7 | 2008

Grüner Gaumen (Gartentip)

30.7.2008

Es ist eigentlich gar kein Garten, es sind nur ein paar Töpfe auf dem Balkon, und oft genug vernachlässige ich das Grün- und Braunzeug bitterlich. Aber, echt wahr jetzt, ohne Schmäh und Firlefanz, ich hab’s jetzt raus und für das Pflanzenzeug einen ultimativen (drunter macht man’s ja nicht mehr) Tip:

Seit ich ihnen täglich schmutzige Wörter zuflüstere, werden die Tomaten von Tag zu Tag röter. Ehrlich.

(Von wegen die dümmsten Bauern. Die versautesten! Und ich habe die dicksten Eier. -Tomaten.)


Reaktionismus

30.7.2008

Ob man davon leben kann, ob du überhaupt schon Kunden hast, wie du das schaffen willst, ob du glaubst, daß das wirklich wer braucht.

Daß das ein mutiger Schritt ist, daß man selbst sich das nicht trauen würde, aber ach: wenn man nicht die ganzen Klötze am Bein, wer weiß. Insofern: kann man machen.

Daß man auf jeden Fall Glück wünscht (aber kein Gejammer hören will, falls es nicht klappt, aber das sagt man nicht, das steckt im „auf jeden Fall”) und wann ist denn eigentlich die Gründungsparty und machst Du da wieder den leckeren Glasnudelsalat?

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Das sind die gängigen Reaktionen auf „ich bin jetzt selbständig”.
Ich dachte, ich kenne sie alle.

Und dann ist da die Freundin, die begeistert in die Hände klatscht vor Freude und in Gedanken bereits hausfrauenunwürdige Klappboxen wuchtet und erst in diesem Moment wird mir die Tragweite meiner Unternehmung selbst klar:

Wow. Ich darf ja jetzt in die Metro!


Ruhm und Ehre Rühm und Möhre

25.7.2008

Heute mal als Ballett und ausnahmsweise zum Größerklicken.

Und hoch das Bein!

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[Aus der Reihe Kerle in Karottenjeans. Ich steh’ halt auf die kleinen Rübchen.]


es muß raus

24.7.2008

Man mag sich das ein bißchen vorstellen wie mit dem Alien 3 und Sigourney Weaver – erst brodelt’s und dann kommt es ganz dreckig. Kalaueralarm!

Was ist das Traumurlaubsziel eines jeden Heimwerkers? Bohrer-Bohrer!

Ende der Theorie, das ist Praktiker-Humor.


Lobhudelei (ganz ohne hadde Buchschdahm)

21.7.2008

Wo wir schon beim Anpissen (vor Lachen, is glar) sind: ich mooch den gern, den Egersdörfer. Also edds auf asuu anne unschuldiche Art, scho auch glar.



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Dieser Mann gibt alles (zum Beispiel jeden zweiten Dienstag im Monat hier live; Seite leider derzeit kaputt), und daß das überhaupt außerhalb Frankens gewürdigt wird – hach, ich bin versöhnt. Hätte ich nicht gedacht.
Mehr? Biddschön:



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Außerdem, und jetzt bitte festhalten, die Damen, und die Herren auch – sich, die Damen und den Feinripp: der Mann hat auch eine eigene Boyband. Und die hat das wahrscheinlich beste Bandfoto der Welt.

„‚Fast zu Fürth’ ist wie die ‚Rolling Stones’ – ein Grüppchen kaputt gegangener Männer”, sagen sie selbst über sich, und: „‚Fast zu Fürth’ ist schlimme Comedy mit lustiger Musik. ‚Fast zu Fürth’ ist nicht lustig, wenn man keinen Humor hat. ‚Fast zu Fürth’ empfiehlt seinen Fans, sich früh am Veranstaltungsort einzufinden, damit die besten Plätze zuerst besetzt sind.”

Zum Beispiel am 1.August am Sebalder Platz. Wer kann, sollte kommen.
Dangge!


Spontanbloggen andere würden’s twittern

21.7.2008

Ehrlich jetzt, diese Statistiken schau’ ich mir nur wegen sowas an.

Die letzte Google-Anfrage, die hierher leitete. Ich krieg’ mich nicht mehr ein.


Höflichkeit rules, aber hallo

19.7.2008

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Nur wenige Meter weiter: der Schaukasten mit dem Plakat „Gesprächskreis für Schwerhörige”. Oft vorbeiradelnd überlegt, was da die Nachbarn zu sagen. Vielleicht brüllen sie einfach mit. Soll ja befreiend sein.


Hörbefehl

18.7.2008

Vermutlich stehe gar nicht so allein da, wenn ich bekenne: „ich habe keine Ahnung, worum es eigentlich geht, aber ich bin dafür”. 
Solange wir dabei von Musik sprechen, ist sowas verzeihlich – behaupte ich mal und überhaupt: wenn, dann ist der Ohrwurm schuld. Und Tiere soll man ja nicht was nicht schmeckt, soll man nicht töten.

wenn sie dich fragen wo wir war’n – sag dort wo wir nicht hingehör’n, da wo die schiffe fahr’n” Ist unklar mystisch, ist traurig, und: ist ganz schön schön, das. Auch noch nach dem 75sten Repeat. (Und hier live. Auch groß!)

clickclickdecker nennt sich der Mann (hieße ich Kevin, ich hätte auch einen Künstlernamen) und ja, das klingt ein bißchen nach Kettcar und überhaupt, warum eigentlich immer Hamburg? Weil da neben den ganzen anstrengenden Neudeutschverwurstern auch Niels Frevert, der unbekannte Melancholiegott, herkommt. Damit hat man einfach verdammt gute Karten.

„Wollten wir nicht eigentlich gegen das hier sein?”, gegen den Deutschhype und Mädchenmusik? Ach, das sind wir einfach morgen wieder. Oder so. Oder wenn wir dieses schöne kleine Video das hundertste Mal gesehen haben.



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a day at the races

17.7.2008

Abgefahren, vollkommen abgefahren. Wären nicht die Fahrräder modern, das Bier aus Plastikbechern und überhaupt die Farben so klar – ein Zeitsprung von zwei, drei Generationen wäre locker drin.

Ich brauche fürs nächste Mal dringend einen Hut.
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[Die Mutter des Europameisterschrittmachers ging übrigens leider leer aus. Aber mit den Männerbeinen hatte sie schon recht. Hui.]


Wortschatz oder Haarnadelkurve, gekriegt

15.7.2008

In dieses Internet hineinzuschreiben ist schön und gut, da kann man Dampf ablassen oder Entzücken, aber mal ehrlich: eigentlich ist ein Blog wie ein Bumerang – so richtig Spaß ins Spiel kommt erst, wenn etwas zurückkommt.

Nun kann schon jeder einzelne Kommentar ein Herz erwärmen (merkt Euch das für den Wintertag, an dem keiner mehr die Heizung zahlen kann), aber im Postfach solche Mails zu finden – hach, das kann einem schon mal eine ganze Woche retten. Oder zwei.

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Da schickt mir wer einfach so Fotos von einem Flohmarktfund: „Aber die Aufschriften fand ich, also ich hab an dich gedacht. Meist hat man ja eine Schachtel mit Stoffresterln, der kid37 dann die toten Tiere oder du eben Wörter, Wörter wie Haarpfeile, unverlierbar oder Postichnadeln.”

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Und wirklich, ich freu’ mich. Über die Wörter („Postich – das post’ ich”, klar. Hat aber dann doch gar nichts mit Hinterhaarteilen zu tun oder mit dem Erfindernamen, sondern kommt ganz banal von Postiche , frz. für Perücke, Haarteil. Wieder was gelernt und dann erinnern mich die unverlierbaren Nadeln daran, daß ich schon längst beim Kunststoffkleinteilelieferanten Unverlierbarkeitsscheiben bestellen wollte, zum Dranbinden an Handy, Schlüssel, Herz. Wär’ doch gelacht, wenn man der Entropie kein Schnippchen schlagen könnte). Über die Packungen. Über die alten Buchstaben, die Zeichnungen, die Logos. Über den Drahtwickler „Fiffikus”.

Und über diese kleine Zeitreise, die da elektronisch durch irgendwelche Kabel über hunderte von Kilometern bis in meinen Rechner flog. Eine abgefahrene Welt ist das.

Danke.


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