4 | 2009

Zieh aus, wir müssen leben.

29.4.2009

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Woran man merkt, daß zwei zusammenpassen: einer hat nur zwei Stühle, die andere knapp zwanzig und zusammen reichen auch die Freunde dafür. u4.jpg
„Häschen, im zweiten Stock fehlt eine Verpflegungsstation. Aber sonst: Superidee mit den Platten überall. Größe genau richtig für den Weg zum Wagen.”
Die Wetten beim Schmieren liefen auf Leberwurst hinaus, am Schluß geht der Obatzte doch noch schneller weg. Ich glaube ja fest: Schnittchen sind das neue Sushi. Zeit, diese Kunst wieder aufleben zu lassen. Scheiß auf Dönerbuden, ich mach ’ne Butterbroteria auf.
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Wenn die Wohnung ein Zuhause ist. So gegen nächstes Jahr dann.u3.jpg


Umzugssoundtrack, Vol.4

27.4.2009

Bei anderen Liedern reichen ein paar zitierte Zeilen, aber hier und jetzt: och nö, nicht schon wieder aussortieren. Stimmt ja alles, komplett.

Das Glas, aus dem du nie getrunken hast
der Küchenschrott, den kein Mensch braucht
Und das Plastikobst, von dem du dich optisch ernährst
Das alles kommt mit
und du auch

Das Klavier, auf dem du nicht spielen kannst
der Abwasch, den du immer verschiebst
und die Schokolade, die du in Krankenhausmengen verbrauchst
Das alles kommt mit
und ich auch

Ich will deine Hand, ich will deinen Mund
ich will deinen Kopf, ich will deine Zunge
ich will deine Haare, ich will deine Haut
Und den ganzen Unsinn
will ich auch

Die Hoffnungen, die du verloren hast
Der Zorn, der nie richtig verraucht
und die verschusselten Träume, von denen am Morgen nichts bleibt
Das alles kommt mit
Das brauchen wir auch

Ich will deine Hand, ich will deinen Mund
ich will deinen Kopf, ich will deine Zunge
ich will deine Haare, ich will deine Haut
und den ganzen Kummer
will ich auch

Die Fehler, die du nicht mehr ändern kannst
Die Worte, die du bereust
Und die Nächte, in denen du nicht wußtest, wohin mit dir
Die nehmen wir nicht mit
die lassen wir hier

Element Of Crime – Das alles kommt mit

Das schwerste ist geschafft, die Kisten sind wieder oben, der Staub der letzten Jahre ist aufgesaugt, jetzt steht nur noch das Auspacken an und dann noch das schlimmste bevor: die Zeit, bis der Arschprovider das DSL endlich freischaltet der Abschied von der Wohnung, die mir so viel war, Neuanfang und Zuhause und Rückzug und ein gut Teil meines Lebens, letztenendes.

Der Trick ist wohl bei der Schlüsselübergabe das richtige Auge zuzudrücken. Das weinende.


Wetter, Wehmut, Weltenwechsel (Dokusoap, BRD, 2009)

16.4.2009

Wenn es nach mir ginge, dürfte das Wetter sich ruhig Zeit lassen, ich mag das ja, wenn man nach der Winterjacke nicht gleich die kurzen Hosen kommen, haarige Plauzen und Flipflops kommen früh genug, ich gewöhne mich gerne langsam daran, Betonung auf langsam, richtig gewöhnen will ich mich nie an visuelle Umweltverschmutzung.
Sagt’s und läßt selbst die Schwarte unterm T-Shirt rausblitzen, Säume stoßen an Grenzen, bereits jetzt schiebe ich eine ordentliche Kugel, noch ist sie ruhig, aber auch das wird sich ändern. Immerhin langsam. Hoffentlich.

So langsam auch bekomme ich es ein bißchen mit der Angst, nicht des Bauches wegen, sondern der Kartons. Der Mai rückt näher und ich bin mir nicht sicher, ob alles neu wirklich schon wieder sein muß, ändert sich eh schon genug die ganze Zeit, und da rede ich gar nicht mal vom Wetter – da wären ein paar Dinge, die einfach gleichbleiben, schon schön.
Auf der anderen Seite hab’ ich eigentlich nicht die geringsten Bedenken, wozu auch, es wird alles gut werden, so sicher war ich selten. Nur warum nochmal muß man etwas aufgeben, um woanders das Glück neu zu finden? Ach richtig, Peter Licht hat’s schon längst auf den Punkt gebracht: Was du nicht kannst ist / mehrere Leben führ’n / auf mehrere Schiffe geh’n.

Und mal ehrlich, eigentlich kann ich doch ganz schön froh sein, daß es mich nur einmal gibt. Wär’ ja nicht auszuhalten sonst, wäre ja doppelt wie bisher, das Lieblings-T-Shirt ist immer in der falschen Wohnung, die Lieblingsstimmung im anderen Leben. Hat ja auch was für sich, wenn das Pendeln aufhört, muß ja mal Ruhe einziehen irgendwann.
Aber dann auch wieder: andererseits. Könnte mir die andere doch mal hübsch helfen bei der ganzen Chose, wenn mein Leben in Kisten muß und wieder heraus, dazwischen zweimal drei Stockwerke und ein paar Kilometer, nicht viel, aber dann doch eine Welt.

Eine Welt mit dauerhaft zwei Zahnbürsten neben dem Waschbecken, mit zwei zum Verwechseln ähnlichen Handyladegeräten, mit zwei Weckern und, an dieser Stelle wird es mir immer noch ein bißchen mulmig: einem gemeinsamen Geschirr. Teller, Tassen, Schüsselchen, die zueinander passen, und davon genug, um andere Pärchen zum Essen einzuladen! Grausen könnte es einen, wäre da nicht gleichzeitig die Freude darauf.
Unterm Bett liegen nicht mehr nur die eigenen Socken, und dann die Diskussionen, wessen Doppelkram weichen muß, Rosenkrieg andersrum, nicht wer kriegt? sondern wessen muß weg? Eine Welt voller neuer Fragen

Alles neu also macht der Mai diesmal, in jeder Hinsicht.

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Vielleicht doch gut, daß das mit dem Wetter schon mal der April gemacht hat.
Muß ja nicht immer gleich alles auf einmal sein.


10 Tage im April

15.4.2009

Jedes Jahr wieder ein verdammter Hammer, wie die Natur explodiert.

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[4. bis 13. April 2009, Nürnberg]


please push here

11.4.2009

Ich mag das ja gar nicht, wenn Leute ihr Blog benutzen, um für irgendwas Stimmen zu sammeln. Aber das Leben ist kein schattiger Biergarten, für manches muß man eben kämpfen.

Zum Beispiel für die wundervolle Illustratorin K.Nickl, von der ich nicht nur das Glück habe, sie zu kennen, sondern sogar ein paar herzzerreißend großartige Artefakte mein Eigen nennen darf (z.B. das Bild im Hintergrund auf dem iSwinefoto). Da ist jede Art von Werbung also keine dahergelaufene Internetgeschäftemacherei, sondern eine persönliche Empfehlung für verbürgte Qualität, quasi.
Jedenfalls nimmt die Gute jetzt irgendwie an einem T-Shirt-Wettbewerb teil, und wer da gewinnt, dessen Entwurf wird gedruckt oder so (so genau hab’ ich das auf die Schnelle nicht verstanden, außerdem ist das ja englisch und damit schon potentiell globalisiert, da soll man nicht viel nachdenken drüber, sonst kommt man zu nix mehr), und jedenfalls wäre es nicht nur toll, wenn sie gewänne, sondern auch verdient, übrigens.

Yeehah! - Threadless T-shirts, Nude No More

supaman - Threadless T-shirts, Nude No More

Und deshalb jetzt hier also der ultimative Aufruf: bitte rübergehen zu threadless.com, sich registrieren („Ja Sicher” heiße ich schon, also andere Klarnamen ausdenken!) und den beiden Designs „Yeehah!” und „Supaman” (Links hinter den Bildchen) von Frau Nickl Fünf geben. Huschhusch, das Ding geht nur noch fünf Tage!

Ich danke herzlich. Weiter mit Ostern.


Wochenfetzen

11.4.2009

Prima Tip: wenn die Spinnweben auf der Windschutzscheibe auch durch Scheibenwischer und 150 km/h nicht weggehen – mal von innen probieren.

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Es war ja zu erwarten gewesen, das nächste Geld macht man mit dem Song zur Krise, also warum reg’ ich mich eigentlich auf? Vielleicht, weil es ausgerechnet die Kindergärtnertruppe Junimo Silberblick Silbermond ist, die den unerträglichen Text „gib mir Sicherheit / in dieser schwe-heren Zeit” jault und damit den Kids noch schön unterjubelt, sie hätten es gerade wirklich ach so hart. Fragt mal Eure Urgroßeltern nach Jugend, bitte.

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A propos Jaulen:  das mit dem Umziehen fällt mir ja schon schwer, zu gut ist die Gegend, in der ich noch und zu multikulti alternativ bunt im Gegensatz dazu die, in der ich bald wohne. Bunt heißt vor allem: laut und voller Hundescheiße. Berlin quasi. Hat mich nur nie gejuckt.

Und gut war bislang eben: ruhig.
Neuerdings aber übt die Tochter von untendrunter Klarinette oder Saxophon oder irgendetwas in der Richtung, nicht unter zwei Stunden täglich und nervenzerfetzend amelodisch. Nicht schön. Und der Metalfreak aus dem ersten Stock, aus dessen Wohnung mit den zukartonierten Fenstern es bislang nur laut und dumpf dröhnte, was auszuhalten war – der hat neuerdings die Fenster aufgerissen und einen Staubsauger gefunden. Leider hat er im Putzwahn auch seinen Balkon entdeckt und ein Paar Bongos, und so sitzt er jetzt allmittäglich in der Sonne, prokelt arhythmisch auf den armen Fellen herum und jammert dazu auf spanisch unerträglichste Te-quieroooooooohos durch den Hof.

Eigentlich nett von meinen Nachbarn, daß sie mir das Gehen so leicht machen wollen. Aber wehe, sie hören damit auf, wenn ich weg bin! Ich werde täglich nachsehenhorchen kommen müssen, mit dem Rad. Auf dem Weg zwischen Gostenhof und der Nordstadt ist es immer so schön ruhig.


Umzugssoundtrack, Vol.3

6.4.2009

Draußen explodiert der Frühling, jedes Jahr wieder glaubt man es kaum, und schön ist das irgendwie schon auch, wenn man sich nicht gewöhnt.

Noch blühen die Narzissen in der Vase, daffodils heißen die im Englischen, und schon ist der Song im Ohr: „memories of East Texas / and and those pine-green rolling hills / covered in  the springtime /with golden daffodils”.
Leider finde ich das Original von Michelle Shocked nicht im Netz, aber in der vorletzten CD-Kiste springt mir die Scheibe sofort ins Auge. Bei mir laufen heute die Memories in Endlosschleife. Und hier der andere Hammer von dem Album: Anchorage. So kann’s gehen, wenn sich alte Freunde wieder melden. Fielen in andere Leben, aber das eigene geht weiter. Ich hoffe inständig, daß ich nie das gleiche schreiben werde: „I sound like a housewife. I think I am a housewife.”

Der hier ist für die nächsten fünf Kisten. Und dann wird Mittag gekocht.

[Direktlink Michelle Shocked – Anchorage, 1988]


Wenn Grafiker gratulieren…

2.4.2009

…dann können Grußkartenhersteller einpacken. Großartig!

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PS: Lieber H&M, ist ja toll, daß Du auch eine Umstandsabteilung hast. Blöd bloß: ich bin schwanger, nicht plötzlich einen Meter größer! Ich brauche keine T-Shirts bis zum Knie, diesen Röcke-über-Hosen-Girliequatsch werde ich auch jetzt nicht mehr anfangen.
Zum Glück gibt’s da auch Babysachen.


Wie, „aufs Datum schauen”?

1.4.2009


Noch ungeklärt ist auch die Zukunft der bayerischen Vereinsmannschaften innerhalb des deutschen Ligasystems. Fundamental-Lederhosenträger wie der ehemalige Bundestorwarttrainer Sepp Maier plädieren für eine konsequente Loslösung aller Vereine südlich der Mainlinie aus dem DFB. Für diesen Vorstoß erhält er Applaus vom Nürnberger Clubchef Michael A. Roth, der sich als ewiger Zweiter schon im internationalen Geschäft wähnt: „Damit hätte der Club dauerhaft ein Ticket für den Uefa-Cup.“

Die Idee ist so unfaßbar, daß man sie glatt glaubt. Und was Wales und Schottland können, schaffen wir eh schon lang.

[via]


Umzugssoundtrack, Vol.2

1.4.2009

Auweia.
Jetzt ist das natürlich schon beides schlimm, aber noch schlimmer ist ja, daß ich mich bekanntlich nicht mehr entscheiden kann und deshalb beide Songs posten muß.

Immerhin gibt’s eine Brücke jenseits des Austropops, die die beiden verbindet: der eine singt davon, daß er blöd aussieht.


[Direktlink]

Und der andere sieht blöd aus, während er singt. Was durch die Zeitverzögerung von Bild und Ton nicht besser wird.


[Direktlink]

Fielmann könnte glatt Werbung machen mit dem Video, eine neue Brille kann das ja nur um Lichtjahre besser machen.

Und nein, fragen Sie bitte nicht, was da noch alles lauert in den Untiefen der stilhäschenschen Musiktruhe. Auch das wird nicht besser.


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