Frohes Neues!

8.1.2015

Bevor es wieder heisst „ey, auf Deinem Blog passiert ja gar nix mehr!” hier schnell eine Meldung von der Schnupfennasenfront. (Würde das hier noch länger stillstehen, bekäme ich ja irgendwann gar keine Emails mehr von Agenturen, die mir eine „Zusammenarbeit” mit „lukrativen Einnahmemöglichkeiten” anbieten…)

Nämlich: hier ist alles ruhig.

Nichtsdestotrotz nutze ich noch die Gelegenheit, um allen Mitlesenden ein wunderbares, entspanntes, glückliches und gesundes neues Jahr zu wünschen.

Und redet bitte nicht immer nur von den Kindern.

Direktlink zum Link der Väter, die kein Stück besser sind als wir Mütter zur Elternhymne: Christoph und Lollo!

PS: Die Kulturmenschen lernen bitte das hier für die nächste Vernissage auswendig. Und jetzt alle: „Trägt sein Schöpfer einen Hut?”


mein ganz eigener Superlativ

1.10.2014

Rakete spricht nicht gern über Gefühle und zeigt sie auch selten. Vermutlich hat sie dennoch welche, aber so ganz genau weiß ich es nicht…

Eine befreundete Mutter erzählte mir unlängst, wie oft ihr Sohn ihr sagt, sie sei die beste Mutter der Welt – und was er dann so von ihr möchte. Ich bin neidisch, denn ich habe das noch nie gehört, ein „bitte, lieeeebe Mami” bei dringenden Wünschen ist das höchste meiner Gefühle.

Und dann kam der Moment, in dem es sich ergab, daß ich das Gespräch unauffällig darauf brachte.
Ich: „Rakete, stell dir vor, der Xaver sagt zu seiner Mutter immer, daß sie die beste Mama der Welt ist!”
Rakete, erstaunlich emotional, geradezu empört nämlich: „Aber das stimmt doch gar nicht!”
Mein Herz stolpert. Sollte ich tatsächlich jetzt einfach hören, was ich mir wünsche, fast ganz ohne Manipulation und nahezu freiwillig?
Ich, gespielt erstaunt: „Wieso stimmt das denn nicht?” (innerlich schon jubilierend, was für eine unverpassbare Vorlage!)
Rakete: „Na, weil… doch alle Mamas die besten von der Welt sind.”

Das war nicht ganz, was ich hören wollte. Aber noch sind wir auf einem guten Weg: Ich bin also auch eine dieser Besten? Los, Mädel, sag’s mir einmal ins Gesicht! „Aha. Und könntest Du das bitte, bitte auch einmal ganz direkt zu mir sagen?” Hab’ ich das jetzt laut gesagt? Scheiße, da bin ich ja um nichts besser als so viele Emotions-ErpresserInnen, allen voran meine eigene Verwandtschaft. Die Gene, steckste nicht drin.

Rakete sieht mich an, kommt auf mich zu, nimmt meine Hand und sagt mir ganz zart ins Gesicht:
„Mama, ich sag’s Dir ganz direkt: alle Mamas sind die besten von der Welt.”

Wenn sie in den diplomatischen Dienst geht, wird Weltfrieden möglich.


Wenigstens für immer

3.9.2014

Rakete ist nicht so die Gefühlsbezeugerin. Sie würde niemals von sich aus jemandem sagen, daß sie sie/ihn mag oder gar liebhat. Uns Eltern schon gar nicht!
Und dann schmettert sie mir letztens unvermittelt beim Abendessen so einen Satz entgegen:

„Mama, wenn ich mal sterbe, dann will ich in das selbe Grab fallen wie du.”

Das muß mich jetzt hinüberretten über ihre nächsten tausend Tobsuchtsanfälle. Ich erwäge aus Gedächtnisstärkungsgründen eine Tätowierung am Handrücken.


Ohrwurmalarm! (Mit Erziehungseffekt, immerhin)

26.8.2013

Warum Kinder eigens für sie gepanschte Spezialmusik brauchen sollten, geht wohl keinem Erwachsenen ein, dem jemals Töne wichtig waren*.
Und warum müssen dann auch noch so viele der im Handel erhältlichen Kinderliederalben hirnlose Texte mit grausamem Hammondgeorgel kombinieren? Die Antwort hat bestimmt irgendwas mit Kommerz zu tun, ein leidiges Thema.
Aber daß Kinder, deren Argumentation in allen Lebensbereichen (Kaffee oder Kaba? Cola oder Wasser? Gin oder Tonic? Aufbleiben bis in die Puppen oder um acht ins Bett?) sich sonst auf „ich bin doch aber schon groß!” beschränkt, ausgerechnet bei diesem Thema auf die Kinderversion bestehen, kostet mich die meisten Nerven von allen. Ich habe es versucht und meiner Tochter richtige Musik vorgespielt, mitgeträllert, Autositztänze dazu erfunden – keine Chance. Mit viel gutem Zureden dürfen wir auf Autofahrten nach einer kompletten Kinder-CD (von bereits länger gebeutelten Verwandten geschenkt bekommen – ich frage mich noch immer, was wir denen getan haben) einmal kurz das Lied mit den Brüsten hören, dann ist aber wieder „Kinderlala!” dran. Mittlerweile bestellt auch Risiko bereits beim Hineinsetzen in den Kindersitz lautstark „Lala!”. Das sind die Momente, in denen ich tief einatme und „Kinder sind das größte Glück der Welt! Gefälligst!” mantratisiere, während ich schicksalsergeben die CD starte.
Normalerweise fahre ich dann so lange fort mit meinem Mantra, daß ich in guten Momenten von der Musik kaum mehr etwas mitbekomme. Just gestern jedoch horchte ich auf: hatte das musikalische Schreckgespenst der meisten denkenden Eltern, Rolf Zuckowski*, da nicht etwas von „Bierchen” im Text untergebracht? Ich spulte zurück. Tatsächlich! Da wird ein Kind zwar zwei höllische Strophen und zwei fürchterliche Refrains lang ermahnt, die Pfoten von Papas neuem Technikeinkauf zu lassen, kommt aber fantastischerweise in der dritten Strophe von selbst auf die Idee, dem erschöpften, weil installationserfolglosen, Vater ein Bierchen aus dem Keller zu holen. Hey, das ist doch mal wirklich ein Lied mit rechtschaffen sinnvollem Text! Ab jetzt läuft das in meinem Auto bei Kindertransporten auf Endlosschleife. Solange, bis die Kinder a) die angemessene Reaktion auf schlappe Eltern im Schlaf beherrschen und b) um ordentliche (=mir genehme) Musik betteln. Auf Knien. Trotz Kindersitz*.

*** Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben: meine erste selbstgekaufte Platte war zwar von Genesis, die erste in meinem Besitz jedoch eine andere. Fünf Jahre vor Invisible Touch und vor dem Wissen, daß man gar nicht erwachsen sein muß für Plattenkäufe, nämlich bekam ich zum sechsten Geburtstag eine LP von Rolf und seinen Freunden. Und jetzt bin ich noch ehrlicher: ich liebte sie. Unter Folter würde ich vermutlich sogar zugeben, „Mein Platz im Auto ist hinten” für ein großes Stück Musikgeschichte zu halten. Ohne zu lügen. Ganz ohne Folter gilt das sogar für die Rolf-Version von Banana Boat, unbedingte Hörempfehlung.
Jetzt hab’ ich aber ordentlich gebeichtet. Ist Musikgeschmack, altersgebunden, am Ende erblich? Dann habe ich panische Angst vor Raketes Pubertät. Obwohl der Teil meiner Plattensammlung (Das wüsste man jetzt gerne, was? Ein bißchen Scham und Stolz hab’ ich aber noch…) verscherbelt ist. Heute ist ja im Netz alles noch erhältlich…


Kleine Glücke (statt Twitter)

3.7.2012

My own private Guerilla Gardening: Kirschkerne aus dem Autofenster spucken, wenn gerade wieder ein Grünstreifen vorbeikommt. (Und dabei muß ich jedes Jahr wieder denken an den Sommer nach dem Abi, mit dem gemieteten Corsa durch die Toskana, am Straßenrand cilege kaufen und jeder Treffer auf den Außenspiegel gibt einen Punkt, im Spiegel liegengebliebene Kerne drei Punkte. Jedes Jahr ist das länger her, aber daran denke ich konsequent nicht.)
In fünfzig Jahren gehe ich Kirschen ernten mitten in der Stadt. Ich muß mir die Stellen nur merken.
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Die Rakete spricht schon lange, und schon längst freuen wir uns nicht mehr über jede Äußerung. Morgens beim Weckankuscheln bekommt man schon mal zu hören: „Mama, ich muß noch schlafen. Geh weg von mir. Du machst meine Decke schrumpelig.” (Sie ist noch keine drei Jahre alt, verdammt noch mal!)
Gleichzeitig weiß sie genau, wie sehr ich es hasse, wenn sie beim Frühstücken auf meinen Schoß will, während ich noch essen möchte. Klettert trotzdem drauf und sagt: „Aber ich hab’ Dich doch so gäääärne!”. Was willste machen. Die Phase ist in spätestens zwölf Jahren vorbei. Also genießen, dallidalli.

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Ich habe ungelogen in diesem riesigen Motorrad-Zubehör-Laden zwei Stunden mit Helm-Probieren verbracht, um schließlich den zu kaufen, der irgendwie wenigstens halbwegs passte, ideal ist immer noch weit davon entfernt, aber selbst der Verkäufer gab irgendwann auf („Ey, so’n Riesenschädel und trotzdem wackelt jeder Helm in irgendeine Richtung! Sorry, aber dir ist nicht zu helfen.” Wie dankbar ich ihm schon fürs Duzen war!). Und dann fahre ich zum ersten Mal am Ortsausgangsschild vorbei, die rechte Hand dreht leicht, der sechste Gang rastet saftig ein, Sonne und die erste Landstraßenkurve lachen und prompt stoßen die grinsenden Backen mit Schmackes am Helmpolster an. Worauf man alles achten hätte sollen!


Es geht bergab. Aber das mit Musik.

13.5.2011

In den letzten drei Jahren bin ich gefühlt 30 Jahre gealtert. Und wenn ich „ich” sage, dann meine ich nicht nur meine Bandscheiben, mein Unterhautfettgewebe und die Monument valleys around my eyes.
So lege ich beispielsweise großen Wert darauf, abends wenigstens einmal Nachrichten im TV zu sehen („Ruhe, Rakete, Mama nimmt am Weltgeschehen Anteil!”). Ich rufe die Polizei, wenn die asozialen Nachbarn wieder Fensterdisko machen. Nichtmal beim Autofahren ertrage ich mehr Musik, nur mehr Radio mit Sprachbeiträgen. Bayern3 mag der Sender meiner Jugend gewesen sein, ich habe trotzdem lieber heruntergeschaltet und höre mir jetzt im Nachmittagsstau lieber Reportagen über Bergschulen in Hinterchina oder Interviews mit Kräuterhexen (ernsthaft jetzt: bitte unbedingt hier die Sendung mit Susanne Seethaler suchen [Strg+F] und anhören. Und bloß nicht von der kindlichen Stimme und dem langsamen Sprechen der Dame auf Naivität schließen – die hat’s faustdick hinter den Ohren! Ab Minute 18 zum Beispiel: sie hat ihr Buch über Hausmittel vorgestellt und manche hübsche Anekdote erzählt, da beginnt der Interviewer doch kritisch nachzuhaken: „Aber jetzt muß ich doch mal tadeln. Warum haben Sie solch einen Unsinn veröffentlicht – oder wenigstens weitergetragen wie ‚bei nachlassender Potenz ins Maul eines toten Hechts urinieren’?!” und sie antwortet baff: „Wieso Unsinn? Haben Sie’s schon ausprobiert?”. Sein „das habe ich doch gar nicht nötig” überhört man schnell…) an.
Ich meine, hey, was bleibt mir übrig? Die Songs meiner Jugend laufen schon auf Bayern1, dem Altherrensender meiner Erinnerung.
Immerhin bin ich doch noch nicht soweit, daß ich Politiksendungen ohne Einschlafen schaffe. Also schaltete ich heute mangels Alternativen doch wieder auf Bayern3, und da lief prompt eine meiner einzigen drei Musikentdeckungen der letzten Jahre: Jupiter Jones. Im Kommerzradio für Junggebliebene. Wollen die das wirklich? Hoffentlich machen sie wenigstens ordentlich Geld damit.

Und jetzt zu etwas fast ganz anderem: letztens beim Tanken einen ganz fiesen Ohrwurm eingerissen, eigentlich nur vierfünf Töne. Und die werd’ ich nicht mehr los, bis ich das Elend wieder ganz im Bewußtsein habe. Also, liebe Leser, ich bitte herzhaft um Hilfe: ein Hit aus den Achtzigern, gesungen von einem damals so ungefähr Sechzehnjährigen blonden Teenieschwarmbübchen, von dem man danach nie wieder etwas gehört hat, musikalisch. Auch sonst nichts. Ach ja, in dem Lied geht es vielleicht um irgendsowas wie „ich will dich”, vielleicht aber auch mehr so pathetisch „ich werd’ mich für dich nicht verbiegen”, was weiß ich denn. Das ist über zwanzig Jahre her, Mann! Oder waren’s doch die frühen Neunziger?! Jedenfalls geht das Lied so „Laaa-laaa (möglicherweise ist das „Iii am”, aber ich kann mich täuschen), laaa-la-la-la-la-la, laa-la-la-la-la-la”, und dann komm’ ich immer mit „Lena” von Pur durcheinander.
Das nur kurz zu meiner geistigen Verfassung. Sie alle werden verstehen, warum ich kaum mehr blogge.


Beton und Lehm sind das neue Marmor und Eisen

7.4.2011

Gut, neu ist relativ, aber was sind schon zwanzig Jahre? Nix. Bevor hier endgültig alles einstaubt, muß ich wenigstens meinen Ohrwurm der Woche zeigen.
Ich hab’ das Album übrigens noch auf Vinyl – und bevor’s ein anderer reinquäkt: ja, issn Cover. Und? Mitwippen mit Hong Kong Syndikat!


Gehört gesungen! Rumgeschwyzt!

14.10.2010

Wenn die Mutter des Möhrchenprinzen jemandem etwas just Erfahrenes erzählt, dann hat sie das entweder aus der Zeitung – oder im Autoradio gehört. Sie sagt das immer, als sei das ein Sender, und sie sagt das unbeirrt und sehr, sehr ernst.

Gar nicht ernst, sondern dreckswahnsinnsgroovy ist übrigens dieser Song vom Pullup Orchestra aus der Schweiz. Hat mir heute morgen auf dem Weg ins Büro den kompletten Tag versüsst. Kam aus dem Autoradio. Geiles Gerät.




Übrigens merkt man ja auch, daß man alt wird, wenn man bei Sendern mit Wortbeiträgen nicht mehr weiterdrückt. Ich bin schon bei Bayern2. Gefühlt nur noch Monate bis zum Deutschlandfunk. Vielleicht sogar nur Wochen.


Ausgehbefehl, emotional verschwurbelt.

13.8.2010

Gäbe es das Internet nicht, mein Leben wäre anders verlaufen, aber hallo. Ich hätte mehr geschlafen, weniger für Telefonrechnungen bezahlt und eifriger studiert. Und ich hätte eine Menge großartiger Menschen niemals kennengelernt.

(mehr …)


Frühling übt sich

14.4.2010

Ha, dieser Typ ist wundervoll. Und das Video sowieso. Ab in den Garten!

I learned a lot about myself drawing all morning: It was absolutely shit. I’m awful at drawing.

[Direktlink zu The Streets – Love you more]


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