5 | 2007

allerletztes Resümee

28.5.2007

„Wassd, warum der Bogaal vill besser is wäi däi bläide Schåln? Mer ko draus dringn.”

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Und nein, das hat natürlich nicht der Hund gesagt. Iech mohch ja kei Hünd, aber so sind sie neutral für mich. Was natürlich nicht heißt, daß ich kein Wort über das Herrchen verliere: Jungs, Flip-Flops gehen einfach gar nicht. Schon bei Frauen nicht, aber auch an Euren Gilbpratzen nur am Strand oder in der Sauna. Und neeeeein, die Alternative heißt nicht Trekkingsandale!


statt vieler Worte

27.5.2007

der glubb is a debb, abber bogaalsiecher
(Die habe ich nämlich tatsächlich letzte Nacht noch gemacht, ich weiß zwar selbst nicht mehr genau, was ich da meinte, aber verdient war’s, wenn auch nicht schön. Das allerdings haben die Stuttgarter zu verantworten. Jungs, nehmt mal weniger Adrenalin. Mieses Bild für einen Meister.)


„Das Geheimnis einer guten Küche…

26.5.2007

…ist die stetige Qualitätskontrolle der verwendeten Zutaten.” Ich bin begeistert. Das ist ein Rezept ganz nach meinem Geschmack:

[Direktlink für die blöden Browser]

Wie ich drauf komme? Eigentlich wollte ich nur das hier zeigen,

[Direktlink]
weil das einfach irrsinnig großartig ist. Und ein bißchen paßt zu meinem letzten Eintrag. Aber dann kommt wieder eins zum anderen und eigentlich wollte man schon lange mal abspülen und Fenster putzen und vorkochen zum Einfrieren und Balkongeländer polieren und all das, jetzt, wo die Steuererklärung endlich fertig ist, aber dann ist da auf einmal DSL und der Rechner läuft auch schon, na, wenn das kein Zeichen ist, und schwupps sind wieder zwei Stunden rum und man amüsiert sich königlich, aber fühlt sich dann ein wenig schal, weil man selbst keine so schönen Ideen hat, aber dann denkt man sich „und außerdem hätte ich gar nicht die Zeit dazu” und ist wieder ein bißchen froher und schaut noch zwei, drei Filme mehr an.

Mittlerweile gibt es übrigens auch schon einen zweiten Teil, aber bevor das hier noch zum Kino wird: rüber zu Herrn Strübing, weiterkucken!
Erstens hab’ ich nicht genügend Bier im Haus und zweitens muß ich aufräumen! Hopphopp!


stilhäschen, wer bist du eigentlich?

26.5.2007

Haha, da muß ich lachen: hier steht ja noch der Text von 2007!

Ich bin Anfang dreißig. Ich bin weiblich. Ich bin mein Geldbeutel, meine Bree-Tasche, mein Moleskine-Kalender. Ich bin mein Nokia-Handy, meine Boss-Sonnenbrille und meine H&M-Jacke. Ich bin meine Lieblings-Levis und die besser sitzende Jeans von More&More mit der blöden Taschenstickerei.
Ich bin mein Auto. Ich bin meine Wohnung, ich bin sowas von meine Möbel. Ich bin nicht mein Fernseher, aber ich bin mein iPod. Ich bin mein Notebook und die externe Festplatte von Porsche-Design. Ich bin meine Kaffeemaschine vom Flohmarkt und die passende Kaffeemühle. Ich bin mein Küchentisch. Ich bin die Pflänzchen auf meinem Balkon. Ich bin mein Fahrrad mit dem handgeschweißten Rahmen und der Korb vornedran, bin der mühsam eingesessene Ledersattel und die Tüte für drüber. Ich bin mein Bosch-Kühlschrank und mein Norma-Rotwein, bin mein Küchenschrank mit all den Flaschen darauf und meine Vergangenheit mit all den Flaschen darin. Ich bin mein Job und mein Lebenslauf und all die Unzufriedenheit auf den ganzen Etappen. Ich bin meine Brille und meine Unfrisur, ich bin der Ring an meiner Hand und die aufgesprungenen Fingerkuppen. Ich bin die schwarzen T-Shirts und die Halstücher. Ich bin nicht die Business-Kostümchen, aber ich bin all meine Schuhe. Ich bin die Musik aus dem Designer-Regal und die Anlage obendrauf. Ich bin die Bilder an meiner Wand und die Töpfe im Schrank. Ich bin lokales Bier und der Parmesan von Aldi.
Ich bin meine Freunde, mein Humor und meine Melancholie. Ich bin mir genug und zuviel und zuwenig. Ich bin unterwegs und vor allem bin ich eines: diese ganze Definiererei leid.


hachs am Fenster

23.5.2007

In dem famosen Film „Das Leben ist eine Baustelle” laufen Jürgen Vogel und Christiane Paul nachts einmal einen Bauzaun entlang. Nicht deshalb ist der Film zum Niederknien, sondern weil er ist wie das Leben: vielschichtig, mit Hintergrund, weise und dabei manchmal einfach albern.
Auf dem Zaun stehen riesige Lettern, und es dauert eine Weile, bis die beiden Die Liebe in den Zeiten der Kohl-Ära ganz abgelaufen sind.

So manches dauert eine ganze Weile. Man kann auf Anrufe warten, auf Ideen, auf lange Haare sowieso. Und man kann solange aus dem Fenster sehen dabei.

Händchenhalten rührt mich nur bei Leuten über 60. Die beiden da unten sind das höchstens zusammen, und ich finde es wunderbar, daß er ihr vor der Kneipe seinen Arm anbietet, statt plump ihre Hand zu beschweißen. Und wie sie überrauscht lächelt und hochsieht zu ihm und sich einhängt, hach, bald werden mir die Knie weich.
So bleibt sie zwar immer noch mit den Absätzen in jeder dritten Kopfsteinpflasterfuge hängen, aber die beiden bewahren Würde dabei, so angeschickert sie auch sein mögen.
Und dann öffnet er ihr auch noch die Beifahrertür und schließt sie sogar sanft wieder hinter ihr, und mir entfährt ein Seufzer, als er beschwingt um den Wagen herumgeht, gerade daß er vor der Motorhaube keinen Fred-Astaire-Fußklatscher in der Luft macht, und ich seufze noch einmal, denn es ist so schade, daß er jetzt den ganzen guten Eindruck vergeigt und mit all dem Alkohol im Blut gegen den nächsten Briefkasten donnern will. Schade um die beiden, den guten Wein und die Schmetterlinge und schade sogar um das Blech.

Enttäuscht verlasse ich das Fenster, wechsle die CD und die Bierflasche, und als ich weit später das Feuerzeug suche und auf der Fensterbank nachsehe, fällt mein Blick nach unten, und da steht der Wagen noch, durchs Schiebedach sehe ich, daß sie nicht einmal angeschnallt sind, sie knutschen auch nicht, sie schweigen nebeneinander her und abwechselnd pfriemeln sie an irgendetwas leuchtendem in ihren Händen herum und dann ist wieder Bewegungsstille und ich frage mich lange, was sie da tun, meine Gedanken schwirren noch um Handy und Gameboys, aber das scheint mir so abwegig bei den beiden, und dann öffnet sie irgendwann die Tür und ein Rest Musik steigt mit ihr aus und dann auch er und sie stecken beide etwas in die Jackentasche und hinter dem Wagen wieder die Geste mit dem Arm und sie gehen einfach weiter in der Richtung, die sie vorhin bereits eingeschlagen hatten und über die Schulter schließt er lässig den Wagen fern und als sie hinter der nächsten Ecke verschwinden, fällt bei mir endlich der Groschen und ich denke an Nächte vor dem Plattenschrank, mit schwitzigen Händen und hüpfendem Herzen, schon zu zweit oder noch allein mit dem Tapedeck. Später war es ein Stapel CDs und der Rechner, aber dieses Gefühl blieb immer gleich, wenn man dem anderen die Schätze vor die Füße legt und nur beten kann, daß er sie glitzern sieht. Wie die Katze mit der Maus zwischen den Zähnen nicht weiß, ob es diesmal wieder Ärger gibt, obwohl sie doch so stolz auf ihre Beute ist, fürchtet man nichts mehr als daß der andere das da in deinen Händen für einen Klumpen Dreck hält, während du ihm nichts weniger als Dein Herz zeigst, gewickelt in ein paar Bandmeter oder Megabyte.

Das Schauspiel da unten war dann wohl die Romantik in den Zeiten des iPod. Hach.


ich bin raus

17.5.2007

Bis ich alt bin, ist die Mark keine 5 Cent mehr wert, also raus mit dem Zeug, solange man es noch verblasen kann. Und dazu läuft Kettcar in Endlosschleife: money left to burn. Schön, wenn man sich selbst damit rausreden kann, verführt worden zu sein, ich behaupte mich wehrlos, hatte keine Chance, ehrlich.

Jetzt ist es also so weit, die Batikblunze, die man zum Führerschein prügeln mußte, die Ökofee mit dem „60-PS-reichen-dicke”-Mantra und die vernünftige Praktikerin mit dem maximalen Stauraumbedarf liegen ausgeblutet in einem alten Leben, schnell weg von da, es stinkt zum Himmel.
Ab jetzt wird sich beschränkt auf einen winzigen Köfferchenraum und ein mickriges Handschuhfächlein, das ist alles nichts als eine reine Selbsterziehungsmaßnahme, wirklich. Anders würde ich es nie kapieren, viel zu luxuriös war das bislang, so viel Raum für einen allein und woanders müssen sich Menschen aufeinanderlegen.

Wunderbare B., die du mir damals nach deinem Abschluß betrunken mitten in der Nacht smstest, daß wir uns dringend ein Cabrio mieten müssen, um wie einst Sascha Hehn (Schwarzwaldklinik! Weißer Golf!) hineinzuhüpfen, tagelang – mach dich fertig.
Turnzeug raus, ich komm’ mit dem Sportwagenwägelchen.

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[Ach, die Hölle finanziere ich? Damit kann ich leben. Und das Foto widme ich dem Don Alphonso eh.]


Gaumenkino™

13.5.2007

Da mögen die Psychologen noch so schreien, daß „reinfressen” nie eine Lösung wär’, aber manchmal muß man halt den Mund auch einfach mal gscheit voll nehmen, auch auf die Gefahr hin, daß das dann mancher Leser einen nicht mehr für tut.
Noch dazu, wenn’s einem guten Zweck dient, nämlich dem Geraderücken des Gleichgewichts in der Blogosphäre, die sich ja gerade recht gut ein bißchen schlanker gefällt. Und auch wenn der gourmandeske Rationalstürmer und ich damit alleine dastehen mögen: das Motto der nächsten Woche lautet definitiv ordentlich reingefressen.
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Und weil man ja damit rechnen kann, daß da gleich wieder welche aufschreien und Angst haben um Cholesterin und Gehirnverfettung und Maximalfußbodentraglast: wir können auch anders.
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Aber wir wollen gar nicht.
Bitte beachten Sie auch den Button rechts unten dazu in der Sidebar. Dankeschön.


[Es grämt mich sehr, aber diese famose Überschrift ist gar nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen. Ehrfurchtsvolle Verneigung in Richtung des appetitösen Kollegen, dem man übrigens hier beim herzhaften Schlemmen zusehen kann.]


Nachsichtgerät

9.5.2007

„Und außerdem fährt er Porsche. Mit Schonbezügen. Also bitte. Trägt gestärkte Ralph-Lauren-Hemden und erzählt vom Golfspielen und seiner Putzfrau. Das ist nicht meine Liga, nicht mein Stil und ganz bestimmt auch nicht mein Ziel, da hab’ ich keinen Bock drauf, dankeschön.”

„Also Häschen, das muß ich Dir jetzt mal in aller Deutlichkeit sagen: wir sind verdammt noch mal mittlerweile in einem Alter, da kann man nicht mehr einfach einen Kerl sausenlassen, bloß weil er den falschen Wagen fährt. Oder einen blöden Namen hat. Oder keinen Alkohol trinkt. Da muß man auch mal Kompromisse machen. Eben weil man nicht mehr die Jüngste ist.” Oooh, das ist ja Frau Vernunft mir gegenüber, die da Aspirin mit Bier herunterspült. Ich hätte sie gar nicht erkannt.

„Prima Stichwort: Alter. Ich meine, hallo, der Kerl behauptet, er sei 38 und zuckt mit keiner Wimper dabei. Um die Augen zu schonen wahrscheinlich, denn die liegen mitten im Hochgebirge. Ich hab’ ganz sicher nix gegen Falten, die waren sogar noch das sexieste an ihm, aber ich verwette meinen Arsch darauf, der war mindestens Mitte Vierzig. Mindestens!”

„Ach komm, jetzt übertreib’ nicht so schamlos.” Gelangweilt streicht sie sich Frischkäse aufs Brot.

„Ich übertreibe nicht. Ich sage mindestens. Ich habe gnädige Augen. Sehr gnädige.” Gedankenverloren streiche ich mir über den Bauch.
„Oh, und: er hat keinen Funken Humor.”

Da strömt aber auf einmal Leben in jemanden: „Habe ich Dir Übertreibung vorgeworfen? Vergiß es. Also ihn. Warum hast Du das nicht gleich gesagt? Tja, schade auch. Prost.” Sie hebt die Brauen und ihr Glas.

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Nachts, ich bin gerade auf dem Weg ins Bett, kommt der weltbeste Nachbar auf einen Schnaps vorbei. Als er geht, läßt er noch beiläufig und grinsend „War’s gut, das Essen gestern in Tupfelsheim? Lars und Petra haben Dich gesehen. Mit Deinem Vater…” fallen und die Tür ins Schloß.

Die Stadt ist verdammt klein, denke ich mir, und beim Blick in den Spiegel und auf die eigenen Fältchen noch: sehr gnädige Augen, Häschen. Sehr gnädige. Aber die brauchst Du langsam auch, in diesem Alter.


Ton zum Sonntag, Vol.3

6.5.2007

Sonntagnacht, morgen steht wieder die andere Welt an. Ein sehr wehmütiger Tag im Rücken und ein unglaublich großer Song im Ohr.

Nicht, daß das Video schlecht wäre (ein bißchen plump vielleicht die zu deutlich auf den Text abgestimmten Bilder, und den Break hat der Song eigentlich auch nicht, jedoch ließe ich nur ungern etwas kommen auf den Regisseur Benjamin Quabeck), aber der Ton allein reicht auch schon. Deswegen erstmal Augen zu jetzt, bitte:

[Direktlink für die blöden Browser.]
Und ein weiteres Mal: eine gute Woche da draußen, gefälligst.


Vier Pfund Lachen, ohne Knochen, bitte.

5.5.2007

Kaum steigt das Thermometer mal über die 12°C-Grenze, reißen sie sich wieder alle die Hemden vom Leib und finden ihr nächstes Jammertal, bzw. den Jammerberg, den ach so schlimmen Bauch, herrje, was ging es uns schon wieder zu gut, runter damit, darben, hopphopp, so geht das nicht weiter.
Aber warum denn nicht, möchte man Euch zurufen, so ein bißchen Bauchspeck macht den Menschen zwar nicht unbedingt sexier, aber ficken wird eh überschätzt und Genußfähigkeit hat nicht umsonst mehr Buchstaben als Verhärmtheit. Ist am Ende nämlich wichtiger, und unbezahlbar sowieso. (Außerdem regelt sich das alles wieder ganz von allein, mal geht der Knopf nicht mehr zu und dann hat man mal eine Woche Kotzerei, alles in allem bleibt die Welt immer gleich schwer, sonst würde sie ja eiern oder ihre Bahn verlassen, das ist allereinfachste Physik, und solange Kohl lebt und zunimmt, ist auch bei mir alles in Butter.)

Aufregen könnte man sich. Oder wegwerfen vor Lachen bei dem hervorragenden Vorschlag von Herrn VerbalEssence: die Julia-Diät.
Schon hinter sich hat die einer der Kollegen des großen Transzendentalen. Und die anderen sind auch nicht von Pappe.

Wie, ich könnte ruhig auch selbst mal wieder richtig bloggen? Och nö. Lieber schmier’ ich mir ne Stulle.


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