Aus der Sidebar ist die Weihnachtsdeko immerhin schon raus, im echten Wohnzimmer lohnt sich das Aufräumen schon kaum mehr, zu drohend steht der Umzug im Raum. Fünf Jahre, und jedes Frühjahr wieder habe ich es geschafft, das Fensterputzen zu verschieben, hätte ja schließlich dieses Jahr endlich die neuen Fenster geben können, lohnt doch alles die Mühe nicht.
Fünf Jahre her, eine Ewigkeit, was alles passiert ist seitdem, mehrere Leben könnte man füllen. Und doch weiß ich es noch, als wäre es gestern gewesen, der Neuanfang in der alten Heimat, der erste richtige Job, die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe und dann der traurige Zufall, der für mich die Traumwohnung bedeutete. Jedenfalls nach Entrümpeln und Renovieren.
Das waren harte Wochen, tagsüber im schlimmen Büro, dann erstmal Überstunden und abends diese Räume bewohnbar machen. 60 Quadratmeter Leben sortieren, für die sich nicht einmal die eigene Tochter interessierte, gibt es etwas traurigeres? Immerhin mußte ich die Sachen nicht selbst wegbringen, aber der Anblick von ekligen Details (ich sage nur: ungereinigte Gerätschaften zur Partnerlosigkeitskompensation) reichte, um mehr als einmal auf der schmutzstarrenden Klofußumpuschelung zu knieen.
Als wäre es gestern gewesen. Und irgendwann saß ich rauchend auf einem Eimer in der leeren Küche in der endlich leeren Wohnung und es war immer noch so viel zu tun, daß an wohnen nicht zu denken war und in dem Moment fiel eine Bahn Tapete wieder von der Decke. Rotz und Wasser habe ich geheult, ein paar Minuten lang, dann machte ich mich wieder über die Türstöcke.
Das Rauchen habe ich ja mittlerweile aufgegeben, smoke gets in your eyes und so, man muß die Risiken minimieren.
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Ein paar Flüsse werde ich trotzdem heulen, wenn die Küche wieder leer ist.



4.2.2009 um 10:05
Neues Heim, neues Glück. ! ? (Sie dürfen sich ein Satzzeichen dazu aussuchen). Denken Sie daran: man weiss nie wofür es gut ist. Sagte schon meine Großmutter, die ein weise Frau war. Gläser wieder halb voll machen, obwohl Wohnungen besser halb leer sind, wenn dran geht. (ich hoffe die Klofußumpuschelungen waren nicht Resttröpfchen durchtränkt.;0))
4.2.2009 um 19:05
Jaja, bestimmt hat die Großmutter recht, es geht ja immer eine Tür auf, wenn eine andere zufällt und so… (Nie werd’ ich die Postkarte mit diesem Spruch vergessen, geschickt bekommen von der Mutter eines rückgratlosen Arschlochs zum Zwecke der Tröstung nach dessen Ausdemstaubmachens. Und der lustige Esoterikverlag hat dazu ein Foto gefunden, ach. Drauf ein Raum, die Tür geschlossen, dafür das Fenster offen und die Aussicht deutete auf ein sehr hohes Stockwerk hin. Heute kann ich drüber lachen!)
Aber die Wehmut schleicht dennoch jetzt schon herum. Wo noch so viel Zeit ist!
5.2.2009 um 09:39
na, von der Wahl das Postkartenmotiv mit dem hochgelegenen Fenster auf den Charakter der Mutter des Invertebraten zu schließen steht mir zwar nicht an, aber der Apfel fällt ja meist nicht weit vom Pferd. Über Esoteriker habe ich ein lustiges Geschichtchen zu erzählen. Ich breite mich hier mal eben aus, denn ich kann nicht anders. Es begab sich, dass vor vielen Jahren meine damalige Freundin eine Telefonnummer hatte die gerne mit zwei ortsansässigen Unternehmen verwechselt wurde. Das gab immer spaßige Nachrichten auf dem AB für entweder ein milchverabeitenden Betrieb oder wahlweise einen Esoterikmaterial-Ausrüster. Auch auf die Ansage auf dem AB hin hier wäre nicht die Soundso-Milch und es gäbe hier auch keine Flöten für EsoterikerInnen, waren zumindest die Milchlinge so helle nicht weiter zu quaken. Die Esos bestellten weiterhin fleissig Flöten, und haste nich gesehen. Aber so sind sie, die Esos, überall sind sie, nur nicht im naheliegenden Hier und Jetzt.
5.2.2009 um 11:52
Ich plädiere ausdrücklich für eine Wiederaufnahme der Nikotiniergewohnheiten.
5.2.2009 um 12:51
Ausdrücklich habe ich meine letzte Zigarette behandelt. Nehme ich an – es ist Äonen her. Puuh.