Archiv vom 8.9.2009

Do it yourself – heute: power to the kitchen

8.9.2009

Der Individualist sperrt sich ja gern und gegen so manches. „Unnützer Tand!” ruft er an jeder Art von Warenregal und „Konsumzwang!” und „Kommerzkacke!” und dabei überlegt er bereits im Stillen, wie sich derlei zuhause selber basteln ließe.

Für solche und die anderen, denen der Nutzen von elektrifizierten Küchengeräten, die jahrzehntelang auch gut mechanisch ihren Dienst verrichtet haben, verschlossen blieb bis zu dem Moment, in dem es gilt, größere Mengen Lebensmittel zu verarbeiten als bisher, gibt es heute nicht nur einen unsinnig langen Satz ohne Punkt, sondern auch die ultimative Lösung gegen Sehnenscheideentzündung durch übermäßiges Gewürzemahlen: die DIY-Pfeffermühle!

kuechenwerkzeug

Zutaten (v.l.n.r.): Gewürzmühle mit ausreichend langem Stift (weißes Modell geschlossen, rotes bereits zerlegt und montiert), Akkuschrauber.

Irgendeinen Vorteil muß es ja haben, auf einer Baustelle zu wohnen.

Und zu Weihnachten wünsch’ ich mir eine Küchenmaschine von Festool, bitte.


Vorfreude, anders.

8.9.2009

Früge mich wer nach Konstanten in meinem Leben, mir fielen gerade mal die Handynummer (elf Jahre), die beiden Kuscheltiere aus der Kindheit (über 30 Jahre) und vielleicht noch die Haarfarbe (14 Jahre wieder natur) ein, sonst war ja alles über die Jahre gesehen ein einziges Auf-und-ab, ein Hin-und-her, ein Hier-und-dort.

Und dann wären da natürlich noch Songs, die mich schon lange begleiten, Kassetten, die vom einen Auto ins nächste mitzogen. Erinnerungen, die dranhängen, in Hamburg über die Köhlbrandbrücke fahren, den Sonnenaufgang im Rückspiegel, eine getroffene Entscheidung vor mir und dazu singt einer aus dem Kassettendeck „Bring mich heim”. „Gerne!” brülle ich und gebe Gas.
Und welche, die neu dazukommen, Urlaubsfahrt und das letzte Album auf Repeat und nach drei Stunden bittet der Möhrchenprinz darum, die Musik ausmachen zu dürfen, er hätte jetzt wirklich genug mitgelitten, und ich bin ein bißchen enttäuscht, weil: wie kann man das nicht für eine Offenbahrung halten, bitte?

Sowas also. Und jede weitere Platte erwartete ich mit Spannung und jedes Mal war ich hin und weg und tief getroffen und schon längst sind es CDs statt Kassetten, der Mann singt mit Kettcar und Echt covern Songs von ihm. Und ich habe eigentlich gar keine Ahnung von Musik, aber ich behaupte: Niels Frevert ist verdammtnochmal der beste SingerSongwriter, den wir in dieser Sprache haben. Bimbam.

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Gestern kam der Möhrchenprinz nachhause und sagt: „Du, am Sonntag gehen wir aus. Ich muß das Mitleiden für den Kreißsaal noch mal üben.”
Jetzt muß die Kleine nur noch drinbleiben solange. Bitte.


Niels Frevert – Du mußt zuhause sein (1997)


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