11 | 2014

Schnipsel – Risiko und die Sprache

21.11.2014

Hauptsächlich ist das hier ja mein Privatarchiv. Daß das Internet nix vergisst, kann man nämlich auch einfach nutzen statt fürchten! Und bevor mir die Hirnzellen mit Risikos Sprachschätzen des letzten Jahres wegsterben, hier noch schnell niedergetippt:

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Lange her, aber eine Sternstunde: Er muss ungefähr zwei gewesen sein, da erkannte er, daß Menschen neben dem Namen noch anders „heißen”, je nachdem, wer einen anspricht. Und so saß er da und erklärte dem Papa:
„Mama – Dilhässen [bzw. mein Vorname]. Papa – Mörsenbrinds [dessen Vorname]. Rakete – Wester [=Schwester]”. Aber wer ist er selber? Wir waren ein bißchen peinlich berührt, denn soooo oft sagen wir das gar nicht zu ihm: „Igo [=Risiko] – Depperle”.

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Diese Zeiten sind vorbei. Risiko quatscht längst wie ein Wasserfall. Sein Sprachmodul ist erstaunlich ausgereift: grammatikalisch korrekte Kettensätze („Mama, wenn da die Wand morgen immer noch kaputt ist, dann muss der Papa aber endlich mal eine neue draufkleben”) muss man in dem Alter wohl eher noch nicht können. Dafür ist der Inhalt gerne mal ein wenig kryptisch: „Mama, Emma hat mir heute einen Hund geschenkt und dann waren ihre Schuhe ganz breit.” Nachfragen hilft da wenig. Wir grunzen mittlerweile lieber wissend, dann ist der Käse am schnellsten gegessen.

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Und dann haut er immer wieder Sachen raus, daß es mich schier zerreisst:
Risiko sieht, wie Rakete sich nackt mit angezogenen Beinen auf dem Rücken wälzt (falls Sie sich fragen warum: 101 Wege, sich eine Unterhose anziehen, Teil 8). Erstaunt zeigt er auf den Schambereich mit der Spalte in der Mitte: „Schau, Mama, noch ein Popo!”.

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Zufall, daß es hinterteilig weitergeht – er hat auch andere Interessen, ehrlich!
Auf dem Weg zum Kindergarten ist eine Baustelle mit Putzsilo, darauf das Logo eines Farbenherstellers. Wir sind schon ungefähr zweihundertmal daran vorbeigegangen, hatten diskutiert, was da wohl drinnen ist, was die Handwerker dort machen, warum das Gerüst so dreckig ist, warum die Handwerker Radio hören, weshalb eine Thermoskanne auf dem Fensterbrett im ersten Stock steht, ob die Handwerker auch Kinder haben, wie ein Flaschenzug funktioniert, ob die Handwerker zuhause Ärger kriegen wenn sie Flecken auf der Hose haben. Man hätte meinen können, alle Fragen seien geklärt.
Da zeigt mein Sohn auf das Logo am Silo und fragt: „Mama, warum hat der Elefant einen Besen im Popo?”
c_a_p_a_r_o_l
„Sohn, der hat keinen Besen im Po. Der hat einen Pinsel an den Schwanz geknotet.”
Rakete schaltet sich ein: „Mama, das ist jetzt aber wirklich quatschig. Wer würde denn sowas machen?”
Aber Hauptsache, der Besen wäre plausibel. Ich mach’ mir darüber jetzt einfach mal keine Sorgen. Ich käm’ ja zu gar nix mehr.


aus aktuellem Anlass: alternative Liedtexte für den Martinsumzug

6.11.2014

Nein, ich will da nix boykottieren und schon gar nicht Traditionen durch den Kakao ziehen. Es ist vielmehr so, daß ich seit den Kindern so dermaßen nah am Wasser gebaut bin, daß mir bei sowas wie Festtagsumzügen (Trachtengruppen/Sportvereine/Ehrenämter mit schlafenden Trachten-/Sport-/Kindern im Bollerwagen! Hach!) instant Pipi in den Augen steht (oder leider auch manche Filme nicht mehr aushalte – z.B. der letzte Polizeiruf war sicher toll – ich konnte nicht weitersehen als Minute 20. Aber jetzt schweife ich wirklich ab.)

Deswegen ist das reiner Selbstschutz, wenn ich nächste Woche auf dem Kindergarten-St-Martinszug andere Texte schmettere als der Rest.
Wer kennt noch mehr?


Melodie: Sankt Martin

„Sankt Martin, Sa-hankt Martin, Sankt Martin ritt durch Pommes und Salat
sein Roß steht still beim Colaautomat
Sankt Martin wirft ne Münze ein
trinkt Cola und rülpst – wie – ein – Schwein”

Melodie: Ich geh’ mit meiner Laterne

„Ich geh’ mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da vorne bei der Taverne
da tausch’ ich das Ding gegen Bier.”


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