Decke ist schon längst wieder mit in meinem Bettbezug.

Deine Vorgänger hatten mehr Stil beim Abschied. Sie haben wenigstens „Auf Wiedersehen” gesagt, das war nicht immer besser, auch langgezogen werden Trennungen nicht unbedingt einfacher. Manche kamen wieder, mehr oder weniger lang, aber letztenendes hatte ich wenigstens Zeit, mich darauf einzustellen, daß sie wieder gehen würden.

Ich habe die Hoffnung aufgegeben, daß Du noch mal kurz vorbeikommst, wenigstens für ein paar Tage. Keine Ahnung, wo Du jetzt bist, wahrscheinlich sehr weit weg, mich und alles hier hast Du sicher schon längst vergessen, verdrehst jetzt anderen den Kopf und machst sie schlaflos.
So ist dann wohl das Leben. Pfff, aber wer braucht Dich schon? Dein Nachfolger steht schon nicht mal mehr vor der Tür, er ist längst drin und klopft trotzdem noch von außen an die Scheiben. Als Du noch da warst, waren die Fenster immer offen.

Ach, es hilft ja nichts. Tschüß, Sommer, und bleib doch einfach, wo der Pfeffer wächst.


Fürbitte

28.8.2006

Man kann ihr nur wünschen, daß er ihr wenigstens den Humor nicht hat nehmen können und sie zumindest innerlich ein kleines bißchen geschmunzelt hat, als das österreichische Entführungsopfer diese Worte wählte:

Sie sei sich bewusst, dass sie keine normale Kindheit und Jugend gehabt habe.
Jedoch habe sie unter diesen Umständen zumindest „nicht mit dem Rauchen
begonnen” und „keine falschen Freunde kennengelernt”.


fast ohne Worte

26.8.2006

[„Unkraut versteht sich.” Dieser Mann ist ein Rapgott, dafür bräuchte er nichtmal so einen Körper. (Hatte er den eigentlich schon immer?) Ach, ist übrigens Dendemann, ehemals einszwo. Mehr Worte gibt’s aber wirklich nicht.]

Nachtrag:
okaaaay, wenn man weiß, was zitiert wird, kann man auch berechtigt lachen (z.B. über den Sackkratzer).

Danke, Esther! (Und nein, das mit dem Silikonbody glaube ich nicht…)


Mama ante ports – 2006

25.8.2006

In drei Jahren kann eine Menge passieren. Muß aber nicht. Meine Mutter, der Rechner und der Kriegsfuß stehen stramm wie am ersten Tag.
Mittlerweile klingelt Handy statt Festnetz, aber Probleme und Lautstärke sind gleichgeblieben. Gut, der Browser hat sich geändert. Und so nehme ich ein weiteres Mal ab. Die IT-Abteilung wird dereinst Kaffee aus der Tastatur kratzen.

„Häschen! Der Mozarilla ist kaputt!”


Trost

25.8.2006


kurz vor Papst

24.8.2006

Unfaßbar, wie so ein anachronistischer uralter Mann Menschen bewegt. Da wollen also tatsächlich ein paar verblendete erleuchtete Frauen beim Papstbesuch auf dem Islinger Feld gebären.
Und die Rettungsdienste versuchen nicht einmal, diese armen Seelen zu retten.
Na, ich hätte sie auch aufgegeben.


Götterdämmerung

24.8.2006

Die Riesenmaschinisten hatten wieder einmal eine großartige Idee. Geradezu zum Niederknien. Für das Poetenfest in Erlangen haben sie einen Altar für allerlei Götter gebaut, zu denen man online beten kann (incl. Bestechungsversuch). Immer, wenn das einer tut, wird vor Ort der Altar des jeweiligen Gottes beleuchtet.
Zur Auswahl stehen u.a. der „Gott der Kontrolle über die eigenen Haare”, der „Gott der vergessenen Passwörter und der gnädigen Amnesie” oder der „Gott der unterhaltsamen Ereignislosigkeit”, der Bloggergott:


Großartig. Göttlich. Zum Niederknien eben.


nur so ne Idee

23.8.2006

Leute, schickt mir schon mal den Nobelpreis.
Ich hab’ da ein brandheißes Ding am Start und stehe kurz davor, mich für Biologie oder Gentechnik einzuschreiben, nur um das wissenschaftlich durchzuziehen. Das wird die Welt revolutionieren. Na gut, eigentlich hoffe ich drauf, daß einer von Euch das besser kann. Aber wehe ich werde nicht in der Dissertation erwähnt!

Eigentlich ist die Sache simpel. Man müßte halt nur einen Weg finden…

Weiß ja jedes Kind, daß Alkohol Gehirnzellen tötet. Aber wie zum Teufel sucht sich der Kerl aus, welche er nimmt? Seit einem einschneidenden Erlebnis (Wie der Ochs vorm Berg stand ich vor dem Geldautomaten. Die PIN für die EC-Karte war weg. Gestern noch gewußt, heute verschwunden. Dazwischen mehrere Biere und wenige Stunden Schlaf. Die Zahlen kamen nicht wieder. Über mehrere Wochen ging ich mehrmals täglich zur Bank, um drei neue Kombinationen auszuprobieren, in der Schalterhalle die Karte wieder freischalten zu lassen und… um es kurz zu machen: bis heute sind diese verschissenen vier Ziffern nicht wieder aufgetaucht. Alle Eselsbrücken weggeschwemmt, nichts zu machen.) beschäftigt mich die Frage: Was wäre, wenn man steuern könnte, welche Zellen genau man sich versäuft?
Man könnte fiese Erinnerungen löschen! Speicher freiräumen! Idioten vergessen!

Nobelpreis, mindestens. Ich sollte mir schon mal die Domain zieltrinken.de sichern.


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