Archiv vom 22.12.2009

Der Hohlbirnen Sternstunden

22.12.2009

Hab’ ich mich schon mal ausgelassen über die Bekloppten in öffentlichen Verkehrsmitteln? Die, die Ferngespräche nur pro forma übers Handy führen und eigentlich direkt bis Griechenland brüllen. Die Mütterchen, die meinen mir erklären zu müssen, daß ich den Kinderwagen zu stark schuckele („Dem Kind wird doch schlecht!” – „Was soll es denn kotzen, ich geb’ ihm doch nie was zu essen!”). Motorisch vollkommen intakte Menschen nehmen den Aufzug und weigern sich, ein bißchen zusammenzurutschen, damit der Wagen noch mit kann – unten am Gleis können sie dann rekordverdächtig schnell rennen und sich „Aufrutschen!”-brüllend noch in die U-Bahn quetschen. Die jugendlichen Schwerhörigen, die das Geschepper aus dem Handy für Musik halten. Und all ihre Kollegen. Schlimm sind die.

Aber die gibt es ja eigentlich das ganze Jahr über, das ist meist zu ertragen. Nur wird’s eben vor Weihnachten besonders heftig, da nimmt das wirklich überhand, da kriechen sie aus ihren Löchern (ich weiß jetzt nicht, ob das historisch belegt ist, aber angeblich soll ja seinerzeit der Strauß auf einer Rede in Wackersdorf vor lauter AKW-Demonstranten vom „Stein, den da jemand umgedreht habe” geredet haben. Falscher Mann, richtige Worte. Aber in der Oberpfalz ist das ja permanent zutreffend.) und stürmen geballt die Innenstadt, da gibt es kein Entrinnen mehr, da sollte man seine Einkäufe am besten vor September bereits fürs Restjahr erledigt haben und gemütlich zuhause bleiben bei Dörrfleisch und Bundeswehrkeksen.

Hab’ ich irgendwie vergessen dieses Jahr. Und dann darf ich ja heuer leider nicht genug Glühwein trinken, daß mir diese Synapsenwracks nichts mehr ausmachen. Aber ich summe derweil eisern weiter mein allerliebstes Weihnachtslied vor mich hin, komme was wolle.

Und wenn das dann diesmal endlich hinhaut, dann aber, Ihr Volltrottel, dann beißt Euch nächstes Jahr nicht nur die Rakete ins Knie! (Welchen Fahrschein braucht ein Nilpferd eigentlich?)


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