7 | 2007

Orte gibt’s…

29.7.2007

…da sollte man sich schon überlegen, ob man Lebensmittel nicht besser im Nachbardorf abfüllt.
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Verhörer des Tages

28.7.2007

„Egal wie klein beziehungsweise kurz, das wichtigste ist überhaupt ein’ hochzukriegen” sagt Kachelmann im Ersten und grinst das, was in Katholien schon als anzügliches Lächeln durchginge und ich stutze und merke dann, daß er den Apostrophen wohl nicht mit- und das Hoch großgesprochen hatte.
Schade eigentlich. Hihi.
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Reisetip Mitteldeutschland

24.7.2007

Daß diese Stadt einen Zoo hat, wissen die wenigsten. Er wirbt nirgends, und selbst wenn die Tourist-Info von ihm wüßte, sie würde einen Teufel tun, ihn als Attraktion zu begreifen – geschweige denn jemandem empfehlen, der wenigstens ein halbwegs gutes Bild dieser Stadt bekommen soll. Denn das ist schon schwer genug bei den Bausünden und der ruppigen Art der Ureinwohner.
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Dabei ist dieses Areal am Rande der Stadt eine echte Sehenswürdigkeit im wahrsten Wortsinne.
In Luftlinie nicht weit vom unsäglichen ICE-Bahnhof gelegen, führt die Fahrt dorthin durch Ortsteile und über Fahrwege, die weiter nicht weg sein könnten von Glas, Chrom und zweiundzwanzigstem Jahrhundert. Sie sind Regisseur und suchen noch einen Original-Ausschau-Platz für ein 40er-Jahre-Drama in der russischen Provinz? Hier werden Sie fündig. Hier übrigens erfüllen auch endlich diese „panzerähnlichen Autos, die gerade die neuen Handtaschen sind” (Hach! Was für eine großartige Formulierung!) ihren Zweck.
Das Fahrzeug läßt man irgendwo zwischen den Kleingärten und Schutthaufen stehen und begibt sich zu Fuß vollends ins Absurde. Es gibt kein Portal, kein Schild und kein Kassenhäuschen, und sehr wahrscheinlich auch keine weiteren Besucher. Das ist normal und alles andere würde das Abenteuer nur schmälern. Willkommen in einer Welt, die eigentlich nur Tim Burton oder David Lynch hätten schaffen können.

Tatsächlich ist die Anlage Idee, Werk und Lebensinhalt eines Rentners, dessen Sohn die Tradition fortsetzt. Mit Liebe. Auch wenn die sich gut versteckt zwischen den wild aus Allerlei zusammengezimmerten Ställen, Hütten und Buden, den als Teichen in den Lehm gegrabenen Schubkarren und den Zäunen, von denen sich keine zwei gleichen.
Ja, es gibt auch Tiere dort. Unter anderem. Vor allem viel exotischere als man vermuten mag nach den obligatorischen Streichelziegen am Eingang. Da stehen tatsächlich Flamingos unter Tannen, ein paar Meter weiter Lamas, da sind ein paar Gartenhäuschen zusammengeschmolzen zu einer Art Tropenhaus, darin Kaninchen in dicken Schlangen. Und Schneehühner mit strahleweißen, tuffigen Schlaghosen, daß Elvis neidisch werden könnte. Dazwischen unvermittelt Schaukästen mit alten Kutschen voller Porzellanschweinchen, ein paar offene Garagen mit Oldtimern darin, auch diese penibel ausgeschildert wie alle anderen Arten auch. Papageien, Esel (Esel! Was finden Mädchen eigentlich so an „Feeerde!”n? Esel sind die neuen Schnuffeltiere. Laß uns Esel züchten, Baby, mehr brauch ich nicht vom Leben.), sogar Luchse. Und jedes Gehege, jedes Häuschen ein ganz eigenes Architekturdenkmal. Warum die grünen Meerkatzen (deren männliche Exemplare übrigens über beachtlich altpapiertonnenblaue Geschlechtsteile verfügen) hinter Plexiglas leben, weiß man auch bald und zu schätzen, denn der Macho wedelt sich gerne mal einen von der Palme, während seine Damen gelangweilt gähnen und dem entsetzt-ungläubigen Publikum dankbar zuzulächeln scheinen, dafür, daß er sie in Ruhe läßt für den Blick nach draußen. Das ist Peepshow, andersrum.
Dafür steckt man gerne ein paar Euro in die Dose am Ausgang, denn der Eintritt wird auf Spendenbasis kassiert, und ob es da wirklich Kaffee und Würstchen gibt im letzten ersten Häuschen, das habe ich mich nie auszutesten getraut. Am Ende hätte man sich noch unterhalten müssen.

Grund genug also, das nächste Mal in Kassel kurz auszusteigen/abzufahren von der Autobahn.
Ach, und natürlich vor allem wegen dieses großartigen kleinen Ladens, den zwei wundervolle Designerinnen dort während der Documenta-Zeit aufgezogen haben. Dort gibt es allerhand schicken Schnickschnack (Dieser Nagelfeilenring [unten rechts]! Ich muß ihn haben!), Foto-Workshops und Souvenirs.

Und wenn es unbedingt sein muß, dann schaut Euch halt noch die Kunst an. Wenn noch welche da ist. Aber das wird sie kaum toppen können.
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[Sorry für die unscharfen Fotos. Die digitale Fotografie hat sehr klein angefangen. Aber möglicherweise war das auch nicht die letzte Folge der Reihe Kellerkind Kassel. Und nein, ich werde nicht bezahlt. Die Werbung mache ich freiwillig.]


Verkehrslärm

20.7.2007

Als verbaler Selbstmordattentäter im Straßenverkehr kann ich die zunehmende Verbreitung von Auto-Klimaanlagen nur aufs dankbarste begrüßen.
So bleiben die gegnerischen Fenster zu und ich gehe davon aus, daß der Prozentsatz derer, die von den Lippen lesen können, gering ist. Vor allem unter Fahrern mit Hut.
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[Und jetzt fahr endlich zu, Oppa! Soviel Zeit hast du nicht mehr! Und du Schlampe bewegst gefälligst mal deinen fetten Bonzenarsch vom Radweg, zefix!]


Zwillinge, bei der Geburt getrennt

18.7.2007

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Fast, liebe PR-Abteilung,

18.7.2007

laktosefrei_sw.jpgfast hätte ich es gar nicht gemerkt. Ich habe zum x-ten Mal gelesen, was Laktose-Intoleranz bedeutet und daß dieses Produkt trotzdem für Betroffene geeignet ist, obwohl Milch draufsteht. Aber wie genau wird sie denn nun hergestellt?
Das Detail laßt Ihr sauber aus in dem langen Text, obwohl die Überschrift genau das verspricht. Ihr nehmt also die Laktosespaltung, die sonst erst im Dünndarm geschieht, vorweg, schön und gut und es schmeckt sogar lecker. Aber wie? Wenn sich der Laie das selbst zusammenreimt, kommt ein „Zufällig hat ein Mitarbeiter mal in einen Milchbottich gekackt und die Bakterien haben die Laktose gespalten. Jetzt verdienen wir uns eine goldene Nase damit, daß kaukasische Schwarzarbeiter zu einem Hungerlohn den Scheißjob erledigen.” heraus.
Zugegeben, das klingt nicht gerade werbewirksam. Ach, so war das gar nicht? Dann könnt Ihr’s doch auch draufschreiben. Oder ganz weglassen. Aber so verarscht Ihr die Konsumenten schon ein bißchen mehr als nötig, findet Ihr nicht?


…and the living is should be easy…

16.7.2007

Wilder Klee zwischen den Füßen, man könnte es einfach genießen, aber haben hier schon immer Grillen so südlich gezirpt wie nur die Erinnerung an die heißen Sommer in Italien sie kennt? Ist das jetzt schon die Klimakatastrophe? Aber wie haben die überhaupt die drei Wochen Dauerregen überstanden ohne zu ertrinken? Mutationen? Ach, und woher eigentlich auf einmal diese tränenden Augen, wird das jetzt noch ein Heuschnupfen auf die alten Tage oder ist’s schon der graue Star, der zwitschert? Lang mal die Sonnencreme rüber, wie, nur LSF18, bist du lebensmüde?
Und überhaupt, barfuß, geht’s noch, aus dem Alter bist du raus, zefix, das heißt wieder abends Sohlen schrubben, so kommst du mir nicht zwischen die blütenweißen Laken, geht ja nie wieder raus. Sag mal, bist du früher wirklich mit diesen schwarzen Rändern in die Schuhe gestiegen? Wann wuchs der Dreck dann eigentlich raus, im Februar oder erst mit fünfundzwanzig?
Außerdem wird sowieso geduscht vorm Zubettgehen, keine Ausnahme, da gilt keine Promillegrenze, ist das endlich klar? Das Zauberwort heißt Zecken, remember? Absuchen ist angesagt. Demnächst also Badezimmer vollverspiegeln, ab damit auf die Liste. Vielleicht klappt’s dann auch endlich mit der Bikinifigur, fette Kuh. Und jetzt her mit dem Mojito! Prost.
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Manchmal habe ich das Gefühl, sogar Sommer war früher einfacher.


Midsommarlife Blues

13.7.2007

Beim Discounter gibt es jetzt Pflegebett und Defibrillator und Möbel-Roller (!) verschleudert auf der letzten Prospektseite einen Rollator.
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Deine Freunde haben schon längst geheiratet oder tun es demnächst, jetzt werden Häuser gekauft und Kinder gekriegt und du stehst da am Fenster, siehst auf den Regen und denkst dir scheiße, ganz so schlimm wie noch vor zehn Jahren fände ich das heute gar nicht mehr.


Mülltonnenmemory

8.7.2007

Er wußte, irgendwo da draußen war sein Gegenstück, seine Seelenpartnerin, die, die seine Gedanken lesen könnte und ihm den Himmel zu Füßen legen – würden sie sich nur finden.

Natürlich mußte er die romantische Ader und diesen sehnsüchtigen Glauben mit allen Mitteln vor seinen Kumpels verbergen.
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[Sieht schlecht aus für die beiden, würde ich sagen. Gute 100km Distanz.
Immerhin eint die interregionale Jugend der gemeinsame Feind. Und wenn er Liebe heißt.]


Neues…

5.7.2007

…aus der Reihe Basteln mit Haribo: Instant-Pubertätsrückfall.
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[Ich höre ja schon die Kommentare. Schon gut. Und ja, diese Mischung heißt „Phantasia”. Ich denke eben grün.]


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