Archiv vom 5.5.2010

Und dann war da noch…

5.5.2010

… der Krankenhausarzt, der einer meiner Freundinnen die geplante Geburt im Hebammenhaus ausreden wollte mit den Worten „Räucherstäbchen lutschen können Sie bei uns auch”.

Was ich persönlich ja für einen Supersatz halte, humor- und lebensanschauungstechnisch.
Und ich persönlich habe bei der Raketengeburt auch im Krankenhaus nichts vermisst. Ich persönlich würde wahrscheinlich auch das nächste Mal dort entbinden wollen und nicht im Geburtshaus oder gar dem eigenen Bett.

Mir persönlich könnte es also herzlich egal sein*, wenn in Zukunft nicht zuletzt wegen immer weiter steigenden Haftpflichtversicherungsbeiträgen noch weniger Hebammen überhaupt noch Geburtshilfe anbieten. Aber bei dieser E-Petition geht es nicht um mich persönlich. Es geht darum, daß Frauen wählen können müssen, wo, mit wem und wie sie ihr Kind zur Welt bringen wollen; und dieses Wahlrecht steht auf dem Spiel, wenn eine Hebamme an einer Geburt jenseits der Festanstellung nichts mehr verdient. Verdienen im Wortsinne würden diese Frauen ohnehin viel mehr, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Also: bitte unterschreiben. Auch wenn es Euch persönlich vielleicht gar nicht betrifft.

* Und da betrifft es mich doch: Auch Hebammen, die freiberuflich (also nicht fest angestellt, sonder auf selbständiger Basis) in einem Krankenhaus arbeiten, sind betroffen. In der Geburtsklinik meiner Wahl arbeiten nur solche Beleghebammen. Davon mal ganz abgesehen: ohne Geburtshaus liegen dann die schlimmsten Selbsterfahrungsweiber auf der Wochenstation, bei den normalen, vernünftigen Müttern. Wenn das überhaupt zu therapieren ist: was das dann erst kostet!


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