8 | 2008

Bankenpleite

29.8.2008

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Die Freude ist groß und seit gestern wälzt sich unablässig ein rot-schwarzer Korso hupend durch die Stadt, gefühlte 412mal kam er schon an meinem Fenster vorbei.

Und weil erstens Herr Meyer nicht zurückkommen wird und zweitens es eh nimmer schlimmer werden kann, finde ich: der Glubb sollte Vorreiter der Fandemokratie werden und den freigewordenen Posten unter den Dauerkartenbesitzern verlosen.
Die haben wenigstens Herzblut.
(Keine Träne, Herr von Heesen. Keine einzige.)


Euch werd’ ich’s kleben.

27.8.2008

Es gab Zeiten, da hatte jeder Blogger seinen eigenen T-Shirt-Shop. Ich scheitere lieber auf ganz frischen Wegen, da bin ich eigen.

Vor ein paar Wochen war’s noch Spaß. Jetzt ist es bitterernst und ich versuche tatsächlich, auf meinem Blog etwas zu verkaufen. Also jenseits von guten Ratschlägen zu Bierkonsum und Küchenhygiene. Hier, rechts oben in der Sidebar.

So, und jetzt bitte beschimpfen. Weil Geldverdienen doch böse ist. Oder ich scheißnaiv.


So sollen Sonntage sein.

25.8.2008

Ich warte und ein mittelaltes Pärchen fragt, ob sie sich dazusetzen dürfen und ich bejahe und bestelle mir eine Maß. Ich habe Zeit und Durst und er heißt Luigi und auf ihre italienischen Schimpftiraden mit dem unüberhörbar deutschen Akzent antwortet er „jaja” oder „jawohl”. Sie will wissen, woher ich sei, von hier ja wohl nicht, das könne man hören und ich sage „aber sogut wie” und daß meine Mutter da drüben zur Schule und ich ja auch nur 70km weiter und dann gilt das doch.

Sie fragt, ob es mich stört, wenn sie kurz mal Handyklingeltöne machen und ich schüttle den Kopf und sage, das machen doch die 14jährigen heute so, das sei man doch gewöhnt, und nur er lächelt und wiederholt „firrzenn” und dann erzählt sie, daß die beiden sich gestern verloren hätten, von halbvier bis eins keinen Kontakt und nur einen Wohnungsschlüssel und als sie ihn anrief, war die Verbindung gleich wieder unterbrochen und er ruft „sackickdock, kaputte Ding!” und zwinkert mich an und fügt hinzu: „hatte abba nixe gemackt, hatte ick gute Freund: hatte ick Bier!”

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Sie löscht Nummern aus seinem Handy („Wer ist das, he? Brauchst Du nicht!”) und dann schiebt sie ihm das Gerät rüber und zückt ihres und seines klingelt und sie triumphiert und er soll rangehen und dann unterhalten sich die beiden am Telefon auf italienisch und sie fragt, wo er sei und er antwortet verdutzt „keinen Meter vor Dir, bist du schon betrunken?” und dann müssen beide lachen und die Bedienung kommt und mit ihr mein Bier und er staunt über den großen Krug und ruft „Kompliment!”, aber meint wohl „Respekt!” und zu dritt rufen wir „Broosd!” und nebenan trägt einer ein Surfbrett vorbei.

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Es ist Sandkerwa in Bamberg. Die Maß für 4,90€ und dieser Himmel für umsonst.
Gibt es noch ein anderes Glück?


Scharfschützen

24.8.2008

Die Antwort auf meinen persönlichen Fruchtfliegenalarm: ich habe mir jetzt eine Gemüsearmee angeschafft.

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Wär’ doch gelacht, wenn die Jungs die Dinger nicht in den Griff kriegen.


Auch noname schmeckt das Bier nicht besser.

21.8.2008

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„Wer ist denn die Nummer vier eigentlich?”

(Aus der Vorderreihe erschallt ein empörtes „Trochowski!”. Was nicht einmal stimmte, aber woher hätte man das wissen sollen?)

„Ist das nicht diese Krankheit in Rindermägen?”

„Nee, das ist doch der Kumpel vom Jambus. Griechisch. So ein Versfuß.”

„Ah ja. Jetzt seh’ ich’s auch.”

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[Für die, die’s nur im Fernsehen sahen: die Pfiffe aus dem Publikum galten eigentlich immer nur der Haupttribüne, wo regelmäßig Wellen versickerten.

Und für die, die später eingeschaltet haben: was für eine Eröffnungs-Choreographie! Ist aber auch eine Knalleridee, die Kids die Scheibe mit den Logos drehen zu lassen. So hatte auch die Gegengerade was vom Mercedesstern.
War wohl gar nicht einfach, so oft wie offensichtlich geprobt wurde. Normalerweise jedenfalls, und jetzt mal langsam zum Punkt, normalerweise ist auch um unseren Mittelkreis Rasen, kein Trampelpfad! Und normalerweise ist der Laden auch voll. Also bei Clubspielen.]


grün ist die Hoffnung

18.8.2008

Eigentlich ist es eine bodenlose Frechheit, was sich die Marketingfuzzis beim Discounter da ausgedacht haben. Mal kurz mit Wasser abgewischt, oder wie?

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Aber andererseits sollte man fast hoffen, daß möglichst viele verblendete Barfußfeen diesen Plastikschrott mit den zigtausend garantiert CO²-feindlichen Kilometern auf dem Buckel kaufen und im Liegefahrradanhänger nachhause juckeln, wo anschließend der Opa sein 1-€-Shop-Werkzeug an den Plastikverbindern ruinieren kann. Mögen Spanplatten splittern und die Rollen Euer Echtholzlaminat (!) verkratzen, aber Ihr möget Euch wiegen in Eurem Gutmenschenwahn, denn billig und bio, das muß für Euch der Himmel sein.
Ihr verdient es nicht anders. Und dann bleibt Ihr vielleicht öfter mal zuhause. Jetzt, wo’s so schön ist.


Liebe Nachtpassanten

9.8.2008

die Ihr letzte Nacht so lustig auseinanderstiebtet, als da von hinten etwas kam, das Rad viel zu klein für den Kerl auf dem Sattel, seine Füße auf dem Oberrohr, seine Hände am Lenker und „Jingle Bells” klingelnd, auf dem Gepäckträger und an den Pedalen eine maßkrugschwenkende Walküre, giggelnd und möglicherweise sinnfreies Zeug rufend:

tut uns leid, wir hatten’s eilig es war ein Notfall. Der Krug war leer.


duck und weg

6.8.2008

Selten hat ein Song besser gepaßt: mit geöffnetem Verdeck im Berufsverkehr, im Radio die ersten Töne und schon fällt Regen.

Es gibt kein Außen mehr / kein Drinnen und Draußen mehr

Und nein, da wird nicht rechts rangefahren und zugemacht. Da wird sich ein bißchen geschämt für die Abiturientenmusik und dafür daß das überhaupt alles reichlich prollig ist (vor allem mit dem Extrabaß), aber dann wird aufgedreht, headgebangt und überhaupt: ab 30 km/h fliegen die Tropfen einfach drüber, das haben lange Experimente ergeben.

Drinnen und draußen am Arsch. Drüber oder drunterweg ist die neue Distinktion.


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