Tipps für werdende Mütter IV


Ach du volle Windel! Die letzte Folge ist ja schon wieder ein Vierteljahr her! Nicht daß ich ernsthaft glaubte, da wartete noch wer auf die Fortsetzung (Hallo Linguisten: zweimal Konjunktiv Präsens, haut das überhaupt hin? Hab’ ich das überhaupt erwischt? Und wenn, ist sicher das Komma falsch, oder?), aber ich muß es ja loswerden. Und im Internet finde ich das dann vielleicht auch wieder, sollte ich jemals mein Geburtstrauma überwinden und nachlegen. (Habe ich das gerade selber geschrieben? Oder war’s die Weinflasche?)
Wir waren bei den guten Ratschlägen. Die geb’ ich gerne, hach! Ich hab’ nämlich so viele. Alle geschenkt gekriegt.

Die besten, gefiltert oder selbst dafür befunden:

Was sollte denn nun wirklich fürs Wochenbett im Haus sein?

Tiefkühlkost! Keinesfalls will ich den Teufel an die Wand malen, vielleicht läuft auch wirklich alles easy und Euer Kind ist einfach und pflegeleicht und kooperativ und alles wie bestellt. Prima! Vielleicht aber hat der Mütterkörper die Devise „keine Panik” einfach nicht mitbekommen. Egal! Es schadet in keinem Fall, Eßbares im Haus zu haben, das in kurzer Zeit und ohne permanentes Rühren verzehrbereit gemacht werden kann. Gourmet könnt Ihr später wieder haben (Vielleicht. Wenn Euer Kind einfach ist. Und pflegeleicht. Und kooperativ…), in den ersten Wochen kann es sein, daß Du einfach nur froh bist über warme Bissen ohne Theater. Und der Vater auch.

Überhaupt: Wochenbett. Essen. Ja, das mag albern klingen, aber so ein Kind ist nun einmal ein Wunder und so ein Kind kriegen Ausnahmezustand. Das muss weder Frau noch Mann einfach so wegstecken zwischen Dienstag und Mittwoch. Das ist Umstellung und Aneinander-Gewöhnen und Alles-Neu. Und daneben: fürchterlich anstrengend! Auch wenn Ihr es nicht immer direkt merkt, sondern erst, wenn der Besuch schon wieder weg ist… Klar wollen alle Euren Nachwuchs so bald wie möglich sehen, Eltern, Geschwister, Nachbarn, Weiterverwandte, Freunde. Aber Ihr tut Euch selbst den größten Gefallen, wenn Ihr nur dann zustimmt, wenn Ihr Euch wirklich danach fühlt. Wer nicht versteht, daß Ihr noch zweidreivier Wochen für Euch sein wollt, den wollt Ihr auch nicht sehen. Und wen Ihr trotzdem schon sehen wollt: der Eintrittspreis ist ein Topf Essen. So gut wie Mutters Hühnerragout ist schließlich keine Tiefkühlkost.

Männer, überspringt diesen Absatz. Klar, eigentlich kann Dein Partner noch alles kaufen, was fehlt, komplett blöd ist er ja schließlich nicht. Aaaaber! Eines mußt Du ihm nicht antun: Binden kaufen müssen. Meine Hebamme berichtete von verzweifelten Männern im Drogeriemarkt, den Tränen nahe, für jede Hilfe dankbar. Tut ihm das nicht an! Kauft vorher die dicksten, längsten, größten Dinger, die Ihr finden könnt, möglichst ohne Plastikfolie. Und noch eine Packung Vorlagen dazu (riesige rechteckige Einlagen, gern bei den Windeln einsortiert, z.B. Pelzy. Kein Witz.). Damit er beim eventuellen Nachkauf wenigstens die Packung zum Dranfesthalten hat.

Quark. Ohne Quark, ehrlich: Quark kann Dein Leben retten, gefühlt wenigstens. Klingt ökig, aber hilft besser als jede Medizin, wenn die Brust zu platzen dröht, weil Milch einschießt, als gelte es die Alpen zu ersetzen (Hallo Linguisten, noch da? Zuviele KommasKommata, was?) Und wo wir schonmal dabei sind: Stilltee ist eine gute Sache. Aber unterschätzt nicht die Wirkung. Ein, zwei Tassen sollten locker reichen. Alles drüber kann richtig Probleme machen.

Waschpulver. Willkommen im Hausfrauenleben! Spätestens ab jetzt hält ein Thema in Deinem Leben Einzug, von dem Du immer annahmst, es sei seit Kaiser Wilhelm passé. Pustekuchen! Eines der Themen, die Dich die nächsten Jahre verfolgen: Fleckentfernung. Nicht umsonst machen eigentlich nur Mütter Werbung für Waschmittel. Bislang hattest Du Kennzahlen zum Abwägen Deines Erfolges? Ab jetzt gibt es nur noch sauber und fleckig. Dazwischen ist nichts. Und weil, Schande über Dich, Dir so einige der Klamöttchen schon selber arg ans Herz gewachsen sind, versuchst Du Dein Möglichstes.
Meine persönlichen Superperlenmegatricks:
Babykacke - fiese, gelbe Flecken. Am besten direkt nach Bemerken ausziehen und mit feuchter Gallseife einreiben. Anschließend normal waschen. Ich hatte nie Probleme.
Karotten/Kürbis – noch fiesere, orangene Flecken. Sofort mit Gallseife behandeln hilft nur bedingt. Schärfere Spezialfleckenmittel greifen möglicherweise (z.B. Fl*ckenteufel oder die große pinke Dose), sind aber eigentlich Quatsch. Die Sonne kriegt’s nämlich ebenso (billiger und harmloser) hin: einfach nach dem Waschen zum Trocknen in die Sonne legen. Wirkt Wunder. Wozu wurde nochmal Chemie erfunden?
Obst, insbesondere Banane – die vielleicht fiesesten Flecken der Welt. Möglichst sofort auswaschen! Wenn die Banane erst einmal oxidiert und braun geworden ist, helfen nur noch chemische Wundermittel. Frisch in Wasser ausgewaschen bleibt aber gar nichts.
Alle Flecken, generell. Das absolute Wundermittel gegen Flecken überhaupt: ein Lätzchen, das dreckig werden darf. Du ersparst Dir einiges, wirklich.
Rakete hat gegessen

Und dann noch der Spitzentip am Ende: jedenfalls für uns war der Haken im Türstock mit dem Seil dran die beste Anschaffung überhaupt im ersten halben Jahr (Na, Ihr Linguisten? Noch dran? Grammatikalisch korrekt, aber gar nicht so einfach, was?). Neinnein, nicht als letzte Lösung gegen die Überforderung! Es ist ja nämlich so: in Herbst und Winter muß so ein kleines Ding ja vorm Rausgehen erst eingepackt werden, in Mützchen und Jäckchen und Deckchen und Säckchen und dann noch Autositz oder Kinderwagentasche. Und dann braucht man selbst ja auch noch Pulli und Jacke und Schal und Handtasche und Schlüssel und Handy und Wickelkram und Ersatzschnullerdose und Lieblingsspielzeug und Geldbeutel und Handtasche und Überseekoffer und ratzfatz brüllt das eingepackte Kind! Bei uns war das Schreien aber sofort vorbei, sobald das Kind mit Umverpackung in der Luft schaukelte. Mit einem Arm ist aber schlecht anziehen, deswegen: Haken mit Seil mit Karabiner, Kinderwagentasche oder Babyschale dran und ein bißchen Schwung und Ruhe war. Irgendwann sind wir dann vermutlich nicht mal mehr raus, aber das würde ich jetzt gar nicht mehr verbürgen. Es kommen nämlich auch wieder andere Zeiten. Aber fürs Erste: mal Kletterzeug und Bohrmaschine bereithalten!
Die Fortsetzung folgt. Vielleicht.

PS: Asche auf mein Haupt, aber ich wär’ dann soweit. Monatsticket der Öffentlichen, im Sommer Fahrrad, das könnte ab jetzt mein mobiles Leben sein. Fühlt sich jedenfalls gut an. Schickes, tolles, sparsames, geiles Cabrio zu verkaufen. Top in Schuß, aber vollgebrezelt.


9 Näschen reingesteckt bei “Tipps für werdende Mütter IV”

  1. noribori sagt:

    Ein wirklich nettes verschmitztes Kindergesicht mit wunderbar hellblauen Augen und Bananengarnierung belohnt denjenigen, der sich das Scherenschnittbild holt und per Helligkeitsregler in ein Kinderfoto verwandelt.

  2. Hach, wie flunderbar!
    Ich freue mich schon auf das vor dem P.S. angesprochene „Vielleicht”, müsste dann ja so ungefähr im Oktober fällig sein… :-)

  3. claude sagt:

    Noch ein total superner Tipp von mir:

    Vor der Geburt diese fiesen Miederunterhosen kaufen, die bis übern Bauchnabel gehen. Gibts zwar außer in klassischen Omi-Hautfarben auch in Schwarz, macht es optisch aber nicht viel besser. Dennoch unverzichtbar für die Zeit im Krankenhaus und danach: Das enge Höschen drückt die Gebärmutter schön in die alte Form zurück, der Bauch sieht weniger labberig aus und fühlt sich vor allem weniger labberig an.

  4. kalesco sagt:

    Also, ich hab gewartet! Danke! (Ich warte nun wieder weiter…)

    Und Dank an noribori – wirklich süßes Raketchen, das sich da so geschickt verbirgt ;)

  5. stilhäschen sagt:

    Pah, noribori, natürlich gehört das so! Auf meinem Monitor ist da kein Mohrenkopf. Aber hier nochmal extra für die Schwarzseher:

    Ohne Helligkeitsregler sind die Augen übrigens knallemittelblau.

    So ungefähr, mechatroniker. Vielleicht auch später. Eigentlich aber bin ich mit meinen Ratschlägen am Ende. Übrigens wird so ein Kind ja mit dem Alter immer zeitaufwandsintensiver. Also unseres.

    Oh, der Tip ging an mir vorbei, claude. Wird aber aufgenommen, danke!

    Auch Dir danke fürs Feedback, kalesco. Und fürs Warten. Und fürs Süßfinden natürlich. Geht runter wie Rapsöl.

  6. Liebstes Häschen,
    wie wäre es denn, wenn die Serie bis zum Herbst dann in „Tipps für seiende Mütter” umbenamst wird?
    Kommen wir _so_ vielleicht ins Geschäft?

    :-)

  7. katzenklappe sagt:

    Also ich hab auch gewartet. Irgendwie. Unbewusst halt.
    Extremst süssen Nachwuchs hast du da. Muss ja auch mal gesagt werden!
    Weiß ja nicht, ob noch ein Fleckenrauskriegetipp (weil ungefragt) erwünscht ist, aber: Kleidung mit Muttermilchflecken vorher in Essig einweichen. Riecht streng, aber das Gelbe ist futsch. Ich freu’ mich auf Oktober!

  8. stilhäschen sagt:

    Hm, mechatroniker. Vielleicht. Ein paar neue habe ich ja eh schon wieder in der Hinterhand. Ich sag nur: weiße Hosen. Und: wie blöd kann man sein?

    Liebe Katzenklappe, danke! Glücklicherweise kommt der Tip mit dem Essig zu spät, aber wenn ich so nachdenke: um Himmels Willen! Ich hab’ irgendwas falsch gemacht! Bei mir gab MM gar keine Flecken! Ich bin eine Rabenmutter! :-)

  9. nib sagt:

    .. und für die frühzeitige Prägung in Richtung DSDS:
    http://www.lullabelly.com/

    .. ganz die Mama ;-)

%d Bloggern gefällt das: