6 | 2007

Freitagstexter

29.6.2007

Fränkisch ist nütze. Meine Rede. Und wenn es nur taugt, den famosen Freitagstexter, wenigstens in den Augen des Ausrichtenden, zu gewinnen (ich hätte ja die Fremdsprachen genommen, aber mich fragte keiner). Danke!

Es ist mir eine große Freude, erstmals diesen Wettbewerb der wohlfeilen Wortfindung hier im Häschenhause austragen zu dürfen, und Leute, ich kann Euch sagen: zzzzzzzzzzzzz. (Noch ungefähr zwölf Millionen andere Bilder auf der Festplatte und dann spontane Entscheidungsschwäche. Das war eine harte Nacht.)
Nun denn, voran, die Regeln in Kurzfassung: gesucht sind Über- oder Unterschrift für folgendes Foto. Jeder darf so viele Vorschläge einreichen wie eben einfallen und am Schluß bestimme ich, wer gewonnen hat und nächsten Freitag austrägt. Hach, das ist arg nach meinem Geschmack. Normalerweise ist Schluß am Mittwoch, aber ich nehme mir raus, erst am Donnerstagabend zu jurieren. Aus Gründen. Und los!
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knackig, knackig

24.6.2007

Neues von der Modefront: Karottenjeans – jetzt auch für Kerle.
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was vom Urlaub übrigbleibt…

18.6.2007

fahrt_13_kofferraum.jpg…sind Bilder. Auf der Speicherkarte, vor allem aber im Kopf.

fahrt_11_uferstrasse.jpg Die Fahrt, der Wind, die Kurven. Die physikalischen Experimente zum Verhältnis Geschwindigkeit zu Tropfengröße – bei Niesel reichen 40km/h zum Trockenbleiben, bei Starkregen theoretisch 120, aber dann drückt der Fahrtwind das Wasser oben über die Seitenfenster wieder rein. Man kann eben nicht alles haben, dafür ist man an der Mautbilletentnahmestation klar im Vorteil, wenn der untere, für Autofahrer gedachte Knopf kein Papier mehr hat. Dann steigt man einfach auf den Sitz, reckt sich zum oberen für die LKWs und sieht hinter sich das entsetzte Gesicht des Familienvaters im vollklimatisierten Kombi, dessen Blagen vermutlich schon seit München plärren und dem bei seiner Leibesfülle auch kein Schiebedach hülfe und Platz zum Rangieren und Türenöffnen haben die lustigen Italiener einfach keinen gelassen zwischen zwei Automaten.

Ungewollt bewegte Bilder sogar: sowas passiert, wenn man so blöd ist, nicht nachzusehen, ob die Kamera auch wirklich auf „fotografieren” steht und zwischen zwei Schnappschüssen mal eben einfängt, warum gerade kein Dach über dem Kopf zu haben der Himmel sein kann:

[Direktlink für die blöden Browser]
Was läuft, ist übrigens Dendemann, und die Handtasche habe ich nicht nur wegen der Clubfarben gekauft. Half aber enorm.
Apropos Fußball:bayern_baeh.jpg
Das kann ich mir kein einziges Mal verkneifen.

Bilder also und die Tasche. Und Gerüche. Regen, vor allem Regen. Aber auch die Knoblauchschwaden aus Küchen, Kuhfürze im Fahrtwind, die Brisen frisch geduschter Menschen auf dem Weg ins Nachtleben. Die Schwaden, die nur frischer, starker Kaffee ziehen kann, direkt durch die Nase zum Augenöffnen gedrängt werden und lächeln. Obwohl es schon wieder regnet.

Glücklicherweise höchstens als kleine Narbe bleibt mein Tete-a-tete mit dem Rolladen, Eispacks sind eine prima Sache. Neben Gaffatape das wichtigste Reiseutensil.
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Aber diese schale Erfahrung bleibt, dieses Gemustertwerden, diese Blicke. Jeder meint zu wissen, woher das blaue Auge kommt. Sobald man die Sonnenbrille abnimmt, verändert sich der Ton und die Blicke pendeln zwischen Mitleid und Verachtung. Wenn Dir überhaupt noch wer in die Augen schaut. Die echte Geschichte nimmt Dir eh keiner ab, und so machen sie sich ihr Bild und sind entsetzt, daß Du so unter Leute gehst, sogar schon wieder lachen kannst, eine ganz wilde Mischung von Abscheu und Bewunderung ist das, und sie ist so falsch wie die Geschichte in ihren Köpfen. Du steckst tief in einer Schublade, und es ist sogar noch die falsche Kommode.

Dann noch Geräusche. Der ewig plärrende Fernseher von nebenan, ÖRF bis Sendeschluß, eine Debatte über Palliativmedizin in breitestem Österreichisch mitten in der Nacht, nur hörbar, weil ausnahmsweise kein Gewitter alles erzittern ließ. Sonst vor allem Donnern, viel Donnern. Lautes Grollen, leiseres Grollen. Platzregen. Und an diesem einen sonnigen Morgen dann ab sieben der Rasenmäher.

All das also. Und natürlich Geschmäcker. Unmengen Wein und Grappa, diese unsägliche Mischung aus Campari oder Aperol und Prosecco, die die Italiener Schpritz nennen und die sogar mir mit meiner Weißweininkompatibilität die weiße Traube schmackhaft macht.
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Das fantastische Essen. Diese göttlichen Spaghetti Aglio é Olio, dicke, hausgemachte Pastaschnüre, getränkt in einem Traum von Öl, dazu der duftende frische Knoblauch, eine Wonne, wie sie mir möglicherweise nie wieder ein Teller Nudeln bereiten können wird. Dieses zarte, 40 Tage lang gebeizte Rindfleisch in diesem rustikalen Laden mit der dicken Nonna. Die gegrillte Forelle. Die Gnocchi in Salbeibutter. Hach. Und dieses Mandarinensorbet. Doppelhach.
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Bilder also und Erinnerungen und all das. Naja, und eben zwei, drei Kilo mehr. Sei’s drum.


Streß II

9.6.2007

Eigentlich hätte dieser Beitrag nur aus einem Bild der Liste bestehen sollen. Aber offensichtlich reichte meinem Unterbewußtsein der Streß noch nicht, weswegen ich zwischendurch noch schnell die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses aufsuchte, um mir dort noch mal im Detail erklären zu lassen, was genau alles kaputtgehen kann, wenn man versucht, gewaltsam einen tiefstehenden Rolladen zu durchschreiten. „Na, die Stirn wird komplett blau und weiter unten wird’s vermutlich ein Brillenhämatom. Wenn Sie Glück haben nur ein Monokelhämatom, aber das ist dann ja auch schon egal. Wie verprügelt sehen Sie halt ab übermorgen aus. Und die Platzwunde, naja, die wird schon irgendwie heilen. Sie sind ja nicht so der Lidschatten-Typ. Bis jetzt.”

Als hätte ich’s geahnt, ist meine neue Sonnenbrille sehr groß und sehr dunkel. Und in so ein Kopftuch kann man prima noch ein Kühlelement mit einwickeln (möglicherweise war das aber auch nur das Zeichen des Universums, mir einen Ruck zu geben und endlich Pony zu tragen).
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Egal, die Italiener stehen ja angeblich so auf blaue Augen.


Streß I

8.6.2007

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kleiner Aufreger am Straßenrande

7.6.2007

Interessant eigentlich, daß ich würgen muß, wenn andere etwas in den Mund nehmen. Zum Beispiel das Wort „Toleranz”.
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Was das mit dem Bild zu tun hat? Ach, nichts. Das esoterisch beschleunigte Therapie-Zentrum daneben ist ja eh nicht mit drauf. Schon gut. Prost Apfelschorle.


Hut auf!

6.6.2007

Ich weiß, das Thema ist ein heißes, wahrscheinlich gibt es bei der Mordkommission schon längst das Sonderkommando hat(te) Werbung im Blog

Eigentlich wollte ich ja nicht soviel übers Cabriofahren bloggen

Und dabei hatte ich gedacht, ich würde langsam Lady. Habe Kopftücher gekauft, woimmer ich welche fand, sonntags bügle ich sie alle und das Grace-Kelly-Foto hängt als Vorlage neben dem Spiegel

Wäre ich ein Kerl, ich könnte meine wachsende Begeisterung für Kopfbedeckungen aufs sich lichtende Haar schieben. So aber gilt allerhöchstens noch die Angst vor neuen Dreadlocks. Danke, damit bin ich durch, die Zeiten liegen hinter mir, ja, interessant war das dann schon, die nach zwei Jahren mal aufzuschneiden, nur für die Wissenschaft, aber was vorbei ist, ist vorbei, und man muß nicht jeden Scheiß aufwärmen, bloß weil er irgendwann mal richtig schien.
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Apropos richtig schien, das tut die Sonne ja gern und schön, und Sonnenbrillen sind das eine, aber Hüte, hach, Hüte sollten langsam wieder mehr das Mittel der Wahl werden. Finde ich und suche deswegen einen ganz bestimmten, eine „Naschute”, wie die unfreundliche Huthändlerin im gefühlten vierhundertsten Laden immerhin nuschelte („Naa, Naschuden hammer seid fuchzg Jah nimmä”), ein Begriff, der sich leider nicht einmal googsuchmaschinen läßt und nachfragen traue ich mich nicht.
So immerhin habe ich in letzter Zeit staunend ein um das andere Geschäft betreten, das mit einem Sortiment aufwartet, welches mir auf der Straße so selten begegnet, daß ich ernsthaft befürchte, diese Läden könnten am Ende nur Geldwäschereien sein.

Was dieser Laden mit meinen 35€ macht, ist mir egal, denn für mich sind sie hervorragend angelegt. Fand ich dort zwar keinen Hut, doch eine Mütze, wenn auch zuerst nur die perfekte Form in zu klein und zu bunt. Jedoch bat mich die hier sehr freundliche Dame (die Naschutennuscheltante war selbstverständlich in der Unfreundlichkeitshochburg Nürnberg) sogleich, doch einfach das nächste Mal vor Ladenschluß vorbeizukommen, dann könnte man ins Lager schlendern und den gefälligen Stoff auswählen, danach würde man mir gewünschten Schnitt auf meinen undamenhaft großen Klöbes zuschneidern, für keinen Cent mehr als die Mützen im Laden. Die machen sie nämlich selbst.

Ungläubig also betrat ich das Geschäft wenige Tage später wieder, eine Andere bediente mich, das Lager war wieder schon zu, aber ich konnte auf eine Mütze im Fenster weisen, die beim vorigen Besuch noch nicht dagewesen war und wünschte mir diesen Schnitt und diesen Stoff und meine Größe (58; leider gibt es dort keinen Wunschzettel wie bei Online-Buchhändlern).
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Ich mußte kein drittes Mal kommen. Sie hat auf mich gewartet.
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Was für ein wunderschönes, praktisches Ding. Wie die Farbe zum Wagen paßt! Und was für eine hervorragende Verarbeitung. Allein wie sich die Linien treffen! Und Seidenfutter! Sie läßt sich sogar waschen, weil das Schild nicht von Pappe ist. Zum Aufbügeln kann ich sie dann vorbeibringen, „denn das ist ein bißchen knifflig, aber wir haben da so eine Dampfmaschine”.
[Nochmal fürs Protokoll: Hut Eichfelder, Bamberg, Kleberstrasse. Und nein, ich werde nicht bezahlt. Nicht mit Geld. Nur mit Freude.]


Saturday night

3.6.2007

Ich weiß, da draußen war Fußball und Party und die Welt zu Gast bei Franken. Aber da draußen war auch Regen und dunkel und warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er’s kann.
Und weil man eben nicht alles machen muß, bloß weil es möglich ist und vielleicht auch weil man alt wird oder bequem oder einfach nur erwachsen und all das einsieht und weil man genau deswegen endlich die Füße hochlegen kann, ohne dabei das Gefühl zu haben irgendwas zu verpassen, kann ein gelungener Samstagabend auch mal einfach so aussehen:
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Dazu noch Tom Waits von Vinyl, fertig ist die Chose. Bitte noch kein Beileid.


Schweinkram

2.6.2007

Man kann schlecht mit dem Rauchen aufhören, wenn einem dieses Schwein Feuer gibt.
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Im Gegenteil, man möchte die Dosis fast verdoppeln. Auf dem Foto schlecht zu erkennen: es grunzt und quiekt auch noch und beendet damit galant z.B. schwierige nächtliche Telefonate. Oder die mit Mutti.

[Wie allerlei anderer Krimskrams mit Schmunzelnutzen ist das Ding von hier, zu haben z.B. hier.]


Satz mit X

2.6.2007

„Weißt du, eines verstehe ich einfach nicht. Wir sind alle erwachsene Menschen, haben eine Menge gesehen und lernen doch jeden Tag dazu. Und wollen das auch. Wir arbeiten an uns, treiben Sport, lernen Sprachen und neue Programme, erkennen Defizite und wollen sie beheben. Wir entwickeln uns weiter, manche haben deswegen einen Therapeuten, andere lassen sich coachen oder denken wenigstens darüber nach, wir glauben daran, daß wir unser Leben beeinflussen können und tun eine Menge dafür. Aber wenn es um Beziehungen geht, geben wir lieber gleich am Anfang oder noch vorher auf, weil wir da erwarten, daß es sofort perfekt sein muß. Das geht nicht in meinen Kopf. Da stimmt doch was nicht.”
Eine flammende Rede war das, und du schälst dich aus der Umarmung und sagst ganz leise tschüß und steigst ein und denkst „das sind verdammt noch mal meine Worte” und du drehst den Schlüssel und überlegst, wann du eigentlich die Seite gewechselt und warum du es nicht gemerkt hast.


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