12 | 2008

Von wegen Rückblick

31.12.2008

Und wieder jedes Jahr dasselbe; als ob der Wechsel zwischen Dezember und Januar irgendwie anders wäre als irgendein anderer.

Ungefähr der gleiche Trugschluß wie der Glaube, irgendwann würde alles einfacher, wenn man erst 18/25/50 ist, das Abi in der Tasche/das Reihenhaus am Stadtrand/den Posten im Aufsichtsrat/die Kinder aus dem Haus hat. Vielleicht ist es auch ein ganz anderer Trugschluß, aber das ist ja das tückische: die tarnen sich gut, die Drecksäcke. Pfeiferdeckel jedenfalls, treffen kann einen immer alles, Krankheit, Tod, fallende Klaviere, und das ungerechte dabei ist, daß es ebenso alle anderen treffen kann. Nämlich auch die, die man liebt. (Einmal im Jahr darf man im Vokabular von Rosamunde Pilcher bloggen, finde ich.)

So ein Scherbenhaufen ist schnell passiert, verrückt könnte man werden beim bloßen Gedanken daran und auf einmal begreift man, daß so ein bißchen Mittrotteln mit der Herde vielleicht gar nicht mal so schlecht ist, das verschwemmt die Ängste und verteilt die Trefferwahrscheinlichkeit, also: mitmachen beim Jahreswechsel, rausgehen, Arsch abfrieren, schlechten Sekt kippen, Kindern die Böller aus der Hand treten. Kommen Sie gut rüber!

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wenn Typographen wütend werden…

29.12.2008

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…kann Ihnen schon mal ein großes F durchrutschen.

Konsequenz ist schon ein schnelles Pferd, hihi.


Alles muß raus!

28.12.2008

Für einige war es das erste Weihnachtsfest mit und für andere das erste ohne jemanden, ohne den alles nichts ist. Daß auf der einen Seite immer die Sonne auf- und dafür auf der anderen untergeht wird so richtig deutlich erst in den Nächten, in denen aus den Fenstern Weihnachtsbäume leuchten.

Interessant ist ja auch, wie sich ganze Stadtviertel an Weihnachten leeren. Einmal im Jahr parken ohne Suche, das ist ein Fest! Und in den Vorstädten wünscht man sich fürs nächste Jahr eine größere Auffahrt statt endlich einmal an kleinere Autos zu denken.

Immerhin aber ist erstmal wieder der Streß vorbei.

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Leert die Eimer, bringt das Altglas weg und dann wird alles besser. Erstmal. Für die einen.


Danger! Suspense!

21.12.2008

Spannender als jeder Tatort: die Schnupfen-Challenge.

„Und da greift das Kribbeln wieder an. Wird sie es diesmal schaffen, den Teller mit der Nudelsuppe sicher abzustellen, bevor… sie kämpft, aber das Niesen kommt näher…”

Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn Sie das Häschen nasal flüstern hören: „Da, halt mal. Schnell!”


Klimawandel am Arsch (von wegen Erderwärmung)

17.12.2008

Als ob der Kauf von Hausschuhen noch nicht schlimm genug wäre (untrügliches Zeichen für Altwerden, ick hör dir trappsen), nein, sie nützen auch nichts und die drei Paar Socken, der Teppich und das Kissen drüber ebensowenig.
Notiere: nächste Geschäftsidee natural cooling – vermiete mein unteres Körperende als ökologisch korrekte Kühlung, bevorzugt in der gehobenen Gastronomie. Ich stell’ dann meinen Schreibtisch vor den Kühlraum und kriege Geld dafür. Womit sich die Frage nach einem Büro auch erledigt hätte. Bingo.


Unvermeidlich: Sonderbeilage „Geschenke”

16.12.2008

Es soll ja Leute geben, die mit ihrer Umwelt noch keinen friedlichen Antikonsum-Pakt geschlossen haben und einander gegenseitig zum Jahresende noch dringend Gegenstände besorgen müssen, die diese möglichst noch nicht besitzen. Geschenke. Arme Würstchen, denn mal ehrlich: jeder jenseits des Kindesalters erfüllt sich doch seine Wünsche am liebsten sofort und dann selbst.
Gar nicht so einfach also – es sei denn, man findet Dinge, von denen der zu Beschenkte noch gar nicht weiß, daß er sie will. Weil er sie schlicht noch gar nicht kennt.
Deswegen heute noch fix ein paar schamlose Werbeeinspieler:

1. Der Fotokalender

Das Praktische am ewigen Jahreskreislauf ist ja unter anderem, daß auf Weihnachten immerimmerimmer erst Silvester und dann ein neues Jahr folgt, das dem kalenderproduzierenden Gewerbe zuliebe immer neu durchnummeriert wird, damit man auch ja nicht den aus dem letzten Jahr aufbrauchen kann.

Im Fall des Kalenders „Details 2009″ ist das besonders schade, denn die fantastischen Bilder haben eine deutlich längere Halbwertszeit als 31 Tage. Produziert wird der Kalender von einer Druckerei-Kooperation – die eine druckt in Offset die brillanten Fotos (von keinem geringeren als dem Meister der gebloggten Detailfotografie, Herrn Pest Krause!) und die andere zeigt, was mit partiellem Drucklack (Siebdruck) so möglich ist.
Die dadurch entstehenden Reliefs unterstreichen die Motive auf eine ganz besondere Art: da glänzen einzelne Muscheln, da bekommt Schnee Strukturen, da fühlen sich Baumscheiben realistisch sägerauh an – da wird der Wandkalender zum Handkalender.

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Zu bestellen für 18 („Elemente”) bzw. 24€ („Natur”) bei der Druckerei Erdenberger. Hopphopp!

2. Der temporäre Laden in Kassel

Wen es zufällig die Tage noch nach Nordhessen treibt (und sei es nur auf Durchreise), dem sei ein Besuch im EinLaden ans Herz gelegt. Zwei saunette Produktdesignerinnen organisieren dort einen Laden, in dem originelle Kleinserien von Designern aus ganz Deutschland angeboten werden – vom Stofftier bis zum Wandbild, von Schmuck bis Wohn-Accessoires. Nach Weihnachten macht der Laden wieder zu – also schnell hin und Dinge ergattern, die man nur schwer woanders findet!

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[Dort gibt es übrigens auch meine Laptopsticker iSwine und iCebein und hiermit wünsche ich dem ***, das dort im Laden das dazugehörige Deko-Notebook geklaut hat, daß es sich beim Ausschlachten (denn nur dafür eignet sich das Ding noch, oder was hatte dieses Synapsenwrack gedacht?) ganz tief in die Finger schneidet, mit dem Blut den weißen Flokati, die Brokattapete und die Ledercouch versaut, mit dem Taxi in die Notaufnahme muß und Schlüssel und Geldbörse zuhause vergißt. Das alles und noch viel mehr.]

3. Der permanente Laden in Nürnberg

Ein ähnliches Konzept gibt es auch in Nürnberg: in „Fachmarie – die Glücksboutique” sind es ebenfalls zwei sympathische Damen, die dafür sorgen, daß die Regalfächer immer neu mit liebevoll in Eigenregie produzierten Waren gefüllt werden. Besonders schön: neben den obligatorischen Postkarten der Grafikdesignstudentinnen und den handgestrickten Babyschühchen frischgebackener Mütter hängen umhäkelte Kleiderbügel. Von einer Achtzigjährigen, die den Jungen mal eben zeigt, wo der Bastwastl den Most holt.
Zum Aufzählen ist das Angebot einfach zu groß, das muß man sich schon eigenäugig ansehen. Kaffee und selbstgebackenen Kuchen gibt es auch und, äh, ja, auch: diese Aufkleber.

Fachmarie - die Glücksboutique

In diesem Sinne: raus mit der Kohle, auf dem Konto wird’s ja auch nicht mehr mehr. Mit gutem Beispiel voran und dieses Jahr mal ausgegeben für schöne Produkte, hinter denen kein Konzern steht, dessen Aktionäre sich ins Fäustchen lachen. Ich glaube an die Möglichkeit einer Ökonomie der Kleinunternehmen.


drei Farben weiß

15.12.2008

Mal wieder ewig Zeit gehabt zum Übergehen und doch kommt der Winter wieder über Nacht, wie jedes Mal. Am Thermostat muß man selbst drehen, an der Uhr tut`s die Zeit von allein. Die Dinge hören nicht auf zu passieren.

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Beim Abspülen gehen mir zu Zeichnungen von dicken Pärchen Sätze durch den Kopf wie „Liebe ist… dem anderen schon mal die Zahnpasta auftun”. Schlimm genug eigentlich, aber auftun schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht, früher hätte ich sowas erstens nie gedacht und zweitens nie so, das ist so nordig, auftun, wie Grünkohl und Pinkel. Der wird auch schlecht, wenn man ihn nicht ißt, ich weiß.

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War’s in „Der Besuch der alten Dame” oder einer anderen Schullektüre, wo der ganze Ort die Häuser weißelte in Erwartung von irgendwem, irgendwas, einer Errettung? Weißeln, wieder so ein Wort, erklären lassen mußten wir es uns schon damals, als noch nicht herumstreichende Katzen die erste Assoziation waren für Möbelrücken, Abdecken, Riesensauerei.
Von wegen horror vacui, so ein Farbeimer kann eine prima Grundlage sein für die nächste Projektionsfläche, und wer will schon die zerstörten Träume des Vorgängers vor Augen behalten, drüber mit dem Zeug, alles weiß, hopp, dreckig wird`s schon wieder von alleine.

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Da fragt man sich schon, was Gott/Petrus/werauchimmer mit jedem Schnee übertünchen will.


nicht jeder stuhl ist scheiße

4.12.2008

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[Nein, das wird hier kein Cartoonblog. Aber es geht doch nicht alles mit Fotos.]


Lichtfetzen

2.12.2008

„Wir haben damals so gerne Ferien bei Euch gemacht, weil Ihr schon RTL hattet – Ihr wart ja Testgebiet.” Ach so. Und ich dachte fast 20 Jahre lang, ich oder wenigstens das Meerschweinchen hätten irgendeine Rolle gespielt. Wenn das mal kein Trauma wird.licht1.jpg
Kaum fünf Jahre ohne Licht durch den Keller gestolpert und schon gemerkt, daß es nur an der Birne liegt. Aber ich mag dunkles Bier eh lieber.
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Ja, ich habe eine neue Kamera. Danke allen für die Kaufberatung -  es ist die Ricoh GX200 geworden, ein relativ kleines Ding mit Retrocharme, das mir unglaublich viel Zeit raubt, weil es richtig oldschool kennengelernt werden will, da ist nix mit schnell aus der Hand, knickknack.

Demnächst vielleicht mehr, ich muß den Keller weiter ausblitzen.


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