Wie man seinen Kindern zum Basteln politisch korrekte ausgeblasene Ostereier macht – DIY !!11!

19.2.2016

Ostern naht! Nachdem ich jetzt im fünften Jahr Eier auspuste, aufdaß die Kinder sie in der Kita verhunzenzieren mögen, kann ich mich durchaus mittlerweile als Profi in diesem Metier bezeichnen.

Und da ich das noch mindestens die nächsten zwei Jahre auch machen müssen werde, und ich um mein schlechtes Gedächtnis weiß, hier also mein persönliches DIY-Tutorial:

1. Weiße Eier kaufen. Stempel mit Schleifpapier abschleifen (80/100/120 Körnung reicht. 180 dauert zu lange!).
2. Mit dicker Nadel unten ein Loch (zum Pusten), oben 4-5 in kleinem Kreis (Durchmesser max. 3-4mm) stechen, dann das Mittelstück des Kreises rausbrechen. Dieses Loch darf groß sein, da kommt ja später auch die Schnur mit dem Zahnstocherstückchen durch.
3. Mit Schaschlikspießchen durch das große Loch das Eigelb zerstochern – das erleichtert das Pusten.
4. Alles durchs große Loch rauspusten. Mund und Ei waschen.
5. Riesenrührei mit ordentlich Bacon und einem Hauch Gemüse machen. Ganz alleine aufessen.
6. Eier im Kindergarten abgeben und nicht vergessen, die Geschichte laaaaaaut zu erzählen: „Sie, ich merk des fei, wenn Sie dem Risiko des Jahr wieder die Eier vom Jasper-Claude zum Bemalen geben – da waren nämlich die Stempel noch durchzusehen! Unsere Eier sind ja von meiner Großtante Agathe, mütterlicherseits. Da fahren wir am Wochenende immer die 300 Kilometer hin zum Eierholen. Weil die Hennen sind in der zwölften Generation vegan und denen ihr Stall ist aus freiwillig von der Natur abgegebenem Bruchholz. Und zum Schlafengehen spielt Agathe ihnen auf der Leier vor. Ich finde, das schmeckt man einfach.”

Ebook demnächst bei dawanda. Muahahahaa.


technischer Rückstand: gefühlt fast schon uneinholbar

23.10.2014

Ich war mal, technisch gesehen, Early Adopter. Ich hab’ schon im letzten Jahrtausend ins Internet geschrieben, dieses Blog gibt es seit über acht Jahren. Noch vor den meisten meiner Bekannten und Freunde hatte ich Walkman, Discman, Handy, Autoradio mit Freisprecheinrichtung, iPod, Tablet, das damals kleinste Smartphone der Welt…
Ich bin da nicht stolz drauf, aber so war das mal.

Tablet- und Telefonkauf sind drei Jahre her, seitdem bin ich technisch stehengeblieben. Die technische Entwicklung seither dauerte gefühlte 20 Jahre – um mich rum steuern alle ihre Rolläden per iPhone, vergleichen Preise im Laden, navigieren ihre Füße per Satellit.

alte  technik1

Mein Handy hat zwar schon Touchscreen und kann ins Internet, aber ich telefoniere nur damit. Ich habe keine mobile Datenflat und vermisse sie kein Stück. Ich habe keine Apps. Dafür habe ich mir sagen lassen, eine Woche Akkulaufzeit sei eigentlich nicht möglich. Für ein Telefon? Ich bitte Euch!
Mein Rechner ist von 2008 und tut alles, was er soll. Das Internet fasziniert mich immer noch, aber ich bin froh, daß es mich nur zuhause zum Stöbern verführt. Auch noch unterwegs diese Möglichkeit zu haben, wäre mir schlicht zu viel.
(Ach, natürlich, ich bin noch für einen weiteren Lacher gut: der Rechner läuft mit, Achtung! Windows98XP.)
Mein Tablet nutze ich fürs Surfen auf dem Sofa und um mal über die Mediathek den Tatort nachzusehen. Apps gibt es dafür nicht, das Betriebssystem gibt es nicht mehr. Ich weiß nicht mal, was ich dadurch verpassen soll.
Ich habe einen iPod der zweiten Generation und bin abgesehen vom Akku damit hochzufrieden. Dass ich nahezu monatlich iTunes aktualisieren soll, nervt mich aber mehr als das wöchentliche Laden.
(Den nehme ich für abendliche Hörspiele. Musik höre ich von CD – oder Kassette/Vinyl. Tatsache. Ich hab’ mir noch nie ein MP3 gekauft.)
Ich kann Kartenlesen und habe im Auto (ohne Klimaanlage, ja.) einen dicken Atlas und einen Stadtplan. Ich hatte noch nie einen Navi unterm Finger.
Auf meinem Nachttisch liegen echte Bücher. Die kann ich verleihen oder liegenlassen, ich kann Eselsohren reinmachen und Seiten rausreissen, wenn ich möchte. (Oder, ehrlich: der Möhrchenprinz kann damit das fehlende Bein vom Bett – nicht fragen! – ersetzen.)
Auf unserem Fernseher kann man zwar kaum mehr Fußball sehen (offensichtlich kann er HD-Signale nicht verarbeiten – kleine Zahlen sind auch mit Fernglas unlesbar) und beim Tatort fehlt meist die halbe Handlung (weil als Mitteilungen auf Telefonen für alle anderen zu lesen), aber in Hefeteigmachen ist er unschlagbar.

Nein, auch wenn das anders klingen mag: ich bin nicht mal stolz auf meinen technischen Anachronismus. Ich fühle mich damit niemandem überlegen, ich will hier nicht ins Manufactum-Horn stoßen.
Es ist tatsächlich so: ich BRAUCHE den ganzen Kram nicht. Und ich will nichts wegwerfen, was noch einwandfrei funktioniert.
Ich will meine Zeit analog verbringen statt dauernd technische Updates zu fahren. Will meine Fingerspitzen lieber über Papier, Haut, Stoff gleiten lassen statt über Gorillaglas. Will die Farben der Welt in echt sehen statt auf einem Display.

alte  technik2

Da ist kein Stolz. Da ist eher ein bißchen Angst: ich fürchte, ich sollte langsam wieder auf den Technik-Zug aufspringen. Oder eigentlich eher schnell. Denn irgendwann ist er abgefahren und ich steh’ da wie der Ochs vorm Berg.
Ich bin jetzt schon überfordert mit der Bedienung der Musikanlage (Smartphone über Bluetooth, natürlich) in des Möhrchenprinzen Auto. Will keinen neuen Herd, weil es keinen mehr mit Drehknöpfen gibt. Habe keine Ahnung, über welche Apps sich die Kindergartenkinder unterhalten. Ich komme mir manchmal so unfaßbar alt vor.
Hab’ ich „bißchen Angst” geschrieben? Wenn ich’s mir so überlege, ist das doch eher Panik. Davor, selbst zu werden wie meine Mutter und eines (gar nicht mehr fernen) Tages auf meine Brut angewiesen zu sein, um zu überleben.

Gleich morgen also kauf’ ich mir ein Smartphone und einen Flachbildfernseher, ein Auto mit Klimaanlage, Navi und Bluetooth, einen neuen Laptop und ein Tablet und einen E-Reader. Daß die Wirtschaft mir nicht schon längst einen Schlägertrupp geschickt hat, so lange wie ich ihr all das schon schulde!

Nur das Tattoo und die Putzfrau, das heb’ ich mir noch ein bißchen auf. Ein bißchen Anachronismus will ich mir doch erhalten.


Zahlen über Zahlen

19.10.2013

61 Jahre nach Erstzulassung, mit 47250 Kilometern auf dem Buckel, zweieinhalb Jahre nach dem Anruf, 14 Monate nach dem eigens dafür erworbenen Führerschein war es endlich soweit:
80 Kilometer Überland, 15 Grad Celsius und Sonnenschein, ein Herbsttag aus dem Bilderbuch. Drei Gänge, gefühlte 120 Dezibel und tausend Erinnerungen (Der Geruch des warmen Motors! Dieser Schlüssel mit dem schwarzen Bakelitknauf in Stromlinienform! Das kraftvolle Tuckern, das saftige Einrasten jedes Ganges im Getriebe, das Geräusch des Fahrtwinds!). Zwei Stunden aus Zeit und Alltag gefallen, mit einem 22 Jahre alten Geist auf dem Sozius.
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Ich werde es in Ehren halten, Papa. Versprochen.


5 Jahre und drei Tage (im Blog geblättert wie in einem Tagebuch)

9.7.2013

Fünf Jahre und drei Tage und ungefähr hundert Bratwurstexzesse
und genau zwei Kinder und einen Ringtausch und eine immernoch aufgeschobene Party
und ein verkauftes Auto und ein gekauftes Auto
und einen gekündigten Job und eine hoffentlich irgendwann passable Selbstständigkeit
und einen Umzug später:
sitze ich immer noch auf demselben Balkon. Diesmal ist vieles anders: es ist abends. Ich bin allein, die Kinder schlafen, der Mann ist im Biergarten. Aber derselbe Baum steht daneben. Vor fünf Jahren hätte ich mir nichts davon auch nur gedacht. Da ist immer noch Liebe, und es ist viel, viel mehr.

Ich glaube, ich schleppe mal die Matratze raus und bereite das Frühstück vor.
(Für fünf Uhr dreissig, sonst ist Risiko schneller.)


Weil.

23.12.2011

Mit ewig Vorlaufzeit jeder kann. (Und hey! Ebay, dawanda, etsy und Internetschuhläden sind das neue „something old, something new, something borrowed, something blue”. Ein Hoch auch auf alle erdenklichen Paketdienste.)

Wir jetzt immer vier Tage durchfeiern können. Alle Jahre wieder.

„Es ja eigentlich egal ist, auf welches Amt wir gehen.” (statt Jugendamt wegen Sorgerechtserklärung dann eben gleich „richtig”…)

Es eh für immer ist.

Liebe. Hach!


Übrigens: alles ist immer ganz anders.

18.11.2011

(gewidmet allen frischgebackenen Eltern)

Die Rakete wurde vor zwei Monaten zwei. Und jetzt rufen wir alle zusammen: „wie die Zeit vergeht!”.

Ja, das tut sie, und ja, bei jedem Anblick eines Neugeborenen sind wir uns sicher: so klein war unsere nieeee.
Gerade kann sie unheimlich niedlich sein (wenn sie morgens im Bett auf die Frage „was machen wir heute?” begeistert antwortet: „essen!”), aber, und jetzt ist’s vorbei mit dem Harmoniegeschwalle und dem Muttersein-Idyll: sie kann einen auch in den Wahnsinn treiben. Wenn man Einkäufe in den dritten Stock schleppt und sie sich weigert, selbst hochzulaufen, obwohl sie das längst locker kann. Wenn sie abendessen will, die Nudeln aber noch kochen müssen. Wenn Zähneputzen angesagt ist. Und bei zig Gelegenheiten mehr.

Nein, es ist nicht immer Sonnenschein, beileibe nicht. Natürlich haben wir das auch nicht erwartet, ganz bekloppt ist man ja auch nicht. Aber ein paar Dinge sind in echt einfach schlimmer als als Vorstellung und müssen jetzt doch mal raus. Solange sie noch warm sind, quasi – denn spätestens in ein paar Jahren werde ich doch wieder alles verklären und auf einmal war alles superprima. Gegen das Vergessen also!

Da ist zum Beispiel die Sache mit der Krippe. Seit sie ein Jahr alt ist, wird unsere Rakete viermal die Woche dort „fremdbetreut”, und genauso sagen das viele andere Muttis anklagend, deren Lebensentwürfe anderes vorsehen.
Ich überspringe jetzt mal das Thema „Krippenplatz finden”, das ist ein Kapitel für sich und schwieriger als im Kopfstand mit Skistiefeln an den Händen rohe Eier zu schälen (und ob das ab 2013 tatsächlich kein Thema mehr ist, wage ich zu bezweifeln, aber hallo). Wir haben das geschafft und tatsächlich gedacht, das wäre das schlimmste gewesen, ab jetzt alles easy. Man ahnt: Pustekuchen! Mir persönlich hat erstmal das Getrenntsein vom Kind schier das Herz zerissen – damit hätte ich nie gerechnet, habe ich mich doch sogar gefreut aufs Wieder-Arbeiten, auf Zeit ohne Klötzchen am Bein. Aber Mutterhormone können gnadenlos sein, ich habe eigentlich zwei Wochen nur am Schreibtisch geheult. Ich! Dabei wusste ich doch genau, daß die Kleine sich in der Krippe pudelwohl fühlte, daß ich ihr zuhause nicht im Ansatz so viel Abwechslung und Anregung bieten könnte und, ganz ehrlich: auch gar nicht mehr wollte. (Kurzer Exkurs: So ein Neugeborenes ist schon auch eine Aufgabe, aber es muß einen nicht vollzeit beschäftigen. Da sind immer ein paar Stunden, in denen es schläft oder zufrieden ist, vom Boden aus zuzusehen, was die Großen machen. Um den ersten Geburtstag herum bzw. die ersten Schritte – bei uns mit etwa zehn Monaten – wurde das deutlich anders: dann ist nix mehr mit Putzen/Kochen/Schreiben/Lesen, dann will das Kind beschäftigt sein. Oder wenigstens beobachtet bei seinen Kletter- und Erkundungstouren. Da ist Vollzeitbetreuung angesagt, jedenfalls war’s so bei uns. Und da hat mir am Ende des Tages schon gerne mal ein persönliches Erfolgserlebnis gefehlt.)

Aber Hormone sind nicht das einzige Problem… mitnichten nämlich kann man auf einmal planen, wann man arbeitet, auch wenn das Kind zu festen Zeiten betreut wird. Uns zum Beispiel hat das erste halbe Jahr mit Krippenkind ein ordentliches Stück Gesundheit gekostet. Zu guten Zeiten triefte mal nur eine Nase, zu schlechten Zeiten lagen wir alle drei flach. Es gab, ungelogen, in diesem halben Jahr keine einzige Woche, in der alle gesund gewesen wären! Die Kleine hat das noch am besten weggesteckt, sie konnte meist mit rotziger Nase in die Kita, um dort die nächsten Bazillen einzufangen und uns zuzustecken. Meist war einer der großen mächtig krank. Viel war da nicht mit geregelter Arbeit…

Ja sicher, immerhin haben wir einen Krippenplatz, und gottseidank ist die Rakete gesund, das alles könnte man also reinen Gewissens Jammern auf hohem Niveau nennen, aber so ist das ja gar nicht gemeint. Es ist halt nur alles so viel anders als ohne Kind! Wie oben schon erwähnt: ich schreibe das auf, um mich dran zu erinnern.
Und nächstes Jahr dann, wenn da noch ein Kind mehr ist, das Aufmerksamkeit braucht („Rakete! Playmobil raus aus dem Toaster!”) und den Lebensorganisationsaufwand verquadrupelt, dann lese ich das mal und lache kurz. Um anschließend zu heulen und nicht dazuzukommen, die neue Situation mal kurz niederzuschreiben, vermutlich. Noch 90mal durchschlafen stündlich nur zum Pinkeln aufstehen. Drei Monate Entspannung.


Urlaubsfetzen (Wochen später)

18.10.2011

Gefühle, die nur Schwangere kennen: die unbändige Freude über Durchfall. Hätten die Bauchkrämpfe doch auch Wehen (und damit eine Frühgeburt) sein können…

***

Das Leben mit Kleinkindern ist 180° anders als das vorige. Beispiel gefällig? Ferienwohnung mit Baustelle daneben ist erstrebenswert, kann doch das Kind bereits morgens vom Fenster aus Bagger sehen! Wegen Baulärm eine halbe Stunde länger schlafenliegenbleiben können: unbezahlbar.

***

Komme von einer öffentlichen Toilette zurück. Mann fragt nach der Qualität der Örtlichkeit. „Wie zuhause auch: ungepflegt und die Frau ist unfreundlich”, antworte ich und der Mann grinst sehr. „Äh, ich meine: wie öffentliche Klos zuhause!” schiebe ich schnell nach. Das Grinsen bleibt.

***

Und dann fehlt noch das Bild des Urlaubs, das ich der Rakete und ihren Rechten zuliebe nicht öffentlich zeige. Machen Sie Ihren Lieben doch selber mal die Freude: frisch sonnengecremt (natürlich nackend) auf eine Zeitung setzen. Ein Wahnsinns-Muster. In diesem Sinne: schönen Herbst!


Beton und Lehm sind das neue Marmor und Eisen

7.4.2011

Gut, neu ist relativ, aber was sind schon zwanzig Jahre? Nix. Bevor hier endgültig alles einstaubt, muß ich wenigstens meinen Ohrwurm der Woche zeigen.
Ich hab’ das Album übrigens noch auf Vinyl – und bevor’s ein anderer reinquäkt: ja, issn Cover. Und? Mitwippen mit Hong Kong Syndikat!


Sentimentalkeramik

6.1.2011

Ich war noch sehr klein, vielleicht vier oder drei oder noch kleiner. Ich erinnere mich ja noch nicht mal genau – zum Beispiel wer da eigentlich zu meinen älteren Geschwistern kam, geschweige denn warum. Vielleicht hatte eines Geburtstag, jedenfalls ging es irgendwie um Geschenke und aus Höflichkeit (oder weil jemand wußte, wie unerträglich kleine Kinder nerven können, wenn sie vermeintlich benachteiligt werden) bekam ich auch eines. „Aber das wäre doch nicht nötig gewesen!”, meinte meine Mutter, aber das war natürlich Quatsch. Sehr nötig war das gewesen, so ein prima Geschenk für mich alleine, ein Geschenk, von dem zunächst nur Cellophanfolie zu sehen war, in Tausende Falten gelegt, zusammengehalten von ein paar Locken Geschenkband.
Aber ich ahnte ja bereits, daß die Überraschung süß sein würde, der kleine Aufkleber auf der Folie verriet es, ich kannte das Logo, vermutlich von Schokoweihnachtsmännern: „Gubor” stand drauf, und Gubor-Schokolade war auch drin (letzteres kann als gesichert gelten; das Logo auf der Folie könnte bei genauerem Nachdenken möglicherweise auch das einer örtlichen Konfiserie gewesen sein. Nein, ich finde es nicht schlimm, daß ich mich da jetzt nicht genau festlegen kann. Eher, daß ich mich überhaupt an so etwas noch erinnere, wohingegen, ach, vergessen wir’s.) , als die Folie endlich verloren hatte gegen meine gierigen kleinen Wurstfinger. Schokolade und Bonbons, gefüllt in eine Tasse mit Schäfchen.

Ein weißes und ein schwarzes Schaf und zwischen ihnen ein seiltanzendes Mäuschen; als ich zuhause auszog, fand ich sie wieder in einer Poltergeschirrkiste und nahm sie mit, von einer Wohnung in die nächste, von einer Stadt zur anderen.

Gut 30 Jahre nachdem ich sie geschenkt bekommen hatte, stand sie immernoch in meiner Küche, gespült im Schrank ganz vorne, und ich hatte ein paar Leute zu Besuch und ich kochte Kaffee und sagte einem jungen Mann, er könne ja schon mal die Tassen holen. Er öffnete den Schrank, juchzte, drückte die Schafe an sich und rief: „Das ist meine Tasse! Wie kommt die zu dir? Die ist aus meiner Kindheit!”
Jedes Mal, wenn er bei mir war, bestand er auf diese Tasse, notfalls spülte er sie schnell noch ab. Ich mochte den Gedanken, daß er sich bei mir zuhause fühlte, und die Tasse dafür auch immer mehr.

Heute stehen die Schafe in unserer gemeinsamen Küche und die Rakete bedenkt sie regelmäßig mit Tierlauten (oder was sie dafür hält). Mal sehen, ob die Tasse überhaupt vierzig wird.

[Und warum soviel Langeweil-Content zu Jahresbeginn? Weil: vielleicht besser als gar nix. Andere können Blogs übrigens ohne zu nerven*. Zum Beispiel freut sich da drüben Frau Liebe über Flohmarktfunde, und die Katzentasse ist aus derselben Serie, das traue ich mich wetten, die hatte nämlich meine Schwester gekriegt.
* Wieder andere nicht, da draußen gibt es Muttis, deren größte Sorge drei Kilo zuviel sind oder daß ein neugeborenes Mädchen unmöglich im hellblauen Schlafsack ihres Bruders schlafen kann. Aber darüber rege ich mich ein andermal auf. Irgendeinen Vorsatz braucht man ja. Frohes Neues übrigens!]


Ausgehbefehl, emotional verschwurbelt.

13.8.2010

Gäbe es das Internet nicht, mein Leben wäre anders verlaufen, aber hallo. Ich hätte mehr geschlafen, weniger für Telefonrechnungen bezahlt und eifriger studiert. Und ich hätte eine Menge großartiger Menschen niemals kennengelernt.

(mehr …)


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