Frühling übt sich

14.4.2010

Ha, dieser Typ ist wundervoll. Und das Video sowieso. Ab in den Garten!

I learned a lot about myself drawing all morning: It was absolutely shit. I’m awful at drawing.

[Direktlink zu The Streets – Love you more]


Kaotzencontent

19.3.2010

Und schon wieder Kinderkram – das wird sich wohl auch lange nicht auswachsen hier.

Musik für Kinder ist ein Thema, das ich gerade erst langsam entdecke; und bereits jetzt weiß ich, daß es viel, viel Scheiße gibt da draußen. Vor allem visuell. Warum müssen Kinderbarden eigentlich immer aussehen wie Priesteranwärter auf Koks?
Das andere Extrem: dieses Internet zeigt mir, daß ein Lied, daß ich eigentlich immer sehr gemocht habe, seinerzeit live ungefähr so mitreißend dargebracht wurde wie eine Schlammpfütze. „Aber darauf stehen Kinder ja”, müssen sich Peter, Paul & Mary gedacht haben. Heute gibt man halt Ritalin.

Und Raketes Reaktion?
Kotzencontent
Meinetwegen. Meinen Gesang übrigens erträgt sie ohne Erbrechen. Alles Erziehungssache!


Stille Zeit

12.2.2010

Achtung, halbwegs intimer Mutti-Content. Muß man nicht lesen. Die Musik kann man trotzdem anmachen und gaaanz leise mitsingen:

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Der Hohlbirnen Sternstunden

22.12.2009

Hab’ ich mich schon mal ausgelassen über die Bekloppten in öffentlichen Verkehrsmitteln? Die, die Ferngespräche nur pro forma übers Handy führen und eigentlich direkt bis Griechenland brüllen. Die Mütterchen, die meinen mir erklären zu müssen, daß ich den Kinderwagen zu stark schuckele („Dem Kind wird doch schlecht!” – „Was soll es denn kotzen, ich geb’ ihm doch nie was zu essen!”). Motorisch vollkommen intakte Menschen nehmen den Aufzug und weigern sich, ein bißchen zusammenzurutschen, damit der Wagen noch mit kann – unten am Gleis können sie dann rekordverdächtig schnell rennen und sich „Aufrutschen!”-brüllend noch in die U-Bahn quetschen. Die jugendlichen Schwerhörigen, die das Geschepper aus dem Handy für Musik halten. Und all ihre Kollegen. Schlimm sind die.

Aber die gibt es ja eigentlich das ganze Jahr über, das ist meist zu ertragen. Nur wird’s eben vor Weihnachten besonders heftig, da nimmt das wirklich überhand, da kriechen sie aus ihren Löchern (ich weiß jetzt nicht, ob das historisch belegt ist, aber angeblich soll ja seinerzeit der Strauß auf einer Rede in Wackersdorf vor lauter AKW-Demonstranten vom „Stein, den da jemand umgedreht habe” geredet haben. Falscher Mann, richtige Worte. Aber in der Oberpfalz ist das ja permanent zutreffend.) und stürmen geballt die Innenstadt, da gibt es kein Entrinnen mehr, da sollte man seine Einkäufe am besten vor September bereits fürs Restjahr erledigt haben und gemütlich zuhause bleiben bei Dörrfleisch und Bundeswehrkeksen.

Hab’ ich irgendwie vergessen dieses Jahr. Und dann darf ich ja heuer leider nicht genug Glühwein trinken, daß mir diese Synapsenwracks nichts mehr ausmachen. Aber ich summe derweil eisern weiter mein allerliebstes Weihnachtslied vor mich hin, komme was wolle.

Und wenn das dann diesmal endlich hinhaut, dann aber, Ihr Volltrottel, dann beißt Euch nächstes Jahr nicht nur die Rakete ins Knie! (Welchen Fahrschein braucht ein Nilpferd eigentlich?)


Hörbefehl

30.11.2009

Nein, hier passiert nicht viel. Kleine Milchseen, große Wäscheberge, Rinnsale aus Babykacke, das ist so die Landschaft, in der wir leben, und oft genug gibt’s Sonnenschein dazu.
jawoll

Und Musik! Ich hatte es schon mal vage angekündigt (und in ihrer unnachahmlichen Art hat sie es auch kommentiert), derzeit läuft ja hoch und runter die wundervolle Namenspatronin für unsere kleine Rakete: Katha Rakete.
„Narzißmus und Saufen” ist ihr Motto, die Texte sind ein wortgewordenes Partybuffet und die Stimme sowieso zum Reinlegen. Man möchte diesem Mädchen mit der viel zu großen Gitarre einfach nur sieben Bier ausgeben. Und sie anbläken, wann denn endlich das Album rauskommt, bimbam. Die drei Songs da oben rechts reichen doch hinten und vorne nicht!


Vorfreude, anders.

8.9.2009

Früge mich wer nach Konstanten in meinem Leben, mir fielen gerade mal die Handynummer (elf Jahre), die beiden Kuscheltiere aus der Kindheit (über 30 Jahre) und vielleicht noch die Haarfarbe (14 Jahre wieder natur) ein, sonst war ja alles über die Jahre gesehen ein einziges Auf-und-ab, ein Hin-und-her, ein Hier-und-dort.

Und dann wären da natürlich noch Songs, die mich schon lange begleiten, Kassetten, die vom einen Auto ins nächste mitzogen. Erinnerungen, die dranhängen, in Hamburg über die Köhlbrandbrücke fahren, den Sonnenaufgang im Rückspiegel, eine getroffene Entscheidung vor mir und dazu singt einer aus dem Kassettendeck „Bring mich heim”. „Gerne!” brülle ich und gebe Gas.
Und welche, die neu dazukommen, Urlaubsfahrt und das letzte Album auf Repeat und nach drei Stunden bittet der Möhrchenprinz darum, die Musik ausmachen zu dürfen, er hätte jetzt wirklich genug mitgelitten, und ich bin ein bißchen enttäuscht, weil: wie kann man das nicht für eine Offenbahrung halten, bitte?

Sowas also. Und jede weitere Platte erwartete ich mit Spannung und jedes Mal war ich hin und weg und tief getroffen und schon längst sind es CDs statt Kassetten, der Mann singt mit Kettcar und Echt covern Songs von ihm. Und ich habe eigentlich gar keine Ahnung von Musik, aber ich behaupte: Niels Frevert ist verdammtnochmal der beste SingerSongwriter, den wir in dieser Sprache haben. Bimbam.

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Gestern kam der Möhrchenprinz nachhause und sagt: „Du, am Sonntag gehen wir aus. Ich muß das Mitleiden für den Kreißsaal noch mal üben.”
Jetzt muß die Kleine nur noch drinbleiben solange. Bitte.


Niels Frevert – Du mußt zuhause sein (1997)


nur mal so ’ne Frage…

25.6.2009

Irgendwann im Studium wurde mir klar: es gibt zwei Wege, irgendetwas zu schaffen. Entweder man sieht nicht nach links und nicht nach rechts und macht einfach und lebt damit, daß vielleicht irgendwer kommt und hämisch ruft „Gibt’s aber schon! Hat XYZ schon 1920 in Neuseeland gemacht! Ellabätsch!” – oder man forscht langelange nach, was es in dem Feld schon gab und sucht sich dann seine Nische. Gabi Gibtsschon kann dann aber immernoch kommen, die findet nämlich immer was.
Erfinder oder Archäologe, das sind die beiden Optionen.

Auf andere Gebiete übertragen ist der Archäologe einfach nur der, der weiß, wo er findet, was er nicht weiß. Oder: eine faule Sau. Wie ich.

Und ich weiß ja auch: meine Leserschaft ist klein, aber hochgebildet. Jeder ist auf irgendeinem Feld Profi, sowas muß man nutzen. Deshalb heute die Frage an allwissende HTML-Bastler, die die Antwort sicher im Schlaf herunterbeten können, während ich ein paar Stunden im Netz herumstolpern müsste:
Angenommen, man möchte eine Liste ins Internet stellen, von der jeder Betrachter (d.h. ohne Anmeldung!) jeden beliebigen Punkt streichen kann (soll aber lesbar bleiben), einen gestrichenen Punkt aber möglichst nur ich wiederherstellen kann. Wie macht man das wohl, wie sieht das (möglichst in html, das hat nichts mit dem Blog zu tun) aus?

Ich würde mich scheckig freuen, wenn jemand sein Wissen rausrückt. Aber bitte bloß keine Mühe machen, es werden nur auswendig heruntergebetene Anleitungen angenommen!
Dankeschön.


Umzugssoundtrack, Vol.4

27.4.2009

Bei anderen Liedern reichen ein paar zitierte Zeilen, aber hier und jetzt: och nö, nicht schon wieder aussortieren. Stimmt ja alles, komplett.

Das Glas, aus dem du nie getrunken hast
der Küchenschrott, den kein Mensch braucht
Und das Plastikobst, von dem du dich optisch ernährst
Das alles kommt mit
und du auch

Das Klavier, auf dem du nicht spielen kannst
der Abwasch, den du immer verschiebst
und die Schokolade, die du in Krankenhausmengen verbrauchst
Das alles kommt mit
und ich auch

Ich will deine Hand, ich will deinen Mund
ich will deinen Kopf, ich will deine Zunge
ich will deine Haare, ich will deine Haut
Und den ganzen Unsinn
will ich auch

Die Hoffnungen, die du verloren hast
Der Zorn, der nie richtig verraucht
und die verschusselten Träume, von denen am Morgen nichts bleibt
Das alles kommt mit
Das brauchen wir auch

Ich will deine Hand, ich will deinen Mund
ich will deinen Kopf, ich will deine Zunge
ich will deine Haare, ich will deine Haut
und den ganzen Kummer
will ich auch

Die Fehler, die du nicht mehr ändern kannst
Die Worte, die du bereust
Und die Nächte, in denen du nicht wußtest, wohin mit dir
Die nehmen wir nicht mit
die lassen wir hier

Element Of Crime – Das alles kommt mit

Das schwerste ist geschafft, die Kisten sind wieder oben, der Staub der letzten Jahre ist aufgesaugt, jetzt steht nur noch das Auspacken an und dann noch das schlimmste bevor: die Zeit, bis der Arschprovider das DSL endlich freischaltet der Abschied von der Wohnung, die mir so viel war, Neuanfang und Zuhause und Rückzug und ein gut Teil meines Lebens, letztenendes.

Der Trick ist wohl bei der Schlüsselübergabe das richtige Auge zuzudrücken. Das weinende.


Wetter, Wehmut, Weltenwechsel (Dokusoap, BRD, 2009)

16.4.2009

Wenn es nach mir ginge, dürfte das Wetter sich ruhig Zeit lassen, ich mag das ja, wenn man nach der Winterjacke nicht gleich die kurzen Hosen kommen, haarige Plauzen und Flipflops kommen früh genug, ich gewöhne mich gerne langsam daran, Betonung auf langsam, richtig gewöhnen will ich mich nie an visuelle Umweltverschmutzung.
Sagt’s und läßt selbst die Schwarte unterm T-Shirt rausblitzen, Säume stoßen an Grenzen, bereits jetzt schiebe ich eine ordentliche Kugel, noch ist sie ruhig, aber auch das wird sich ändern. Immerhin langsam. Hoffentlich.

So langsam auch bekomme ich es ein bißchen mit der Angst, nicht des Bauches wegen, sondern der Kartons. Der Mai rückt näher und ich bin mir nicht sicher, ob alles neu wirklich schon wieder sein muß, ändert sich eh schon genug die ganze Zeit, und da rede ich gar nicht mal vom Wetter – da wären ein paar Dinge, die einfach gleichbleiben, schon schön.
Auf der anderen Seite hab’ ich eigentlich nicht die geringsten Bedenken, wozu auch, es wird alles gut werden, so sicher war ich selten. Nur warum nochmal muß man etwas aufgeben, um woanders das Glück neu zu finden? Ach richtig, Peter Licht hat’s schon längst auf den Punkt gebracht: Was du nicht kannst ist / mehrere Leben führ’n / auf mehrere Schiffe geh’n.

Und mal ehrlich, eigentlich kann ich doch ganz schön froh sein, daß es mich nur einmal gibt. Wär’ ja nicht auszuhalten sonst, wäre ja doppelt wie bisher, das Lieblings-T-Shirt ist immer in der falschen Wohnung, die Lieblingsstimmung im anderen Leben. Hat ja auch was für sich, wenn das Pendeln aufhört, muß ja mal Ruhe einziehen irgendwann.
Aber dann auch wieder: andererseits. Könnte mir die andere doch mal hübsch helfen bei der ganzen Chose, wenn mein Leben in Kisten muß und wieder heraus, dazwischen zweimal drei Stockwerke und ein paar Kilometer, nicht viel, aber dann doch eine Welt.

Eine Welt mit dauerhaft zwei Zahnbürsten neben dem Waschbecken, mit zwei zum Verwechseln ähnlichen Handyladegeräten, mit zwei Weckern und, an dieser Stelle wird es mir immer noch ein bißchen mulmig: einem gemeinsamen Geschirr. Teller, Tassen, Schüsselchen, die zueinander passen, und davon genug, um andere Pärchen zum Essen einzuladen! Grausen könnte es einen, wäre da nicht gleichzeitig die Freude darauf.
Unterm Bett liegen nicht mehr nur die eigenen Socken, und dann die Diskussionen, wessen Doppelkram weichen muß, Rosenkrieg andersrum, nicht wer kriegt? sondern wessen muß weg? Eine Welt voller neuer Fragen

Alles neu also macht der Mai diesmal, in jeder Hinsicht.

drei-loeffel-sommer.jpg

Vielleicht doch gut, daß das mit dem Wetter schon mal der April gemacht hat.
Muß ja nicht immer gleich alles auf einmal sein.


Umzugssoundtrack, Vol.3

6.4.2009

Draußen explodiert der Frühling, jedes Jahr wieder glaubt man es kaum, und schön ist das irgendwie schon auch, wenn man sich nicht gewöhnt.

Noch blühen die Narzissen in der Vase, daffodils heißen die im Englischen, und schon ist der Song im Ohr: „memories of East Texas / and and those pine-green rolling hills / covered in  the springtime /with golden daffodils”.
Leider finde ich das Original von Michelle Shocked nicht im Netz, aber in der vorletzten CD-Kiste springt mir die Scheibe sofort ins Auge. Bei mir laufen heute die Memories in Endlosschleife. Und hier der andere Hammer von dem Album: Anchorage. So kann’s gehen, wenn sich alte Freunde wieder melden. Fielen in andere Leben, aber das eigene geht weiter. Ich hoffe inständig, daß ich nie das gleiche schreiben werde: „I sound like a housewife. I think I am a housewife.”

Der hier ist für die nächsten fünf Kisten. Und dann wird Mittag gekocht.

[Direktlink Michelle Shocked – Anchorage, 1988]


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