1 | 2012

Vorteilsname, verzweifelt gesucht

12.1.2012

Auf dem Papier waren es am Montag noch genau sechs Wochen, bis wir zu viert sind.
Offiziell wäre jetzt Mutterschutz, in Wirklichkeit ist doch noch einiges liegengeblieben, und damit meine ich Arbeit und noch lange nicht die fünf Millionen Stellen, denen ich meinen neuen Nachnamen noch melden muß oder die Kisten mit den Miniklamotten, die herausgesucht und gewaschen werden wollen. Immerhin kam ich die letzen beiden Wochen mal zu annähernd so etwas wie die Beine hochlegen – dank Feiertagen und Magen-Alarm. Yeah.
Jetzt also Endspurt, und dann hoffentlich doch noch ein paar Tage „Ausspannen”, oder wie das halt heißt mit dauerplappernder Zweijähriger, hyperaktivem Mann und einer Wohnung voller Baustellen. Wird schon, alles, irgendwann, mit der Zeit.

Das einzige, was wirklich drängt (jedenfalls bis acht Tage nach der Geburt wirklich erledigt sein muss), ist die Sache mit dem Namen. Da zeichnet sich noch immer keine Einigung* ab und mir wird langsam etwas mulmig. Die Kriterien sind aber auch hart:

- brülloptimiert: zwei Silben, keinesfalls weniger (dann wird aus Lars nämlich Larsi und solcher Unfug) und nur dann mehr, wenn es eine sinnige zweisilbige Abkürzung gibt
- Klassik schlägt Ethnopop: den Namen sollte man in unserem Kulturkreis schonmal gehört haben. Ich kann mir wenig schlimmeres vorstellen als seinen Namen (und damit sich) ständig erklären zu müssen.
- Idealerweise sollte der Namen unmißverständlich zu schreiben sein – „wie man’s spricht” (Also kein „Christian mit K” oder „Christopher, aber mit Doppel-F”. Schon Phillip/Philipp/Phillipp ist leider grenzwertig.). Ich hoffe ja, daß die Kids jetzt in der Grundschule nicht deswegen schreiben dürfen wie sie wollen, weil sonst niemand auch nur seinen Namen schaffen würde…
- Und dann ist da noch der dreisilbige Nachname, der mit R anfängt. Damit fallen alle Namen weg, die mit R enden: Oskar, Peter, Viktor usw.
- Abbrobo Beder: mir sinn Frangn. Also wir haben das natürlich sprachlich im Griff, unsere Mitmenschen nicht immer. Man muß also damit rechnen, daß harte Buchstaben verweichlicht und Ls herausgewürgt werden. Da ist Beder noch gut bedient gegen Baddrigg, Gonsdandin und Gillijan.
- Hatte ich’s schon gesagt? Es geht hier nur noch um Jungennamen. Der fürs Mädchen steht.

So, und jetzt bitte (nochmal) zahlreich helfen. Familie dankt.

(* Favoriten bislang, jedoch immer mit Haken: Gustav, Henri/y, Anton, Oskar, Richard, Robert. Nur, um mal grob die Richtung abzustecken. Cool auch einer aus der unsäglichen Sammlung von Vorschlägen im am Standesamt überreichten Familienstammbuch: Zackes. Yeah. Hab’ ich das da oben geschrieben mit „sollte man schon mal gehört haben”?)


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