Fußballfetzen

24.3.2014

Wenn Eltern von früher sprechen, dann meinen sie dieses alte Leben. Ohne Kinder. Früher waren der Möhrchenprinz und ich gerne mal im Stadion und notfalls wenigstens in der Kneipe, um uns wochenends das Clubspiel anzusehen (romantische Erinnerung: wir waren schon nach dem ersten gemeinsamen Monat verheiratet – auf dem Papier des Mitgliedsausweises der Fußballkneipe. War ein Bier billiger als zwei Singlebeiträge.).
Das Leben ist kein Ponyhof. Jetzt sind die Kinder zwei und vier und können ruhig langsam mal rangeführt werden ans Fansein. Langsam heißt: mit weniger Dezibel, vorhersehbarerem Klima und kürzeren Schlangen an Verpflegungsstand und Klo. In der Kneipe also, nicht im Stadion.
Risiko war schon zweimal mit uns dort, als seine große Schwester auswärts spielte. Gestern war sie mit dabei. Und stellte eine Menge kluger Fragen:
„Mama, warum spielen die Fußball und nicht zum Beispiel Ballett?”
„Weil sie das besser können.”
„Und wenn man gut Tore schießen kann, dann soll man Fußball spielen. Dann kann man das nämlich gut.”
„Das stimmt.”
„Und wenn man was richtig gut kann, dann macht das auch mehr Spaß. Das stimmt nämlich auch.”
Sagt’s und malt weiter.

**************************************************************************************************************

Jetzt hab’ ich schon insgesamt fast fünf Jahre Wickelerfahrung (auf Knien, Klodeckeln, zu hoch und zu niedrig montierten Wickeltischen…) und gestern dann doch noch ein erweckendes Erstes-Mal-Erlebnis gehabt: So ein Flipper im Klovorraum ist ja ergonomisch die allergroßartigste Unterlage! Wenn das ein Tor für den Club geholt hätte, ich hätte geschworen, bei jedem Spiel freiwillig fünfmal zu wickeln. Mindestens. Half aber nix.

**************************************************************************************************************

Ein Witz, den einem gestern nur ein Fürther (oder Münchner, natürlich) erzählen konnte: Die Kassierin im Supermarkt fragt den Kunden: „Sammeln Sie Punkte?” – „Nein, ich bin Clubfan.”

**************************************************************************************************************

Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit lässt Rakete den Stift mal wieder sinken und sieht der Übertragung zu. Lange.
„Papa, macht denen das wirklich Spaß? Oder warum spielen die dann nochmal Fußball?”
”?”
„Wenn die das gar nicht können?”
”?”
„Die schießen doch nämlich ja gar keine Tore!”

Ich hatte auch keine Antwort. Nach dem Spiel habe ich nur mal wieder an Hannes, den Nachbarsjungen meiner Kindheit, gedacht.
Er reiße sich zusammen, der Depp, zefix.


Herzrasen – das etwas andere Fußballshirt

24.5.2010

Es ist ja bald wieder so weit: irgendwo kicken ein paar Knäblein und die Deutschen tragen ein paar Wochen lang noch schlimmere Shirts als ohnehin schon.
Das muß nicht sein! Zwar geht das beste Shirt von allen immernoch nicht in Serie, aber eine  Freundin von mir hat ein ebenso Weltklasse-T-Shirt entworfen, das es Nur jetzt! Nur für kurze Zeit! Genaugenommen: Nur bis Mittwoch (also übermorgen…) zu bestellen gibt. Und ich pushe das hier nicht nur, weil es farblich hervorragend ins Blog passt…

Herzrasen - das T-Shirt

Das (drunter machen wir’s ja nicht mehr: 100% Bio-)Shirt gibt es wie abgebildet in hellgrün mit weißem Flockdruck; eine genaue Größentabelle findet sich hier. Kosten pro Stück: lächerliche 18€ (plus 2,50€ Versand)!

Bestellungen und Anfragen (z.B. Versandkosten bei mehr als einem Shirt) bitte direkt an atelierhirnholz[at]gmx.net. Und bitte fix, denn Bestelleingang für die erste Auflage ist Mittwoch, der 26. Mai!


Raketenfetzen

18.3.2010

Es wird nicht besser, wenn ich immer nur schreibe ich käme zu nichts, aber hey, das hier ist Wahrheitsbloggenâ„¢, ich darf das.

________________________________________________________________________________________________________________

Der Rakete geht’s soweit prima, allein ich wäre ganz froh, wenn sie auch woanders trinken würde als nur an meiner Brust. Wir haben mittlerweile das gesamte Sortiment an Nuckelflaschen und Saugern durch, das die örtlichen Babyfachmärkte anbieten, und „Weithalsflasche” hat mittlerweile für mich genau die Bedeutung im Wortsinne. Die Rakete nimmt keins der angebotenen Produkte, da ist sie Naturalist. Es ist zum Verzweifeln.
Und dann entdeckt man, daß bei der vom Wochenwagner geschenkgekriegten Flasche ja auch noch ein Sauger dabei ist, und ohne große Hoffnung versucht man es mit der zwanzigsten Nippelnachbildung – und die junge Dame beißt an trinkt! Der Noname-Sauger dieser Flasche also ist die einzige Möglichkeit, der Rakete ordentliche Flüssigkeit zuzuführen. Ein bißchen weh tut das schon, denn die hier verschmäht sie immer noch. Wenn sich das mal noch wenigstens ein bißchen verwächst!

________________________________________________________________________________________________________________

Neinnein, Hannover ist schon super. Primafans und unser zweitliebster Verein, ehrlich. Aber ein Händchen für Fanartikel haben sie leider nicht:
Mit 96 baden gehen
„Mit 96 baden gehen”, och nö. Derrappelt Euch bitte nochmal – aber wehe Ihr überholt den Club!
________________________________________________________________________________________________________________

Was mich bei preisgekrönten Köchen ja gerne sehr wundert: wie sie auf für Durchschnittsgaumen so abstruse Kombinationen kommen wie Erdbeeren mit Balsamico.
Langsam dämmert mir: manche kommen bereits als kleine Molekularfans auf die Welt. Denen ist dann als Babys bereits Gemüse pur zu fad, die möchten noch eine Löffelchenspitze Aromenexplosion dazu. Die Rakete steht derzeit arg auf Dialog von Brokkoli und Banane. So werden Gourmets gemacht.

________________________________________________________________________________________________________________

Und dann noch schnell ein Sprichwort erklärt: jemandem die Ohren vollheulen, das geht bei fehlenden Zuhörern notfalls auch reflexiv. Die Rakete jedenfalls macht sich das auch gerne mal selbst, die Mama schüttelt das Wasser dann schon wieder raus aus den Ohrmuscheln.


Club auf Tabellenplatz 7!

14.8.2009

Grade mal ein Spieltag vorbei und schon heißt es überall der Club im Abstiegskampf, meine Fresse, Ihr seid tolle Fans wirklich schnell.

Apropos Fresse: was habt Ihr denn, immerhin liegen wir auf Platz 7!

Schnullerliga


[Quelle]

Und die Bayern auf Platz eins, ach, ich gönn’s ihnen. Deutscher Schnullermeister, was für ein Titel.


Hochtief statt Easy Credit…

4.6.2009

Der Sommer kommt, der Depp spielt wieder erstklassig, und der letzte halbe halbe Liter Freibier ging an mich. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Rekordaufsteiger, ha!

Erschreckend nur, wie schnell so ein paar Idioten einem das ganze Fußballfest vermiesen können. So ein paar Rauchbomben und Kanonenschläge klingen in der Zeitung klein, wenn man aber gerade mal 20m davon entfernt sitzt, den Rauch abbekommt, die Böller fliegen sieht – auch aus dem Gästeblock heraus, das ist ja die Schande – den wütenden gegnerischen Mob deutlich durch die Glaswand drohen sieht, „Nürnberg Votzen”-Plakate schwenkend, dann fühlt sich das ganz anders an.

Und natürlich sind die eigenen Fans keinen Deut schlauer, skandieren Schmähgesänge (Die Grenze von lustig zu bitterböse ist schmal, wenn „keine Party, keine Stimmung – Energie” zu „keine Arbeit, keine Hoffnung” wird. Schmähgesang wird zu Fremdschämgesang.), zeigen Stinkefinger und man selbst ist mittendrin und wollte eigentlich nur Fußball sehen. Stattdessen wird man Zeuge, wie sich die einen Vollpfosten mit den anderen verabreden, sich gegenseitig ordentlich aufs Maul zu hauen, wie sich die Gegner einander ausgucken und wie man selbst immer mehr den Glauben an Sicherheit durch -skräfte verliert, wenn man zusehen kann, wie keiner eingreift. Da bekommt man schon mal ordentlich Angst vor den Massen.
Können die sich nicht einfach so irgendwo auf dem freien Feld verabreden, um ihre Aggressionen aneinander loszuwerden, muß das im Stadion sein, mit Zigtausenden friedlicher Fans, die einfach nur Fußball sehen wollen? Und wozu die Rauchbomben eigentlich? Nur um zu zeigen, daß man das Reinschmuggeln geschafft hat (und da nehme ich die Clubfans mit den Schlußpfiff-Fackeln nicht aus!)? Was für ein Armutszeugnis, ich schwanke zwischen Bedauern und Wut und trotzdem:

Ihr schafft es nicht, mir die Freude am Stadion zu vermiesen. Ich will nur nicht mehr in Eurer Nähe sitzen, nie mehr. Nie mehr.


Umstandsfetzen

13.5.2009

Es ist nur mehr eine Frage von Tagen, bis die nur halb geöffnete Balkontür (lichte Breite 35cm) unüberdurchwindbar ist. Zum Glück geht’s erstmal rauswärts ins Jahr, wo der zweite Flügel lohnt. Komm bitte bald zurück, Frühling. Und bring den großen Bruder mit, die T-Shirts werden beileibe nicht länger.

_________________________________________________________________________________________

Und noch eine Bitte: Liebe Nachbarn, einfach nicht erschrecken, wenn es aus dem Treppenhaus zu dieser Melodie keucht („der kurze, kurze Atem / fängt gleich hinterm Eingang an /auf den ersten fünfzehn Stufen / denk’ ich noch, daß ich’s schaffen kann”). Man kann sich seine Ohrwürmer nicht aussuchen. Und der Weg in den dritten Stock kann verdammt lang sein. Erst recht, wenn die Luft knapp ist.

_________________________________________________________________________________________

Und dann sagt der Arzt beim Ultraschall auf einmal, er sähe jetzt doch nichts mehr baumeln, ganz im Gegenteil, und er sei sich reichlich sicher. Das wirft uns in der Namensdiskussion um Monate zurück. Ob die am Standesamt Pinola akzeptieren?


Wie, „aufs Datum schauen”?

1.4.2009


Noch ungeklärt ist auch die Zukunft der bayerischen Vereinsmannschaften innerhalb des deutschen Ligasystems. Fundamental-Lederhosenträger wie der ehemalige Bundestorwarttrainer Sepp Maier plädieren für eine konsequente Loslösung aller Vereine südlich der Mainlinie aus dem DFB. Für diesen Vorstoß erhält er Applaus vom Nürnberger Clubchef Michael A. Roth, der sich als ewiger Zweiter schon im internationalen Geschäft wähnt: „Damit hätte der Club dauerhaft ein Ticket für den Uefa-Cup.“

Die Idee ist so unfaßbar, daß man sie glatt glaubt. Und was Wales und Schottland können, schaffen wir eh schon lang.

[via]


Brandneue Medien

17.3.2009

Toll: in der neuen Wohnung gibt’s nicht nur umsonst Radiohören (spendieren die Nachbarn) – jemand hat auch schon die Zeitung hochgebracht!

baymeistergross.jpg

Und der Club hat gewonnen (hier ist der Triumph noch größer). Mehr brauch’ ich eigentlich gar nicht wissen.

Erschreckt einen ja doch nur unnötig. Zum Beispiel geht es Opel auf einmal schon richtig schlecht! Die müssen ihre Kisten schon für 875,- verramschen.

opel38.jpg

Aber die neue Fachhandels-Kampagne (rechts unten), die ist echt mal gelungen. So schaffen wir die Krise locker.


gute Vorsätze

11.3.2009

1. Lilifee und Bob der Baumeister bleiben draußen.
2. Niemals Schattenkatzen!
3. Keine Autoarschaufkleber mit Scheißnamen.
4. Nur die!
5. Keine Kapuzen mit albernen Öhrchen.
6. Das hier bleibt kleinteilfrei wird kein Mamaforum.

bittelaecheln_sw.jpg

[Soundtrack ab September]


aus der Reihe „Cartoons, die man betrunken irgendwie lustig fand”…

28.9.2008

…heute:
torschurzenkonig.jpg

Und danke, Hannover, für die Vergeltung für Mittwoch (Nicht daß es nicht verdient gewesen wäre, aber bei dem Derby setzt Rechtsempfinden aus und Rache bleibt der letzte Wunsch.). Astrein.
Wenn die Bayern absteigen, bleibe ich gern mit dem Glubb in der zweiten Liga.


%d Bloggern gefällt das: