Hut auf!


Ich weiß, das Thema ist ein heißes, wahrscheinlich gibt es bei der Mordkommission schon längst das Sonderkommando hat(te) Werbung im Blog

Eigentlich wollte ich ja nicht soviel übers Cabriofahren bloggen

Und dabei hatte ich gedacht, ich würde langsam Lady. Habe Kopftücher gekauft, woimmer ich welche fand, sonntags bügle ich sie alle und das Grace-Kelly-Foto hängt als Vorlage neben dem Spiegel

Wäre ich ein Kerl, ich könnte meine wachsende Begeisterung für Kopfbedeckungen aufs sich lichtende Haar schieben. So aber gilt allerhöchstens noch die Angst vor neuen Dreadlocks. Danke, damit bin ich durch, die Zeiten liegen hinter mir, ja, interessant war das dann schon, die nach zwei Jahren mal aufzuschneiden, nur für die Wissenschaft, aber was vorbei ist, ist vorbei, und man muß nicht jeden Scheiß aufwärmen, bloß weil er irgendwann mal richtig schien.
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Apropos richtig schien, das tut die Sonne ja gern und schön, und Sonnenbrillen sind das eine, aber Hüte, hach, Hüte sollten langsam wieder mehr das Mittel der Wahl werden. Finde ich und suche deswegen einen ganz bestimmten, eine „Naschute”, wie die unfreundliche Huthändlerin im gefühlten vierhundertsten Laden immerhin nuschelte („Naa, Naschuden hammer seid fuchzg Jah nimmä”), ein Begriff, der sich leider nicht einmal googsuchmaschinen läßt und nachfragen traue ich mich nicht.
So immerhin habe ich in letzter Zeit staunend ein um das andere Geschäft betreten, das mit einem Sortiment aufwartet, welches mir auf der Straße so selten begegnet, daß ich ernsthaft befürchte, diese Läden könnten am Ende nur Geldwäschereien sein.

Was dieser Laden mit meinen 35€ macht, ist mir egal, denn für mich sind sie hervorragend angelegt. Fand ich dort zwar keinen Hut, doch eine Mütze, wenn auch zuerst nur die perfekte Form in zu klein und zu bunt. Jedoch bat mich die hier sehr freundliche Dame (die Naschutennuscheltante war selbstverständlich in der Unfreundlichkeitshochburg Nürnberg) sogleich, doch einfach das nächste Mal vor Ladenschluß vorbeizukommen, dann könnte man ins Lager schlendern und den gefälligen Stoff auswählen, danach würde man mir gewünschten Schnitt auf meinen undamenhaft großen Klöbes zuschneidern, für keinen Cent mehr als die Mützen im Laden. Die machen sie nämlich selbst.

Ungläubig also betrat ich das Geschäft wenige Tage später wieder, eine Andere bediente mich, das Lager war wieder schon zu, aber ich konnte auf eine Mütze im Fenster weisen, die beim vorigen Besuch noch nicht dagewesen war und wünschte mir diesen Schnitt und diesen Stoff und meine Größe (58; leider gibt es dort keinen Wunschzettel wie bei Online-Buchhändlern).
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Ich mußte kein drittes Mal kommen. Sie hat auf mich gewartet.
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Was für ein wunderschönes, praktisches Ding. Wie die Farbe zum Wagen paßt! Und was für eine hervorragende Verarbeitung. Allein wie sich die Linien treffen! Und Seidenfutter! Sie läßt sich sogar waschen, weil das Schild nicht von Pappe ist. Zum Aufbügeln kann ich sie dann vorbeibringen, „denn das ist ein bißchen knifflig, aber wir haben da so eine Dampfmaschine”.
[Nochmal fürs Protokoll: Hut Eichfelder, Bamberg, Kleberstrasse. Und nein, ich werde nicht bezahlt. Nicht mit Geld. Nur mit Freude.]


10 Näschen reingesteckt bei “Hut auf!”

  1. Pest Krause sagt:

    Hach.
    Hach.
    Hach wie gern würd ich mich von Ihnen mal cabriolieren lassen!

  2. Tapps sagt:

    Der Klöbäs ist bestens versorgt, aber die Batscherla sind noch recht nackig!

  3. zoee sagt:

    schicke teile, sehr schicke teile! :)

  4. schneck06 sagt:

    nicht schlecht, aber schon schade, daß sie nicht beim kopftuch geblieben sind…

  5. Stonenick sagt:

    Very stylish!
    sehr cool!

  6. creezy sagt:

    Wenn’s denn mal in die Hauptstadt kommen, zeige ich Ihnen einen hübschen Hutladen. Belohnung muss sein!

  7. stilhäschen sagt:

    Ha. Das hätten Sie wohl gerne, Herr Krause! Allein, das Ding ist kein Aufrißschlitten. Unter 1,75m sind die Kerle nichts für mich und über 1,75 nichts fürs Auto.

    Stimmt, Tapps, da hapert’s noch. Noch!

    Jepp, Zoee, jepp, Stonenick. Und morgen kommt die neue Sonnenbrille dazu…

    Ach was, schneck. Auch die Tücher haben ihre Zeit. Aber erst wieder, wenn die Haare lang genug sind, um derlei Schmonzes zu unterlassen:kopftuch2.jpg

    Das ist fein, creezy. Und vorgemerkt. Danke.

  8. Pest Krause sagt:

    Holdeste, ich messe 184 Zentimeterlchen. In der Höhe. Vergessen wir das Auto und konzentrieren uns auf das Wesentliche.

  9. stilhäschen sagt:

    Pestester, wie könnte ich mein Auto vergessen? Das ist rein biologisch gar nicht möglich. Endorphinschleuder und so.

  10. […] Wenn man schon sündigt, dann soll sich’s auch lohnen. Ich pack’ noch Selbstreferenzierung drauf, weil Kritik soll ja nicht nur draufhauen, sondern auch Alternativen anbieten. […]

Auch kurz das Näschen reingesteckt:

Sollte Dein Kommentar nicht an den Spamschutz-Türstehern vorbeikommen, obwohl Du nicht für Deinen Viagrashop geworben oder Nacktbilder Deiner Oma angepriesen hast: bitte kurz per Mail (info[ät]stilhaeschen[punkt]de) melden, dann fisch' ich ihn gern von Hand raus. Danke.
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