Restaurantkritik für Anfänger

9.9.2014

Meine Kinder sind das, was Großeltern „gute Esser” nennen.
Genau so hatte ich ja schonmal angefangen!

Risiko und Rakete essen gerne und gut. Dank des väterlich ererbten Stoffwechsels sieht man das zwar nicht, aber die Häufigkeit, in der nach Nachschub verlangt wird, ist offensichtlich.
Und wenn man den ganzen Tag über im Stundenrhythmus in sich hineinschlingt, was sich bietet, wundert es mich nicht, daß abends der Hunger nicht mehr sooo groß ist. Abends bleiben die Kinderteller meist mindestens halbvoll. Es würde mich nicht groß stören – behaupteteten sie nicht, es läge an mir!

Ich koche nicht besonders gerne, aber abends stelle ich mich meist an den Herd, um wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit zu machen. Das Abendessen ist mir als Familienritual wichtig. Und so schnipple und brate und koche und rotiere ich dann so vor mich hin, während die Kinder sich gegenseitig mit Kettensägen zerschneiden oder von vierfachen Stuhltürmen in die Badewanne springen. Sie kennen das vielleicht. Ganz entspannt, immer, alles.
Dann kommt der Möhrchenprinz von der Arbeit, der Tisch deckt sich in Windeseile schnell selbst, alle sitzen, die große Schüssel kommt auf den Tisch, Bilderbuchfamilie, es könnte so schön sein – da quäkt es von einer Seite „Mama, das schmeckt mir nicht!” und von der anderen „Iiiihgittibäh, will Nudeln.”
Noch bevor die Quatschbirnen überhaupt probiert haben! Es nervt! Mich! Ungemein! Ich bin sehr oft sehr knapp davor, die ganze Schose einfach sein zu lassen und für mich alleine beim Asiaten zu bestellen. Dann folgen meist ein paar Tage oder gar Wochen, in denen es nur Abendbrot gibt (oder ein langer Urlaub, in dem der Möhrchenprinz kocht. Leckere Sachen für uns und blanke Nudeln für die Kinder. Das ist so ein Good-Cop-Ding, für das ich zuhause zu sehr Bad Cop Nährstoff-Mutti bin). Aber irgendwann habe ich dann selbst wieder Lust auf Warm (oder der Alltag hat uns wieder) und der Mist geht von vorne los.

Das letzte erste Koch-Mahl nach langer Pause kommentierte Risiko mit einem traurigen Blick zu mir und der herzzerreissend dargebrachten Bitte „Mama, bitte nicht mehr kochen”, es folgte eine lange Pause, „das.” Der Möhrchenprinz wies auf das „das” hin: „er meint ja nur diesen Auflauf, nicht alles!”. Ich kann aber nicht viel mehr!

(Und dann waren da die paar Tage, in denen ich allein mit den Kindern war und als Vermeidungstaktik vor dem Horrorabendtisch ohne Papaunterstützung einfach abends mit den Kindern in die umliegenden Wirtschaften und Biergärten stiefelte. Rakete dankte es mir am letzten Abend mit einem Extra-Kuss: „Und der ist für Dich, dafür, daß Du jeden Abend mit uns in die Kneipe bist!” So geht’s also auch. Das Good-Cop-Ding. Warum nochmal bin ich das nicht immer?)

Ein paar Wochen und viele Enttäuschungen am Abendessen-Tisch gingen seither ins Land. Risiko hat seinen Wortschatz erweitert. Und kann jetzt auch Lob!

Gestern musste alles noch viel schneller gehen als sonst. Trotzdem stand abends Warmes auf dem Tisch.
Risiko ruft „Gut kocht hast, Mama. Lecker!” und schaufelt die Fertiglasagne aus der Kühltheke (immerhin selbst in den Ofen gestellt…) in sich hinein.

Ich mag nicht mehr.


Ganz dünnes Eis – die Fortsetzung

26.8.2014

Achtung, jetzt kommt’s dicke. Ein ganz persönlicher Langzeit-Erfahrungsbericht über meinen eigenen Weg, bewusster zu essen. Ohne Anklage an irgendwen, der anders lebt und isst. Das ist FÜR MICH der ideale Weg, das fühlt sich FÜR MICH gut und richtig und gesund an. Das ist es sicher nicht für jede/n. Ich will niemandem an die Wampe legen, mir auf diesem Weg zu folgen. Ich will nur zeigen, daß es eine Menge mehr gibt als Frauenzeitschriften-Diäten, Wunderpillen, Kalorienzählen oder gar Operationen. Und daß Gewohnheiten tatsächlich überwunden werden können.

guertel

So, ich habe also abgenommen. In eineinhalb Jahren ungefähr zehn, zwölf Kilo, vielleicht ein bißchen mehr, die Zahlen interessieren mich nicht. Ich passe wieder in Klamotten von vor zehn Jahren (allein, die Mode hat sich geändert… so ein Mist).
Das ganze in zwei Etappen. In der ersten mit viel Disziplin und Verzicht, in der zweiten mit Infragestellen meiner Eßgewohnheiten: will ich das essen aus Gewohnheit oder habe ich da Appetit drauf?
(mehr …)


Ganz dünnes Eis – Vorgeplänkel

20.8.2014

Ich reg’ mich ja selber immer wieder auf über Size-Zero-Mädels, die ja ach so zugenommen haben und über dieses vermeintliche Idealgewicht, dem fast alle nachrennen und das meiner Meinung nach Schuld ist an Genußfeindlichkeit, Verhärmtheit und beschissener Laune ganz allgemein.
Deswegen war das Thema „Figur” hier nie ein Thema – einfach, weil ich eben doch immer nur „Kilos sind wurscht, Genuß ist alles” geschrieben hätte und natürlich Tiraden gegen Dünne, ganz allgemein. Und weil ich genau wusste, daß mein Gejammer über meine MIR zu üppigen Kilos von einigen Dickeren genauso ausgelegt werden würden: worüber heult die dürre Zicke denn so, ich wäre froh, wenn ich nur 75 wöge!

Jetzt isses aber so, daß ich mir mit dem besten Willen und den besten Theorien („wenn ich abnehme und niemand sonst in meiner unmittelbaren Umgebung dafür zunimmt, dann bekommt ja die Erde beim Drehen Unwucht!”) nicht mehr einreden konnte, daß ich mich wohlfühle mit der Figur und dem Gewicht, das sich so angesammelt hat die letzten Jahre. Gertenschlank war ich noch nie, aber letzten Sommer war der Punkt, an dem ich nicht mehr einsah, warum der einzige Weg weiter in die Breite gehen soll. Ich war auch die Fragen leid, wann „es denn wieder so weit wäre”. Für mich war es allerhöchste Zeit: ich wollte nicht mehr alle paar Jahre die zu enge Hälfte meiner Klamotten aussortieren müssen. Und dann wurde ich ein bißchen größenwahnsinnig (hihi): ich wollte eigentlich ganz gerne wieder in ein paar Sachen passen, die ich schon vor Jahren aussortiert habe. Aber eines wollte ich nicht: Diät machen.

Eigentlich wollte ich eine ganze Menge nicht. Diät machen nach irgendeinem Plan, extra einkaufen, Essen abwiegen. Irgendwelche Sondersachen kochen während der Rest der Famile das Zeug isst, auf das ich eigentlich auch Lust habe. Selbsthilfegruppen, irgendwohin gehen müssen, Zeit dafür brauchen, mit anderen ständig über Gewicht und Kalorien reden. Überhaupt: Kalorien zählen. Geld ausgeben für irgendein Abnehmprogramm. Sport machen zum Abnehmen. Am Ende noch auf den Vegan-Zug aufspringen oder teure Wundermittelchen kaufen. Mich einschränken, auf irgendwas verzichten, hungern gar. Kein Bierchen mehr, kein Wein, nur Wasser. Nee, so nicht. Dann lieber doch noch mal ne Jeansgröße mehr, ist halt so. Schlechter Stoffwechsel. Nicht mein Fehler.
Aufmerksame Leser ahnen: die Verwendung des Imperfekts heißt irgendwas. In meinem Falle: nicht, daß jetzt alles perfekt wäre, aber vieles ist auf einem guten Weg dorthin.

[Hier müsste ein Bild hin; allein ich habe keines zur Hand. Denken Sie sich jetzt bitte das Bild einer strahlenden Frau im Ganzkörperprofil, die ihre Hose vorne am Bauch wegzieht, um einen Zimmerpalmentopf mitreinzustellen. Naja gut, bleiben wir realistisch, denken Sie sich einen Gürtel, der an einem Loch ziemlich ausgeleiert ist, deutlich sichtbar die Spur der Schnalle. Und jetzt sitzt der Dorn in einem neu gebohrten Loch, gut 10cm enger. Allerdings reden wir hier auch von einem Jahr. Keine Wunder also.]

Und ich schwöre Ihnen, das hier soll kein billiger Cliffhanger sein. Ich merke nur: ich muss noch weiter ausholen. Ich will so vieles noch niederschreiben, so vieles erklären. Das wird mir zu lang für heute. Ganz bald mehr, versprochen. Aber echt.


Frühstück bei Stilhäschens.

18.11.2010

Die Rakete hat sorgfältig alle Brotstücke auf ihrem Teller entwurstet und verlangt nach meinem Schinkenbrot. Als ich ihr das mit dem Hinweis auf ihr eigenes Brot verweigere, kommt die unabänderliche Reaktion: sie nimmt ein Stück, führt es zum Mund, lässt es dann aber unter den Tisch fallen und grinst breit. Das ist der Ablauf, und er bleibt so, egal wie ich ihr sage, daß vor einem Nachschlag der Teller sein muß (diesen Wortlaut meide ich, seit sie daraufhin sanft lächelnd einfach ihren Teller hob und umdrehte). Inclusive dieses kurzen Moments, in dem ich tatsächlich glaube, dieses Mal würde sie es wirklich essen. Ich bin bescheuert.
„Iß erst dein Brot auf”, sage ich und komme mir vor wie die Mutti, die ich geworden bin. Ein weiteres Stückchen Brot verliert gegen die Schwerkraft.

Ich schiebe ihren Teller weg, lehne mich über den Tisch und sehe ihr tief in die Augen. Sie prokelt Speisereste von der Tischkante und schmiert sie sich ins Haar. Sie grinst.
„Rakete Zweitname Nachname!”, sage ich, „Jetzt hat der Spaß ein Loch.” Sie wird schlagartig ruhig, sieht mich an, vollkommen ernsthaft, wir sehen uns tief in die Augen, sehr, sehr, sehr lange. „Du weißt genau, daß mit Essen nicht geworfen wird.” Der Blick scheint immer tiefer zu werden, es ist geradezu magisch. Mir kommt ein Satz aus einem der esoterischeren Kinderratgeberbüchern in den Sinn, von einer Hebamme, die im Blick eines Neugeborenen die ganze Weisheit des Universums sehen will. Ich finde ihn gar nicht mehr so abwegig. Noch immer ist die Rakete so ruhig wie sie es sonst nur im Schlaf schafft, und ihre Augen scheinen zu nicken, als ich ihr ohne Worte nochmal die Sache mit dem Brot auf dem Teller und „Essen ist kein Spielzeug” und den Kindern in Afrika erkläre. Mir fällt aus den letzten 14 Monaten kein Moment ein, der inniger gewesen wäre zwischen meiner Tochter und mir. Das Herz geht mir auf.

Dann hat sie fertiggekackt. Auf dem Küchenboden zerschellt mein Wasserglas.


Kleinkrieg

19.5.2010

Sie wohnen in einer Spielstraße, für die der Begriff „verkehrsberuhigte Zone” nicht passt, weil sich keiner dran hält? Die Nutten im Eckhaus nicht und die Freier schon gar nicht? Deren Schrittgeschwindigkeit ist eine hohe, die Boliden brettern im fünften Gang um die versetzten Baumscheiben, die Formel 1 ist ein Dreck dagegen? Und dann parken die Vollpfosten ihre Karossen auch noch so bekloppt über drei Buchten, daß weder Anwohner einen Parkplatz finden noch Fußgänger am Gehweg vorbei kommen? Sie haben wirklich die Schnauze voll von diesen immergleichen asozialen Schwanzsklaven und ihren blechgewordenen Penisverlängerungen?

Dann stecken Sie Ihnen das nächste Mal doch einfach mal Pralinen hinter den Hummer-Scheibenwischer…
jekleiner


Raketenfetzen

18.3.2010

Es wird nicht besser, wenn ich immer nur schreibe ich käme zu nichts, aber hey, das hier ist Wahrheitsbloggenâ„¢, ich darf das.

________________________________________________________________________________________________________________

Der Rakete geht’s soweit prima, allein ich wäre ganz froh, wenn sie auch woanders trinken würde als nur an meiner Brust. Wir haben mittlerweile das gesamte Sortiment an Nuckelflaschen und Saugern durch, das die örtlichen Babyfachmärkte anbieten, und „Weithalsflasche” hat mittlerweile für mich genau die Bedeutung im Wortsinne. Die Rakete nimmt keins der angebotenen Produkte, da ist sie Naturalist. Es ist zum Verzweifeln.
Und dann entdeckt man, daß bei der vom Wochenwagner geschenkgekriegten Flasche ja auch noch ein Sauger dabei ist, und ohne große Hoffnung versucht man es mit der zwanzigsten Nippelnachbildung – und die junge Dame beißt an trinkt! Der Noname-Sauger dieser Flasche also ist die einzige Möglichkeit, der Rakete ordentliche Flüssigkeit zuzuführen. Ein bißchen weh tut das schon, denn die hier verschmäht sie immer noch. Wenn sich das mal noch wenigstens ein bißchen verwächst!

________________________________________________________________________________________________________________

Neinnein, Hannover ist schon super. Primafans und unser zweitliebster Verein, ehrlich. Aber ein Händchen für Fanartikel haben sie leider nicht:
Mit 96 baden gehen
„Mit 96 baden gehen”, och nö. Derrappelt Euch bitte nochmal – aber wehe Ihr überholt den Club!
________________________________________________________________________________________________________________

Was mich bei preisgekrönten Köchen ja gerne sehr wundert: wie sie auf für Durchschnittsgaumen so abstruse Kombinationen kommen wie Erdbeeren mit Balsamico.
Langsam dämmert mir: manche kommen bereits als kleine Molekularfans auf die Welt. Denen ist dann als Babys bereits Gemüse pur zu fad, die möchten noch eine Löffelchenspitze Aromenexplosion dazu. Die Rakete steht derzeit arg auf Dialog von Brokkoli und Banane. So werden Gourmets gemacht.

________________________________________________________________________________________________________________

Und dann noch schnell ein Sprichwort erklärt: jemandem die Ohren vollheulen, das geht bei fehlenden Zuhörern notfalls auch reflexiv. Die Rakete jedenfalls macht sich das auch gerne mal selbst, die Mama schüttelt das Wasser dann schon wieder raus aus den Ohrmuscheln.


Liebes Tagebuch,

22.1.2010

gestern wollte ich endlich mal die russischen Zuckerkekse ausprobieren, deren Rezept bei Sabbeljan so einfach aussieht.

Ich habe also in der Küche Platz geschaffen und losgelegt.

Gut, ich wollte nicht gleich „3-4 Bleche” machen, zumal unser Ofen auch so klein ausfällt, daß daraus eher 6-8 geworden wären, also habe ich eben nur die Hälfte aller Zutaten genommen.

Gut, statt Frischkäse habe ich Quark verwendet. Erstens mußte der weg und zweitens war nichts ähnlicheres da. Die Alternative war Mettwurst.

Gut, und statt Margarine hab’ ich natürlich Butter genommen. Margarine ist für Hungerhaken.

Gut, die Hälfte von 500 Gramm Quark ist 250 Gramm. Und die Hälfte von 500 Gramm Butter? Richtig, 250 Gramm Butter. Kein halbes Päckchen, aber das fiel mir erst ein paar Stunden später ein. Man soll ja aber auch gar nicht so fett essen.

Gut, vielleicht war deswegen der Teig ein bißchen klebrig. Also hab’ ich doch mehr Mehl genommen. Immer mehr. Bis der Teig so richtig klebrig war.

Gut, dann hab’ ich halt noch Milch reingeschüttet. Bis der Teig wieder nur mehr ein bißchen klebrig war, dafür aber plötzlich ganz schön viel, mengenmäßig jetzt.

Gut, und aus der halben Stunde im Kühlschrank wurden dann zwei oder drei. Aber meine Güte, man muß sich ja nicht immer gar so penibel an Anweisungen halten. Keine Macht den Rezeptfaschisten!

Gut, der Teig war dann immer noch klebrig wie Sau, keine Chance für „eine oder mehrere lange Rollen mit 3-4 cm Durchmesser”, geschweige denn „diese in 1-1,5 cm dicke Scheiben schneiden”. Aber „tischtennisballgroße Kugeln”, ha!, die gingen. Schlecht wieder ab von den Händen zwar, aber immerhin.

Gut, das mit dem Zucker war dafür eine Spitzenidee: wo Zucker klebt, klebt sonst nix mehr. Also habe ich von dem nobelpreisverdächtigklebrigen Teigbatzen grob tischtennisballvolumig geschätzte Klümpchen abgenommen, diese direkt in die Zuckerschüssel geworfen und dort zu flachen Scheiben geformt. Jetzt war halt nach dem Falten überall Zucker (also auf genau einer Viertelkreisfläche mehr als im Rezept, der unteren nämlich), aber dafür mußte ich nicht mit in den Ofen, bloß weil meine Hände nicht abnehmbar sind.

Gut, daß am Ende trotz größtmöglicher Keksflächennutzung immer noch Zucker übrigblieb, das muß dann wohl am Rezept liegen. Ich hab’ ihn halt mit den Teigresten verbröckelt und noch großzügig über die Kekse gestreut auf die Kekse gehäuft, bevor ich die Bleche in den Ofen schob.

Gut, daß der Teig dann doch nur für zwei (kleinere als normale!) Bleche gereicht hat, mag schon auch von der ausgeklügelten Belegungstechnik kommen. Viel Platz war da nicht zwischen den Teigbatzen – aber nicht umsonst hatte ich ja das Backpulver vergessen! Da würde schon nicht soviel aufgehen, daß die Kekse zusammenbacken würden…

Aber sonst habe ich mich wirklich exakt ans Rezept gehalten, ehrlich!

Gut, ich habe die beiden Bleche auf einmal gebacken, wozu schließlich hat man Umluft? Und gut, vielleicht waren es ein paar Minütchen mehr als zwanzig, wenige nur, solange man halt braucht zum Wäscheaufhängen, Staubsaugen, Blumengießen, Badputzen und Treppenhauswienern. Jedenfalls: irgendwann roch es dann komisch und aus dem Ofen hob ich zwei große, ein bißchen löchrige Kuchen. Oben waren sie klebrig-schwarz (der Aggregatszustand von Zucker, der nach Karamell und vor gasförmig kommt) und darunter und unten waren sie verbrannt.

Aber wenn man wie beim Nüsseknacken ein bißchen hämmerte und pulte, dann fand man dazwischen durchaus ein paar Kubikmillimeter eßbares Gebäck. Und das war… echt gut. Vielleicht hätte ich mich aber auch da streng ans Rezept halten sollen und alles mit Schokolade verzieren. Naja.

Und morgen mache ich dann mal Schweinebraten mit Kartoffelklößen, aus Hammelkeule und Sellerie. Ein bißchen Improvisation sollte ja wohl drin sein!


Do it yourself – heute: power to the kitchen

8.9.2009

Der Individualist sperrt sich ja gern und gegen so manches. „Unnützer Tand!” ruft er an jeder Art von Warenregal und „Konsumzwang!” und „Kommerzkacke!” und dabei überlegt er bereits im Stillen, wie sich derlei zuhause selber basteln ließe.

Für solche und die anderen, denen der Nutzen von elektrifizierten Küchengeräten, die jahrzehntelang auch gut mechanisch ihren Dienst verrichtet haben, verschlossen blieb bis zu dem Moment, in dem es gilt, größere Mengen Lebensmittel zu verarbeiten als bisher, gibt es heute nicht nur einen unsinnig langen Satz ohne Punkt, sondern auch die ultimative Lösung gegen Sehnenscheideentzündung durch übermäßiges Gewürzemahlen: die DIY-Pfeffermühle!

kuechenwerkzeug

Zutaten (v.l.n.r.): Gewürzmühle mit ausreichend langem Stift (weißes Modell geschlossen, rotes bereits zerlegt und montiert), Akkuschrauber.

Irgendeinen Vorteil muß es ja haben, auf einer Baustelle zu wohnen.

Und zu Weihnachten wünsch’ ich mir eine Küchenmaschine von Festool, bitte.


Bestandsaufnahme

31.8.2009

Man kann um Meilen schöner geweckt werden als von einem Dachdecker, der um sieben Uhr morgens vom Gerüst ans Schlafzimmerfenster klopft und sagt „Entschuldigen Sie, aber irgendwie war die Plane nicht dicht. Sie haben jetzt Wasser in der Küche.” Kaffee wäre mir lieber.

_____________________________________________________________________________________________

In drei Tagen fünfmal mit der Supporthotline des neuen Telefonanbieters gesprochen, fünf verschiedene Antworten erhalten, warum die alte Nummer angeblich unrettbar verloren ist. Drei Mails geschickt, gespickt mit Drohungen. Anzahl der Nervenzusammenbrüche: mindestens acht. Immerhin klingelt das Telefon nicht dauernd rein. Wie auch, geht ja sofort die freundliche Frau Diese-Nummer-ist-nicht-vergeben ran. Himmlische Ruhe, immerhin. Bis die Dachdecker ihre Mittagspause beenden.

_____________________________________________________________________________________________

Schranktüren werden überschätzt.

_____________________________________________________________________________________________

zwetschgenkuchen

Lecker, aber leider: fruchtfleischgewordenes Sommerende. Verdammt.

_____________________________________________________________________________________________

Ja, doch, soweit ist hier alles in Ordnung. Drei Wochen sind es offiziell noch, aber ob sich die Rakete (Der Neue im Kreis der Favoritennamen: Prima. Ist schließlich die Erste, und Latein’s not dead und so. Und so ein „das war jetzt aber Scheiße, Prima!” klingt einfach super, über den Spielplatz gebrüllt) daran hält? Man weiß ja so wenig.
Gut, ein paar Dinge nerven schon langsam. Ich hätte z.B. gerne wieder Knöchel statt Wasserreservoirs mit der Kapazität des Bodensees. Seit Wochen passt nur noch ein einziges Paar Schuhe: die schlimmen Flipflops aus dem Badeurlaub mit dem Steinchenstrand. Und auch die schneiden ein wie Rollbraten. Tut mir ja auch leid, die ästhetische Umweltverschmutzung, aber Barfußfee wäre noch schlimmer.
Blöd bloß, daß sich jetzt schon wieder langsam der Herbst ankündigt. Ich kauf’ mir doch nicht extra noch Altdamenschlupfschuhe in drei Nummern größer und dann kommt die Madame zwei Tage später und ich sitz’ da mit den Tretern!
Dann ab jetzt eben Flipflops mit Socken. Da müsst Ihr durch und ich muß mich eh schnellstens dran gewöhnen, so schnell nicht wieder ordentlich auszusehen. Ich sag nur: Geschäftsidee Kleidung in TarnSpeifleckenmuster. Ich werd’ schon noch reich. Gratiszugabe: Flipflopsocken.


Neues vom 12-Stunden-Einkauf

4.5.2009

Warum nur halte ich mich nicht an meine eigenen Ratschläge und gehe wieder viel zu groß einkaufen?

Zwar ist die Auswahl bei Marktkauf nur ein Viertel so groß wie bei der Kaufland-Konkurrenz, aber das reicht immer noch locker für einen gepflegten Nervenzusammenbruch.

sauregurken.jpg

Zu toppen nur durch Kartoffelsalat ohne saure Gurken.


%d Bloggern gefällt das: