Archiv vom 23.12.2012

Weihnachtswunsch einer Dreijährigen

23.12.2012

Wir leben in einem Stadtteil, in dem Leute ihren Müll absichtlich neben den Abfalleimer werfen, „ey, das ist Gostenhof, das macht man hier so” rufend. Leider klar, dass hier kaum ein Hundehalter die Hinterlassenschaften seines Lieblings aufsammelt. Auf den dreihundert Metern zum Kindergarten warne ich die Rakete meist vor mindestens fünf Tretminen und frage mich jedes Mal, warum die daran schuldigen Herrchen und Frauchen eigentlich offensichtlich immun gegen Reintreten sind (oder können die wirklich nicht weiter denken als das Schwänzchen lang ist?).
Rakete hat ausserdem extremen Respekt vor allen Tieren, die sich selbstständig bewegen – wir brauchen nicht in den Streichelzoo und vermutlich nie über ein Pony diskutieren. Sogar Aquarien sind angsteinflössend für sie – obwohl wir ihr das nicht beigebracht haben. Ich muss es wohl gar nicht erwähnen: die Begegnung mit (v.a. nicht angeleinten) Hunden auf der Strasse ist… schwierig.

Heute gehen wir über unseren Spielplatz. Unter der Schaukel liegt ein grosser Hundehaufen. Ich habe noch nichts gesagt, da spricht Rakete: „Wenn ein Hund sowas macht, sollen Leute den Hund nicht haben dürfen.” Ich will gerade sagen, dass ich ihrer Meinung bin (wenn ich auch die Schuld mehr beim tütenlosen Halter sehe), aber sie überlegt weiter: „Eigentlich soll Jesus einfach keine Hunde mehr machen. Das wünsch ich mir zu Weihnachten.”
Ich bin so stolz auf meine Tochter. Ich wünsche den Leuten nur immer Scheisse in den Schuh (oder schlimmeres) und sie hat so eine pazifistische Lösung.
Unsere Schuhsohlen in Deinen Händen. Jetzt bist Du an der Reihe, Jesus!


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