Archiv vom 16.11.2012

Kindermund, eine lose Sammlung

16.11.2012

Das Blog als Erinnerungsstütze: was ich nicht aufschreibe, ist bald weg. Also raus damit, solang’s noch warm ist:

Beim Abendessen versuche ich Risiko in seinen Hochstuhl zu setzen; immer bleibt ein Bein starr oder fädelt falsch ein, während eines der Händchen immer in meinen Haaren oder an der Brille reisst. „Für Dich brauch’ ich ja drei Arme!”, rufe ich verzweifelt, da quäkt Rakete schon: „Aber wer drei Arme hat, der ist doch nicht eine Mama! Der ist doch ein Seestern!”

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Rakete brauchte schon einige Monate zuverlässig keine Windeln mehr, da passierte es doch auf einmal: vor lauter Spielen das rechtzeitige Aufs-Klo-Gehen vergessen. Als sie schließlich zum Pinkeln rannte, war es schon zu spät. Überrascht rief sie: „Hoppla! Ich bin übergelaufen!”

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Schade, daß Rakete jetzt schon beinahe perfekt spricht; jedenfalls was die Grammatik und Zeiten angeht. Zum Glück gibt’s aber noch schöne Situationen bei der Pluralbildung: „ein Klo – zwei Klöße” und „eine Post (ein Brief im Kasten)” – „zwei Pöste (zwei Briefe)”

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Nicht die Rakete, sondern ein vierjähriges Mädchen, das mir (vor Monaten, ha!) fasziniert beim Stillen zugesehen hatte: „Was macht der da an deiner Brust?” – ich: „Trinken. Da ist Milch drin.” – Sie sah noch ein bißchen zu, zeigte dann auf meine andere Brust und fragte: „Und da das Essen?”

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In unserem Wohnzimmer sieht es normalerweise aus wie Sau Spielzeugladen-Explosion. Ausnahmsweise hatte ich aufgeräumt, da kommt Rakete herein, bleibt geschockt stehen, um nach Momenten der Starre ihre Fassung wiederzufinden und eine Kiste Spielzeug in der Mitte auszukippen. Anschließend verteilt sie es eifrig mit den Worten: „Ich sortier’ das mal hierhin. Da liegt ja gar nicht überall was!”

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Erstaunlicherweise funktioniert es bei Rakete seit jeher (also seit sie so eineinhalb ist, glaub’ ich) ganz gut, sie zum Weinen ins Bad zu schicken. Sie trabt dann freiwillig ab, legt sich dort auf den Badewannenvorleger, tobt oder weint eine Weile, beruhigt sich und kommt schniefend wieder. Das entschärft Trotzanfälle immens (und ja, ich bin mir bewusst, was das für ein Segen ist!).
Zur Zeit liegen meine Nerven im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich blank (Zahnwurzelbehandlung der übleren Sorte…) und so passierte es, daß ich im Clinch ums Spielzeugaufräumen in Tränen ausbrach. Ich lag auf dem Teppich und heulte Rotz und Wasser. Sie sah kurz aus ihrem Kinderbuch auf und meinte vollkommen ungerührt: „Zum Weinen bitte ab ins Bad!”. Dann las sie weiter. Unter Tränen lachen macht Zahnschmerzen übrigens leider auch nicht besser.


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