„mein Brüderchen – allein der Name schon!”


Da hab’ ich doch glatt bei der Suche nach einem Bild für den Freitagstexter (morgen: schon wieder was neues hier – gewöhnen Sie sich aber bloß nicht dran!) diesen Schnappschuß aus dem Möbelhausprospekt gefunden. Vielleicht wär’ das auch die bessere Wahl gewesen – aber das Bild krieg’ ich wenigstens auch hier unter.

Es ist nämlich ja so, daß der Rakete Geschwisterchen rumort und gedeiht und irgendwann bestimmt auch da ist und benannt werden muß. „Stinkbirne” und „Freßraupe” sehen mit 16 im Perso aber schon sehr scheiße aus. Bei der Rakete war das ja alles noch einfach, da haben wir die zwei Lieblingsnamen verballert und gut war. Trotzdem: für ein Mädchen habe ich schon wieder adäquat zufriedenstellenden Namensnachschub (noch…). Anders, wenn es ein Junge wird. Nein, bloß kein Anders! Erstaunlicherweise nämlich sind die Jungennamen, die für die Rakete bereitlagen, heute nicht mehr meine Favoriten.
Im Gegenteil, ich bin hochgradig verunsichert. Das Blöde ist ja auch: gegen jeden tollen Namen gibt es ein schlagkräftiges Gegenargument mit Arschlochfresse. Dieter, Adolf, Karlheinz, Franz – alle schon draußen. Deswegen bitte ich einfach mal um Mithilfe: liebe Mitleser, vergessen Sie einen Augenblick Ihre passive Konsumentenhaltung und mischen Sie sich ein! Bitte geben Sie Ihre spontanen Reaktionen (egal ob „Prenzelbergscheiße” oder „hach – so hieß meine Spielplatzliebe”) auf die folgenden Namen kund – und haben Sie keine Angst, meine Gefühle zu verletzen damit. Denn ich bin auch ehrlich: ich meine die gar nicht alle ernst.

Also, gegen welche Vorurteile muß so ein Mensch namens Henry / Kalle / Gustav / Bjarne / Erik / Xaver / August / Anton / Yannick wohl so ankämpfen? Raus damit! Ich danke schon mal herzlich. Und Marvin-Bartholomäus auch.

26 comments

  1. Frau Klugscheisser

    Oh Du lieber Augustin, der dann im Mai geboren ist…
    Yannick, nicht wirklich.
    Henry, der ausgewanderte Heinrich?
    Bjarne geht nur mit Lebensabo auf Fichtentannensauna.
    Xaver geht nur in Bayern.
    Erik könnte gehen, nicht aber
    Gustav Gans oder gar Anton Antonowitsch.
    Bitte gerne.

  2. Thomas Arbs

    Ein weites Feld.
    Kalle, Bjarne, Erik sind sehr skandinavisch, teilweise bei Lindgren belegt, was nicht schlimm sein muß, aber schon sehr dezidiert mit einer Vorliebe fürs Nördliche begründet sein sollte.
    Xaver, August und Anton (aus Tirol!!1!) sind der geographische Gegenentwurf, vielleicht dort erlaubt, kann ich gar nicht recht beurteilen, mir als Hamburger kommen sie einfach nur schwer über die Lippen und geben mir ein Gefühl dafür, wie sich der Süddeutsche bei der ersten Kategorie gefühlt haben mag.
    Bleiben Henry, Gustav, Yannick. Gustav ist für mich irgendwie Großelterngeneration, ein Freund von Walter und Rudolf, gibt, wenn mit Tradition begründet, allenfalls einen guten zweiten Vornamen ab (Vorsicht hier, ich schreibe jetzt nicht meinen und meines Sohnes zweiten Vornamen hin!). Nee, sorry, Yannick geht ja wohl gar nicht. Henry? Warum nicht?

    • stilhäschen

      Tja, Henry. Warum nicht? Weil er nicht zum Nachnamen (fängt mit R an, und das klingt dann so nach Ri-Ra-Rutsch) passt, zefix. Sonst wäre die Sache ja einfach… Danke für die prima Assoziationen!

  3. noribori

    Man muss den Gesamtklang von Vor- und Nachname berücksichtigen. Zu Stilhäschen passt am besten Henry (oh-ri ausgesprochen).
    Darf ich auch was vorschlagen? Marvin! Marvin Stilhäschen, das hätte Grandezza.

  4. Dompteuse

    Hmh. Henry heißt der Zwergschnautzer meiner Kollegin. Der ist – ihrer Aussage nach – wunderschön und intelligent (nomen est omen?). Kalle klingt nach fettem, sommersprossigen Etwas. Gustav… mhm… impliziert Gustav Gans – und wer so heißt wird ein Guttenberg. Bjarne – so heißt doch ein Sportler (Rieß?)- Sie würden sich als Fan brandmarken, ob´s stimmt oder nicht… Erik – so hieß der fette, doofe Schwabbeldepp, der noch mit 16 von Mutti an der Bushaltestelle abgeholt wurde – igitt!
    Xaver – zu bayrisch irgendwie, aber dennoch schön. Yannik ist der neue Kevin – Vorsicht! Bei Anton hat man sofort „aus Tirol” im Kopf, keiner kann das wollen. Bleibt – August. Finde ich am schönsten. Und ganz ohne irgendwelche dämlichen Assoziationen ;-)

    • stilhäschen

      Interessant – ich als alte Strebersau finde Gustav Gans ja eigentlich gar nicht so schlecht, hat der doch immerhin ständig Glück. Aber jetzt haben Sie’s mir mit der Guttenberg-Assoziation kräftig versalzen.
      Blöd nur, daß Sie dem Möhrchenprinz Recht geben mit August (bei dem denke ich ja immer an den dummen August, aber den kennt ja kaum mehr wer).
      Und übrigens, wo wir uns ja alle einig sind: der Yannick ist das allerletzte. War nur zur Tarnung in der Auswahl. Alle Namen, für die es mehr als eine Schreibweise gibt, fallen raus, aber hallo. „Jutta, aber mit H (hinterm J!)” oder „Marcus mit C” sind nämlich lang nicht mehr zweisilbig. (Sind diese ganzen Scheißnamen eigentlich der Grund, warum Erst- und Zweitklässler derzeit schreiben dürfen, wie sie wollen? Sonst könnte ja nur noch ein Bruchteil den eigenen Namen schreiben…)

  5. Melanie

    also erik heißt der mann und mit zweitnamen auch der sohn. heißt irgendwas wie der siegreiche oder herrscher. also mein favorit. achtung allerdings, falls er in einem bezirk mit großem anteil türkischer bevölkerung aufwächst. denn auf türkisch heißt erik ‚pflaume’…

    • stilhäschen

      Hervorragender Einwand, danke! Womit der dann auch mal raus wäre, aber hallo. Reicht ja schon, daß die Rakete auf griechisch „komm!” heißt. Die weiß ja auf dem Spielplatz bei uns gar nicht mehr wohin.

  6. Doktor Peh

    Lorenz lässt sich auch englisch schreiben als Lawrence, obwohl er nicht aus Arabien stammt. Moritz ist ein Maurice. Wir haben einen alten, dagewesenen, deutschen Namen gewählt, allerdings nicht, weil die Herzdame von der Vögelei Vogel weiter geworden ist. Daneben noch zwei afrikanische Namen, was gerade deutsche Verwandte höchstgradig irritiert.

    Aber alles in Allem besser als die hiesigen Kollegen, unter denen es Barnabas, Obiajulu und Samson gibt.

    • stilhäschen

      Verehrter Doktor, bitte sagen Sie, daß es bei Ihnen Mitternacht und eine Kiste Bier leer ist, denn sonst versuche ich noch ein paar Stunden, Ihren Kommentar zu verstehen. Aaaaah, in diesem Moment fällt der Groschen. Alter Falter!
      Fällt hier schon allein wegen des harten Buchstabens raus. Sowas kann man hier kaum. Behder, Baddrigg, Dorben, so klingt das hier. Sollte man bedenken. Obwohl, Samson…

  7. Mechatroniker

    Ich möchte an dieser Stelle selbstverständlich gleichfalls ein paar Vorschläge zum Besten geben, die aber sicherlich auch schon im Häschenstall diskutiert wurden. Zum Beispiel die Namen Hans, Moritz und Ruben.

    Gleichzeitig jedoch verweise ich auf unsere eigene Taktik, die sich bislang schon dreifach bewährt hat: auf dem Weg ins Krankenhaus wird zwischen den Wehen gekartelt und festgelegt. Hat super funktioniert!

    Cheers,
    der Mechatroniker.

  8. Donnawetta

    Henry – ein englischer Hans, och nö

    Kalle – da kommen ohne Ende „Blomquist”-Referenzen, Kalle-Pohl-Anmerkungen (schlechtester „Komödiant” aller Zeiten, imho) und natürlich Rummenigge-Hänseleien. Und Letzteres geht ja wohl mal gar nicht, wenn man nicht FCB-Fan ist.

    Gustav – mein Ex-Ex-Ex-Ex-Ex hat seinen Erstgeborenen Gustav-Anton genannt, und nein, das ist kein Scherz. Die arme Sau. Das Kind tut mir echt leid. „Anton” könnte man ja eventuell noch wegen „Pünktchen und Anton” als halbwegs akzeptabel durchgehen lassen und als „Toni” entschärfen, aber Gustav Gans? Wirklich?

    Bjarne – so heißen eigentlich nur Radsport-Doper

    Erik – so heißt der Sohn meiner weltallerbesten Freundin und gefühlt jeder zweite Knabe in der heutigen Altersgruppe 10 bis 25

    Xaver – da denke ich wahlweise an Unsinn (den Eishockeytrainer) oder Franz-Xaver Kroetz, den ich wegen seiner Zwangslesewerke im Deutschunterricht gehasst habe

    August – geht gar nicht. Monatsname und Berufskasper; da würde der Junge sich zeitlebens vor Hänseleien nicht retten können

    Anton – s.o.

    Yannick – Tennisspieler mit eingebildetem Sohn.

    Ungebetener Vorschlag: Da Ihr offenbar Namen mit „A” am Anfang ebenso wie den „Xaver” mögt – macht doch da vielleicht ’nen Alexander draus, den Ihr als Rufnamen zu „Xander” oder „Sander” verkürzt. Das ist nicht so Nullachtfuffzehn wie Erik, aber ausgeschrieben ein gängiger Name, der keine schulischen, beruflichen oder sonstigen Nachteile mit sich bringt(”Kevinismus” ist Dir ja sicher ein Begriff).

    • stilhäschen

      Boah, scheiße, was so ein kleiner Strich anrichten kann. Ich finde beide Namen sehr korrekt (ich hab nämlich gar nix gegen 20er-Jahre-Bärtchen, s.u.), aber nicht zusammen. Doppelnamen gehen sowas von überhaupt nicht, mit nix. Blöd genug, daß manche der Rakete beider Namen schreiben, weil zwei Silben nach so wenig klingt. Nee, nee, nee.
      Und danke für den Extravorschlag, fällt leider wegen persönlicher Arschlochassoziation aus. (Klar ist mir Kevinismus ein Begriff! Sonst hieße der Wurm doch Devon-Marvin!)

  9. trillian

    Henry – finde ich einen sehr sympathischen Namen.

    Kalle – kann ich mir bei einem Erwachsenen irgendwie nicht vorstellen.

    Gustav – da muss ich auch als erstes an Gänse denken. Und an Gust-Affe.

    Bjarne – hört sich nach bei IKEA gefunden an.

    Erik – so heißt mein Mann. Den Namen finde ich schön. Aber er ist tricky, denn viele schreiben lieber „Eric” und deshalb kommt es oft zu Verwirrungen.

    Xaver – ginge in unserem Kulturkreis am Niederrhein garnicht.

    August – finde ich garnicht so verkehrt. Kommt aber auf die Harmonie mit dem Nachnamen an.

    Yannick – hört sich irgendwie voll 90er an.

    Ungebetener Vorschlag: (Wenn es ein Junge geworden wäre, aber es wird ein Mädchen): David oder Bastian.

    Viel Erfolg bei der weiteren Suche und viel Glück in der weiteren Schwangerschaft.

    • stilhäschen

      Dankeschön! Man sieht: alle finden alles anders – hier mal kein August-Bashing. David fand ich auch mal sehr toll, aber ich bin ganz froh, daß der schon im Freundeskreis verballert wurde. Wobei das natürlich kein Kriterium sein sollte, der soll sich ja mal selber Freunde suchen. Ach, zum Glück ist ja noch Zeit (und selbst?)…

  10. Eckart

    Da ich gerade in der gleichen Situation bin, weiss ich, dass ich herrlich Namensvorstellungen kaputt machen kann. Also los gehts!

    Henry – klasse Name, gerne auch mit „i”, hat ein Kollege für seinen Erstgeborenen ausgesucht, bin ich sehr neidisch…

    Kalle – hat für mich eindeutige Maurer-Assoziation. Wenn es in diese Berufsrichtung gehen sollte, kommt der Name von alleine.

    Gustav – klingt nach 20er-Jahre, einem feinen Schnauzbart und Zigarettenmundstück. Geht gar nicht!

    Bjarne – guter Name wenn man eine gewisse Nähe zur dänischen Grenze hat. Ansonsten viel Spass beim Buchstabieren im Ausland! Bih Jäi Äi Ahr .. und dann in ungläubige Gesichter gucken….

    Erik – der dänische Name mit internationaler Akzeptanz!

    Xaver – nur wenn man möchte, dass der Junge bei den Hausaufgaben immer als vorletztes aufgerufen wird (und es nördlich von Schweinfurt schwer haben soll).

    August – irgendwas zwischen Clown und Monat, aber sicherlich kein akzeptabler Name für einen Jungen. Kann man ja gleich Seppl September nehmen.

    Anton – da dachte ich tatsächlich zuerst an Kästner und dann erst an Tirol. Geht schon. Allerdings für einen Jugendlichen oder Erwachsenen etwas unpassend.

    Yannik – nur wenn man möchte, dass der Junge bei den Hausaufgaben immer als letztes aufgerufen wird (zusammen mit den anderen drei Yanniks in seiner Klasse).

    Liebe Grüße und alles Gute für die kommenden Monate!

  11. Kassiopaia

    Ich finde Henry, Kalle und Erik super!
    Erik hieß in der Tat jemand, in den ich im Abijahrgang totaaal verschossen war. Oh Mann… Und auch Prinz Eric (wahrscheinlich mit c hinten, wegen der Amis) von Arielle. In den war ich als kleines Mädchen auch verliebt. Es liegt also viel Amore im Namen. ^^
    Henry ist toll, weil Henry gut klingt, egal ob Henry noch klein ist oder schon groß. Aber fällt ja wahrscheinlich eh raus.
    Und Kalle?! Kalle klingt frech und nach kleinem kessen Jungen. In der Pubertät ist es dann der „coole Kalle” und Opa Kalle passt auch perfekt! Ein Name fürs ganze Leben also.

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