Kleinkram

19.8.2010

Eben aus Versehen auf Youtube Babyzeichen angesehen. Bei den schlimmsten Videos sind die Mütter mit drauf. Oder die Väter im Singkreis. Wo ist da der „Flag this as Folter”-Button?
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„Aus Versehen” ist natürlich nicht ganz richtig. Eigentlich wollte ich wissen, ob die Rakete diese Zeichen irgendwie intuitiv beherrscht und nur ich sie noch deuten lernen muß. Negativ. Ausgestreckter Arm, geöffnete Hand und E.T.-Zeigefinger bedeuten wohl einfach „Guck mal, eine Taube!”, „Da ist die Tür.” oder „Mama isst und alles, was ich bekomme, ist diese lausige Wasserflasche”. Manchmal auch alles gleichzeitig. Der Tag wird kommen, da will ich gar nicht mehr wissen, was sie meint.
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Die Rakete hat übrigens eine schwere Brokkoli-Allergie. Fällt ihr einer auf den Kopf, fängt sie an zu weinen.
Aber wer braucht schon Gemüse? Zum Glück ist sie jetzt schon im Gelbwurst-Alter.


Der muß raus.

11.8.2010

Bekommen Frauen in den Oberarmen vom Kindertragen Mutterschmalz?
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Was ich aber eigentlich sagen wollte:
Mütter aller Länder, verewigt Eure Hormonanfälle! Die wundervolle infemme schreibt ein Buch und hat eine Frage an Euch. Bitte unterstützen!


Raketes erster Blogeintrag

4.8.2010

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är.

[Anm. d. SH.: Ja, ich hätte eigentlich selbst etwas schreiben wollen, aber das musste sie ganz offensichtlich sehr, sehr dringend loswerden. Ach, ich kann ja warten.
Übrigens, falls andere Eltern von Nachwuchsinformatikern mitlesen: Die Schriften kriegt man wieder klein mit Strg+Scrollrad, die Tastatur wird wieder deutsch mit Alt+Shift.]


Tipps für werdende Mütter IV

24.7.2010

Ach du volle Windel! Die letzte Folge ist ja schon wieder ein Vierteljahr her! Nicht daß ich ernsthaft glaubte, da wartete noch wer auf die Fortsetzung (Hallo Linguisten: zweimal Konjunktiv Präsens, haut das überhaupt hin? Hab’ ich das überhaupt erwischt? Und wenn, ist sicher das Komma falsch, oder?), aber ich muß es ja loswerden. Und im Internet finde ich das dann vielleicht auch wieder, sollte ich jemals mein Geburtstrauma überwinden und nachlegen. (Habe ich das gerade selber geschrieben? Oder war’s die Weinflasche?)
Wir waren bei den guten Ratschlägen. Die geb’ ich gerne, hach! Ich hab’ nämlich so viele. Alle geschenkt gekriegt.

Die besten, gefiltert oder selbst dafür befunden: (weiterlesen…)


Gestern und heute

12.7.2010

Gestern war ich jeden Abend unterwegs und schüttelte meinen (in der Erinnerung nicht ganz schlecht proportionierten) Po zur Musik, wo immer eine lief. Heute rufe ich die Polizei, weil die Nachbarn mit ihrem Polentechno wiedermal den Leiser-Knopf nicht finden und bin froh, wenn auf dem Sofa neben der Wäsche zum Zusammenlegen noch Platz für meinen breiten Hintern ist. Gestern war Halligallidrecksau, heute ist Aramsamsamgulligulligulliarabi. Gestern war Klamottenkaufen, weil die Mode wechselte. Heute ist Klamottenkaufen, weil das alte Zeug spannt. Gestern war ich ewigjung, heute droht die 35, und dann ist Schluß mit dem „Anfang-Dreißig”-in-die-Tasche-Lügen. Gestern war träumen, heute ist rechnen. Gestern war Job und Feiern, heute ist Rakete. Gestern war die Nacht groß, wenn der Sommer mit ordentlich Bier irgendwo im Freien begossen wurde, inclusive Sternenhimmel, Nacktbaden, In-die-Gitarre-Kotzen. Heute sitze ich abends um halb zehn mit einer Flasche Bier im Flur auf dem Boden, um mich herum Brezenbrösel und Reiswaffelreste, ich staple Duplo-Steine in den ollen Schuhkarton, wissend, daß mir das morgen mindestens fünf Minuten Zeit zum Kaffeemachen bringt; draußen tobt das erlösende Sommergewitter, in der ich gestriges Hippiemädchen noch barfuß getanzt hätte, und trotzdem bin ich jetzt glücklich, trockenen Fußes. So war das gestern, so ist das heute. Und um zehn bin ich heute im Bett. Ich uncoole Sau. Wenn ich das nur gestern schon geglaubt hätte.


Ach Du heiliger Rasen.

7.7.2010

Grundgütiger, schon wieder so lang lag hier alles brach.
Zwischendurch war WM und auch schon wieder vorbei, und Volksentscheid in Bayern (beinahe hätte ich dazu sogar etwas geschrieben, mit Recherche und Hintergründen und Argumentation und allem, aber dann war’s ja auch schon wieder rum), und eine Wahl ganz ohne Volk (den Schlachter die Regierung darf man selbst wählen, den Repräsentanten nicht – was soll uns das eigentlich sagen?) und beim Fast-Food-Riesen gibt’s jetzt einen Nürnburger (selber gugeln macht schlau), ohne Scheiß und ersten April, und dann ist auch noch der Sommer da, aber ach, was juckt’s mich? Die Rakete steht und ißt Brezen. So sieht’s nämlich aus. Und jetzt kommt Ihr.


…oder ich fall um.

12.5.2010

Hatte ich mich beschwert, daß die Rakete kein Fläschchen nimmt? Es war die falsche Größe. Fläschchen sind für Babies. Verkleinerungen haben wir nicht mehr nötig!



[Direktlink zum Video]


Ab heute wird zurückgewußt.

11.5.2010

So ein Kind ist ja im Grunde nix besonderes. Das haben ja die meisten, außer denen, die noch keins haben. Aber alle anderen haben ja mindestens eins, und die älteren meist mehr und dann ja auch noch Enkel und spätestens damit: die Babyweisheit gepachtet.

Mit Baby im Bauch bekommt man bereits langsam eine Ahnung davon, daß man ab jetzt dringend auf Ratschläge (vor allem von Wildfremden) angewiesen ist – wenn das Kind erst da ist, gibt man es am besten direkt jeweils der nächsten älteren Dame, die zufällig in der Nähe steht. Denn wie du’s machst, es ist verkehrt. Richtigmachen, das war altes Leben.

Jetzt ist: du hast ein schreiendes Kind im Wagen. „Um Himmels Willen, nehmen Sie doch das Kind hoch!”, kreischt dann garantiert jemand. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommst du noch umsonst (nicht nur im Sinne von gratis) einen Vortrag über die Bösheit von Kinderwägen (incl. Therapievorschlag für dich Rabenmutter, die körperliche Nähe nicht zulassen will) und die Vorteile des Tragetuchs. Nicht schön. Aber die Alternative ist nicht besser: Das Kind schreit im Wagen, du nimmst es raus. Prompt keift jemand „So werden die Blagen von klein auf verwöhnt”.

Oder: ihr seid unterwegs, es ist Mittag, ihr setzt Euch irgendwohin und du füttest Dein Kind aus einem Gläschen. Vielleicht sagt es nicht jede laut, aber das werden ganz sicher Frauen sehen, die die Kleine noch für viel zu jung für Beikost halten („Ich habe zwei Jahre voll gestillt!”). Die nächste versucht dir zu erklären, warum Brei das Kind bevormundet – schließlich könne es ohne weiteres vom Elternteller mitessen (sofern die eben einfach mal ein Jahr aufs Würzen verzichten, eine Woche lang bei den selben Zutaten bleiben und dann nur eine ändern. Prima Idee.). Und eine wird über Gläschen schimpfen, über die Nahrungsmittelindustrie, über Pestizide und Geschmacksverstärker und daß es doch wirklich nicht zuviel verlangt sei, selbst zu kochen. Dieser Frau immerhin antwortest du, nämlich daß du das tatsächlich selbst gekocht hast und im Gläschen eingefroren. Du kannst wetten, daß dann kommt: „Ganz toll. Und dann in der Mikrowelle aufwärmen. Das ist ja noch schlimmer als Kinderwagen, Gitterbett und Supermarktkost zusammen.”

Ab jetzt mußt du also ertragen, daß egal was du tust, ab jetzt immer eine kommt, die es besser weiß. Das ist ganz schön schwer. Auch ganz schön schwer ist, zwischen den Worten „Das Kind hat doch Hunger / Durst / kalte Füße / eine volle Windel!” das „Merken Sie das denn nicht, Sie Rabenmutter?!” zu überhören und die ganzen Ratschläge nicht persönlich zu nehmen.

Wie ich das schaffe? Für’s Füttern habe ich noch keine Allround-Lösung (Dönerbude statt Café hilft schon immens, da fehlt schon mal die vegane Fraktion). Aber wenn mein Kind brüllt und die ersten Diagnosen (s.o.) kommen – da habe ich das Killerargument, das mich freispricht von aller Schuld: „Nein, sie bekommt Zähne.” (Was nicht gelogen ist, irgendwann wird sie sicher welche haben.)
Plötzlich wird dann das Keifen zum Mitleid (bei älteren Kalibern ist vermutlich auch Neid dabei, bei den Zahnersatzkosten), für die Kleine und mich, plötzlich wird dann symbolisch schultergeklopft, plötzlich ist da Solidarität, wo vorher Besserwissen war.
Der Satz funktioniert so gut, den werde ich noch in Raketes Pubertät benutzen.


Und dann war da noch…

5.5.2010

… der Krankenhausarzt, der einer meiner Freundinnen die geplante Geburt im Hebammenhaus ausreden wollte mit den Worten „Räucherstäbchen lutschen können Sie bei uns auch”.

Was ich persönlich ja für einen Supersatz halte, humor- und lebensanschauungstechnisch.
Und ich persönlich habe bei der Raketengeburt auch im Krankenhaus nichts vermisst. Ich persönlich würde wahrscheinlich auch das nächste Mal dort entbinden wollen und nicht im Geburtshaus oder gar dem eigenen Bett.

Mir persönlich könnte es also herzlich egal sein*, wenn in Zukunft nicht zuletzt wegen immer weiter steigenden Haftpflichtversicherungsbeiträgen noch weniger Hebammen überhaupt noch Geburtshilfe anbieten. Aber bei dieser E-Petition geht es nicht um mich persönlich. Es geht darum, daß Frauen wählen können müssen, wo, mit wem und wie sie ihr Kind zur Welt bringen wollen; und dieses Wahlrecht steht auf dem Spiel, wenn eine Hebamme an einer Geburt jenseits der Festanstellung nichts mehr verdient. Verdienen im Wortsinne würden diese Frauen ohnehin viel mehr, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Also: bitte unterschreiben. Auch wenn es Euch persönlich vielleicht gar nicht betrifft.

* Und da betrifft es mich doch: Auch Hebammen, die freiberuflich (also nicht fest angestellt, sonder auf selbständiger Basis) in einem Krankenhaus arbeiten, sind betroffen. In der Geburtsklinik meiner Wahl arbeiten nur solche Beleghebammen. Davon mal ganz abgesehen: ohne Geburtshaus liegen dann die schlimmsten Selbsterfahrungsweiber auf der Wochenstation, bei den normalen, vernünftigen Müttern. Wenn das überhaupt zu therapieren ist: was das dann erst kostet!


Tips für werdende Mütter III

17.4.2010

Wie jetzt, das soll schon alles gewesen sein letztes Mal?

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