Alter Arsch WordPress


Nee, schon gut, WordPress ist toll, echt mal. Eigentlich bin ich zufrieden.
Aber (Eigentlich und aber, das ist ja auch so ein Paar. Unzertrennlich. Unsympathisch. Wären es Menschen, es wären Else und Olaf Kling.) muß das eigentlich sein mit den wöchentlichen Updates?

Ich hab’ doch erst letztes Jahr aktualisiert, und sogar vor einem halben Jahr und bis gestern hing ich schon wieder um gefühlte 30 Versionen hinterher. Mal eben so konnte ich nicht von 2.8.4 auf 2.9.2 updaten, das hatte ich in einer ruhigen Minute schon einmal versucht. Denn ab 2.9 läuft wordpress nur noch mit einer Datenbank mit mySQL 5.0; meine bisherige (Host: 1&1; bitte sagen Sie jetzt nichts) kann nur 4.0 und ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was SQL eigentlich bedeutet. Schlechte Voraussetzungen? Yeah. Aber zwischen Breikochen und Windelwechseln war mir mal kurz nach Herausforderung.

Um’s kurz zu machen: fix ging es nicht, und zwischendurch hatte ich ordentlich Muffensausen. Jetzt läuft’s aber wieder und soweit ich sehe, auch gut. Wem noch irgendwas auffällt (z.B. kryptische Zeichen statt Umlauten): bitte melden!

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Und jetzt noch kurz (haha) der Ablauf für die Naivlinge, die’s nachmachen oder die Informatikgötter, die mal ordentlich lachen wollen.
Ich danke übrigens der Academy großen Suchmaschine. Ohne die wäre hier Kahlschlag.

1. Backup der Datenbank anfertigen, mySQL4-Datenbank löschen, 5er erstellen, Backup aufspielen

2. In der Praxis ist’s nicht ganz so einfach; da beim Upload des Backups nur Dateien bis 2048 KB Größe funktionieren, sollte das Backup also möglichst klein sein. Also: Datenbank aufräumen! Unbenutzte Tabellen rausschmeissen, und auch mit diesem Trick wurde noch mal ordentlich Platz geschaffen. Trotzdem waren meine Backup-Dateien noch über 4MB groß.

3. Vielleicht hätte ich die Backups auch einfach als GZIP ausgeben lassen sollen – damit hätte die Dateigröße gepasst und bei anderen soll das im Upload einfach funktioniert haben. Aber ich mißtraue diesem Komprimierungskram, weil das schon bei meinem Schlafsack nicht funktioniert wollte den harten Weg… Hier hatte ich gelesen, dass die *.sql-Datei auch einfach ins SQL-Befehlsfeld kopiert werden kann. In der Theorie. Meine Praxis war erfolglos, bis ich die urlange Textdatei in die einzelnen Tabellen aufgeteilt habe und diese einzeln wiederherstellen ließ. Umständlich, langsam, aber: alles war wieder da! Hurra!

4. Naja, fast. Die Umlaute waren durch die Bank zerschossen, aber natürlich gibt es dafür eine Lösung.

5. Dann also endlich wordpress updaten. Ja, jetzt schon!

6. Nicht mehr ins wordpress-Backend kommen. Es wäre ja auch zu schön gewesen…
Aber Abhilfe ist gar nicht so schwer: man muß ja nur alles über die  .htaccess auf PHP5 umstellen. (Bin das ich, die sowas schreibt? Seien Sie gewiß: ich habe keine Ahnung, wovon ich da rede.)

7. Der Login funktioniert wieder. Man könnte jetzt jubeln. Aber alle Umlaute sind wieder im Arsch.
Die Tricks von oben helfen nicht; einzige Abhilfe ist Verschieben der .htaccess – aber dann war’s das wieder mit dem Einloggen. (Das war der Zeitpunkt, an dem ich ganz froh war, all das nicht mit einem kleinen Bierchen angefangen zu haben – ich wäre da vor lauter Frustschlucken bereits im Koma gewesen…)
Glücklicherweise hat aber auch hier dieses unendliche Internet die passende Lösung: einfach (haha! als ob ich wüßte, was ich da tue!) in der Datenbank die Umlaute ersetzen. In den Posts, den Kommentaren, den Usernamen, den Kategorien…

8. Daß dann noch sabbeljan netterweise per Mail berichtete, daß die dämliche Matheabfrage das Kommentieren verhindert: geschenkt. So ein Plugin ist ja schneller deaktiviert als der Flaschenöffner gefunden.

9. Drum eben an der Tischkante (ist eh zerbissen): Bier öffnen! Feiern! Stolz wie Oskar sein! Und sich schwören: nie wieder. Ab jetzt bleib’ ich bei der wordpress-Version, bis die Welt untergeht. Und sollte ich je wieder mit dem Gedanken upzudaten spielen: dafür habe ich das ja jetzt endlich mal aufgeschrieben. So blöd bin nicht mal ich, diesen Fehler zu wiederholen.


6 Näschen reingesteckt bei “Alter Arsch WordPress”

  1. creezy sagt:

    Sie sind toll!

    Äh. Ok. Ich bleibe bei Blogger.

  2. Gratuliere!
    Allein Punkt 9 Satz 4 kann so nicht sein, denn der Oskar wohnt hier…
    Liebe Grüße,
    der Mechatroniker

  3. Andrea sagt:

    Also wenn WordPress mal wieder rummöppert, dass es ein Update haben möchte, klick ich einfach mal auf „automatisch updaten”. Falls ich länger keine Sicherung vom Blog gemacht habe, mache ich die noch fix vorher. Und fertig ist die Laube.

    Funktioniert natürlich so einfach nur, wenn man das nicht über mehrere hundert Updates vor sich herschiebt. Dann geht nur noch die brachiale Variante von siehe oben.

    Aber ich bin angemessen beeindruckt. Ich hätte in den Tisch nicht nur reingebissen sondern ihn vermutlich zerlegt.

  4. jpr sagt:

    Respekt. Die Zahnraeder scheinen eben doch schnell durch, wenn der Automatismus versagt.

    Punkt 3 waere auch meine Empfehlung gewesen (einfach einzelne Tabellen wiederherstellen), dann muss man nicht schauen, dass man vorher nix wegraeumt, was man noch braucht.

    Fazit: Immerhin loest dieses Internetdings auch die Probleme, die es neu schafft. ;)

  5. stilhäschen sagt:

    Dank an alle für die Respektsbezeugungen! Aber der gebührt mir höchstens fürs Durchbeissen. Gelernt hab’ ich ja nix ausser: Finger weg!

    Nää, creezy, ich bin bescheuert. In der Zeit hätte ich dreimal ’ne Kita gefunden…

    Ha, mechatroniker, das mag ja sein, aber an Stolz topp’ ich den dreimal.

    Wie gesagt, Andrea: updaten an sich wäre ja nicht das Problem. Das war der SQL-Sprung ab WP 2.9. und der wäre auch bei regelmäßigen Updates nötig gewesen. Immerhin: die Datenbank ist jetzt für mich nicht mehr das komplett unbekannte Wesen. Nur noch das maximal mysteriöse.

    Exakt das Fazit hab’ ich auch gezogen, jpr. Zum Glück!

    Übrigens: ich würde ja gerne noch die Umlaute in den Links der Sidebar reparieren, aber jetzt komme ich bei 1&1 nicht mehr in die Datenbank. (Immerhin: dafür kann ich mal nix. Puuh.) Irgendwas ist immer, aber warum muß das so nerven?!

  6. Hi there! I just wanted to ask if you ever have any problems with hackers? My last blog (wordpress) was hacked and I ended up losing many months of hard work due to no back up. Do you have any solutions to prevent hackers?

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