Archiv vom 3.1.2017

alt bleibt alt, da helfen keine neuen Jahre

3.1.2017

Zwei Anhalter Anfang Zwanzig mitgenommen. Wir haben sie gewarnt: bei uns laufen aber Kinderhörspiele! Die Kälte liess sie dennoch einsteigen. Sie haben die Drohung nicht als solche erkannt.

Kurzer Smalltalk, woher, wohin, früher war mehr Anhalterei… gemerkt: woher sollen die das wissen? Dann meine Anekdote von früher (als ich mit 30 – DREISSIG! vor über 10 Jahren!- mal einen amerikanischen Anhalter mitnahm, der mich allen Ernstes fragte „have you been hitchhiking when you were YOUNG?”) und daß man sich übrigens immer jung fühlen kann, kam nicht an.
Immerhin versuchten sie Ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen: ihre Nachbarn seien ja noch älter als wir, und die trampten oft, im Urlaub. Danke, Jungs!
Aber eines müssten sie ja sagen: man lerne wirklich viele verschiedene Leute kennen beim Trampen – aber jemand mit Kindern habe sie ja noch nie mitgenommen. Das sei wirklich eine Premiere! Interessant: sie schoben es auf Angst, die alle Eltern ja grundsätzlich hätten. Wir auf den fehlenden Platz – denn eher wenige Familien haben ja noch eine zweite Rückbank. (Über diese Frage könnte man bei Gelegenheit mal ein bißchen nachdenken: haben alle Eltern Angst? – merken!)
Dann verstummte das Gespräch, laute Autobahn, zu langer Weg für viele Worte. Vermutlich war auch „Bibi und Tina” eine Premiere für die beiden.

Höflich verabschiedeten sie sich von allen, als wir sie an einem Rastplatz wieder rausliessen. Ich hoffe sehr, wir haben sie nicht zu arg geschockt und sie halten uns als strange Anekdote in Erinnerung. Eines Tages vielleicht haben sie selbst Kinder und dann wissen sie: man kann mal cool gewesen sein. Aber Bibi kommt trotzdem.


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