10 | 2008

brechende Neuigkeiten

31.10.2008

Wir unterbrechen das Programm mit einer wichtigen Meldung, die uns von unserem Oberfranken-Korrespondenten zugespielt wurde*: Bier ist kapitalertragsmäßig die sicherste Bank.

Ich hab’s ja schon immer geahnt, aber jetzt haben wir’s schriftlich. Saufen gegen den Kapitalismus: gewonnen.
Weiter mit Getränk.

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[*: Danke, Tapps!]


Alle Jahre wieder

26.10.2008

Eigentlich müsste man hin und wieder die Gewohnheit preisen, sollte sie einem doch, richtig angewandt, massenweise Aufregung ersparen. Und da steckt auch schon der Haken: richtig angewandt. Gewöhnung als Chance, als HB-Männchen-Flatrate, einmal ordentlich echauffieren und danach nur noch abrufen.

Ich kann’s nicht. Mich erwischt der Herbst jedesmal kalt und die Weihnachtsdeko erst recht, und weil es jedes Jahr zusammenfällt und jedes Jahr gefühlt früher, trifft es mich hart und doppelt und mit voller Wucht.

Aber diesmal, Arschadvent, diesmal bin ich gewappnet. Mit dem Wissen um salamikakaos designpreisverdächtige Weihnachtsdeko. Du kannst einpacken, Winter. Ab morgen wird zurückgebastelt.


Erinnerungen einer Servicekraft (Teil 1 von x)

25.10.2008

Ob es etwas miteinander zu tun hat? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: ich denke oft, immer öfter, an dieses Eckhaus in dieser mittelmäßigen Stadt in der Mitte von Deutschland. Und von jeder Mattscheibe flimmern nur mehr Köche, Küchen, Kuchen und Werbung für Fertigsuppen.

Ich war fremd in der Stadt, ich hatte eine Wohnung, mein Studium, soviel Zeit wie ich mir nahm und kein Geld fürs Kino. Und eines Abends ging ich einfach mal nicht an dem Restaurant vorbei, dessen Preise draußen hingen und unerreichbar waren für mein Budget, ich nahm den direkten Weg und erwartete die Hautevolee, mindestens jedoch ein halbvolles Haus, aber die schönen alten Stühle in dem dunklen Raum waren leer und hinter der Theke stand einer, der Gläser polierte, unendlich gelangweilt, aber dabei stolz wie ein Rassehengst.
Kaum traute ich mich zu fragen, tat es aber schließlich doch und der Mann verschwand hinter den schwarzen Schwingtüren und kam mit Danny deVito zurück, der ein von oben bis unten bekleckertes Kochkostüm trug, kein Zweifel, um ein solches mußte es sich handeln, denn ein Koch würde doch niemals in der Küche rauchen, geschweige denn zwei Zigaretten gleichzeitig im Mund halten, eine frisch angezündete und die alte daneben. Er hieße Enzo, meinte DeVito, streckte mir seine kleine, fettig glänzende Hand hin und wies mir einen Stuhl zu. Ihm gehöre der Laden.

Zwei Tage später fing ich an, dort zu kellnern. Freitags, samstags und wenn sonst etwas anstand, half ich Jesus, dem stolzen Spanier, nahm Bestellungen auf, lernte mit links vier Teller zu tragen und rechts nochmal drei, deckte Tafeln ein, schleppte Weinkisten, programmierte die Kasse um und schraubte Schranktüren fest. Wir waren schnell ein gutes Team, Jesus und ich, ich übernahm bereitwillig die Gäste, die er schon kannte und deshalb mir zuwies und wenn bei mir jemand eine der teureren Weinflaschen bestellt hatte, kümmerte er sich um „de Brimmeboriumme mit de Dekantierequatsche”. Meine Güte, ich war Anfang zwanzig und konnte fünfzehn Landbiere am Faßgewicht erkennen, das war meine Gastroerfahrung, ich hatte noch viel zu lernen in dieser anderen Liga.
Und Enzo und Jesus gaben sich alle Mühe. Jeder verdammte Teller, den Enzo raushaute, eine Kippe im Mund und die nächste schon in der Hand, war ein Meisterwerk, auf der Zunge explodierte jeder Bissen, den ich abbekam. Und ich bekam einige ab. „Kommstu gleick Kücke zurück! Hab’ ich nock Stück für dick!”, schallte es, wenn ich mir mit großen Augen große Teller mit duftendem Fleisch auf die Arme lud, um sie den magersüchtigen Geliebten der örtlichen Unternehmer zu bringen, wissend, sie würden beim Abtragen genauso aussehen. Die brachte ich raus und wenn ich zurückkam in die kleine, niedrige, heiße Küche, stand auf der Spülmaschine ein Teller für mich und eine Gabel und daneben Enzo, fahrig von einem Bein aufs andere hüpfend. „Und? Schmeckte? Findste? Gibte bei Eucke aucke?” Enzo war Sarde, er kochte vorwiegend alte, bäuerliche Gerichte aus verschiedenen Regionen Italiens, er wußte zu jedem eine Geschichte, er konnte stundenlang über Bohneneintöpfe reden, aber genauso leidenschaftlich wollte er alles wissen über die deutsche Küche und vor allem ihre regionalen Unterschiede. Woher ich käme war denn auch seine erste Frage gewesen, als ich mich vorgestellt hatte, „Franke! Glösse! Wundabah!” hatte er gerufen, und ich durfte probearbeiten. So war das bei ihm, und nach meinem ersten Abend, als die beiden Küchenhilfen, Jesus, er und ich zwischen den letzten Gästen saßen, Wein tranken und einen Brei aus den Resten des Tages löffelten, der an Geschmack alles übertraf, was ich bis dato unter Eintopf kannte, da legte Enzo seine dicken Finger auf meine und fragte, was denn die kulinarische Spezialität meiner Heimat sei. „Schäufele”, antwortete ich, „Schweineschulter mit Schwarte, aus dem Ofen, mit Kartoffelklößen und Blaukraut” und Enzo sagte: „Ick würde mick freun, wennde hier arbeite willste. Kannste bleibe. Kommste morge wiede. Abba nächste Freitag kockste für uns Schäufele.”

So hatte die Geschichte angefangen.

Und ein andermal erzähle ich sie weiter.


Liebe Radfahrer,

24.10.2008

die Ihr heute morgen ebenfalls wegen der ollen Kuh, die ihr Auto mitten auf dem Radweg parkte, durch den köterkotverseuchten Grünstreifen fahren musstet: ich hab’ ihr schon lebenslangen Phantomgeruch von Hundescheiße gewünscht. Und eingewachsene Zehennägel. Nehmt was anderes.


Freitagstexter-Siegerehrung

22.10.2008

Leute, es tut mir leid, aber ich könnte es noch schaffen, also das mit Mittwoch. Das mit gerecht, ach, scheiß’ doch der Hund drauf. Gerecht ist aus, im Häschenhause herrscht gesunder Despotismus, aber hallo.

(mehr …)


womit manche so ihre Brötchen verdienen

20.10.2008

oder

eines der letzten echten Abenteuer: Gratwanderung Werbetexten

(Wenn man sich nicht mehr für eine Überschrift entscheiden kann. So fängt’s an. Ich habe Angst.)

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Guten Appetit.


Yoda in meinem Computer lebt!

17.10.2008

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Freitagstexterjubiläum

17.10.2008

Wenn ich richtig zähle, habe ich heute zum fünften Mal die Ehre, und meine Fresse, ich freu’ mich schon, ich kann’s nur nicht so zeigen.
Danke jedenfalls nach Saarbrigge, wo ich den Pott diesmal holen konnte!

Möglich, daß mir in ein paar Tagen aufgeht, daß das Bild, das ich heute unter akuter Hirnverschleimung und Medikamenteneinfluß jubelnd für äußerst geeignet für den altehrwürdigen Wettbewerb halte, eigentlich nichts als blödsinnig verkünstelter Metaquatsch ist. Aber das muß ich dann ja mit mir selbst ausmachen.

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Jetzt also gilt es, eine passende oder unpassende Über- oder Unterschrift zu finden. Ich schau dann Mittwoch wieder rein und küre Sieger. Aber hatschi.


lost in drugstore

15.10.2008

Nicht auszuhalten, dieses echte Leben. Kaum hat man sich morgens Kaffee gemacht, ist der Tag schon wieder vorbei. Nicht mal Zeit zum Bloggen bleibt! Eine Schande.

Das muß anders werden. Bei meinem Dealer dm gibt’s dieses hervorragend bekloppte Zwei-in-Eins-Produkt endlich zum halben Preis, schlichen wohl noch mehr wochenlang drumrum, beziehungsweise: keiner, und deswegen jetzt Abverkauf. Wenn aber auch keiner Werbung macht für das klebrige Zeug aus der Schweiz!

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Gut, nach dem ersten Schluck (wer hätte gedacht, daß das Zeug süß ist wie Katzenkinder? Zwei Teelöffel pro Tasse sind definitiv zu viel, da muß ich keine Zahnarztfrau sein für den Rat) wird dann auch klar, warum Werbung da schwer wird, aber wahrlich, es gibt künstlichere Aromen in den Supermarktregalen, ich bin mir sicher. Immerhin: es geht schnell. Und, jetzt mögen da aber nur wenige meiner Verwendung folgen können, das Fläschen eignet sich exorbitant fantastisch dazu, bei meinem bescheuerten Wasserkocher den Schalter umgelegt zu halten. Der hält nämlich nicht und dann wird kein Wasser heiß, und hier ist Gewalt so gar keine Lösung, nicht einmal Tesafilm oder Gummibänder helfen, aber Leute, ich sage Euch: die Kerbe im Deckel des Honigfläschchens und der wankelmütige Schalter, die passen zusammen wie Arsch auf Eimer, da haben sich zwei gefunden, aber hallo. Im Produkttest holt das Zeug bei mir zwölf von zehn Punkten. Zumal die Kräuter-Variante (halber Preis! Alter! halber Preis!) tatsächlich trinkbar ist.

Liebe Nahrungsmittelindustrie, jetzt noch sowas mit Kaffee. Ohne Honig, mehr so mit Milch und Zucker, aber bitte kein Milchpulverquatsch, und bloß nicht Kondenskram, und bio natürlich und alles, und den Kaffee möchte ich bitte frisch mahlen, ist klar, ne?

Dann bleibt das hier eben auf der Strecke. Ich bin dann mal in der Küche.


dreimal zwei ist Quatsch, wiedewiedewitt…

15.10.2008

Nur schnell zwischenrein, damit das Foto endlich tieferrutscht, ein paar Doppelfragen:

Sind Hasen eigentlich per definitionem Hoppelgänger?

Warum nennt man einen Zwilling eigentlich nicht Doppelkind?

Ist der Mitbewohner im Doppelzimmer ein Zweitliegist?

[Wer auf sowas steht, findet hier Perlen. Wem das Verständnis fehlt: gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen.]


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