12 | 2007

Bloß nicht…

24.12.2007

…den Kopf in den Stand stecken. Es geht auch wieder aufwärts, bestimmt!

frohesfest.jpg

In diesem Sinne: ich wünsche besinnliche & friedliche oder wahlweise besinnungs- & kopflose Feiertage da draußen – was eben grad nötiger ist. Ihr werdet’s selbst besser wissen. Prost!


coming home for dingsbums, wißtsas eh

20.12.2007

Da vorne, der Himmel, ganz rot. Von wegen das Christkind backt Plätzchen, vielleicht ist das gar kein Leuchten, vielleicht ist das ein Brennen, und zwar eines von der schmerzhaften Sorte, schon mal drüber nachgedacht? Wie das Pulsieren von Blut unter der Haut, die jemand zusammendrückt, ganz langsam und immer fester.
dunkelrot.jpg
Wie eine riesige Presse hat die Nacht das letzte Stück Helligkeit in der Zange; schau, der breite Streifen am Himmel da vorne, da quetscht die kalte Nacht das letzte Leben aus dem Tag. Und stumm zieht der sich zurück, der Klügere gibt nach, morgen früh überfällt er das Dunkel einfach wieder hinterrücks und blöd wie die Finsternis nun mal ist wird sie sich wieder ganz einfach überrumpeln lassen.

Da kann man das Quetschen schon mal ein paar Minuten aushalten. Es geht ja immer alles vorbei.

[Jaja, und Schmerz ist ja immer ein gutes Zeichen dafür, daß man noch am Leben ist und der ganze Schmonz. Wär’ jetzt eigentlich eine astreine Überleitung zu Weihnachtsgrüßen und Beschaulichkeit und Jahresrückblick und Tränendrüsen. Der Konjunktiv verrät’s: auf den Zug spring ich nicht auf. Nicht heute. Vielleicht fällt mir ja bis Montag tatsächlich nochwas ein.]


Wie ist das mit deinem Blog, Häschen?

14.12.2007

flaute.jpg

Still ist es hier geworden in letzter Zeit, ich weiß es selbst. Aber tatsächlich: da draußen ist eine ganze echte Welt, die taugt zu weit mehr als nur zur Inspiration für dieses Ins-Internet-Geschreibe. Und die braucht mehr Zuwendung, da gibt es Witze zu reißen, auf die man gleich ein Lachen hören will und nicht später einen Kommentar lesen; da sind Entscheidungen zu treffen und Kerzen anzuzünden, die nicht die ganze Welt angehen.
Nicht daß die ganze Welt hier mitläse – aber irgendwie öffentlich ist das schon hier. In einem kleinen Kreis, aber auf eine Weise, die sich schlecht erklären läßt; und genau das habe ich jetzt schon so viele Male getan, in echt, da kann ich es genausogut noch einmal hier versuchen (denn sonst habe ich tatsächlich derzeit nichts zu sagenbloggen, erstaunlich ist das, aber nicht erschreckend. Ehrlich, es geht mir gut, kein Grund zur Sorge, danke der Nachfragen, sie rühren mich wirklich – aber ich, das ist nicht unbedingt stilhäschen; deswegen ja das ganze Gesalme).
Viele meiner „echten” Freunde wissen von dieser Seite, aber die wenigsten lesen hier, glaube ich. Von einigen weiß ich es und das freut mich zwar, aber auch und gerade für die (und für die paar anderen Leser, für die die „Blogosphäre” ein Buch mit sieben Siegeln, oder gar suspekt ist) würde ich gerne einmal ein paar Worte darüber verlieren, wie das so ist mit dem Schreiben und dem Kommentieren und den ganzen Leuten, die da so ihren Senf abgeben zu jeder Wurst, die einer legt.

Jaja. Alles klar. Los jetzt. Das hier ist also ein Tagebuch?

Nein. Ja. Vielleicht, manchmal. Ich würde nicht soweit gehen, von „therapeutischem Schreiben” zu reden, aber manchmal werden Dinge klarer, wenn man sie runterschreibt. Daß danach aber nochmal gefiltert wird und nur das Unverfänglichere/weniger Persönliche/Pointiertere online geht, macht einen klaren Unterschied zum Tagebuch.
Darüberhinaus ist dieses Blog ja auch ein Album, ein Sammelplatz, ein Eimer für Ideen, Eindrücke, Augenblicke, die ich aufheben will – und teilen.
Oder kurz: ein Hobby ist es halt, frisst mal mehr und mal weniger Zeit, ist mal mehr und mal weniger wichtig.

Bist du stilhäschen?

Ja. Nein. Ein bißchen. Oder anders: stilhäschen ist ein Teil von mir. Der, den ich wildfremden Netzjunkies zeigen will und kann (privat trinke ich mehr und reiße noch viel schlechtere Witze).

Kennst Du die Leute, die hier kommentieren, persönlich?

Die Frage kommt häufig. Und das ist vielleicht das größte Mißverständnis zwischen Bloggern und normalen Menschen: kennt ihr denn die Leute, die jeden Morgen mit Euch in der U-Bahn sitzen, die eure Wege kreuzen, die gleiche Luft atmen wie ihr, die euch die Zeitung verkaufen oder die Brötchen? Nein? Aber ihr macht euch ein Bild von ihnen, im besten Fall lächelt ihr sie ab und zu an, haltet ihnen die Tür auf. Und die, die ihr öfter seht, fragt ihr auch mal, wie es ihnen geht.
Nein. Ja. Ein paar. Von den meisten kennt man ja das Blog und macht sich sein Bild. Da kommen schon immer die richtigen zusammen – und wie ich im echten Leben nicht viel gemeinsam habe mit Regine Unterschild-Zöpfelhuber, Hausfrau mit drei Scotchterriers, die innig in Salzteig macht, so geht ihr Bastelblog auch virtuell gut an mir vorbei. Die meisten sind mir ganz schön sympathisch. Trotzdem müsste ich jetzt nicht unbedingt mit allen ein Bier trinken gehen.
Die meisten, die mich persönlich kennen, kommentieren allerdings am Kneipentisch oder am Telefon (s.o.).
Und dann gibt es noch Kommentatoren ohne eigenes Blog, und hier wird es seltsam: die sind ungreifbar. Wie ja überhaupt die meisten Leser. Was sind das nur für Leute? Warum lesen sie hier? Kochen sie sich danach was schönes oder erschießen sie die Nachbarskatzen?
Darüber Nachdenken macht die Sache immer schlimmer, gefundenes Fressen für mein Alter Ego Paranoiawoman: was, um Himmels Willen, wenn Mutter mitliest?

Komm zum Punkt: kennst du die Leute in echt?

Ein paar, ja. Durch die Bank sehr nette Menschen, echt mal. Beeindruckend humorbegabte sind dabei, wundervoll trinkfeste, welche mit Rallyefahrerqualitäten oder Musikgeschmack zum Niederknien – aber die Geschichten haben hier nichts verloren, finde ich. Und dann muß man natürlich der Wahrheit halber (es sind nämlich beileibe nicht alle Menschen prima, übrigens) dazusagen, daß ich mich nicht drum prügle, den Schritt von virtuell zu Kneipentisch grundsätzlich zu machen, nur weil ich mal einzwei Posts ganz nett fand. „Arrogante Sau”, mögen sich da sternchen_1985 und MrLongDon_Langwasser denken, aber denen rufe ich zu: sucht euch Freunde lieber im echten Leben, da stört die Rechtschreibung nicht.

Was ist das Tolle am Bloggen?

Daß man loswird, was einen nicht losläßt. Und damit Leute erreichen kann, die ähnlich ticken, einem in echt aber kaum über den Weg laufen würden. Und andersrum: daß man Blogs findet, geschrieben von echten Menschen, die etwas zu sagen haben. Oder zu zeigen. Mein Lieblingsbeispiel für so einen Glücksfund ist das Blog von Opa Neobazi: der Mann hat ein ganzes Leben gelebt und vieles davon festgehalten, schönes und schlimmes, und wenn mir nach einer echten Geschichte ist, dann schaue ich da vorbei, setze mich auf den Teppich vorm Kamin und lasse mir erzählen, wie es Ende der Siebziger, als China noch am Ende der Welt lag, an der Mauer aussah. Oder wie leise Herzen brechen können und daß man vieles nicht vergißt. Ehrlich jetzt, ich wüsste nicht, wo sonst ich solche Geschichte(n) finden sollte.

Wie lange geht das eigentlich schon?

Stilhäschen läuft so seit knapp eineinhalb Jahren / 300 Beiträgen / 1500 Kommentaren. Aber es gab noch ein paar virtuelle Leben davor. Mein allererster Onlinetext ist von Februar 2002, damals hieß das noch nicht bloggen, war aber so ziemlich das gleiche. Und wenn ich das heute lese, bin ich fast überrascht, daß sich so wenig geändert hat, abgesehen von der Zugriffsgeschwindigkeit. Eigentlich schreibe ich heute nicht viel anders – weder inhaltlich noch formal. Es gibt nur mehr Bilder mittlerweile – und ich überlege genauer, was ich veröffentliche.
Und um die Frage vorwegzunehmen: wie lange es denn wohl noch geht? Keine Ahnung. Die letzten Wochen hat mir erstaunlicherweise tatsächlich nichts gefehlt. Kein cold turkey, keine in die Luft tippenden Finger. Aber auch eine ganze Menge mehr Unordnung, im Kopf und im Bauch und überhaupt. Ich sehe nur den Zusammenhang noch nicht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bittschön, gerne, gerne wieder. Aber jetzt entschuldigen Sie mich bitte – ich muß meine Analoguhr aufziehstreicheln. Dringend.


Dem Nikolaus auf den Arsch g’schaut

7.12.2007

niko3.jpg

Na, dann ist ja gut. (Was machen die eigentlich mittlerweile? Die Forderungen 1990 waren „Lorenzkirche zu Jugendzentrum, Autos am Ring zusammenschweißen, Ampeln zu Discolichtern” – ein vielversprechender Ansatz, wie ja auch „Politik kann Satire nicht völlig ersetzen”. Ich glaub’, ich steig da mal ins Wirtschaftsgremium ein.)

Die von diesem Fund inspirierte Operation „light christmas” scheiterte leider fast an dicken Fingern. Menno.

niko2.jpg

Dann wächst die Wunde eben nicht mehr zu, das eine Kilojoule hin oder her.


%d Bloggern gefällt das: