Archiv vom 5.8.2009

Schrott für die Welt

5.8.2009

abwrackpraemie.jpg

[Symbolbild, mein Heck ist fetter sieht anders aus.]

Der Automechaniker meines momentanen Vertrauens sah auf mein Auto, dann auf meinen Bauch, und dann kam sie auch schon, die dritthäufigste Frage nach „Wißt ihr schon, was es wird?” und „War’s geplant?”: „Willst du dein Auto wirklich behalten?”

Ja, verdammt noch mal. Weil ich (naiverweise?) glaube, daß so ein Kind nicht alles auf den Kopf stellen sollte. Weil dieses Auto so lange mein Traum war, weil sein Kauf einen Lebensabschnitt besiegelt hat. Weil es so herrlich unvernünftig (Zweisitzer! Undicht! Kaum Stauraum! 130PS!) vernünftig (So viel Spaß für 8 Liter!) ist. Und weil ich nicht auf jeden Quatsch wie die beknackte „Umweltprämie” reinfallen muß. Zumal ich ohnehin so wenig fahre, daß sich eigentlich eh gar kein Auto „lohnt”, egal wie reparaturunanfällig es sein mag.
Wir kriegen das alles irgendwie anders hin, mit Fahrrad und Kinderwagen und U-Bahn, wozu wohnt man mitten in der Stadt?

Und überhaupt: Abwrackprämie! Hör mir auf! Warum soll ich etwas noch Funktionierendes wegwerfen? Und mir stattdessen überteuerten Schwachsinn, den ich eh kaum nutze, andrehen zu lassen? Damit Wirtschaftsbosse  und Aktionäre sich doch noch ein paar Milliönchen mehr in die Taschen stecken können? Schlimm genug, daß moderne Technik schon eine minimale Halbwertszeit eingebaut hat – da brauche ich nicht noch die ohnehin schon kurze Lebensdauer noch zusätzlich verkürzen!

Aber Hauptsache da wird gleich „Betrug!” gebrüllt, wenn unser Wohlstandsmüll woanders nochmal genutzt werden kann.

Aufregen könnt’ ich mich! Aus der Haut fahren! Weil: Auto- geht ja eh nicht mehr, zu eng, zu tief, zu hoppelig. Okay, fragt mich einfach in einem halben Jahr nochmal, ob ich’s verkaufe. Afrika ist’s ja wohl auch wurscht, wenn’s reinregnet.


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