2 | 2008

Wochenfetzen

28.2.2008

Das beste aus beiden Welten: Landbrot mit Stadtwurst.
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„Schnaps?” – „Och joh.” – [Einschenkgeplätscher] – „Halt! Nicht so viel! Ich muß noch Staubsaugen.”
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Hey Mister Traumdeuter-Man, play a song for me. Oder gib’ mir wenigstens einen Hinweis, was das wieder bedeuten sollte letzte Nacht: ich besitze (haha!) also einen hellblauen Porsche 911 mit zwei Toiletten im Fond. Welche in der Kirchenpause (die zwischen dem dritten und vierten Akt, you know) gerne und ausgiebig von der weiblichen Gemeinde genutzt werden. Und ausgerechnet, wenn ich endlich selber dran bin, ruft meine Mutter an.
Ich komm’ nicht weiter. (Gibt’s eigentlich mittlerweile tatsächlich eine Pause während der Messe? Für die Weihraucher? Die müssen doch jetzt raus, oder?)

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Do it yourself

18.2.2008

Wie so oft im Leben gibt es auch im Heimproduktionssektor genau zwei Wahrheiten: das Gegenteil von gut ist selbst gemacht und mach’s Dir selbst, dann macht’s Dir Gott.

Und dazwischen gibt es (auch hier: wie ja immer) so ungefähr alles. Jetzt frage man mich bitte nicht, warum ich stundenlang auf allerlei Webseiten jedweder Bastelei nachspüre, aber zwischen all den schlimmen Fimoschmücken und Salzteigpuppen gibt es tatsächlich jede Menge Highlights. Da gibt es zum Beispiel Anleitungen, wie man aus einem schicken Fahrrad ganz unattraktive Diebesvergrauler macht oder nachträglich noch Valentinsherzen bäckt oder biologisch korrekt Mauern besprüht. Großartig.

Und dann bin ich noch saudankbar, daß wenigstens ein paar Mal einige Sekunden herausgeschnitten worden sind. Andererseits: fast ist das schon wieder Meditation, dem Maniküreboy zuzusehen, wenn er Dir in Echtzeit erklärt, wie man „kaputten” Lidschatten wieder „ganz” macht (Teil 1, Teil 2). Kann man schon mal brauchen.

Zudem ich ja schon immer ahnte, daß es irgendwie total prima ist, immer Alkohol im Haus zu haben. Nun weiß ich es sicher und kann all den gesundheitsfanatischen Besuchserziehern entgegnen: den Himbeergeist, den brauche ich, um mein Make-Up zu reparieren. Und das Bier für die Ökoparolen.
Hicks.

[„via” hat man ja da zu schreiben. Ich aber sage Euch: umsehen, Mädchen und Jungens, schmunzeln und nach- oder weitermachen]


Mensch Meyer

13.2.2008

Können Sie sich vorstellen, dass der als Trainer-Killer bekannte Roth eines Tages auch Ihnen ans Fell geht?

Nein, ich entlasse mich künftig nur noch selber.

Schade, daß der Plan nicht aufging.

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Ich habe nicht viel Ahnung von Fußball, aber ich kann prima „Warum ist denn da keiiiiner!?“ und „Hobb edds, nei in die Gambel!“ brüllen, dabei wahrhaft mieses Bier trinken und mich wegen meines Shirts belächeln lassen.

Gern würde ich behaupten, wenigstens ersteres mit dem Vorstand des 1.FCN gemeinsam zu haben, aber. Nein, es wäre mir nicht mal zu billig polemisch, mir dämmert nur, daß es vermutlich einfach unverzeihlich naiv ist zu glauben, Fußball hätte was mit Spaß, mit Kameradschaft, mit Fairness und mit gottverdammtem Herzblut zu tun. In Wirklichkeit regiert natürlich profanste Vettern- und Betriebswirtschaft da oben in der Führungsebene; was woanders Wasserkopf ist, ist hier ein einziges riesiges staubttrockenes Gehirn. Funktioniert 1a, allerdings mit 100% Frostschutz, weil: blutleer. Wie auch, ohne Herz?
Da ist also mal so gar nix mit „in guten und in schlechten Zeiten“, in denen jeder dahergelaufen unvernünftige Mensch erkennt, daß hoch fliegen auch tief stürzen heißt, sich zusammenreißt und weitermacht, im Glauben an den nächsten Aufwind. Stattdessen schenkt der Funktionär dann einfach das Vertrauen mal eben der Statistik und dem nächstbesten, der es will; was sind Versprechen schon wert?
Wahrscheinlich ist das eben das Rezept für eine stabile Finanzsituation (tät für den griechischen Obertrampel evtl. noch irgendwer a bissl zahlen, eigentlich?), die man im großen Zirkus eben braucht, und ziemlich sicher ist die Führungsriege im Humpfidumpfi-Regionalligaverein kein Gramm sympathischer.

Meinetwegen also war das eine wirtschaftlich/psychologisch/disziplinarisch auf der Hand liegende Maßnahme. Aber ergreifen hätte man sie nicht unbedingt müssen.
Oder nicht so schnell. Oder wenigstens, verdammt noch mal, hätte man dem Mann sagen können, daß da schon längst ohne ihn geplant wird, während er sich noch in Pressekonferenzen blamiert mit seinem festen Glauben, die Arschriege wäre noch hinter ihm.

Der Glubb sinn immernoch mier, lieber Vereinsvorstand, übrigens.

Danke, Hans Meyer.

(Und zum Abschied klingt die coole Sau nicht nur kein bißchen verbittert, sondern beweist Größe. Gehen Sie davon aus, daß ich Ihnen das neide, Mann.)


weder Brot noch Böller (kein Feuerwerk der Kulinarik)

11.2.2008

„Sieben Bier sind auch ein Schnitzel – und da hast du noch nichts dazu getrunken!“ rief ich in meiner vegetarischen Phase (Jugendsünden, der Begriff beinhaltet es wenigstens auf Metaebene, sind gefälligst unvermeidbar. Vor allem aber lässlich!) gerne und laut. Und als ich, des Lasters geläutert, mich wieder stürzte auf Mettwurst, Pressack, Schweinebraten, da galt es aufzuholen. In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot, aber hallo, und später war es das Singleleben, das mich und Brot voneinander abhielt, denn selbst so ein Viertellaib („kleiner geht‘s aber wirklich nicht, kaufen Sie doch lieber Brötchen“) wird schneller hart als das Leben.

Vielleicht fiel mir so ein steingewordenes Ex-Lebensmittel einmal auf den nackten Fuß, vielleicht verdrosch mich eine gutmenschige Nachbarin einmal an der Biotonne mit dem von mir frisch entsorgten Franzosenprügel, vielleicht besann ich mich selbst des ökonomischen Unverhältnisses von Kauf- zu Verzehrmenge (diese Erklärung ist unwahrscheinlich, schließlich unterstütze ich auf allen anderen Gebieten der festen Nahrung immer noch leermagig Einzelhandel wie Müllabfuhr, statt den Stadtweken den Kanal vollzumachen) – jedenfalls übte ich lange Jahre Brotverzicht.

An diesen pubertären Flüssigvöllereien (um in einen plumpen Bogen zum Anfang zu eiern; warum genau Brot auch später nicht in meinen ständigen Speisevorrat aufgenommen wurde, mag natürlich auch mit dem Verzehr von Flüssiggetreide zusammenhängen. Aber erstens mag ich ungern ständig die gleiche Ausrede bemühen, zweitens kann ja auch mal ein Sturz vom Fahrrad verantwortlich sein für eine biografische Teilamnesie – nach dessen Grund fragen wir jetzt zur Abwechslung einfach mal nicht – und drittens würde ich einfach gerne langsam zum Punkt kommen, statt mir ständig selbst ins Wort zu fallen. Nicht auszuhalten, diese Einschübel.) mag es dann auch liegen, daß ich mich nicht erinnern kann an die Szenen, zu denen jeder andere Romane zu erzählen hat; von Währungen wird da gesprochen, von der gefürchteten Nutella-Inflation, von unschönen Stullenergreifungen durch den Klassenrowdy – nur ich kann nicht mitreden. Bekam ich überhaupt Pausenbrote geschmiert und in den dunkelblauen Amigo-Ranzen (alle anderen waren cool und hatten Scout. Aber die trugen auch keine Brillen. Na, fällt da schon kollektive Erinnerung auf fruchtbaren Boden?) gesteckt? Wenn ja, waren sie in Folie gewickelt oder eingetuppert? Gab es Käse, Wurst oder Marmelade?
Ging ich überhaupt zur Grundschule? Dieses Fach in meinem Schädel ist leer, bis auf den Ranzen und das sichere Wissen, das Erwachsenwerden einzig und allein wegen Milchschnitte und Caprisonne bzw. deren ungestraften Erwerb ersehnt zu haben. (Vom Kindergarten memoriere ich weit mehr, z.B. die Kleidetruhe für sanitäre Notfälle – wieviel schöner ich deren Inhalt fand als meine eigenen Cordhosen! Wie verzweifelt meine Mutter beim Abholen immer beteuerte, zuhause mache ich das nie! Erste Erfahrungen mit Macht! – und natürlich könnte ich noch heute beide Kindergartentaschen incl. Turnbeutel blind aufmalen. So wie sämtliche Schuhe meiner Kindheit. Hat das eigentlich schon mal jemand erforscht, wieviel weiblicher Hirnspeicherplatz von Lederwaren okkupiert wird?)

Falls jemand bereits den Faden verloren hat: wir waren beim Pausebrottauschen auf dem Schulhof. Jetzt mal rein vom Textaufbau. Ob ich dabei war, ist ja historisch kaum mehr zu belegen, zudem ich mich düster daran erinnere, eine ganze Weile lang nichts anderes auf Brot gewollt zu haben als dick Butter, Gänseblümchen und Salz. Und ich trug eine Brille. Und Amigo. Noch Fragen?

Und wie die Welt so tickt: zum Erkennen so mancher Größe braucht man Abstand.

Wenn mir also jemals Brote geschmiert und eingepackt wurden, dann ist das eine Ewigkeit her. Und dann steht da mein Onkel im Schlafanzug in der Küche und als ich beteuere, daß ich so früh morgens nur Kaffee runterkriege, da holt er aus der Küchentischlade eine säuberlich zusammengefaltete Papiertüte („Metzgerei Grumpfelhuber – Ihr Fleischer mit Herz”) von einem dicken Stapel, schiebt etwas hinein und dann den Klumpen in meine Handtasche, murmelt „aber Du mußt doch was essen, Kind” und schleppt sich zurück ins Bett.

Als ich die Stullen dann ein paar Stunden später auspacke, bin ich wieder sieben und habe einen Moment lang das Gefühl, die Welt könne mir nie wieder was. Scheiß auf Glückskekse – Butterbrote sind die neue Zuneigung.

Übrigens: Es gibt schon wieder Gänseblümchen.

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Und ja, meinetwegen nehme man das als valentinstagrelevanten Aufruf. Die Farbe der Liebe ist nämlich Butterb-rot.

[Auch hübsch: diese Galerie. Und die Kampagne dazu.]


Korrekt bezeichnet, Vol.2

6.2.2008

[Nicht ganz sortenrein, aber muß ja. Teil 1 hier.]

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Der Konditor – Ihr Spezialist für Sahnierungen aller Art.

Security-Brigade im Bierzelt: Nichtrauferschutz.

Was der Frangge ja eher ungern macht: Scheiben butzen.

Des Häschens Traummann: der Möhrchenprinz.

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Muahahaha, ich weiß schon, daß ich alleine lache. Da muß nicht gleich wieder das Telefon klingeln und scherzzerreissend tönen, ich machte die schlechtesten Wortspiele der Welt. Ich behalte sie nur nicht für mich.


„Inspiration: die freundliche Form des Arschtritts”

4.2.2008

Drüben unterhält sich Liz mit Lachmann* (dem genialen Mann hinter argh) über Konsequenz und die wichtigen Dinge im Leben. Sehr, sehr lesenswert!

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* Wegen der Alliteration, Kinners, natürlich hat der Mann auch einen Vornamen. Und den abgekürzt und losgeprustet haben sicher schon hunderte vor mir. Dann lieber so. (Aber lustig isses schon.)


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