4 | 2013

Familienfetzen

29.4.2013

Mal wieder eine lose Sammlung von Kleinigkeiten, die einzeln keinen Blogpost machen…
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Den Gegensatz früher (Leben ohne Kinder) – heute illustriert sehr treffend die Frage „Wohin gehen wir jetzt noch was trinken?”.
Früher war die Gegenfrage „Wo gibt’s gutes Bier?”.
Heute: „Wo gibt’s einen Wickeltisch?”
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Die Rakete ist dreieinhalb und sie bastelt sehr gerne. Malen ist nicht so ihr Ding; nur in seltenen Fällen („Das ist ein Schweinebraten!”) ähneln ihre Krakeleien dem Bild, das Erwachsene so von Sachen haben. Umso erstaunter war ich, als sie mir folgendes Bild zeigte; ich finde das sowas von klar, daß ich vielleicht schon ein bißchen betriebsblind bin. Was seht Ihr?
raketenkunst
Ich frage sie, ob das wirklich von ihr ist. Ja. Ob sie das wo abgemalt habe? Nein. Ich fasse es nicht. Woher kann mein Kind eine Geburtstagstorte (mit Kerzenflamme!) malen? Das frage ich nicht, stattdessen sie: „Willst Du gar nicht wissen, was das ist, Mama? Das weißt Du doch sonst immer nicht.” Ja, ich will. „Das ist die Arbeit von Papa, wie er sich ein Tie-Sött (=T-Shirt) anzieht.” Ach so. Na dann. Melde ich das Kind wieder ab von der Kunstakademie. (Und Ihr glaubt schön weiter zu wissen, was Papas Job ist…)
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Elterngespräch im Kindergarten, routinemäßig einmal im Jahr, die Eltern werden auf dem Laufenden gehalten, wie die Erzieherinnen so die Entwicklung sehen. Sie beurteilen diese anhand des „Baums der Erkenntnis”, einer Aufstellung verschiedener Fähigkeiten, die ein Kind im Laufe seines Lebens, oft aufeinander aufbauend, erlernt. In der „Verständnis”-Kategorie sind dies zum Beispiel „Verständnis vom Jahres-, Wochen- und Tageslauf; selbstverständliches Verwenden von Zeitbegriffen wie ‚Vormittag’ und den Wochentagen”. Bei den motorischen Fähigkeiten z.B. „selbst anziehen” oder „an einer Zickzacklinie entlangschneiden”. Die bereits erlernten Fähigkeiten hat die Erzieherin umkringelt. Es sind viele Kringel, auch alle o.g. Dinge sind umkringelt. Ich staune, weigert sich die Rakete doch zuhause standhaft, die Schuhe selbst anzuziehen, auch Klamotten sind ein Drama.
Und Sonntagmittag erst der Dialog: „Papa, gibt’s endlich Abendessen?” – „Wir haben vor drei Stunden gefrühstückt. Was ist dann das nächste Essen?” – „Warm?” – „Vielleicht. Auf jeden Fall zu Deinem Glück nicht erst das Abendessen. Dazwischen kommt noch?” – „Nachtisch?” – „Nein. Es ist zwölf Uhr. Das ist die Mitte vom Tag. Was essen wir da?” – „Brot?” – „Welche Tageszeit haben wir?!?” – „Ach so. Sommer.”
Zeitgefühl: absoluter Check. Im Kindergarten kann sie’s vermutlich.
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Risiko hat endlich sich treffende Backenzähne und isst mit, statt gefüttert zu werden. Wir haben aber auch lange gebraucht, es zu kapieren: leg ihm ein Brot hin – er nimmt es in die Hand und guckt blöd. Leg ihm ein Brot hin und schneide es in kleine Bissen – er nimmt in jede Hand ein Stück und guckt blöd. Leg ihm ein Brot hin, schneide es und gib ihm eine Gabel – er isst, als hätte er vier Wochen nichts bekommen und schreit, sobald das letzte Stück vertilgt ist. Er ist aber nicht immer so reinlich – im Sandkasten geht einiges. Sollten wir ihm vielleicht tatsächlich vorm Essen die Hände waschen?
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Apropos Rabenmutter: zum ersten Mal das Kind im Kindergarten vergessen – check. Ich bin nicht stolz drauf, aber sowas passiert (es waren fünf Minuten). Fürs iphone gibt’s sicher ne App dagegen.
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Und dann war da noch die Woche Urlaub, spontan gebucht und am Zielflughafen (Fliegen! Mit klapptischaffinem Kleinkind! Das sagt einem keiner vorher!) spontan in ein anderes Hotel gebracht worden. Ich frage mich ja schon, wie es im Zeitalter von Internet und Vernetzung von ungefähr allem heute noch möglich ist, daß man ein Hotel bucht, das die Saison erst einen Monat später beginnt. Beklage mich aber nicht, solange die Hotelkette noch eines mit fünf Sternen hat, das schon offen ist. Wow.
Und das allergrößte Wow gibt’s für Risikos Frisurenwandlung. Niedlichkeitsfaktor unendlich. Ich kam aus dem Hachen nicht mehr raus.

urlaub

Schon lang wieder zuhause. Die Blumenspritze ist nicht das Wahre. Wir müssen wohl doch ans Meer ziehen. Gnää.


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