9 | 2008

draußen vor der Tür, Teil 2 (Sonntagnachmittag)

29.9.2008

Nein, das wird hier kein Politblog mehr.
Aber manchmal passt ein Bild besser als tausend Worte. Gnihihi.

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draußen vor der Tür, Teil 1 (Samstagmittag)

29.9.2008

Heimat ist ein großes Wort und überstrapaziert. Aber jedenfalls wohne ich gern. In dieser Gegend, obwohl die Lehrerehepaare und Biobären immens nerven mit ihrer Gutmenschigkeit, mit ihren Aufrufen zur Mitgestaltung, mit ihren Kinderwägen und Fahrradanhängern und obwohl die Brut nicht in der Lage ist, Parkplätze ökonomisch zu nutzen. Ich wohne gern in diesem Haus, obwohl der Putz nicht eben ist und die Türen verzogen, obwohl im Treppenhaus die Fliesen abfallen und mein Nachbar mit dem angewachsenen Hausmeisterkittel täglich die Treppen abscheuert, als gelte es, sie bis Weihnachten noch zu zersetzen. Obwohl er wöchentlich bei mir klopft, um sich abwechselnd Geld zu leihen oder für die Hausordnung einzutreiben, obwohl er dabei gerne mal vergißt, die Zähne einzusetzen [„Kaschmerwaschleihn?” – „Kann sein, Hubsi, wieviel brauchst Du denn?” – „Ffffzsschsch.” – „Puh, das wird knapp. Ah, doch, Glück gehabt.” Ich reiche ihm einen 50-€-Schein. Er weist ihn entsetzt zurück: „Naaa! Fffffzschschzehn! Hastdiabbagahschöverhört!” Klar, verhört, Meister der Deutlichkeit.] und obwohl sein Fernseher nur Volksmusik kann und nur auf 120 Dezibel. Obwohl Hubsi das mit dem Altpapier und dem Restmüll nicht recht versteht und das mit Franken und Bayern auch nicht.

Aber die Vase kann man tauschen. sonnenblumen.jpg


aus der Reihe „Cartoons, die man betrunken irgendwie lustig fand”…

28.9.2008

…heute:
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Und danke, Hannover, für die Vergeltung für Mittwoch (Nicht daß es nicht verdient gewesen wäre, aber bei dem Derby setzt Rechtsempfinden aus und Rache bleibt der letzte Wunsch.). Astrein.
Wenn die Bayern absteigen, bleibe ich gern mit dem Glubb in der zweiten Liga.


hättehättehätte

22.9.2008

…man mir ja auch mal sagen können, daß der neue Sonntagskrimi im Zweiten ein Zehnteiler ist. Die ersten paar Minuten verpasst, pure Verwirrung, weil schon mitten in der Handlung,dann geht ein Licht auf: Zweiteiler! Klar! Deshalb keine Leiche und kein Tatort! Kompliziertes Zusammenreimen des bisherigen Geschehens. Immerhin: alle Beteiligten sind gut unterscheidbar, gibt Extrapunkte. Verzweiflung der Familie des Opfers bedrückend gut. Überhaupt: so viele Stränge, wie wollen sie die denn in den verbleibenden 30 Minuten noch schließen? Nach gefühlten vier Stunden beschlossen: schon schön, diese langsame Erzählweise, aber jetzt doch mal langsam zum Ende kommen, ja? Und irgendwann läuft statt Abspann die Vorschau auf nächste Woche, und weil noch ein Minütchen übrig ist, gleich nocheinmal, puuuh, na gut, dann eben Dreiteiler, dann eben nächste Woche, schade, wie soll man sich das denn bitte alles merken, aber: gibt ja die Mediathek, kann man am Samstag nochmal auffrischen.

Und heute also stelle ich fest: der erste Teil ist nicht mehr online (hat den wer? Hat den wer? HAT DEN WER?), und nächste Woche wird mitnichten aufgelöst. Die nächsten acht Sonntage wären dann also verplant. Ein bißchen fühlt sich’s an wie damals Twin Peaks. Nur dänisch.


Viva Wochenende

22.9.2008

Zwei Stunden lang versucht herauszubekommen, wo das Wasser hereinkommt. Also ins Auto, in den Fahrerfußraum. Elend stinkt der Teppich schnell. Vergossen: mehrere Flaschen Regenwasser. Verschlissen: mehrere Dichtungen. Wahrheit? Nicht gefunden. Vergessen: Innenlicht auszumachen. Tolle Wurst und das merkt man erst montags.

Letztes Steherrennen der Saison: wegen Regens ausgefallen. Immerhin: die mitgenommenen Damen sind jetzt auch angefixt. Haben nämlich Sträuße abgesahnt. So geht Kundenbindung. Merken.

Auch merken: man findet nur etwas auf dem Flohmarkt, wenn man nicht mit dem Auto hinfährt, sondern die Schätze noch ein paar Stunden mitschleppen muß. Weidenfahrradkorb, Wasserkocher, Wandmusterwalze: 13€. Nudelholz und schwedische Kekspresse (nur echt mit Doppelzahnstange!) mit 12 Einsatzscheiben: 1,80€. Endlich, endlich, endlich Spritzgebäck professionell selbermachen können: unbezahlbar.sawakeks.jpg_________________________________________________________________________

Und dann noch dem Staub beim Fallen zugesehen. Sollte man sich patentieren lassen. Meditieren ist ein verhibbeltes Drecksrennen dagegen.


Geht’s noch, Ihr Luftköpfe?

18.9.2008

Durchs Wohngebiet fährt ein verranzter Passat, auf dem Dach zwei Lautsprecher, heraus dröhnt eine Frauenstimme vom „Niedergang des bayerischen Kulturlands” und „keine Gentechnik!”. Passt, hier wohnen vorrangig Lehrer und Alt-68er, der Bioladen hält sich schon seit über 20 Jahren, freitags trifft man sich auf ein Kürbiskernbrötchen mit Ziegenkäsetarte auf dem Markt.
In zehn Tagen ist Landtagswahl, klar wird da wahlgekämpft, wo immer es geht. Ich halte inne, als der Wagen vorbeifährt, gleichzeitig lese ich die Plakate und höre die Botschaft aus den Lautsprechern: „Deshalb wählen Sie für Ihre Heimat! Wählen Sie NPD.”

Zum ersten Mal überlege ich, die Polizei wegen Ruhestörung zu rufen. Das hat noch nicht mal mein Nachbar mit 120-Dezibel-Volksmusik um Mitternacht geschafft.


Haxenalarm (schon wieder neues von der Stickerfront)

16.9.2008

Letztens beim Abendessen hab’ ich einigen meiner Freunde versucht zu erklären, warum ich in den letzten Wochen öfter als sonst zum Briefkasten lief. Die Reaktionen pendelten zwischen großen Augen und Fingern an den Stirnen. Zwischendurch wurde getuschelt: „Müssen wir uns Sorgen um sie machen?” und „In diesem Internet, gibt’s da eigentlich auch normale Menschen?!”

Selten war ich so froh um die plötzliche und totale Volksmusikbeschallung durch die bekloppte Nachbarschaft. Hubsi hat was gut bei mir. Gibt’s für Marianne und Michael eigentlich auch Online-Tauschbörsen?

Das Essen ging übrigens auch nach hinten los. Das mit mir und der Sterneküche, och nee, laß mal, wird nix mehr. Dafür aber, Freunde der Fleischwurst, hau’ ich jetzt auch Haxen raus. Zum Aufkleben. Link wie immer in der Sidebar.

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[Und nein, isch ‚abe gar keine’ Mac. Aber Kaal. Und eine Kamera. Danke!]


kleine Glücke

14.9.2008

Die neue schießmannsgrüne Jacke steckt sogar Rotwein ohne Flecken weg. Respekt. Nur am Senf müssen wir noch arbeiten.
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Wenn man schon am Altglascontainer steht und feststellt, daß der Sprung im guten Rotweinglas doch nur ein Haar ist. Glück hoch zwei: daß das Glas den Transport dahin überstanden hat! Glück hoch drei: trotzdem schon mal wissen, welcher Online-Händler noch ein paar auf Lager hätte. Glück hoch vier wäre, wenn man’s sich auch gleich aufschriebe.
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Mir ist eine Paprikapflanze zugelaufen. Gewissermaßen. Hatte sich ein paar Straßen weiter mit ihrem Liebsten von einer Fensterbank gestürzt, Königskinderstyle. Lag volle 24 Stunden in den eigenen Scherben, bis ich mich das Bergen traute; Liebster (groß und stark und noch mit Plastiktopf) war über alle Berge. Der Kleinen Wurzelballen war schon komplett ausgetrocknet, einige Triebe geknickt. Eingetopft, gegossen, jetzt erholt sie sich. Nennt mich Mutter Theresa der Suizidbotanik.
[Bleibt: moralisches Dilemma. Behalten oder zwei Häuser durchklingeln nach dem unvorsichtigen Besitzer, der den Verlust vermutlich immer noch nicht bemerkt hat?]

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Kaum 36 Stunden nach dem letzten Drink einer durchlumpten Nacht hält sich der Kater auch schon wieder in Grenzen. Wie gnädig von Dir, Alter! Alter Arsch.


„daher kommt das nämlich” – Teil trölfzig: die Mimose

9.9.2008

Habenwollen ist ein schlimmes Ding. So stell’ ich mir Kinder vor, eigene.
Quengelt so lange in mir rum, bis ich schließlich zur örtlichen Gärtnerei fahre, um meine eigene zu kaufen. Kann schließlich nicht stundenlang in des bekloppten Nachbarsâ„¢ Küche sitzen, vor dem Blumentopf mit dem Grün und der Tasse mit dem kalten Kaffee, der immer kälter wird, weil: das Grün!

Und dann gibt’s beim Gärtner grad’ noch eine einzige, und als ich die endlich gefunden habe, geborgen, gehoben, und stolz und komplett weltverloren und wahrscheinlich mit einem selten dämlichen Grinsen im Gesicht zur Kasse schleiche, in der einen Hand den Topf und mit der anderen immer wieder an die Blätter, immer wieder, immer noch einmal… da ruft der Chefgärtner sehr, sehr laut quer durchs Gewächshaus: „He! Sie! Ärgern S’ amol des arme Mimösla nedd asuu!”, und ich schrecke auf und schau rüber und wir lächeln beide.

Ich glaub’ er hat dann sowas gemurmelt wie „des is doch mei Dschobb”.




[Direktlink; Song: Niels Frevert – lieber Blumen]


Update von der Stickerfront

4.9.2008

icebeinkommt.jpgSo, Leute, ich wär’ dann soweit: das iCebein ist in der Röhre.

Ich bedanke mich herzlich für die Lorbeeren und Links und die Vorbestellungen und erkläre die offizielle Bestellannahme für eröffnet (Anleitung rechts in der Sidebar).

Aufgetischt wird dann ab nächster Woche.


Und weil ich selbst ja gar keinen Mac habe, das iCebein aber eigentlich genau dafür gedacht ist, hätte ich natürlich liebend gerne ein Foto vom iCebein in Action. Deswegen tausche ich das allererste iCebein gegen ein Foto (das ich dann natürlich veröffentlichen darf) davon. Paradox.
Bei Interesse bitte einfach hier kommentieren – bei mehreren Interessenten entscheidet das Los, und zwar am Sonntag vor dem Tatort Polizeiruf.

UPDATE VOM UPDATE:

verlosung.jpg

Die Glücksfee hat gezogen, etwas verspätet, aber doch. Das allererste iCebein geht am Freitag an Kaal. Vielen Dank, Kaal – und allen, die ihren Mac auch dafür verhunzt hätten!

Und dann wäre da noch was: ab sofort gibt es die Aufkleber in einem eigenen Shop. Ich erhoffe mir davon eine bessere Übersicht über die Bestellungen; gerade durch die verschiedenen Größen und Farben waren häufig Nachfragen nötig. Außerdem hat so alles ein bißchen mehr Ordnung und dieses Blog bleibt halbwegs „privat”. Manche Sachen sollte man einfach nicht durcheinanderbringen.


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