Happy Imperfection!


Ich weiß, ich weiß, erst unlängst hab’ ich mich über Supermuttis aufgeregt. Und heute? Sieht es ganz so aus, als gehöre ich dazu*.

Dieses Drecksinternet hat mich nämlich angefixt, irgendwo habe ich diese Regenbogentorte gesehen und wusste: das will ich auch mal gemacht haben! Raketes Geburtstag bzw. den obligatorischen Verwandtschafts-Besuch habe ich dann als Anlass (und mir einen halben Tag frei) genommen.
Regenbogentorte_stilhäschen
Ist gar nicht mal soooo aufwendig. Und hat mir vor allem richtig, richtig Spaß gemacht – weswegen ich das ja auch in Angriff genommen habe; meine Tochter braucht sowas nicht. Daß Rakete mal kurz staunt beim Anschneiden, ach: eine nette Zugabe (für sie und ihre Kindergartengruppe gab’s wie immer ganz einfache Marmormuffins). Die fertige Torte, das Wissen ums Selbstgemachthaben und daß die Schwiegermutter sieht, daß ich auch was kann: unbezahlbar!
Regenbogentorte_stilhäschen_angeschnitten
Wen’s interessiert: ich hab’ mich im Wesentlichen ans oben verlinkte Rezept gehalten, zwischen die Böden aber statt Creme Aprikosenmarmelade gestrichen. Supersaftig! Ich hatte 22cm-Böden und die Frischkäsecreme mit je 300g Käse, Butter, Puderzucker gemacht. Mit weniger hätte ich die Böden aussen nicht gleichmässig abdecken können. Übrigens: aus Schüsseln kratzen und verstreichen lässt sich sowas hervorragend mit einer Krankenkassenkarte! Und lieber vier Riesenrollen Smarties kaufen statt nur zwei. Die Farben sind nämlich gar nicht gleich verteilt und abgezählt (bei mir war Orange stark unterrepräsentiert)!

* Sieht aber nur so aus! Weil ich nämlich nur wenig so sehr hasse wie diese Selbstbeweihräucherungs-Eigenkreativitätsfeierei-Blogs (wehe, hier kommen lauter „oooch, wie toll du das gemacht hast!”-Kommentare!), zeige ich Euch noch mehr. Nämlich was ich (und auch sonst niemand – das macht mindestens genauso oft auch mal der Möhrchenprinz) alles NICHT gemacht habe. Nicht heute, nicht gestern und vieles bestimmt seit ein paar Wochen nicht mehr. (Und man darf mir glauben, wenn ich sage, daß ich die Motive weder arrangieren noch suchen musste!)

Unterm Bett. Tatütata.
Staub auf Fußkreuzen.
Der Fluch der tiefen Sockelleisten.
Im Karton sieht's immer noch besser aus als im Regal.
Was vom Frühstück übrig blieb.
Ach, da!
Dreck, einfach nur Dreck.
Tritt sich fest.
Schon lange tot.
Down the drain
Mein Freund, die Wollmaus.
Wäschemonster von allen Seiten.
waschbecken

Weil es nämlich wichtigeres gibt. In diesem Sinne: do more of what makes you happy. Und lasst den Rest liegen, solange es geht.


32 Näschen reingesteckt bei “Happy Imperfection!”

  1. Eva Karel sagt:

    danke! nicht für die torte, sondern für den grausigen abfluss! fühle mich sehr verstanden.

  2. Sommersturm sagt:

    Wie immer – großartig! Ein Hoch auf das Chaos und die Prioritäten. Solange ich Kind & Bildschirm noch finde, ist es noch nicht chaotisch genug. Und: Ich will auch so ne Torte!

  3. momatka sagt:

    Herrlich! So eine fotografische Ansammlung unerledigter Dinge, nur um die zauberhafte Torte zu relativieren. Hab herzlich gelacht. Danke für diesen ehrlichen Einblick ins Familienchaos (für das unser Haushalt sicher auch ein sehr gutes Beispiel wäre). Lg, Momatka

  4. nachtschwester sagt:

    Ist ja ekelhaft ihre verdreckte Bude, da wird die Schwiegermuter auf die Palme springen und nie wieder runtersteigen. Ist ihr Mann blind oder fühlt er sich bei soviel Dreck und Scheiße in der Bude so sauwohl?

  5. cloudette sagt:

    hihi :-) Ganz wunderbar. Alles.
    (ich wollte mal ne Fotoserie #meineRumpelbude starten. Dann war’s mir aber doch ein bisschen peinlich. Ich könnte etliche ähnliche Bilder beisteuern)

    • stilhaeschen sagt:

      Hihi. Genau. Wäre ich aktiver im Internet, ich würde sowas wie #imperfekteMutter starten. Oder #wasichnichtgemachthabe. Vielleicht wird’s ja wenigstens hier eine Serie – zum Nachmachen freigegeben…

  6. Und nie vergessen:

    Achtung! Kinder sind hier zuhause!
    Freund, wenn Du dieses Haus betrittst,
    vieles nicht ganz sauber blitzt,
    Du merkst, dass es hier Kinder gibt,
    die man von ganzem Herzen liebt.

    Da gibt es Spuren an den Wänden,
    von flinken kleinen Händen.
    Wir machen das mal später weg,
    jetzt spielen wir erst Versteck.

    Spielzeug liegt an jedem Ort,
    doch eines Tages ist es fort.
    Die Kinder sind uns kurz geliehen,
    bis sie erwachsen von uns ziehen.

    Dann wird auch alles aufgeräumt,
    dann läuft der Haushalt wie erträumt.
    Jetzt freuen wir uns an den Gören
    und lassen uns dabei nicht stören.

    (in diesem Fall geklaut von http://www.chefkoch.de/forum/2,44,519141/Achtung-Kinder-sind-hier-zu-Hause.html)

  7. jpr sagt:

    „oooch, wie toll du das gemacht hast!” ;)
    Wichtig ist immer, dass man sich selbst damit wohl ist, ob’s nun Kuchenbacken, Supermutti sein oder Dinge daheim erledigen (oder eben auch nicht) ist.

    • stilhaeschen sagt:

      :-)
      Am wohlsten fühle ich mich tatsächlich beim Nichterledigen des Haushalts. Als Führungsstil nennt man das glaub ich Laissez-faire. Da sollte man mal eine Philosophie draus stricken… Stricken! Backen! Ans Werk!

  8. Siwli sagt:

    Super! Beides – der Kuchen und die anderen Bilder! Könnte man bei uns so ähnlich abbilden… Eine Frage zum Kuchen dann aber doch noch: Hast du dich auch an dieses Rezept gehalten, was die Farben angeht? Oder die „normalen” genommen, die man auch im Supermarkt kriegt… (Bin nämlich jetzt angefixt und will mir selber so einen Kuchen zum nächsten Geburtstag schenken ;-) )

    • stilhaeschen sagt:

      Ich habe diese Farben genommen (wobei grün sicher auch mischbar gewesen wäre, war aber nunmal fertig dabei im Set). Wenn man das jede Woche macht, sollte man wohl eher etwas ohne AZO-Farbstoffe nehmen, aber mir erschien der Suchaufwand nach rot und blau ohne AZO zu groß. Zumal je Boden auch wirklich ein großer Tropfen (Volumen etwa 1/8 Erbse) Farbstoff gereicht hat.

  9. daslandei sagt:

    Ui, die Torte sieht aber ganz schön bunt aus :D

    Und über alles andere hab ich herzlich gelacht!

  10. Christel sagt:

    In meiner Küche steht folgender Spruch geschrieben:
    a clean house is a sign of a wasted life!

    Sehr gut – ich sehe, wir verstehen uns und setzen die gleichen Prioritäten ;)

    Glückwünsche an die Rakete übrigens!

    Christel

  11. anke sagt:

    du hast geschummelt! und den bügelwäscheberg verheimlicht! ;-)

    tolle torte! werde ich garantiert nicht nachbacken!

    lg
    anke

  12. Schnien sagt:

    Oh wie bin ich froh und auch ein bisschen erschrocken: Diese kleinen Ecken, kleinen Kalkfleckchen und die paar Krümel … also ernsthaft – das ist doch gar unordentlich! Das ist Leben in der Bude.
    Wenn wir (meistens immer) keine Zeit haben, um die Grund(un)ordnung herzustellen, dann sieht es bei uns gaaaanz anders aus.
    Und dieses schöne Gefühl, dass alles sauber ist, hält bei uns nur so lange, bis das kleine Monster wieder die Räume betritt.
    Wir spielen lieben anstatt mit dem Besen hinterher zu laufen!

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