10 | 2009

Bitte gehen Sie weiter…

29.10.2009

… es gibt hier nichts zu sehen.

Ich lache immer noch drüben bei Volker Strübing, der ein neues Handy hat:

In das kleine Wunderwerk ist eine 8 Megapixelkamera eingebaut – das heißt ich kann die doofen, schwammigen Handyfotos endlich in Postergröße ausdrucken, ohne dass etwas von der schlechten Qualität verloren geht!

Und jetzt weiter mit Musik. Nein, das nächste Mal, das geht nicht so nebenbei.
Nur kurz als Teaser: es gibt da draußen ein wundervolles, großartiges, fantastisches Singersongwriter(weil „Liedermacher” geht erst recht nicht)-Talent. Ich bin ganz hin und weg. Schalten Sie also auch das nächste Mal wieder ein, wenn sie das Stilhäschen sagen hören: „Bitte gehen Sie weiter.” Dann hören Sie schon, warum.
Ich bin derweil noch ein bißchen verliebt.


Tatzenklo

24.10.2009

Natürlich ist die Sache schon längst wieder vorbei, die Wolfshäute haben sich für ihre Begriffe entschuldigt, aber ich komme nun mal nicht immer zeitnah zum Veröffentlichen.

Jedenfalls findet die Rakete noch keine so schönen (und abwechslungsreichen) Worte wie der Rationalstürmer, aber Boykott kann sie auch schon:

tatzenklo

Sie scheißt auf Klamotten mit Pfoten.


Die Rache des Pazifisten: Statistiken manipulieren

19.10.2009

Karrierebarometer: wie wichtig war das Schulfach Mathematik für Ihr Leben?

3% Elementar. Sonst zieht man ja bei jedem Balkendiagramm den kürzeren!

16% Bitte sprechen Sie Deutsch mit mir. Ist das Rechnen oder das mit den Zahlen?

81% Vollkommen egal. Ich bin Grafiker bei Gruner+Jahr.

aus der Eltern Nov 09

[Quelle: Eltern, Heft 11/2009, Seite 14]

Wär’s nicht so schlimm korinthenkackerisch und Eltern-Lesen peinlich, wär’s ein Fall für mindestens halbgar.


unvermeidlich: übers Wetter bloggen

16.10.2009

Kaum kommt man mal zwei, drei Wochen nicht vor die Tür, ist draußen schon wieder Winter. Ich fühle mich um den Herbst betrogen, und der japanische Zierahorn in der Ecke lässt eifrig seine vertrockneten Blätter fallen, wie um alles wiedergutzumachen. „Wenn Außen Innen wird, braucht man Jeans nicht mehr auf links waschen” höre ich es flüstern und bekomme es mit der Angst.

Als ob sowas je geklappt hätte. „Wiedergutmachung ist der verzweifelte Versuch die Augen zu schließen vor der Zukunft”, auch das kommt aus der Ecke. Ich sehe hin und da wachsen schon wieder neue Blätter. Mein Ahorn spricht wirr und ist schizophren. Toll.

schizophrener Baum

Wenn irgendwann endlich der Balkon fertig ist, darfst Du wieder raus, Ahorn-San, versprochen. Das ganze Jahr stehst Du dann wieder draußen und wirst hoffentlich wieder gesund.

Außerdem hör’ ich draußen auch deine haarsträubende Philosophiererei nicht. Puuh.

Und jetzt macht hinne mit dem Balkon, verdammt, es wintert und irgendwann muß ich ja auch mal raus.


Mikroklimakatastrophe

6.10.2009

Lieber dm-Drogeriemarkt,

ich kauf’ ja unheimlich gerne bei Dir ein, Du bist mir die sympathischste Kette überhaupt, Dein Eigentümer engagiert sich nicht nur für die Angestellten, sondern auch für politische Utopien, Du bist günstiger als die anderen und Deine Eigenmarken, ach, ich gerate ins Schwärmen.

Zum Beispiel hast Du diese wundervolle Schnullerbox aus Kunststoff im Sortiment, für fantastische 1,95€ bekommt man da nicht nur eine platzsparende, saubere Aufbewahrung für den Unterwegs-Schnuller, nein, mit dem Ding kann man auch ganz schnell mal einen einzelnen Schnuller in der Mikrowelle desinfizieren. Da muß man kein Wasser aufsetzen und stundenlang abkochen, da reichen ein paar Tropfen Wasser und eine Minute bei 800 Watt. Anschließend, schreibst Du auf der Gebrauchsanweisung, solle man die Box „zwei Minuten ruhen” lassen, dann das Wasser abgießen und fertig.

Leider, und jetzt werde ich ein bißchen pampig, denn: wer, bitte benutzt desinfiziert denn im allgemeinen Schnuller, wenn nicht zu mindestens 50% Mütter? Und von denen vermutlich hauptsächlich die frischgebackenenen, denn den anderen ist Dreck im Magen schon längst pupsegal. Und weil ja auch Du selbst in Deinen Publikationen gerne das Stillen propagierst („Muttermilch ist das Beste für Ihr Kind!” ist mein meistgelesener Satz seit der Geburt; vielleicht sollte ich doch wieder auf Romane umsteigen), sollte man also davon ausgehen: mindestens, na, ich bin mal großzügig, ein Drittel der Zielgruppe für diese Schnullerbox sind stillende Mütter. Na, dämmert’s schon?

Stichwort: Stilldemenz (sehr viel schöner als „keine wissenschaftliche Grundlage” – Pah! – liest sich das bei Merlix)! Solchen Frauen kannst Du doch nicht 2 Minuten Stehenlassen vorschreiben und ernsthaft glauben, sie erinnerten sich danach noch an die Dose!
Also, kleiner Vorschlag zur Güte (hey, in Amerika wären schon längst Anwälte unterwegs!), schreib’ doch bitte auf die Packung noch mit drauf:

„Bei kombinierten Mikrowellen-/Backofen-Geräten bitte unbedingt die Schnullerbox herausnehmen, bevor Sie den Ofen z.B. für die Mittagspizza vorheizen!”

stilldemenz

[sah vorher ungefähr so aus]

Macht nämlich sonst nicht nur die Schnullerbox weg, unangenehme Dämpfe, eine Menge Ärger und ein ausgefallenes Mittagessen (Horror für Stillende!) – auch der Schnuller ist dann unschön überzogen und ein Fall für den Müll, obwohl der die 200°C ausgehalten hätte.

Denn die meisten Deiner Produkte, lieber dm, die sind schon allerbeste Qualität. Und die anderen muß man halt besser beschriften.

Also, hau den Satz rein und mach’s besser,

Dein Stillhäschen


Der Wöchnerinnen-Report, Teil 1

5.10.2009

Heute Gestern Vorvorgestern vor zwei Wochen kam sie also und wären dazwischen nicht Berge von Dreckwäsche, die ersten zu knappen Unterziehbodys, säckeweise volle Windeln und Trillionen von Hebammenbesuchen gewesen – ich könnte schwören, es waren nur ein paar Stunden. Zeitweise anstrengende Stunden, aber eben: als wäre es gestern gewesen.

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Nein, ich werde hier keinen Geburtsbericht posten, nur so viel: Wehen heißen nicht umsonst so. Und: sicher, eine Viereinhalbstundengeburt ist wahrscheinlich nicht besonders bedauernswert – aber die Nächste, die dazu „toll, sei froh, bei mir war’s viel schlimmer” sagt, bekommt den Sessel weggezogen. Jedenfalls: vier Stunden mächtige Schmerzen werden nicht besser, wenn man die ganze Zeit glaubt, das ginge jetzt noch mindestens 12 Stunden so. Immerhin kam nach der Geburt die Hebamme, die mich davor ständig auf Station schicken wollte („Ich besorg’ Ihnen dann mal ein Bett” – „Also ich weiß ja nicht, ich finde das hier schon ziemlich heftig, an schlafen ist nicht zu denken, ich stöhn’ Ihnen da oben nur die Bude wach!”), noch mal zu uns und meinte „hm, daß das so schnell geht bei Ihnen, hätte ich ja wirklich nicht gedacht”. Tatsächlich? Genau so kam’s auch rüber.

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Und nein, am Wahlergebnis waren wir nicht schuld, jedenfalls nicht als Nichtwähler, noch mit Bauch habe ich die Briefwahlunterlagen geholt und gefragt, ob der als wichtiger Verhinderungsgrund gelte. Der Beamte hatte genickt und entgegnet, den Grund müsse man jetzt ja eh nicht mehr angeben. Ach so, ob ich das Kissen jetzt wieder rausnehmen könne? Und da mußte er doch lächeln.
Trotzdem habe ich selten so wenig Interesse am Wahlausgang gehabt – hey, da liegt jetzt jemand auf mir und dem Sofa, und die ist spannender als jedes Fernsehen. Ist Politikverdrossenheit am Ende ein Hormon?

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Ich wage ja zu behaupten, daß die häufigsten Flecken auf Stillkinderklamotten nicht etwa von Milch, Pipi oder Kacke kommen – sondern vom Essen der Eltern, das zwangsweise auf dem Weg zum Mund herunterfällt, wenn so ein Zwerg auf dem Schoß liegend randaliert. Und irgendwann muß man ja selbst auch mal futtern, damit füttern wieder geht.
Überhaupt: Flecken! Ein bislang komplett ignoriertes Thema im Häschenhaus, jetzt Neueinsteiger, von null auf Platz drei, über Nacht. Tinte auf Bettlaken, roter Strampler in der Weißwäsche, Muttermilch auf Designersesseln, Blut auf Duschvorhängen – ich entdecke ein ganzes neues Regal im Drogeriemarkt. Dafür interessiert jetzt Shampoo nicht mehr die Bohne; Muttermilch ist immernoch das beste für Ihr KindHaar.

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so geht Ruhe

Ach, und: Durchschlafen wird überschätzt. Wir halten es jetzt wie mit dem gesünderen Essen: viele kleine Portionen statt einer großen.


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